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Die neue Welt · 1933-12-22 · Heft 328 (22.12.1933) · page 7

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Journal
Die neue Welt
Volume
7 (1933)
Issue
Heft 328 (22.12.1933)
Date
1933-12-22
Page
– (sequence 7)
Language
German
Belongs to
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Nr.,328 DIE NEUE- WELT Seite T.. Seefeld!"Ii'»! BO°/o Fahrpreisermäßigung hervorragendster Wintersportplatz und Höhenluftkurort, das Sonnenparadies für Kinder, jede Art Wintersport, schneesicher. Pension Geschwister Scheer im Hotel „Hochalm" Bekannt erstklassige Verpflegung, Wiener Küche, Streng billige Preise. Telephon 28. Mitglied des Vereines zur Fördeiun* ritueller Speiseliäuser, Hamburg. Mit der „Marienbrücke" (Reiseleitung Frau Berta Taubes) auf dem „Conte di Savoia" nach Palästina. Purlm in Tel-Awiw! Das sollte sich niemand entgehen lassen! Der modernste Ozeanriese „Conte di Savoia" (48.000 Tonnen) auf der Hinreise, der Luxus- Expreßdampfer „Ausonia" auf der Rückreise, 10 Tage Palästina-Auf enthalt, Rom, Neapel und 2% Tage Aegypten versprechen eine Fülle von Genüssen. Dies alles kostet bloß S 1380 von Wien bis Wien. Auskünfte und Prospekte Reisebüro „Marienbrücke", Palästina- Dienst, I., Rotenturmstraße 26, Tel. R-24-2-86 und R-24-2-87. » Die Teilnehmer der Palästina-Reise des Reisebüro -.Marienbrücke" sind programmgemäß mit minutiöser Pünktlichkeit in Palästina angekommen. Alle Reiseteilnehmer waren voll Lobes über die komfortablen Kabine n, die ausgezeichnete Verpflegung und aufmerksame Bedienung während der Seereise. Auch die nächste Palästina-Reise des Reisebüro „Marienbrücke", Reiseleiturig Frau Berta Taubes, wird mit dem Eildampfer des Lloyd Triestino Jever e" (14.000 Tonnen), ab Wien, 17. Jänner 1934, zurückgelegt. Es empfiehlt Bich rascheste Anmeldung. AUS PÄÜKSTINII Die Demonstrationen in Tel-Awiw Aus Jaffa: Dem Untersuchungsrichter B o d i 11 y wurden 17 junge Leute, zum größten Teil Mitglieder des revisionistischen Jugendbundes Brith Trumpeldor, vorgeführt; die sich wegen ihrer Teilnahme an den Demonstrationen in Tel-Awiw zu verantworten haben. Die Beschuldigung lautete auf Teilnahme an einem gesetzwidrigen Umzug. Alle Beschuldigten würden vorläufig gegen Kaution auf freien Fuß belassen. Die Verhandlung wurde auf den 27. Dezember vertagt. Bis dahin wurde den Beschuldigten verboten, an politischen Versammlungen teilzunehmen. Es waren auch fünf yon der Anklagebehörde geführte Zeugen vernommen worden, von denen einer, der Polizeiinspektor Schiff, aussagte, die Demonstranten hätten feindliche Rufe gegen die Regierung und gegen die Einschränkung der Einwanderung ausgestoßen. Sie hätten auch gerüfen: „Wir wollen, nicht auä^a^ai^^en»''^r'''wöüen"eWen Monat Gefängnis wie Jamal Hu3seini!"- Prozeß gegen eine arabische Terrorbande Aus Haifa: Vor dem Haifaer Gericht wurde unter dem, Vorsitz von Oberrichter Curry das Verfahren gegen die Scheiche Hassan Hamadi', Muhamed Zarura und die Dorfbewohner AI Abd Abdullah und Dib Diban eröffnet. Sie werden von der Polizei beschuldigt, einer geheimen G e s e 11 s c h a f t angehört zu haben, worauf Gefängnis bis * zu - einem Jahre steht. Ferner sind sie der Mor.dverschwörung angeklagt auf Grund des Abschnittes 14 des Amendements zum Strafgesetz vom Jahre 1927, der Gefängnis bis zu sieben Jahren vorsieht.. Im besonderen wird ihnen Verschwörung zur Er-' mordung von Juden in den Siedlungen des Norddistrikts in den Jahren 1931 und 1932 vorgeworfen. Der Bande werden folgende Verbrechen zugeschrieben: Jadschur, 5. April 1931: dreiGetötete, fünf Verwundete; Kfar' Chassidim, 5. März 1932: ein Getöteter; Bombenwürfe gegen die