Die neue Welt
- Journal
- Die neue Welt
- Volume
- 7 (1933)
- Issue
- Heft 327 (15.12.1933)
- Date
- 1933-12-15
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
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DIE NEUE WELT Seit« 8 NÄCHSTE PALÄSTINAREISEN 16. J&nner 21. Februar Auskünfte: Re'Se- Und VerkehrS-GeS. (OrencH-Lokal) Wien I, Rotenturmstraße Nr. 20 (Fleischmarkt Nr. 1), Telephon R-24-5-25 Judenstaatspartei Österreichs Die letzte Generalversammlung wählte einstimmig Oberbaurat Ing. Robert Stricker 2um Präsidenten. In der konstituierenden Sitzung des von der Generalversammlung eingesetzten Parteirates»wurden folgende Funktionäre und Referenten bestellt: Vizepräsidenten: Herr Leopold Sitzmann und Herr Fritz Richter; Schriftführer: Herr Peisach Wühl und Herr Dr. Ernst Max; Kassier: Herr Theodor Grubner; Referenten: a) der pol. Kommission: Herr Hans Kandl und Dr. Salomon Wolf; b) Organ.-Kom.: Herr Dr. Salomon Wolf, Emil Hutterer, Hans Kolb und Dr. Adolf Leser; c) Finanz- Reisebüro jiMMdn" Wien I, RotentaimstraBe 26, Tel m-nwi KRAKAU hin u. zurüok LEMBERG hin u. zurttok POLEN 185, 23. Dezember 21 Uhr abends Abfahrt Passe u. Visa gratis! 3. od. 9. J inner 1934 RüCKkunft Plätze numeriert 1 komitee: Oberbaurat Ing. F. Ackermann und Herr Dir. A. Reich; d) Jugendkomitee: Herr Dr. I. Z. Kanner, Herr Dr. A. Leser und Herr J. Fränkel; e) Alija und Hachascharah: Herr Theodor Grubner und Herr M. Kerzner; f) K. K. L.-Kom.: Herr Dr. Max Bard, Herr M. Kerzner und Herr M. Teich; g) K. H.-Kom.: Herr K. Glasberg und Herr W. Wallach. Juden§taat§parfei Oer Vortrag am nächsten Mittwoch entfällt. Alle Mitglieder des neugewählten Ausschusses (Parteirates) werden ersucht, sich Mittwoch am 20. Dezember um halb 9 Uhr im Helme, IL, Untere Augarten« straße, bestimmt einzufinden. Zionistisches Jagendsentinar Veranstaltet von der Judenstaatsjugend Dienstag, den 19. d. entfällt das Seminar. Dienstag» den 26. d. findet der nächste Vortragsabend statt. Nähere« in der nächsten Nummer der „Neuen Welt". Nr. 327 Empfehlenswerte Firmen BESTAURANTS, CAFES ete. Restaurant Billet, vorzügliche streng orthodoxe Küche, n., Hammer-Purgstall-Gasse, bei Salztorbrücke. 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J. Weintraub, Text« und Wäsche, II., Krummbaumgasse 2, Tel. A-44-0-45. , Warenhaus Weinstock, Mode- und Parfümeriewareii, II., Untere Augartenstraße 13. SCHUHE S. Abrahamovicz, Schuhhaus, II., Taborstraße 33, Tel. A-48-1-62. Birnbaum Leo, Schuhreparaturwerkstätte, II., Franzensbrückenstraße ' 9; XX., Karl-Meißl-Straße 3; XX., Pappenheimgasse 66. E. Blaser, Schuhhandlung, II., Taborstraße 56. : PELZE ■ Pelze jeder Art, M. Bermann, Wien, I., Hoher Markt 9. Tel.. U-24-1-68. Pelzhaus H. Breiti'eld, I., Franz-Josefs-Kai 21. Tel. R.-25-406. DIVERSE Buchbinder Eugen, Ingenieur. Baumeister, II., Taborstraße IIb. Tel. A-46-5-38. L. Drimmer, Elektro-Installateur, II., Obere Donaustraße 1, Tel. A-41-8-82. G. Eisner, Textilwaren, I., Zelinkagasse 11, Telephon U-29-3-70. Falikmann Heinrich, Juwelenfasser, II., Taborstraße 1-3/66. Tel.. A-48-4-45. Internationale Spedition (Palästina - Transporte) P. Riagelblum. IL, Große Mohrengasse 3a. Tel. R-41-9-75. Jüd. Bucanandlung, Erzeugung aller Gebetartikel, M- Salz mann.. IL, Große Schiffgasse 4. Tel. A-49-9-74. Kalb Josef, Juwelengeschäft u. Präzisionsuhrmacher, IL, Taborstraße 56. Knoll & Co., Motoren und Apparate, II., Taborstraße 8 b, Tel. R-45-5-90. A. Kurz & Co., Optische Anstalt, n., Gradlerstraße 4, Tel. A-43-2-86. ü. Lüstig, Seifen, Putzmittel, Parfümerien, Kerzen, II., Hollandstraße 12, Tel. A-45-6-89. B. Posaner, Schreibmaschinen, IL, Obere Donaustraße 105, Tel. A-41-3-77. A. S. Rabiner, Spcnglermeister, II., Untere Aügarten- Straße 31, Tel. A-45^0-29. Brüder Schwarz, Bettwarenerzeugung, I., Marc- Aurel-Straße 2. Tel. U-24-1-91. Schwedenapotheke (Besitzer: J. Bauer), I., Schwedenplatz. Straßberg Eugenie* Holz, Kohle, Koks, IL, Praterstraße 50. Tel. R-49-2-17. A. Strich, Stahlwaren, L, Eßlingg. 