Die neue Welt
- Journal
- Die neue Welt
- Volume
- 7 (1933)
- Issue
- Heft 325 (1.12.1933)
- Date
- 1933-12-01
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
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Nr. 325 DIE NEUE WELT Seite 5 Große Kundgebung der Judensfaafsparfei m Wien Samstag, am 25. November, veranstaltete die „Judenstaatsparte! Oesterreichs" im Continentai-Saal eine Kundgebung zu den Vorgängen in Palästina, welche sich zu einer Demonstration großen Stils gestaltete. Lange vor Beginn war der große Saal überfüllt und mußte gesperrt werden. Als erster Redner sprach Dr. S. Wolf, welcher in meisterhafter Weise die Entwicklung der englischen Politik in Palästina darlegte. Er wies nach, daß es in erster Linie der jahrelang betriebenen zionistischen Fehlpolitik zu danken ist, wenn die Politik der Mandatarmacht immer weiter und weiter von dem durch die Balf our- Deklaration vorgezeichneten Weg abgewichen ist. Dem Programm der heute den Zionismus führenden Parteien stellte er das politische Programm der Judenstaatspartei entgegen und wies nach, daß einzig und allein dieses geeignet ist, ein gedeihliches Zusammenarbeiten mit der englischen Mandatarmacht zu ermöglichen. Für die „Judenstaatsjugend" und den „B r i t h H a k a n a i m" sprach sodann Rabb. Dr. Z. K a n n e r, der Führer der Brith Hakanaim. Mit hinreißendem Schwünge schilderte er den Weg, den die zionistische Jugend gehen muß, um aus der geschwächten, zerfahrenen zionistischen Organisation wieder die alte starke Herzl-Organisation, die Organisation der Judenstaatler, zu machen. Langer und stürmischer Beifall begleitete und beschloß seine Ausführungen. Als letzter Referent sprach der Präsident der Judenstaatspartei Robert Stricker. Nach einer Schilderung der in aller Welt herrschenden moralischen und materiellen Judennot kam er auf die Verhältnisse in Palästina zu sprechen, insbesondere auf den dort herrschenden Gegensatz zwischen der glänzenden w i r t- Billige Oe$e!I§chaft§rei§e nach Polen und Czemowit % Abfuhrt: 21. Dezember, 8 Uhr vormittags Küokkunft: 8. Jänner, Sondcr-D-Zug,2.und 3. Klasse (geheizt), Platzkarten Sammelpaß für Oesterreicher, Polen und Rumänen Auskünfte und Prospekte Reisedienst „Czernowitser Allg. Zeitung", Wien 1. Schulerstraße 1-3 (Stadtbüro „Der Tag"). Tel.R-21-6-78 Oesamtdurchführung: Polnisches Verkehrsbüro „Francopol", Rennweg 1, Tel. U-16-4-90, wo auch Anmeldungen erfolgen EIN WILDWl ST-EPOS VOLL ffFANN UNO UNO SENSATIONEN» IAN E 6U Y'S GEHEIMNIS vom REITER MEUTE PHEMlfekE: AMT KENT.TAYLOR. UNJ> LO NA AN 0 R.E HREU2Jt!lNO N&$£L^ffißn. schaftlichen und so traurigen politischen Lage. Er wies nach, daß die Beherrschung des Landes durch die Arbeiterpartei, welche eine in Europa diskreditierte Politik nach Palästina Uberträgt, notgedrungenerweise das Vertrauen englischer, jüdischer und großer arabischer Kreise in den Zionismus erschüttern, Mißtrauen und Feindschaft dort erzeugen mußte, wo Freundschaft zu haben wäre. Die von der Arbeiterpartei um den Arlosoroff- Mord entfesselte, innerjüdische Haßpropaganda allein beweist, daß diese Partei zu alleiniger Führung der großen zionistischen Sache nicht berufen ist. Der Wechsel in der Leitung der zionistischen Weltorganisation ist heute Vorbedingung für die Gesundung dieser Organisation geworden. Ein innerlicher starker Zionismus hatkeinen Feind zu fürchten. Stark kann der Zionismus aber nur werden, wenn er wieder zu den Grundsätzen Theodor Herzls zurückkehrt, wenn er die nationale Freiheitsbewegung, die Bewegung zum Judenstaat wird. Unter dem Eindruck der Referate gestaltete sich die Stimmung der Versammelten, die unter der Einwirkung der traurigen Nachrichten aus Palästina zur Kundgebung gekommen waren, immer begeisterter