Mannheim
Compact Memory

Die neue Welt · 1933-11-24 · Heft 324 (24.11.1933) · page 6

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Die neue Welt
Volume
7 (1933)
Issue
Heft 324 (24.11.1933)
Date
1933-11-24
Page
– (sequence 6)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
94% known words query
IRI
…/2711613-2711899-2711946--4038-2717468
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

2 entity mentions

Seite Ö DIE NEUE WELT Nr. 324 # M*\i%K**\ *j&9&*&> ^W/x c «^t^ix ^> * ^y'"/* v \>t***. »- »tVJ»«^ Utf- VW.^• * <>* A* A"V f £??S ^xse\ *S> H%S5-Ä?s^»r \ 4,.- „«»»ÄS *Sf E^SS««? ' •«« st»«« K,C.«"V \*» ■ r ^fc**^.«**'* * «F»*00**1 t,N\US^- ^JS^*S*^ £SÖSSS^>«* »««^-•^ u«r-«»»4ta .iart-3 »• flar3^»fe s*i*-.:: •-a'> .*»" Ä£J5^.^ 0r^&0%-^ - war01 geffl^ °der SfrWj SWS ^ypfis! ««If , tfi «"»»ern.«»!»!. «, ,r®"-,f'«dMlto« Hk "SS*'^»«We«.Ita K""0' H"b"f»-Uätn.mt",Z '**•"* M°*«>««»... ■K"3"a«««»i«i.s 59 H»™-^rmtZ ...... O™™**»^ ° TF"M°n'>CI"""2.....S"'»'s M^H.».(,.^(",ep»-.......;;;;..........ji* *££T~ " r W * ™» P«Mov«r".- Ä.** HffiMte«^ SeraUht' «'«tfarbi, orf ' * ^^P^^^f^^i^PMVllnn. ««niMtert , S J'50 siKV Trik, V» "•80 $1 tüssss an . . Jörn Kippur allgemeiner Feiertag in Saloniki Aus Saloniki: Der griechische „Staatsanzeiger" veröffentlicht einen offiziellen Erlaß des Gouverneurs von Saloniki, demgemäß der Tag des jüdischen V e rs ö h n u n g s f e s t e s, Jörn Kippur, der siebente jährliche S;t a a t s f e i e r t a g ist; ebenso wie an den sechs übrigen Staatsfeiertagen müssen auch am Jörn Kippur in Saloniki alle Läden, jüdische und nichtjüdische, geschlossen bleiben. Die Anregung zu diesem Erlaß gab ein Beschluß der Handelskammer von Saloniki. Es ist dies der erste Fall, daß in einem christlichen Staat ein jüdischer Feiertag als allgemeiner Feiertag proklamiert wird. Boykott-Organisation in Kanada < Aus Montreal: Der kanadisch-jüdische Kongreß, der 64 große jüdische Organisationen repräsentiert, beschloß, den Boykott deutscher Waren und Dienste in Kanada zu intensivieren und setzte eine permanente Kommission zur Führung und Ueberwachung der Boykottbewegung ein. Der Kongreß beschloß, die Aktion zur Ansiedlung deutscher Juden in Palästina zu unterstützen. Ein Jude — Finanzminister der Vereinigten Staaten Aus Washington: Nachdem der Schatzsekretär William Wood.in einen Urlaub auf unbestimmte Zeit angetreten hat, ist Henry Morgenthau jun. zu seinem Vertreter als Schatzsekretär der Regierung der Vereinigten Staaten ernannt worden. Allgemein wird angenommen, daß der Urlaub Woodins die Einleitung zu seinem endgültigen Rücktritt bedeutet und daß die Ernennung Mergenthaus eine definitive sei. Die Gerüchte über einen bevorstehenden Wechsel in der Goldpolitik und der Währungspolitik der Vereinigten. Staaten finden einen Rückhalt darin, daß der bekannte New Yorker jüdische Bankier Bernard B'aruch vom Präsidenten Roosevelt in das Weiße Haus geladen worden war. Baruch ist entschiedener Gegner jeder Inflationspolitik und befürwortet die Rückkehr zum Golddollar. Man nimmt an, daß die Ernennung Mergenthaus zum Schatzsekretär eine neue Richtung In der Währungspolitik andeutet. Henry Morgenthau jun. ist 42 Jahre alt und ein Sohn des bekannten Politikers Morgenthau, der von 1913 bis 1916 Botschafter der Vereinigten Staaten in der Türkei als Nachfolger Oskar Straus' gewesen war und 1919 die Staaten auf der Friedenskonferenz in Versailles vertrat. Er war ein intimer Freund des verstorbenen Präsidenten Wilson. Vater und Sohn Morgenthau haben an öffentlichen jüdischen Aufgaben stets Anteil genommen. Die Mutter des New-Yorker Bürgermeisters -r-r Jüdin