7, Tel. U-20-9-58. Brüder Weinreb, Beheizung, Beleuchtung, Haus¬ und Küchengeräte, IL, Taborstraße 62, Tel. R-49-8-16. S. Wildmann, Sprechmaschinenteile, n., Vorgartenstraße 207. Tel. 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Noch ein Weilchen — und es werden bald Tausende eurer Freunde zu euch kommen und werden zusammen mit euch wachsen und sich erziehen zu nationaler Disziplin und begeisterten Taten, zu Pioniertum und Schutz, zu einem geläuterten Hebräertum, das aus seinen eigenen Quellen schöpft, und zu einem patriotischen Kampf für die Werke der nationalen Renaissance und für unsere großen nationalen Ideale. Und dies ist mein erster Ruf an euch und an alle eure Freunde, die nach euch kommen werden: F e u e r! Das Element des Kannai ist Feuer. Ich sage euch: In euch liegt Feuer, ein heiliges Feuer! Tragen sollt ihr euer Feuer zu jedem Orte, wohin ihr kommen werdet, und mit ihm die Herzen euerer Brüder anzünden. Vor allem aber möget ihr jenen, welche sich in Zions Lager befinden, ail jenen, welche ihre Kraft und ihr Leben für den Aufbau unseres Landes und das Erwachen unseres Volkes opfern, ein warmes Herz von Frieden und Offenheit bringen, auch dann, wenn ihr Weg ein anderer ist als euer Weg. Nicht ein verzehrendes, sondern ein leuchtendes Feuer soll das Feuer sein, das ihr ihnen bringen werdet. Einen geistigen Kampf sollt ihr mit ihnen führen, einen friedlichen und ehrlichen Kampf, und mit der Kraft eurer Wahrheit, mit der Glut eures Eifers und hauptsächlich durch euer gutes Beispiel sollt ihr auf sie wirken. Aber die, welche ihr Volk verleugnen und die Hoffnungen ihres Volkes, den Bestand und die Freiheit untergraben, sie sollt ihr nicht schonen, sondern ihre Schande vor der ganzen Welt entblößen. Unsere Blutfeinde sind sie und es gibt keinen Frieden mit den Bundesfrevlern. Ihr, die ihr als Muster dienen müsset, dürfet nicht für einen Augenblick vergessen, daß ihr Söhne eines groß en Volkes seid, eines Volkes von geistigem und moralischem Adel, und daß es eure größte Pflicht ist, in euch die menschliche Ehre zu bewahren, die gleichzeitig auch die Ehre Israels ist. Und ihr sollt nicht, auf jene hören, die euch sagen werden: „Wozu die adeligen Tugenden in einer solchen Zeit, in einer Zeit des Kampfes für den Bestand des Volkes und seiner Freiheit? Euer Mut wird dadurch nur geschwächt und ihr werdet nicht taugen für den Kampf!" Nein, gerade dieser Adel wird eure Kraft stärken, indem er euch moralische Energie gibt und euch vor unberechtigten Handlungen bewahrt; indem er euch lehrt, sich selbst zu beherrschen und Herren eurer Lebensflamme zu sein, mit welcher ihr Wunder schaffen werdet. Im Schein des erneuerten Zions werdet ihr vorwärtsschreiten, dem Sieg entgegen! Nationalismus/ Demokratie/ Konsequenz Von Dr. H. Rosenblum Oberflächliche Menschen könnten meinen, daß der revisionistische „Putsch" den ,,Brith Hakannaim" zur Welt gebracht hat/ So denken, heißt die. Augen vor den tieferen inneren Gründen verschließen, die die neue Jugendbewegung ins Leben gerufen haben. Oberflächliche Menschen glaubten auch seinerzeit, daß der D.r e y f u s - P r o 3 e ß den Zionismus geboren hat, weil er Herzl zum nationalen Judentum brachte. Sie haben JUGEND nicht gewußt, daß der zionistische Traum, der von der tragischen jüdischen Wirklichkeit gespeist wurde, in den jüdischen Herzen hunderte Jahre vor Dreyfus gelebt