und hoffnungsfroher, Zum Schlüsse wurde eine Resolution angenommen, in welcher gegen das Vertragsbrüchige Vorgehen der Palästina-Regierung protestiert und freie jüdische Einwanderung nach Palästina gefordert wird, Nach der Versammlung meldeten viele Teilnehmer ihren Beitritt zur Judenstaatspartei an. Empfehlenswerte Firmen S. Abrahamovicz, Schuhhaus, II., Taborstraße 33, Tel. A-43-1-62. Pelze jeder Art, M. B er mann, Wien, I., Hoher Markt 9. Tel. U-24-1-68. Birnbaum Leo, Schuhreparaturwerkstätte, II., Franzensbrückenstraße 9; XX., Karl-Melßl-Straße 3; XX., Pappenheimgasse 66. Restaurant Blllet, vorzügliche streng orthodoxe Küche, II., Hammer-Purgstall-Gasse, bei Salztorbrücke. Cafe-Restaurant Edison (Jnh. Fleischmann), VIII., Alserstraße 9, Tel. B-43-0-47, B-43-0-86. 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Kurz, Gemischtwaren, II., Volkert-Platz 5, Tel. R-44-102. M. Leder, Butter- und Eierhandel, IL, Tandelmarktgasse 11, Tel. A-48-0-43. O. Lustig, Seifen, Pützmittel, Parfümerien, Kerzen, IL, Hollandstraße 12, Tel. A-45-6-89. Restaurant Neugröschl, renommierte jüdische Küche, IL, Lilienbrunngasse 12. Tel. A-48-5-86. Sigm. Plaschkes Fleischhauerei, IL, Hollandstraße 6. B. Posaner, Schreibmaschinen, TL., Obere Donau- ' Straße 105, Tel. A-41-3-77. A. S. Rabinor, Spenglermeister, IL, Untere Augartenstraße 31, Tel. A-45-0-29. G. Schlesinger, Spezerei und Delikatessen, H., Hollandstraße 11, Tel. A-48-3-58.. Brüder Schwarz, Bettwarenerzeugung, I., Marc- Aurel-Straße 2. Tel. U-24-1-91. Schwedenapotheke (Besitzer: J. Bauer), I., Schwedenplatz. D. Steigmann, Butter- und Eierhandel, Tl., Zirkusgasse 41, Tel. R-44-0-73. Straßberg Euirenie, Holz, Kohle, Koks, II., Praterstraße 50. Tel. R-19-2-17. A. Strich, Stahhvaren, I., Eßlingg. 7, Tel. U-20-9-58. S. 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Geht j eventuell in privaten Haushalt. Jetti Oberländer, Wien, 2. Bez., Zirkusgasse 39, Tür 29. Hochschüler übernimmt Stunden in hebräischer Sprache. Freundl. Zuschriften unter „Rabbinatskandidat" an Annoncenexpedition H. Schalek, I., Wollzeile 11. E Aufruf der ludemiaatspartei Juden! Die englische Palästina-Regierung stört die jüdische Einwanderung, verfolgt unablässig eine Politik der Verhinderung der Judaisierung Palästinas. All das in einem Zeitpunkt, da das jüdische Palästina dank jüdischer Arbeit wirtschaftlich aufblüht und nach Zehntausenden jüdischer Einwanderer dürstet. Ein fundamentaler Grundsatz des Herzl-Zionismus, des politischen Zionismus, ist damit als einzig richtig bewiesen. Wirtschaftliche Positionen ohne politische Basis und Sicherung, ohne politische Interessengemeinschaft mit der Mandatarmacht können für sich allein den Judenstaat nicht bringen- Mit dieser Erkenntnis ist das fünfzehnjährige System der offiziellen zionistischen Politik zusammengebrochen. Die Judennot wächst unheimlich. Seit zweitausend Jahren wartet die jüdische Masse auf jene politische Bewegung, die den Judenstaat schafft, als einzige Rettung bringen kann, die aus einem Volke von Minderheitstrümmern ein autonomes Staatsvolk auf dem historischen Boden macht. Wer trägt diese Bewegung? Die Judenstaatspartei! Sie hat die jüdische Staats politische Aufgabe auf sich genommen, die Kräfte des staatenlosen Volkes der Juden zu einer Elementargewalt zu organisieren, die den Judenstaat schaffen wird. Weizmann-Zionismus, Linker Zionismus — ihr Ende ist der scharf antijüdische Palästinakurs Englands. Revisionismus, welcher den Austritt aus der von Herzl geschaffenen Zionistischen Organisation anstrebt — sein Resultat: Triumph der Linken, der Partei des Kleln- Zionismus auf dem Kongreß 1933. Juden! Macht aus der Judenstaatspartei die Partei, die den Judenstaat schafft! Sie wird euch jene Kraft geben, die der Glaube an die Unvergänglichkeit des Judenvolkes und an seine große Zukunft verleiht. Tretet der Organisation der Judenstaatspart e I bei, macht sie zur starken Organisation, die alle Hindernisse überwindet, zahlet den Maass Mi'flagti als Zeichen dafür, daß ihr Judenstaatler geworden seid und für den Judenstaat arbeiten wollt! Der Preis des „Maass Miflagti" beträgt für Oesterreich S 1.