Die neue Welt
- Journal
- Die neue Welt
- Volume
- 7 (1933)
- Issue
- Heft 322 (10.11.1933)
- Date
- 1933-11-10
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
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Nr. 322 DIE NEUE WELT Seite 5 Empfehlenswerte Firmen S. Abrahamovicz, Schuhhaus, II., Tabürstraße 33, Tel. A-48-1-62. Pelze jeder Art, M. B ermann, Wien, I., Hoher Markt 9. Tel. U-24-1-68. Birnbaum Leo, Schuhreparaturwerkstätte, II., Franzensbrückenstraße 9; XX., Karl-Meißl-Straße 3; XX., Pappenheimgasse 66. Restaurant Billet, vorzügliche streng orthodoxe Küche, II., Hammer-Purgstall-Gasse, bei Salztorbrücke. Caf6 Schottentor, I., Ring des 12. November 10, Tel. U-26-5-90, vis-ä-vis der Universität. Restaurant Max Lazar, vorzügliche, streng orthodoxe Küche und Selchwaren, IL, Untere Augartenstraße Nr. 19, Tel. A-41-8-12. E. Blaser, Schuhhandlung, II., Taborstraße 56. Pelzhaus H. Breitfeld, I., Franz-Josefs-Kai 21. Tel. R.-25-406. L. Brodbad, Bäckerei, II., Schiffamtsgasse 17. JN. Brodetzky, Spezereiwaren, IL, Leopoldsgasse 43, Tel. A-46-1-90. . Bachbinder Eugen, Ingenieur, Baumeister, IL, Taborstraße 11 b. Tel. A-46-5-38. Oaf6 - Konditorei Neumann, IL, Gredlerstraße 2 (Tel. 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Karniol, Textilwaren und Wäsche, L, Gonzagagasse 7, Tel. U-22-9-51. Kalb Josef, Juwelengeschäft u. Präzisionsuhrmacher, IL, Taborstraße 56. Knoll & Co., Motoren und Apparate, II., Taborstraße 8 b, Tel. R-45-5-90. A. Kurz & Co., Optische Anstalt, II., Gradlerstraße 4, Tel. A-43-2-86. I. W. Kurz, Gemischtwaren, II., Volkert-Platz 5, Tel. R-44-102. M. Leder, Butter- und Eierhandel, IL, Tandelmarktgasse 11, Tel. A-48-0-43. O. Lustig, Seifen, Putzmittel, Parfümerien, Kerzen, IL, Hollandstraße 12, Tel. A-45-6-89. Restaurant Neugröschl, renommierte jüdische Küche, IL, Lilienbrunngasse 12. Tel. A-48-5-86. Sigra. Plaschkes Fleischhauerei, IL, Höllandstraße 6. B. Posaner, Schreibmaschinen, IL, Obere Donaustraße 105, Tel. A-41-3-77. A. S. Rabiner, Spenglermeister, II., Untere Augartenstraße 31, Tel. A-45-0-29. G. Schlesinger, Spezerei und Delikatessen, IL, Hollandstraße 11, Tel. A-48-3-58. Brüder Schwarz, Bettwarenerzeugung, L, Marc- Aurel-Straße 2. Tel. U-24-1-91. Schwedenapotheke (Besitzer: J. Bauer), L, Schwedenplatz. D. Steigmann, Butter- und Eierhandel, II., Zirkusgasse 41, Tel. R-44-0-73. Straßberg Eugenie, Holz, Kohle, Koks, IL, Praterstraße 50. Tel. R-49-2-17. A. Strich, Stahlwaren, L, Eßlingg. 7, Tel. U:20-9-58. S. Turtil, Gemischtwaren, IL, Engerthstraße 194, Tel. 48-6-64. Brüder Weinreb, Beheizung, Beleuchtung, Haus¬ und Küchengeräte, H., Taborstraße 62, Tel. R-49-8-16. J. Weintraub, Textil und Wäsche, IL, Krummbaumgasse 2, Tel. A-44-0-45. S. Wildmann, Sprechmaschinenteile, II., Vorgartenstraße 207. Tel. R-44-6-15. S. Zuckermann, Haus- und Küchengeräte, IL, Im Werd 1, Tel. A-49-205. Vegetarische und Diätküche R. Schall, II., Praterstraße 15. (Polnische Spezialitäten.) „Vegetaria", Restaurant, Diätküche, Milchspeisen, It., Obere Donaustraße 89 a; LX., Währingerstraße 21, Warenhaus Weinstock, Mode- und Parfümeriewaren, H., Untere Augartenstraße 13. Anfragen und Wünsche, welche diese Rubrik