Nescher Zementfabrik, die Herbert-Samuel-Achusah auf dem Karmel und gegen eine deutsche Farm auf dem Karmel im Jänner 1932; Ermordung eines Landwirts in Balfouria im Jänner 1932;. Verwundung von zwei Männern in Kfar Jecheskel am 30. April 1932; Entfernung von Schienen von der Eisenbahnlinie Beisan—Jisr el Majamie, die von den Arbeitern der/; pälestine Electric Corporation benützt wurde, Anfang 1932; Dschedda, Schüsse gegen eine jüdische Farm und, schließlich die Ermordung des jüdischen Kolonisten Jacobi und seines Sohnes in Nahalal. Als Belastungszeugen werden u. a. mehrere Bauern geführt, die früher der geheimen Gesellschaft angehört haben. Am ersten Verhandlungstage wurden mehrere Polizeibeamte vernommen. Die Akademische Verbindung „Kadimah", Wien, bringt die unfaßbare Nachricht zur Kenntnis, daß ihr lieber A. H„ L B. idd. aar. Boris Katzmann vor wenigen Tagen in Rechoboth plötzlich verschieden ist. Der Verstorbene, ein unerschrockener und treuer Kämpfer für unsere Idee, ruht in Erez Israel, in der Erde unserer Väter, zu der •ihn sein Lebensweg vor Jahrzehnten zurückgeführt hat. Wir werden unseres Bundesbruders in steter Treue gedenken! F i d u c i t! F. d. Aktivitas: F. d. A. H. Verband: J.tJ.C.X. Franz Frankl Dr. Max Silberberg, X Präses. Die neue Einwanderungspolitik und die Touristenjagd können sich katastrophal auswirken Aus Jerusalem: In einer Mitteilung der Tourist Development Association of Pälestine (Gesellschaft zur Förderung des Fremdenverkehrs in Palästina) an die Jüdische Telegraphen-Agentur wird die Befürchtung ausgesprochen, daß die neuen Beschränkungen gegen Reisende in Palästina den Touristenverkehr abwürgen könnten; die Association, die sich aus Vertretern führender Touristen- und Schiffagenturen, wie Cook, American- Express, Cox & Kings und mehrerer amerikanischer Konzerne zusammensetzt, macht die Interessenten darauf aufmerksam, daß jene Touristen, die durch Vermittlung der erwähnten Gesellschaften nach Palästina kommen, nichts zu befürchten haben, da diese Gesellschaften die Verantwortung gegenüber den Behörden tragen; hingegen werden isoliert reisende Touristen mannigfachen Schwierigkeiten begegnen; insbesondere wird es ihnen schwer fallen, bei den auswärtigen englischen Konsulaten Visa für Palästina zu erhalten. Die Association befürchtet ferner, daß die von der Palästina- Regierung geforderte Hinterlegung von 60 Pfund Kaution für jeden Touristen auch den Touristenverkehr durch die der Association angeschlossenen Gesellschaften schwer beeinträchtigen könnte; hier müßten sich die englischen Konsuln zu weitgehendem Entgegenkommen entschließen. Die Jerusalemer englische Tageszeitung „Pälestine Post" schreibt im Leitartikel, die Bestimmung betreffend 60-Pfund-Kaution werde sich für den palästinensischen Touristenverkehr katastrophal auswirken; sollte diese Vorschrift nicht gemildert werden, so .sei zu befürchten, daß die Levahte-Messe in Tel-Awiw im Frühjahr 1934 ein Fiasko sein wird. Es sei vorgekommen, daß Juden, die mit Kapital in das Land gekommen sind, um hier neue Unternehmungen zu begründen, die Aufenthaltserlaubnis verweigert wurde. Da dieses Vorgehen der Behörden der Rechtsnorm widerspricht, beabsichtigen die Geschädigten, gegen die Regierung klagbar aufzutreten. Auch die Araber gegen den Legislative Council (Parlament) Aus Jerusalem: Wie die J.T.A. aus zuverlässiger Quelle erfährt, sind auch die führenden arabischen Kreise Palästinas gegen die Schaffung des Legislative Council, wenn auch aus anderen Motiven als die Juden. Die Araber sind der Ansicht, daß es besser sei, durch die britische Administration als durch eine verkrüppelte L a-n d e sr e p r ä s'e n tanz regiert zu