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Die neue Welt · 1933-12-22 · Heft 328 (22.12.1933) · page 5

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Journal
Die neue Welt
Volume
7 (1933)
Issue
Heft 328 (22.12.1933)
Date
1933-12-22
Page
– (sequence 5)
Language
German
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Nr. 328 DIE NEUE WELT Seite 8 Empfehlenswerte Firmen RESTAURANTS, CAFES etc. Restaurant Billet, vorzügliche streng orthodoxe Küche, II.» Hammer-PurgstaU-Gasse, bei Salztor brücke. Cafe-Restaurant Edison (Inn. Fleischmann). VIII., Alserstraße 9, Tel. B-43-0-47, B-43-0-86. Cafe-Restaurant Espresso, I., Rotenturrastraße 1. Internationale kalte und warme Küche. Menüs zu billigen Preisen. Caf6 Schottentor, I., Ring des 12. November 10, Tel. U-26-5-90, vis-a-vis der Universität. Restaurant Max Lazar, vorzügliche, streng orthodoxe Küche und Selchwaren, EL, Untere Augartenstraße Nr. 19, Tel. A-41-8-12. Caf6 - Konditorei Neumann, II., Gredlerstraße 2 (Tel. A-42-3-81), in., Löwengasse 47 (Tel. U-10-5-78). Restaurant Neuyrösclil, renommierte jüdische Küche, IL, Lilienbrunngasse 12. Tel. A-4.S-5-86. Vegetarische und Diätküche R. Schall, IL, Prater- •traße 15. (Polnische Spezialitäten.) „Vegetaria", Restaurant, Diätküche, Milchspeisen, H., Obere Donaustraße 89 a; IX., Währingerstraße 21. LEBENSMITTEL, FLEISCH etc. L. Brodbad, Bäckerei, IL, Schiffamtsgasse 17. N. Brodetzky, Spezereiwaren, IL, Leopoldsgasse 43, Tel. A-46-1-90. ifesjtern S., Palästina-Produkte, II., Förstergasse 6, Tel. A-46-4-12. J. Hirschler, Fleischhauer geschäft, IL, Wolfgang« Schmälzl-Gasse 4, Tel. R-41-7-69. I. W. Kurz, Gemischtwaren, IL, Volkert-Platz 5, Tel. R-44-102. M. Lcder, Butter- und Eierhandel, IL, Tandelmarktgasse 11, Tel. A-48-0-43. Signa. Plaschkes Fleischhauerei, IL, Hollandstraße 6. 0. Schlesinger, Spezerei und Delikatessen, IL, Holtandstraße 11, Tel. A-48-3-58. D. Steigmann, Butter- und Eierhandel, IL, Zirkusgasse 41, Tel. R-44-0-73. S. Turtil, Gemischtwaren, IL, Engerthstraße 194, Tel. 48-6-64. BEKLEIDUNG, WÄSCHE B. David, Weißwaren, IL, Negerlegasse 5. Fein & Landsmann, Lederbekleidung, XX., Gauß- Platz 6, Tel. A-42-0-10. M. Fisch, Schneider, IL, Praterstraße 53, Telephon R-44-5-25. Glanzinann, Epstein & Co., Herren- und Damen- Konfektion, IL, Obere Donaustraße 35, Tel. A-49-0-86. 1. Greismann, Strumpfhandel, IL, Schüttelstraße 29, Tel. R-43-9-72. J. Karniol, Textilwaren und Wäsche, L, Gonzagagasse 7, Tel. U-22-9-51. J. Weintraub, Textil und Wäsche, II., Krummbaumgasse 2, Tel. A-44-0-4Ö. Warenhaus Weinstock, Mode- und Parfümeriewaren, II., Untere Augartenstraße 13. SCHUHE S. Abrahamovicz, Schuhhaus, II., Taborstraße 33, Tel. A-48-1-62. Birnbaum Leo, Schuhreparaturwerkstätte, IL, Franzensbrückenstraße 9; XX., Karl-Meißl-Straße 3; XX., Pappenheimgasse 66. E. Blaser, Schuhhandlung, IL, Taborstraße 56. PELZE Pelze jeder Art, M. Bermann, Wien, L, Hoher Markt 9. Tel U-24-1-68. Pelzhaus H. Breitfeld, I., Franz-Josefs-Kai 21. Tel. R.