Die neue Welt
- Journal
- Die neue Welt
- Volume
- 8 (1934)
- Issue
- Heft 330 (5.1.1934)
- Date
- 1934-01-05
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 0 DIE NEUE WELT Nr. 330 Ihren Sthuh nur von SMfmnnn eis die. Gallier und Germanen. Zwar strebten anfangs nur Jünglinge nach Erringung der Freiheit. Später aber vergrößerte sich die zelotisehc Partei immer mehr und mehr. Selbst in die Talmudschulen drang deren fanatischer Eifer ein. Bald sonderten sich hier, auf den Bänken der Bibel, die Schammaiten von den Hilleliten, die Revolutionspartei von der Friedenspartei, der Brith Hakannaim von dem Brith Haschalom. Beim Volk fand die vorwärtsdrängende Leidenschaft der Schammaiten mehr Anklang als die immer nachgiebige Friedfertigkeit der Hilleliten. Der Cäsarenwahn der Römer und Herodianer hatte Abscheu erregt. Die Personenverehrung, die das Kaisertum mit sich gebracht, sollte abgeschafft werden. Es wurde die Parole ausgegeben, daß der jüdische Staat republikanisch, demokratisch regiert werden müsse und daß nur Gott der Oberherr und König der Juden sei. In der Stadt verfolgt, hausten die Zeloten in Bergesklüften und Grotten und versuchten von hier aus, die eingebüßte Freiheit ihrer Nation wieder zu erobern. Aufwiegler wurden sie von den Remlingen, Freiheitskämpfer von den Juden genannt. Ihre Arbeit wurde aber durch die Partei der S i k a r i c r gestört. Diese waren ebenfalls geschworene Römerfeinde und Verdränger alles Volksfremden; da sie aber bei jeder Gelegenheit den Dolch zückten, wurden sie von den übrigen Zeloten zu einer Mörderbande gestempelt. Das ehrliche Streben der Zeloten wurde durch diese Gruppe in Mißkredit gebracht. Trotzdem brach sich ihre staatsmännische Einsicht Bahn, sie ergriff die Gleichgültigsten und verhandelte fast die ganze Nation in Zeloten. Durch ihre Vermittlung hatte unter den streitenden Parteien beim Herannahen des Feindes an die Tore Jerusalems eine Annäherung stattgefunden. Aber es war zu spät. Die Römer hatten aus der Spaltung bereits Nutzen gezogen. Der Eifer, das Zelotentum half nichts mehr. In einer Zeit, da nicht nur das Judentum, sondern auch der Zionismus gespalten daliegt, hat die Judenstaatspartei eine Jugendbewegung ins Leben gerufen, die die Aufgabe auf sich nahm, nach dem Muster der alten Kannaim für den Judenstaat zu kämpfen. Die alten Kannaim konnten ihren Kampf nicht zu Ende führen. Er hat wieder begonnen und wird zu Ende geführt werden. Der Brith Hakannaim wird dafür sorgen, daß es diesmal nicht zu spät werde. AÜe Radioapparate, modernste Typen stets lagernd bei J. HAHN, WIEN IX, Wasagasse 12, Telephon A-13-5-20 Günstige Teilzahlungskonditionen. Kostenlose Vorführung in Ihrem Heim. Günstige Gelegenheitskäufe / Gebe 5% des Kaufwertes zugunsten jüdischer Institutionen nach Wahl des Käufers ab / Provinz- und Auslandversand Vor einem halben Jahre gründeten einige Zionisten den „Hechaluz Halcumi". Der Hechalzu Haleumi ist jene Institution, die es sich zur Aufgabe gemacht hat, die national fühlende jüdische Jugend für die Arbeit in Palästina im Geiste des Her zischen Zionismus geistig und körperlich zu erziehen. Viele Jahre kämpfte die jüdische Jugend im „Hechaluz", um denselben auf den Weg des judenstaatlcrischen Zionismus zu bringen, mußte aber erkennen, daß die Führer den „Hechaluz" unter Vorspiegelung von Unparteilichkeit im Geiste des Klassenkampfes und marxistischer Unduldsamkeit führen. Nachdem die nationale Jugend es nicht langer mitansehen konnte, daß unter dem Druck dieses sich „allgemein" nennenden Hechaluz die nach Palästina wandernden jüdischen Menschen gezwungon werden, in die klnssenkärapferische, daher den Palästina-Aufbaxi schädigende „Histadruth" einzutreten, verließen sie den „allgemeinen" Hechaluz und entschlossen sich zur Gründung des judenstaatlcrischen Hechaluz, des „Hechaluz Haleumi". Diese Jugend