hat. Auch die neue Jugendbewegung, der „Brith Hakannaim", ist kein mechanisches Produkt einer Parteispaltung. Die Sehnsucht nach einer neuen geläuterten Jugend beweg ungdesJu de n s t a a t s- Zionismus hat ihren Anfang nicht von Kattowitz oder vom „Putsch". Schon seit Jahren sammelten sich im. Judenstaatslager jugendliche Kräfte, die regelmäßig gegen eine ganze Reihe ungesunder Erscheinungen im eigenen Lager revoltieren. Je nebeliger der Weg des Revisionismus geworden ist, je mehr seine grundlegenden Ideen, die zionistische Weltorganisation zu beherrschen und zu stärken, zerbröckelten, um so mehr wuchs da die innere Gegnerschaft breiter jugendlicher Massen. Der ernstere Teil der revisionistischen Jugend hat niemals vergessen, daß unser höchstes Gebot Herzls Idee von der geeinigten jüdischen Organisation ist, als Trägerin des Judenstaatszionismus. Die letzten zwei Jahre hat man gewaltsam versucht, den Revisionismus von dieser Idee abzubringen und ihn fraktionspolitischen Leidenschaften auszuliefern. Die Unzufriedenheit der jungen Revisionisten wurde jetzt zum Entschluß, sich aktiv der gefährlichen Entwicklung entgegenzustellen. Der „Brith Hakannaim" wurde geboren. * Wie jede große Idee, ist auch die Idee des „Brith Hakannaim" einfach und durchsichtig. Sie ist auf drei Prinzipien aufgebaut: 1. Nationalismus — Einheit und Sammlung nationaler Kräfte. 2. Demokratie — Kooperation und Herrschaft de« Rechtes. 3. Konsequenz — Aufrichtigkeit und Geradheit. Wenn wir nach einem jüdischen Staat in Eres Israel streben, müssen wir daraus die Konsequenzen ziehen. Ein Staat kann nur gebaut werden durch dit regelmäßige Sammlung unserer nationalen Kräfte, durch Verstärkung der jüd ischnationalen Bewegung. Für den. „Brith Hakannaim" ist das Prinzip der nationalen Einheit kein taktisches Manöver, das von heute auf morgen sich ändert. „Brith Hakannaim" hält sich nicht an der Türklinke des Zionistenkongresses. Es ist vor allem sein Kongreß und ihn verläßt er nicht. Er tritt nicht jeden Montag und Donnerstag aus, um Dienstag und Freitag wieder einzutreten. Er droht niemandem mit Spaltung, weil nationale Einheit für ihn ein heiliges Gesetz ist. Nationalismus unter allen Umständen und unter allen Bedingungen. Nur dies ist Patriotismus. Demokratie ist das zweite Prinzip des „Brith Hakannaim". Hier bandelt es sich nicht um eine bloße Formel Es handelt sich um den Grundsatz einer Weltanschauung. Wenn der Judenstaat ohne nationale Konzentration nicht möglich ist, ist eine nationale Konzentration ohne die Selbsttätigekit und aktive Mitarbeit der breiten Volksschichten nicht möglich., Nicht dadurch wird man das Volk zu nationalem Bewußtsein erwecken, wenn man es dazu erziehen wird, nicht zu denken, keine Fragen zu stellen, sich nur auf die Klugheit und Kraft des „Führers" zu verlassen. Es ist daher die Aufgabe der nationalen Bewegung, die aktivste Mitarbeit und Solidarität im Volk zu fördern und die Beschlüsse und Meinungen seiner Vertreter anzuhören. Unser Kompaß bei der Abschätzung guter und schlechter Beschlüsse kann nicht der „Führer" sein, sondern nur die Idee, denn nur die.Idee begeht keine Irrtümer und ist nicht Leidenschaften ausgesetzt. .Es gibt keinen Zionismus ohne Demokratie, gerade so wie e» keine Erziehung ohne Schule gibt. Und dann — Konsequenz. Eine Jugendbewegung darf nicht jahrelang über ein* Diktatur im fremden Lager spotten und zum Schluß einer Diktatur im eigenen Lager „Hedad" zurufen. Eine Jugendbewegung darf nicht politische Feigheit und Widers tandalosigkei t bei anderen be* kämpfen, um sich selbst später ohne irgend einen Widerstand durch einen Befehl den Mund schließen zu lassen. Eine Jugend* bewegung darf nicht im Namen »Ugt>