-25-406. DIVERSE Buchbinder Eugen, Ingenieur, Baumeister, II., Taboritraße 11 b. Tel. A-46-5-38. L. Drimmer, Elektro-Installateur, H., Obere Donaustraße 1, Tel. A-41-8-82. G. Eisner, Textilwaren, L, Zelinkagasse 11, Telephon U-29-3-70. Falikmann Heinrich, Juwelenfasser, II., Taborstraße 1-3/66. Tel. A-48-4-45. Internationale Spedition (Palästina - Transporte) P. Ringelblum. IL, Große Mohrengasse 3a. Tel. R-41-9-75. Jüd. Buchhandlung, Erzeugung aller Gebetartikel, M. S a 1 z m a n n, IL, Große Schiffgasse 4. Tel. A-49-9-74. Kalb Josef, Juwelengeschäft u. Präzisionsuhrmacher, II.. Taborstraße 56. Knoll & Co., Motoren und, Apparate, Dt., Taborstraße 8 b, Tel. R-45-5-90. A. Kurz & Co., Optische Anstalt, DL., Gradlerstraße 4, Tel. A-43-2-86. O. Lustig, Seifen, Putzmittel, Parfümerien, Kerzen, IL, Hollandstraße 12, Tel. A-45-6-89. B. Posaner, Schreibmaschinen, IL, Obere Donaustraße 105, Tel. A-41-3-77. A. S. Rabiner, Spenglermeister, IL, Untere Augarten- Straße 31, Tel. A-45-0-29. Brüder Schwarz, Bettwarenerzeugung, I., Marc- 'Aurel-Straße 2. Tel. U-24-1-91. Schwedenapotheke (Besitzer: J. Bauer), L, Schwedenplatz. Straßberg Eugenie, Holz, Kohle, Koks, II., Praterstraße 50. Tel. R-49-2-17. A. Strich, Stahlwaren, I., Eßlingg. 7, Tel. U-20-9-58. Brüder Weinreb, Beheizung, Beleuchtung, Haus- «md Küchengeräte, IL, Taborstraße 62, Tel. R-49-8-16. S. Wildmann, Sprechmaschinentetle, II., Vorgartenstraße 207, Tel. R-44-6-15. S. Zuckermann, Haus- und Küchengeräte, IL, Im Werd 1, Tel. A-49-205. Anfragen und Wünsche, welche diese Rubrik betreffen, sind an die Verwaltung des Blattes, IL, Untere Augartenstraße 38, Tel. A-45-6-34 HO bis 2 Uhr), zu richten. m^mmmmmmmmmmmmmm Jüdische Ärzte lesen ihr Standesblatt: „MlttBilBDflen der Vereleippg indiscIigrAeiite'' Erhältlich: Wien, I., Kohlmarkt 6 mmm^^ FÜR DIE JUGEND Der Bf ilh Hakannaim und seine Aufgaben Von Meir Großmann (London-Tel-Awiw) 1. Der neue Typus. Wir haben sicherlich in der Erziehung unserer Jugend einen guten Schritt vorwärts getan. Alle Gruppierungen im Judentum, besonders die zionistische, widmen in letzter Zeit der geistigen und physischen Ausbildung des neuen Geschlechtes mehr und mehr Aufmerksamkeit. Die Stärke der Parteien wird jetzt oft nach der Stärke ihrer Jugendorganisationen gemessen. Daß man jetzt soviel für die Jugend sorgt, ist gewiß sehr gut. Oft aber erscheint die erzieherische Arbeit der verschiedenen zionistischen Gruppierungen zu utilaristisch, zu einseitig, zu engparteiisch. Man operiert mit der Jugend wie mit einem mechanischen Waffengerät. Es fehlt die Basis tiefer, wirklich nationaler Erziehung. Nationale Front und nationale Solidarität verwandeln sich in Parteifront und Parteisolidarität. Oft erscheinen die Mitglieder der Jugendorganisationen wie Produkte einer großen Maschine, die sehr rasch tausende Exemplare fabriziert, flache, einseitige, kurzsichtige Produkte. Gewiß ist D i s z i p 1 i n wichtig und nötig. Aber das Individuum muß jetzt so erzogen werden, daß es sich frei bewegen kann. Besonders aber ist die D i s z i p 1 i n alten Schlages untauglich für die Jugend einer Nation, deren Leben voll von Widersprüchen ist. Nicht grundlos erhalten Begriffe fremder Völker ein anderes Antlitz, wenn sie mit jüdischer Wirklichkeit zusammentreffen. Zum Beispiel: Kassenkampf, Faschismus, militärische Ideen. Die einfache, automatische Uebertragung fremder Formen in jüdisches Leben muß sie in eine Karikatur oder in eine Krankheit verwandeln. Die Jugendbewegungen im Zionismus haben viel Positives und Wertvolles geschaffen. Sie tragen auch viele Mängel. Das Beste von ihnen nehmen, das Schlechte wegwerfen und einen neuen Typus des jungen Zionisten schaffen, ist Aufgabe des „Brith Hakannaim". 