wendet sich nun an alle jungen jüdischen Menschen, für die der Zionismus die Errichtung des Judenstaates in Palästina bedeutet und die sich in diesem Geiste für die Ueberwanderung vorbereiten wollen und fordert sie zum Eintritt in den Hechaluz Haleumi auf. Jüdische Jugend, hinein in den nationalen Hechaluz! Wir werden bestrebt sein, euch für die Alijah nach Erez Israel mit allen Mitteln zu unterstützen, wir werden bestrebt sein, euch geistig und physisch für den Judenstaat vorzubereiten. Jüdische Jugend denke an deine Zukunft, komme zu uns! Die Leitung des Hechaluz Haleumi: Theodor Grubner (Vizepräsident der Palästina-Amtskommission), Mendel Hager (Obmann der Judenstaatsjugend), Rabb. Dx. Zwi Kanner (Oberführer des Brith Hakanairn), Moschel Kerzner (Mitglied der Palästina- Amtskommission) . Hedialuz Haleumi Verein zur Förderung der Palästina-Wanderung Wien, IL, Untere Augartenstraße 38 Sekretariatsstunden, Anmeldungen und Auskünfte Montag von 7 bis 8 Uhr und Donnerstag von 8 bis 9 Uhr. lAckßlNOE- SPANGEN MIT FESTEM ABSATZ. ALLE GRÖSSEN. LACK¬ LEDER. MIT EIDECHSE- IM IT. KOMB/N, ALLE GRÖSSEN, DAMEN- _ 'WIENERWALD- STIEFEL, BRAUN mit LEOERFUJTER u. BEUTELZUNGE ALLE GRÖSSEN, FÜR HERREN S 1^ ^' Das Organisationsdepartement (Wien, IX., Universitätsstraße 8) teilt mit: Das Mitglied des Exekutivkomitees Herr Meir Großmann weilte am 30. Dezember einige Stunden in Wien, um mit dem Organisationsdepartement eine Reihe wichtiger Organisationsfragen zu regeln. Herr Großmann ist nach Warschau weitergereist und wird in der ersten Jännerhälfte eine Tournee durch Lettland und L itauen absolvieren. — Das Mitglied des Exekutivkomitees Herr Ing. Robert Stricker hält am 18. Jänner in Proßnitz und am 19. Jänner in Olmütz Vorträge. Die deutsche Broschüre: „Was will die Judenstaatspartei?" von Robert Stricker ist erschienen und zum Preise von 40 Groschen pro Exemplar durch das Organisationsdepartement zu beziehen. Bei Abnahme von 50 Stück ermäßigter Preis von 20 Groschen pro Exemplar. Die deutsche Broschüre „Der Weg des Barkai" erscheint in 14 Tagen. Litauen. Die Landeskonferenz der Judenstaatspartei, ursprünglich für den 23. und 24. Dezember angesetzt, findet am 14. und 15. Jänner statt. Herr Meir Großmanu wird auf dieser Konferenz, zu der eine große Anzahl Delegierter aus dem In- und Ausland angemeldet sind, das Hauptreferat halten. Eine größere Anzahl Delegierter aus Lettland werden an dieser Konferenz teilnehmen. Lettland. Die lettische Landesleitung hat, nachdem nunmehr die Registrierung der Judenstaatspartei durch die. Behörden bewilligt wurde, ihre aktive Tätigkeit aufgenommen. Am 30. Dezember fand in Riga ein großes Eröffnungsmeeting statt. Näherer Bericht folgt. England. Am 26. Dezember fand in London ein großes Meeting statt, auf dem Herr Meir Großmann ein großes Referat über die Judenstaatspartei hielt. Im Anschluß wurde eine Studentengruppe der Judenstaatspartei gegründet, deren Leitung Herr Elias Shlapobersky innehat. Die Adresse der Judenstaatapartei sowie der Studentengruppe lautet: London N. W. 8, 13 a High Street. Bulletin Nr. 1 des Organisationsdepartement« ist erschienen und an die Landesleitungen versendet worden. In zirka 8 bis 10 Tagen erscheint Nr. 2 des nunmehr regelmäßig erscheinenden Bulletins. Die neue Leitung der rumänischen Zionisten Aus Bukarest: Die vor kurzem abgehalten« Landeskonferenz der Zionisten Alt-Rumäniens endete mit einem Sieg des Judenstaats-Gedankens. Im Verlaufe der Tagung vollzog sich eine Gruppierung der Anhänger der heutigen zionistischen Weltexekutive einerseits und der Judenstaats-Zionisten anderseits. Es standen die allgemeinen Zionisten Gruppe A, verbunden mit der P o a 1 e - Z i o n, gegen Judenstaatspartei Gruppe Renasterea (früher Radikale Zionisten), Misrachi und Jugendvereinigung „Hanoar Hazioni". Die Führung der letztgenannten Gruppen hatte