betreffen, sind an die Verwaltung des Blattes, II., Untere Augartenstraße 38, Tel. A-45-6-34 (10 bis 2 Uhr), zu richten. Gerüstet sein — ist alles! Das kostbarste Gut jedes Menschen ist seine Gesundheit. Diese vor Schädigungen zu bewahren, ist das erste und wichtigste Gebot der Selbsterhaltung. Im November muß man mit häufigem und jähem Witterungswechsel rechnen und sich daher besonders vor Erkältungen in acht nehmen, welche erfahrungsgemäß oft der, Beginn gefährlicher Gesundheitsstörungen sind. Wer klug ist — beugt vor, verhütet, ist rechtzeitig gerüstet gegen stürmische Novemberwinde, gegen schädliche Nässe und Kälte: Im Winter „die Füße warm halten", rät jeder Arzt. Jetzt noch ein guter Rat, der nicht teuer ist: Besorgen Sie sich schonx morgen oder in den allernächsten Tagen den schönen und eleganten Gummi-Ueberschuh, Schneeschuh oder Stiefel . . . natürlich bei Schiffmann. So schützen Sie Ihre Gesundheit, verbinden das Angenehme mit dem Nützlichen und ersparen sich die Kosten und Leiden einer Erkrankung. Daß „Schiffmann-Ueberschuhe" einfach unglaublich billig sind, ist seit Jahren allgemein bekannt. Am Montag, den 6. November, begann dieberühmte große „November-Sensation" bei Schiffmann, IL, Taborstraße 48. Beachten Sie die „10 Angebote" im heutigen Inserat auf Seite?, kommen Sie zu uns, vergleichen Sie Qualität und Preis. Sie werden mit Freude feststellen können, daß Ihnen sehr viel für sehr wenig Geld geboten wird ... bei Schiff mann. Provinzversand — solange Vorrat — per Nachnahme. E Von der Judenstaaf sparte! Robert Stricker in M.-Ostrau Aus M.- Ostrau wird berichtet: Ueber Einladung der hiesigen Ortsgruppe kam Herr Ing. Stricker für zwei Tage nach Ostrau. Am ersten Abend sprach er im Saale des Hotel National über das Thema: „Der jüdische Parteienkampf und die Judenstaatspartei". Ausgehend von der herrschenden Not der Juden in den meisten Ländern, behandelte Herr Ing. Stricker den Antisemitismus, wie er heute von den Deutschen verbreitet wird. Er wies auf die ungeheuren Gefahren hin, die darin liegen, daß der deutsche Antisemitismus, der sich wissenschaftlich nennt, auch von den Völkern akzeptiert wird, die heute im politischen Krieg mit Deutschland stehen. Er ging dann dazu über, unsere Stellungnahme zu den Deutschen zu besprechen. Zu diesen Menschen, die die Welt lehren wollen, daß wir Juden das Verächtlichste und Erbärmlichste auf Erden seien, kann und darf es keine Beziehung geben. Das führte den Vortragenden auf die Stellung der Unken Parteien in dieser Frage auf dem Kongreß, deren Verhalten er in schärfsten Worten verurteilte. Er führte aus, wie deprimierend es auf Juden und auch Nichtjuden wirken mußte, als sie sahen, daß die Zionisten, die Träger des jüdisch nationalen Gedankens, versuchten, einen Weg zu Hitler-Deutschland zu finden, um mit diesem Deutschland Geschäfte zu machen und so den Boykott zu durchbrechen. Weiters behandelte er die Stellung der Parteien auf dem Kongreß. Er wies darauf hin, daß fast alle Parteien am Kongreß eifersüchtig darauf bedacht waren, ihre parteiegoistischen Interessen zu verteidigen. Er wies auf die schwache Haltung der „Allgemeinen" hin, die für den Verlauf des Kongresses mitverantwortlich