2. Pioniergeist. Jeder von uns hat seine eigene Vorstellung davon, wie eine ideale Jugend aussehen soll. In meinen Träumen habe ich stets ein Bild junger Jugend gewebt, bei denen die äußere Form mit dem inneren Gehalt harmonisch verbunden war. Da steht er vor mir, der junge Jude meiner Träume: rein, ruhig, höflich; ein gerader Rücken; ein Kopf, der natürlich und frei auf den Schultern sitzt; klare Augen, Restaurant Tonello II, An der MarlenbrOoke Renoviert — reformiert — Preise reduziert! Normalkost-Menü1.5Qund2.— / Im Abonnement 1.35 und 1.80 Aue Arten vegetarische und Rohkost Diätkost Neu eröffnen in denen sich die jüdische Tiefe widerspiegelt; Verständnis für Disziplin, d. h. Zusammengehen und Gefolgschaft, aber ohne den unnötigen blinden Gehorsam — eine Disziplin, die den Gedanken nicht einschläfern und töten soll; Respekt vor den Aelteren und Anführenden, ab?v ohne Demut, weil sie bloß die Rückseite der Münze ist. die sich Keckheit nennt. Eine Begeisterung und Aufopferung für das eigene Ideal, aber ohne Ausbrüche von Haß und Feindschaft den Andersdenkenden gegenüber; eine Gelassenheit, die der inneren Sicherheit und dem tiefen Glauben entspringt; eine Ausbildung, welche das leicht entzündbare jüdische Temperament zu bezähmen ermöglicht; eine physische Vorbereitung für Schutz, die zum künftigen Mitglied für die jüdische Volksmiliz erzieht; keine Angst vor dem Gewehr, aber Abscheu vor Blutvergießen; eine tiefe Opferwilligkeit, ohne irgend einen Beigeschmack von Selbstzufriedenheit; ein Pioniergeist, nicht nur in nationalen, sondern auch in persönlichen Interessen. 3. Was ist ehaluzisoh? „National, chaluzisch, patriotisch muß das Mitglied des Brith Hakannaim erzogen werden" — heißt es in den Statuten. Volk, Land und Sprache, verflochten in einem Glauben, sind die weiteren Prinzipien dieser neuen Jugendorganisation. Die Worte sind nicht neu. Sie werden von vielen gebraucht, aber Worte sind bloß Kleider, die man einem Körper anlegt. Wichtig ist, wer sie trägt und wie man sie trägt. National sein ■— heißt nicht: sich bloß als Mitglied eines Volkes und Träger seiner Ideale zu betrachten, die Häuptsache hierin ist — anerkennen den Primat des nationalen Willens. National sein — heißt sich zur mm 21. unil SB. Dexemfettr KRAKAU tour-retour LIMBIRG tour-retour S45 S75 6Ö»/o Ermäßigung auf den polnischen Elsenbahnen. Auskünfte: E. Ferstet (Dr. Tocker), I, Klrntnerrlns 12» Tel. U 40-301 Stufe erheben, bei welcher der Mensch imstande ist, sein« persönlichen und parteiischen Interessen zu unterdrücken. Alles, was die Einheit bricht — sei es der Klassenkampf, sei es der parteiische Separatismus —, ist gegen die nationalen Interessen gerichtet. Das jüdische Problem besteht heute in der ungeheuren Anstrengung, die jüdischen Kräfte zu sammeln und zu vereinigen. Alles, was zerbröckelt und zerteilt, ist schädlich. Chaluzisch will die barkaische Bewegung sein. Sie will den jungen Juden für seine neue Aufgabe in Erez Israel vorbereiten. Es handelt sich nicht darum, Auserwählte und Privilegierte zu schaffen, sondern jeden einzelnen zu der Stufe eines Pioniers zu erheben. Chaluzisch sein — bedeutet vor allem den Zionismuszueinem. persönlichen Problem zu machen. Zionismus für sich als Weg der eigenen Zukunft! Chaluzisch sein — heißt nicht bloß Orangen pflanzen oder Boden in Erez Israel bearbeiten. Eine chaluzische Pflicht kann jeder