—. Wer ihn erwirbt, ist Mitglied der Weltorganisation der Judenstaatspartei. Kundgebungen der Judenstaatspartei in Litauen Aus Kowno wird uns berichtet: Hier fand eine Leitungssitzung. der Judenstaatspartei statt, welche den Vorgängen in Palästina gewidmet war. Es wurde einstimmig beschlossen, aus Anlaß der letzten Alijah-Beschränkungen eine großangelegte oppositionelle Offensive der Judenstaatspartei Litauens zu organisieren. Bereits am 26. d. wird in Kaunas die erste große Massenversammlung unter der Losung „Die erste Antwort auf die letzten Beschränkungen — soforti geDemission der Zionistischen Exekutive!" stattfinden. Die Ortsgruppen in der Provinz, etwa 50 an der Zahl, sind angewiesen worden, in den nächsten Tagen große Massenversammlungen unter derselben Losung durchzuführen. Die Resolutionen sollen die Forderung nach einer Exekutive der nationalen Konzentration enthalten und nach Jerusalem und London abgeschickt werden. Zur Durchführung dieser Massenkundgebungen werden zirka zehn unserer Gesinnungsgenossen die betreffenden Provinzstädte besuchen. Auch wird die« nächste (vierte)] Nummer des Parteiorgans mit der gleichen Losung hervortreten. Die Judenstaatspartei fordert Einberufung des Zionistischen Aktionskomitees Aus London wird uns berichtet: Der geschäftsführende Vorsitzende der Judenstaatspartei und Vizepräsident des Zionistischen Aktionskomitees, Herr Meir Großmann, sprach bei der Zionistischen Exekutive in London vor und forderte angesichts der Vorfälle in Palästina die schleunigste Einberufung des Aktionskomitees im Auftrage der Judenstaatspartei und im eigenen Namen. Er schlug vor, die Sitzung für den 15. Jänner nach Jerusalem einzuberufen. Die Exekutive sagte umgehenden Bescheid zu. Brith Hakanaim (Barak) Der Barak hat in Oesterreich bereits größtes Interesse ausgelöst. Barkai Arthur Fried wurde mit der Führung der neuen Plugah „Medinah" betraut. Der Barak geht jetzt daran, eine Plugah der 3. Altersstufe (Darga Gimel) mit Hilfe des Barkai Egon Böhm zu gründen. Bezirksgruppen sind bereits im 2., 3., 10. und 20. Bezirk vorhanden. Der Mifaked arzi des Brith Hakanaim, Herr Rabbiner Dr. J. Z. Kann er, gebt daran, eine Uebersetzung der in Warschau in jiddischer und hebräischer Sprache erschienenen Broschüre „Der Weg des B a r k a i" zu besorgen. Diese deutsche erweiterte Broschüre wird . bald erscheinen. . Ein/ holographierter „Führer für die Sichoth" erscheint in deutscher Sprache, verfaßt von J. Druks. Jeder Mifaked Plugah bekommt diesen Führer gegen eine Gebühr von 20 Groschen im Sekretariat, II., Untere Augartenstraße 38. — Barkaim! Wir haben ein Uebereinkommen mit dem jüdischen Volksspar verein „Atit" getroffen, damit ihr schon jetzt für eure Alijah und für eure Zukunft sparen könnt. Das Geld gehört euch! Sparet fleißig! Propagiert den Sparverein „Atit" bei euren Eltern. Brigittenauer isr. Tempelverein Wien XX, Kluckygasse 11 VN^\AA/\A/VVS<^X/VVVVVAAAAA/V^^^ Festgotteidlenit anläßlich des 80. Oeburtstages des Obmannes Jos«! K O H N am 10. Dezember 1933, 3 Uhr 45 Mitwirkend: Oberkantor J. Mann aus Brünn, verstärkter Chor der Isr. Kultuseemeinde unter Leitung des Herrn Kuit Puchsgfelb Karten In der Tempelkanzlel taglich von 4 bis 6. Uhr erhältlich. Das Reinerträgnis fliettt den Vereinen zur Ausspeisung armer Kinder und Erwachsener des 20. Bezirkes zu