Aus Budapest (J. T. A.): Die Mutter des neuen Bürgermeisters von New York ist während des Weltkrieges in Budapest gestorben und im neuen jüdischen Friedhof beigesetzt worden. Auf dem Grabstein heißt es: „Hier ruht Frau Achilles La Guardia, geb. Irene Cohen. Gestorben am 24. Oktober 1915-im Alter von 56 Jahren." Eine Schwester des Bürgermeisters La Guardia lebt in Budapest als Gattin eines jüdischen Kaufmannes. ■;J';. Arabische Hakenkreuzler arbeiten in der Schweiz Aus Genf: Gleich nach Ausbruch der Unrohen in Palästina haben die Araber eine ziemlich rege Propagandatätigkeit in Genf entfaltet. Außer einem Aufruf der „Syrischen Liga für Menschen- und Bürgerrechte" wurden von den Arabern verschiedene Zuschriften an die Redaktionen der hiesigen Presse gerichtet, in denen sie ihre bekannten Anklagen geg en djen Zionismus und die Mandatarmacht vorbrachten. In ihrer Propaganda schrecken die Araber selbst vor rein antisemitischer Hetze nicht zurück. So verbreitet z. B. ein Verein arabischer Studenten an det Genfer Universität einen „Aufruf an das Weitgewissen", in dem es u. a. heißt: „Christen! Die Juden, die, obwohl aus Deutschland verjagt, immer noch die Geschicke Europas in ihrer Gewalt haben, sind in die Heimat des Erlösers eingebrochen und besudeln das Grab der Heiligen Jungfrau. Sie versuchen, sich ein Königreich im Heiligen Lande zu schaffen, das sie einstens erobert, aber es zu behalten nicht vermocht und nicht verdient haben." Der Aufruf wurde in Hunderten von Exemplaren an die Presse, an internationale Institutionen und an Einzelpersonen verschickt. ' " \ Antisemitische Propaganda in Bulgarien Aus Sofia: Zur Propaganda gegen den Kommunismus organisierte der Verband bulgarischer Reserveoffiziere eine Ausstellung, die Bilder, Diagramme und verschiedenes anderes Material über kommunistischen Terror, Hungersnot und Religionsverfolgung in Rußland enthält. Die Ausstellung wird aber auch zu antijüdischer Propaganda benutzt, indem verschiedene Bilder und Tabellen Aufschriften wie „Jude", „Jüdin", sowie Angabe des jüdischen Namens neben dem russischen zeigen; dadurch soll der Eindruck erweckt werden, daß alles Uebel, das Rußland durch den Kommunismus erfahren hat, auf Juden zurückzuführen sei. Nachdem ganze Schulk 1 a s s e n in die Ausstellung geführt werden, beschwerten sich jüdische1 Schüler und Schülerinnen Uber die antisemitischen Aufschriften und auch über antisemitische Deutungen der Exponate seitens der Lehrer. Der Verband1 der jüdischen Kriegsteilnehmer legte beim Zentralausschuß der bulgarischen Reserveoffiziere Protest eijn, auch das Zentralkonsistorium der Juden Bulgariens schritt bei den zuständigen Behörden ein; das antisemitische Material wurde aber bis heute nicht entfernt. Die jüdische Bevölkerung fordert eine öffentliche Protestkundgebung. Es wurde nun auch bei den höheren Regierungsinstanzehinterveniert, wobei festgestellt wurde, daß das 'antisemitische Material von russischen Emigranten unter der Führung des bekannten Antisemiten General Mussewitsch Borilkoff zur Verfügung gestellt wurde. Eine tschechoslowakisch-palästinensische Handelskammer wird gegründet^ Aus Prag: In einer am Sonntag, den 19, November, in Prag stattgefundenen Sitzung wurde beschlossen, zut Kräftigung der Handelsbeziehungen zwischen der Tschechoslowakei und Palästina eine tschechoslowakisch-palästinensische Handelskammer mit dem Sitz in Prag und in Palästina zu gründen. Die tschechoslowakisch-palästinen-' slsche Handelskammer wird in den Räumen der Prager, Handelskammer ein eigenes Sekretariat unter« halten.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.