erfüllen. In der palästinensischen Polizei dienen oder eine kleine Fabrik schaffen, oder Erzeugnisse des Landes verkaufen, ist gerade so wichtig, wie in einer Kwuzah leben. Wer aktiv ist — ist ein Chaluz. Chaluzismus ist Aktivismus, Der Chaluz des Brith Hakannaim muß sein eigenes Schicksal mit dem Lose Erez Israels verbinden. Ein Chaluz ist nicht bloß ein Proletarier. Auch ein Kleinhändler kann chaluzische Aufgaben erfüllen. Der Brith Hakannaim ist *1 e g i o n i s t i s c h, d. h. die Hachscharah, die er seinen Mitgliedern geben will, wird sich nicht auf geistige und professionelle Ausbildung beschränken. Der junge Mann, der nach Palästina geht, muß wissen, daß Schutz der Eckstein des jüdischen Bauwerkes im Lande ist. Die Losung des Kannaismus ist: „Sei vorbereitet! Höre! Sei still und ruhig und zugleich bereit!" Sei auch bereit mit anderen zu gehen, wenn der Augenblick für den Schutz deines Landes es erfordert. 4. Gegen den Haß. Eine Jugendbewegung muß sich davor hüten, Haß zu predigen. Nicht einmal gegen den äußeren Feind. Geschweige denn gegen den inneren. Auf Haß und Feinschaft ist noch kein einziges Volkstum aufgebaut worden. Auch Erez Israel nicht. Haß ist vor allem Ausdruck eines Minderwertigkeitsgefühls, ein Beweis innerer Schwäch« und innerer Enttäuschung. , Der Barkai ist kein Hasser. Er hat Respekt vor Andersdenkenden, besonders aber vor denen, die Palästina bauen. Das Verdienst am Aufbau Eres Israels tilgt viele Sünden. Und warum soll er hassen? Der Barkai ist sicher, ruhig und überzeugt vom Siege seiner Ideen. 5. Der Primat des Aufbaus. Der Brith Hakannaim anerkennt bloß ein Prinzip — den Primat des Auf baus .des Landes. Der Bau des Judenstaates steht höher als die Interessen Einzelner und Klassen. Der Barkai leugnet nicht die Existenz von Klassen und ökonomischen Gegensätzen. Aber darin besteht das kannaitische Prinzip des „nationalen Primats", daß es die natürlichen Konflikte und ökonomischen Wider« Sprüche nicht verschärfen will. Gerechtigkeit dem, der arbeitet, und dem, der Arbeit gibt. Er gestattet jedem Juden, der nach Erez Israel kommt, für sich das Privileg eines Pioniers in Anspruch zu nehmen. Er gönnt dem Reicheren seine Verdienste, solange jener baut. Der Barkai ist kein Anhänger des Klassenkampfes, der in Palästina aufflackert. Er will kein Kanonenfutter des Hetzers sein und anerkennt nicht Terror und Streiks als Mittel einet ökonomischen Kampfes. 6. Kein Klassenkampf. Als ich die jungen Freunde in Palästina begrüßte, habe ich ihnen zugerufen, sie mögen gerecht sein. Sogar dem Gegner gegenüber, den wir jetzt bekämpfen. Besonders jenem Teile gegenüber, welcher vieles von dem gebaut hat, was man jetzt im Lande sieht. Beide, der Arbeiter und der Kolonist, sind vor Jahren hingekommen und haben in den schwersten Zeiten die ersten Steine für das Fundament gelegt. Und beide sündigen jetzt. Doch seinerzeit haben sie gefiebert, gehungert, Einsamkeit und Ueberfälle ertragen. Heute sehen wir überall Zeichen ihrer Arbeit. Das darf nicht vergessen werden. Es stimmt, sie sind jetzt vom richtigen Weg Gedenket derWinternotstandsdktion der Kultusgemeinde! Geld-und Naturalspenden erbeten an die Fürsorge-Zentrale der Israelitischen Kultusgemeind« Wien, I, Seitenstettengasse 2, Telephon ü-25-5-85 Serie. — Postsparkassenkonto Nr. B 29.639

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