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Die neue Welt · 1933-11-17 · Heft 323 (17.11.1933) · page 7

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Journal
Die neue Welt
Volume
7 (1933)
Issue
Heft 323 (17.11.1933)
Date
1933-11-17
Page
– (sequence 7)
Language
German
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Nr. 323 DIE NEUE WELT Seite 7 ''^i^'^^^^^j^^^^^^^'~ ' \'' fMiß^^0sM^ Süü»%^^ v!:.:>^M?$::,w, ' ""^H>' ^::yr'm Per Auf§€fawuiig der palästeneiisisdien Industrie Von Arjeh Sohenkar, Präsident des jüdischen Industriellenverbandes Palästinas (Aus einem Gespräch mit unserem palästinensischen N.-S.-Korrespondenten) Die Industrie wird allmählich einer der wichtigsten Faktoren im wirtschaftlichen Leben Palästinas. Sie befindet sich im Stadium der Entwicklung und niemand kann heute sagen, wo die Grenzen dieser Entwicklung liegen. Noch vor wenigen Jahren sagte der ehemalige Kolonialminister Großbritanniens zu Bürgermeister Dizengoff: „Ihr Juden bebaut den Boden, legt Orangenplantagen an und wir werden euch mit Industrie-, Produkten beliefern." Und heute beliefert die junge jüdische Industrie Palästinas das ganze Land und auch die Nachbarländer mit Produkten, die man früher aus Europa beziehen mußte. Um einen Ausschnitt vom Bild unserer Industrie zu geben, genügt es, einige Ziffern anzuführen. Die jüdische Industrie Palästinas beschäftigt gegenwärtig 16.870 Arbeiter, das investierte Kapital beträgt 4,630.000 Pfund. Der Umsatz des letzten Jahres betrug 3% Millionen Pfund. Selbstverständlich stehen wir erst am Anfang unserer Arbeit. Zunächst müssen die Juden das flache Land erobern, denn die Industrie braucht Konsumenten und Falästina ist ein kleines Land. Aber die Industrie bietet die Möglichkeit einer Massen Siedlung auf einer minimalen Bodenfläche. Der Werdegang der jüdischen Industrie in Palästina war ein Kampf: Kampf mit der Natur, Kampf mit England. Dieser Kampf geht auch heute noch vor sich, da die höhere englische Beamtenschaft noch heute gegen eine Industrialisierung des Landes ist. So ist es uns zum Beispiel noch nicht gelungen, die Regierung zu bewegen, ein Industriedepartement zu schaffen. Alle Angelegenheiten der Industrie sind dem Zolldepartement unterstellt, also Beamten, die von Industrie kaum etwas verstehen. Wir kämpfen für Schutzzoll. Aber der Kampf wird mit Leuten geführt, denen die Entv/icklung der Industrie ein Dorn im Auge ist. Wir setzen rastlos unsere Bemühungen fort. Die Erfolge unserer bisherigen Arbeit sind offensichtlich. Wir hoffen den Widerstand zu brechen. Ein zweites Problem bilden die Arbeiter. Unseren jüdischen Arbeitern fehlt vorläufig die Tradition. Aber mit der Zeit werden sie sich als fähig erweisen und Produkte erzeugen, die die Konkurrenz mit dem Ausland werden aufnehmen können. „Kauft palästinensische Waren" ist nicht bloß eine anderen Ländern entliehene Parole. Unsere Hauptstütze muß der Konsument im Lande sein. Leider gibt es aber noch viele, die dieser Parole nicht folgen; was unseren Kampf mit der britischen . Verwaltung erschwert. In diesem Zusammenhang muß ich auch unseren Standpunkt gegenüber dem vielbesprochenen Transferabkommen mit Deutschland präzisieren. Wir sind entschiedene Gegner dieses Abkommens. Die paar Millionen Mark können die deutschen Juden nicht retten, dagegen, bietet das Abkommen manchen Kaufleuten den Vorwand, deutsche Waren in Palästina zu verbreiten. Wir haben unsererseits vieles getan; um den aus Deutschland kommenden Juden zu helfen. Unser Informationsbüro verhalf nicht Wenigen dazu,' ihr Kapital in Form von Beteiligung an. schon bestehenden industrieünternehmungen zu investieren. Hätten die Juden in der Galuth rechtzeitig ihr Geld in Palästina — und zwar in Industrien — investiert, so würden wir in Bälde 100.000 Menschen in der Industrie beschäftigen können. Aber die Juden kommen hierher, wenn sie schon alles verloren haben. Zur Zeit richten wir unser Augenmerk auf das Gelingen der Levante-Messe. Früher War die Messe als Ausstellungsort für die Produkte des Nähen Orients gedacht. Aber die Entwicklung ging über unsere Pläne hinweg. Die kommende Messe wird eine regelrechte Weltausstellung sein. Fast alle Länder der Welt werden an ihr teilnehmen. Nun einige Worte Über die Aussichten ' gewisser Industrien bei uns im Lande. Vor allem Seidenpapier, und Packpapier. Palästina exportiert jährlich Millionen von Kisten an Orangen, die ausnahmslos in Papier gepackt sind. Wir besitzen jedoch keine Papierfabrik. Was das Rohmaterial anbelangt, so kann man Zellulose aus dem Ausland beziehen.. Ebenso fehlt es an Fabriken für Kat.onp.apier (Pappendeckel) und Zigarettenpapier. Gute Erfolge könnte eine Schlüsselfabrik erzielen. Textilfabriken könnten Erfolge haben, wenn sie mit genügendem Kapital arbeiten würden, insbesondere für Handtücher und Arbeiterkleider. Man kann natürlich nicht, alle chancenreichen Artikel; aufzählen* aber wir sind bereit, jedem die genauesten Informationen zu erteilen. Was wir brauchen, ist: Menschen mit']Mut und Geld. Der bisherige Erfolg unserer Arbeit sollte zweifellos zu weiteren Unternehmungen aneifern. « Ausweisung persischer Juden aus Palästina Aus Jerusalem meldet die JTA.: Drei Familien persischer Juden, welche zuletzt in Afghanistan wohnten,' sind nach langer Reise in großen Wagen mit Toüristenvisen nach Jerusalem gekommen. Auf Grund eines Befehles des Immigrationsdepartments hat man ihnen nicht einmal erlaubt, von den Wagen herünterzüsteigeh, und sie gezwungen, zurückzufahren. Die Erklärungen, daß alle drei Familien, welche zusammen zwölf Seelen zählen, genügend Mittel zum Leben haben, nützten nichts. Einer von ihnen besitzt sogar ein dreistöckiges Haus in Jerusalem, das ihm einen reichen Ertrag abwirft. Schließlich waren die persischen Juden gezwungen, unter Tränen wieder nach dem weiten Osten zurückzufahren. OER K O I aut" I riEAl" NEUES PROGRAMM i„ AN NA GASSI 3 TELEPHON R-21-202 fiRHIH SEB6 — SAMDQIIBTT—BfBTft TOBR — | Prolog im Hlmmei"| \ Wey vom fa'jidstandaid | A. Gaines Conference:/ " Alexander Straftat i: i-'amllienfdylt |folgen einer Karambolage! Sonn« und Feiertag» 4 Uhr Nachmittagsvorstellung iu trmäBiglen Prelten Kl

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