werden; die Teilnahme der Araber an einem Legislative Council könnte in der Welt den Eindruck erwecken, als würden die Araber insgeheim das britische Mandat billigen. Dabei . körinte' es der Regierurig gelingen, aus verantwortung sl Ösen Elementen einen Council zu bilden, der ganz in den Wegen der englischen Regierurigspolitik wandern würde. Die arabischen Führer glauben, daß England entschlossen sei, bis 1935 die Schaffung des' Legislative Council durchzusetzen. / Die Boykottlosung arabischer Frauen Aus Haifa: Wie die arabischen Zeitungen melden, wurde auf einer arabischen Frauen Versammlung in Haifa beschlossen, ausländische und jüdische Waren zu boykottieren und eine entsprechende . Propaganda in der Gesellschaft und auf den Marktplätzen durchzuführen. Der Beschluß würde durch Flugblätter bekanntgemacht. In den arabischen Häusern wurden Sammelbüchsen aufgestellt und die Hausfrauen aufgefordert, monatlich mindestens 5 Schilling vom Haushaltungsgeld zu ersparen und in die Büchsen zu werfen. Von dem Erträgnis der Sammlung soll eine Leinenfabrik zur Beschäftigung arabischer Mädchen errichtet werden. Zu demselben Zweck wird die Veranstaltung einer Lotterie geplant. Das transjordanische Parlament lehnt ein Verbot des Landverkaufes an Juden ab Aus Amman: Die Gesetzgebende Versammlung hat einen Antrag, in dem gefordert worden war, daß der Verkauf von transjordanischem Grund und Boden an Ausländer (Juden) verboten werden soll, abgelehnt. Der Antrag der radikalen Istaklalpartei, einen. Tag ,für . die Diskussion des Vorschlags zu bestimmen, wurde ebenfalls mit großer Mehrheit niedergestimmt. Die arabische Jugendorganisation hatte an Emir Abdullah ein Schreiben gerichtet, in dem behauptet wurde, aus Transjordanien würden große Mengen von Waffen an Juden in Palästina verkauft. Der Emir wurde aufgefordert, diese Waffenverkäufe zu verhindern. Emir Abdullah erläßt nun ein kategorisches Dementi der Gerüchte über Waffenschmuggel aus Transjordanien ■ nach Palästina zum Zweck des Verkaufes der Waffen . an Juden. Die Lizenzerteilung für Aerzte in Palästina soll be- „ schränkt werden Aus Jerusalem: Der stellvertretende Direktor für Gesundheitswesen, Harkness, teilte der J. T. A. mit, die Regierung erwäge eine Einschränkung in der Lizenz- | erteilung für Aerzte. Von den 1043 Aerzten in Palästina ■ ' sind 882 Juden. Die im Jahre 1933 erteilten Lizenzen für ärztliche Praxis betrafen in der Hauptsache' deutschjüdische Einwanderer. Am 30. November d. J. gab es in Palästina 1566 Aerzte, Zahnärzte und Pharmazeuten;. J das bedeutet eine Zunahme von 500 seit Ende 1932. Diese j 500 sind alle Juden. IflNOPROGRAMME gk 1% DIESER WOCHE KREUZ-KINO 1 "W«.,.» Vom 22. bis 29. Dezember 1933: „Das Hau» des Unheils'* mit Miriam Hopkins u. Jack Larue Sonn- und wochentags: 4, 5.45, 7.30, 9.15 Uhr_ SCHWEDEN - KINO «ÄJ Vom 22. bis 29 Dezember 1933: »Heine Küsse lügen« mit Llllan Harvey Beginn wochentags: '/45, 7, 7410 Uhr, Sonntags ab 3 Uhr Neue Fahrpreise des Lloyd Triestino für Emigranten. Wie wir erfahren, traten für Emigranten aus Oesterreich die nachfolgend angegebenen Preise in Kraft, die nebe* der Ueberfahrt von Triest nach Jaffa oder Haifa auch den Transport und Einschiffung des Gepäcks und die Einschiffungstaxe in Triest einschließen: III. Klasse für Kategorie A, G, H..... S 254.25 in. „ „ „ B, C, D..... S 166.15 in.B. „ „ „ B, C, D..... S 144.15 Deck „ „ B, C, D..... S 120.45 Die Preise gelten für die direkte Eillinie Triest— Palästina. Auskünfte erteilt: Lloyd Triestino, Wien, I., Kärntnerring 6, und Palästina-Amt, I., Kärntnerstraße 28. Jüdische Bodenkäufe Aus Jaffa: Neue Bodenkäufe durch Juden werden von der arabischen Tageszeitung „Falastin" gemeldet. In einem Bericht heißt es, eine jüdische Gruppe habe in Sir, Distrikt Beer Sheba, 1000 Dunam zu einem Pfund per Dunam gekauft. Einem zweiten Bericht zufolge haben jüdische Kapitalisten aus Amerika 1200 Dunam südlich von Jaffa zwischen Beth Gan und dem Rubin Nach von einer bekannten mohammedanischen Familie aus Jaffa durch Vermittlung arabischer Grundstücksagenten erworben. Das Gebiet soll für Wein- und Orangenbau, sowie für die Anlage von . Da 11 elp a1 m e npflanzungen geeignet sein. Aus jüdischer Quelle liegt eine Bestätigung der beiden Nachrichten nicht vor. Der deutsche Konsul als „Jude" von Arabern attakiert Aus Jerusalem: Der deutsche Generalkonsul in Palästina, Herr W o 1 f f, wurde in Kerak, Transjordanien, von Arabern, die ihn für einen Juden hielten, angegriffen und schwer verprügelt. Nur mit Mühe konnte' er den Händen seiner Verfolger entrissen und in Sicherheit gebrächt werden. Die Regierung des Emirs Abdullah hat sich beim Generalkonsul rWolff wegen dieses Vorfalls in aller Form entschuldigt. Zum erstenmal ein Jude aus Deutschland aus Palästina ausgewiesen Aus Jerusäiem: Bei der letzten Razzia , auf. illegal nach Palästina eingewanderte Juden wurden vier" Personen, die aus Wien als Touristen nach Palästina gekommen waren, und der Leipziger Max Vogel verhaftet und sollen wegen Ueberschreitung der ihnen gewährten Aufenthaltsfrist deportiert werden. Bis dahin verbleiben sie im Gefängnis. Vogel, der 18 Monate in Palästina weilte, ist der erste Jude aus Deutschland, der von Ausweisung betröffen wird. Von den übrigen Verhafteten sind Aifred Duckler und seine Gattin vor 8 Monaten, Jakob Winter.und. Rudolf Fringer vor 5 Monaten nach Palästina gekommen. Alle Verhafteten hatten in Palästina Arbeit gefunden. Das Denkmal für Joseph Trumpeldor vollendet Aus Jerusalem: Nach siebenjähriger Arbeit hat nun der jüdische Bildhauer Melnikoff das vom verstorbenen Lo r d M e 1 c h e 11 ihm in Auftrag gegebene monumentale Denkmal für Joseph Trumpeldor, der bei der Verteidigung von Tel Haj in Galiläa gegen arabische. Angriff e im Jahre 1920 an der Spitze der jüdischen Selbstwehr gefallen ist, vollendet. Das Denkmal stellt einen riesigen brüllenden Löwen dar, der auf einem. Postament steht, das auf vierundzwanzig riesigen Steinblöcken ruht. . Der Künstler hat das Denkmal aus einem in der Nähe gefundenen ungeheuren Marmorblock gehauen. Meuterei an Bord der „Polonia". Nach Bukarester Meldungen meuterte die Mannschaft des polnischen Dampfers „Polonia", der letzthin von Konstanza nach Palästina fahren sollte, im Hafen von Konstanza, da der Kapitän sich weigerte, einen schwer erkrankten Heizer ins Spital transportieren zu lassen. Die 40 Mannschaftspersonen verließen daraufhin das Schiff und wurden von den rumänischen Behörden verhaftet.' Da sie sich weigerten, an Bord zurückzukehren, wurden sie von den Behörden in geschlossenen Waggons nach Polen repatriiert. Umschulungskurs. Es wird ein Umschuluügskurs für Legen von Wandfliesen und Bodenplatten veranstaltet. Die Kursteilnehmer werden sowohl theoretisch als auch praktisch im erwähnten Fache ausgebildet. Bekanntlich ist dies ein Beruf, der bisher von jüdischen Arbeitern wenig ausgeübt wurde und sowohl in Europa als auch in Palästina auf Grund der neuen Bautechnik; sehr gesucht ist. Es ergibt sich daher durch diesen Umschulungskurs für Palästina-Interessenten die Möglichkeit, Arbeit in Palästina zu finden. Auskünfte über Kurshonorar und alles Nähere in den Sprechstunden der Wirtschaftsstelle des Palästina-Amtes, Wien, I., KäiaV neratraße 28 (Dienstag Und Donnerstag von halb 7 bl* halb 8 Uhr abends),

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