der Obmann der rumänischen Judenstaatspartei Direktor Philip Rosenstein inne. Nach mitunter sehr bewegter Debatte, in der aber die Grenzen der Sachlichkeit gewahrt blieben, wurde mit einer Zweidrittelmajorität folgende neue Leitung der Landesorganisaition gewählt: Präsident Dir. Rosenstein (Obmann der Judenstaatspartei), Vizepräsident Advokat L. Misrachi (Renasterea), Leon Gold (Judenstaatspartei), Paul Blumenfeld (Judenstaatspartei), Karl Singer (Renasterea), Michael Landau (Allg. Z. Gruppe. B), L. Geld mann (Allg. Z., Gruppe B). Die Zionisten-Revisionisten hatten an der Konferenz r-icUf. teilgenommen. Die Wahlen in die Leitung des Jüdischen Nationalfonds ergaben folgendes Resultat: Direktor Rosenstein (Judenstaatspartei), Dr. S. Singer (Obmann der Renasterea), Ingenieur Mayersohn (Allg. Zionisten) und eine Vertreterin der Frauen (Wizo). Judenutaatojugcmi, II., Untere Augur tcustruJV 'öS, Donnerstag: 8 Uhr Hebräischkurs für Vorgeschrittene (Leiter Dr. Taub). Samstag: 6 Uhr Sichah der Kwuzah Druks; 7Uhr Sichah der Kwuzah F. Kolb. Sonntag: Wanderung, Treffpunkt halb 9 Uhr Schottentor; 7 Uhr abends Heimabend. Montag: S Uhr Hebräisch für Anfänger (Leiter Dr. Taub). Dienstag:. 8 Uhr Seminar; rs spricht Herr David Nebenzahl über „Jüdische Politik". Mittwoch: 7 Uhr Führersichah (Leiter Gh. F. Kolb); 8 Uhr Sichah der Mädchcnkwuzah; halb 9 Uhr Vortrag in der Partei. ©se Palästina-Touristik Die Stadtgemeinde Tel-Awlw hat wie jede andere moderue Stadt eingesehen, daß der Fremdenverkehr für die Entwicklung dieser Stadt nov/ic dos ganzen Landc3 von großer Bedeutung seiu kann. Die Stadtverwaltung hat daher ihrersoits alles dazu beigetragen, um den Fremdenverkehr nach Palästina nicht nur durch Propaganda zu fördern, sondern auch tatsächlich alle-; das den Fremden zu bieten, was eine moderne junge Stadt, die eine glänzende Lage, am Meoresstrande hat, einem verwöhnten Touristen bieten soll. Besonders jetzt, in dieser Jahreszeit, da in Europa nicht für jeden da3 Wetter zuträglich ist, bietet Palästina und die Stadt To.l- Awiw etwas Besonderes: Mai- und Junitage im Februar. Die Stadtgemeinde Tel-Awiw hat es, anderen Großstädten gleich, verstanden, alle Mittel in die Wege zu leiten, um die Schönheiten Tel-Awiws und Palästinas unter den breiten Massen bekannt und populär zu machen, und hat daher in den meisten Großstädten Europas Beauftragte ernannt, die Palästina-Kunde und sonstige Touristik-Fachkenntnisse bositv-en, um den Interessenten mit den gehörigen Informationen dienlich zu sein. Als offizielle. Propagandastellc der Gemeinde Tel-Awiw für Wien ist das Wiener Büro des Weltreisebüros Compass Tours bestellt. Jeder einzelne; sowie auch Gruppen können im Büro der Compass Tours die gewünschten Informationen über Tel-Awiw und Palästina kostenlos erhalten. Am 21. Februar 1934 veranstaltet. Compass Tours eine Reise zum Purim-Karneval nach Palästina mit der „ConUs di Savoia" (48.000 t). Es ist diesem Büro dank seinem innigsten Kontakt mit dem Lande, gelungen, solche Bedingungen für diese Rei.se zu schaffen, die den Teilnehmern um billiges Geld das Beste bieten. lianigun. Der durch seine sensationellen Erfolge bekannte Chor „Hanigun", die 30 jüdischen Säuger, Ltg. Ch. Winawer, singt im großen Tempel Kluckygasse, XX. Bezirk, am Dienstag, den 9. Jänner, bei einem dort stattfindenden Festgottesdienst sein im jüdischen Musikleben einzig dastehendes und berühmtes Repertoire. Oberkantor S. Weiß hat seine freundlich? Mitwirkung nu« gesagt. Beginn Uhr. Hebräische. Tempulfeic-r im Kliwsky-Ttwi»?!. Sumstag, den 6. Jänner, findet im Tempel Kluckygasse um 4 Uhr nachmittags eine Feier mit hebräischer Predigt, historischem Vortrag, Erklärung des Wochenal»3chriitter> 'und Chorgesang statt. Es ist zu wünschen, daß die Hebräischsprechenden Wiens durch rege Beteiligung zum Gelingen dieser Feier beitragen Hollo».