zeichnen, und bewies die dringende Notwendigkeit, durch nationalen Zusammenschluß aller aufbaufreudigen Zionisten den alt-neuen Weg der Einigkeit zu finden, der einzig und allein zum Ziele, zum Judenstaat führen kann. Die Ausführungen des Redners fanden starkes Echo bei den überaus zahlreich erschienenen Gästen und reicher, sich ständig erneuernder Beifall dankte dem Redner für seine Ausführungen. Am nächsten Vormittage fand eine Aussprache im gleichen Saale mit Rednern der Allgemeinen Zionisten statt, bei welcher Herr Ing, Stricker überzeugend darlegte, daß es die Aufgabe der Judenstaatspartei sei, die Ideen des Allgemeinen Zionismus zu verwirklichen, da sich die „Allgemeinen" leider als hiezu unfähig erwiesen haben. Die Folge des Besuches des Herrn Ing. Stricker war, daß eine Reihe Allgemeiner Zionisten und Juden, die bisher für den Zionismus keinerlei Interesse zeigten, den Weg in die Judenstaatspartei gefunden haben. Die als Gäste erschienenen Vertreter der umliegenden Ortsgruppen ersuchten Ing. Stricker, auch in ihren Städten Vorträge abzuhalten. PALÄSTINA GESELLSCHAFTSREISE VOM 5. BIS 25. DEZEMBER 1933 REICHHALTIGES PROGRAMM Außerordentlich billige Preise Auskünfte und Anmeldungen Im DBStBBilDO WIEMI.ROTENTÜRMSTR 20 KB^IEDUKU Ecke Fleischmarkt 1 Tel. R»24-5>25 * (Palästina-Abteilung) Vom Organisationsdepartement (Wien, IX., Universitätsstraße 8) erhalten wir folgende Mitteilungen: Die Arbeit macht in fast allen Ländern erfreuliche Fortschritte. Es gelang nicht nur, alle alten Freunde und Anhänger zu erfassen, sondern neue Ortsgruppen und Gruppen des Brith-Hakanaim zu gründen. Besonders beachtenswert ist die Tätigkeit des Hechalu z- Haleumi, der die Beschaffung von Hachscharah- Plätzen besorgt und in den Palästina-Aemtern einen harten Kampf um gerechte Verteilung der Zertifikate führt. — Im Laufe der nächsten Wochen erscheint die erste in deutscher Sprache verfaßte Werbebroschüre. Die in jiddischer Sprache herausgegebene Broschüre über „Brith Hakanaim" ist unter der Adresse: Warszawa, Dluga 26/6, zu beziehen. — Mit besonderen^ Nachdruck wird in einigen Tagen die Maß-Miflazti - Aktion einsetzen. Die Blocks werden den einzelnen Landesleitungen zugehen. Bulgarien: Herr Dr? Marko J. Farchi beginnt hier die Arbeit zu organisieren. Es gelang ihm, in Haskovo eine Ortsgruppe zu gründen. Diese Tätigkeit wird in der übrigen Provinz fortgesetzt und alle, Freunde NÄCHSTE PALÄSTINA REISE Mit dem Lloyd - Dampfer „fevere" (14*000 Tonnen) über Rom und Neapel/ Abfahrt von Wien 7. De« xember 1933 Arrangement und Reiseleitung Frau Berta Taubes - Auskünfte: Reisebüro Marlenbrücke (PalästinadienstWien I, Rotenturmstraße 26, Tel. R-24-2-86, tüglioh von 10 bis t Uhr Lucie Englisch die entzückende Hauptdarstellerin in „Die Unschuld vom Lande"« in dem Schlagerlustspiel Die kalte Mamsell Regie: Karl Bö«e Imperial-Kino, 1. / Löwen-Kino, 111, Wienzeile-Kino, VI. Maria-Ttieresien-Kino, VII. Flieger-Kino, IX. / Olympia-Kino, XI. Theater-Kino, XVII. Monopols Lux-Fllm und Anhänger werden ersucht, sich bei genanntem Herrn zur Mitarbeit zu melden. In Deutschland wird auf die praktische Arbeit besonderes Gewicht gelegt und finden die Hebrälsch-Kurse sowie die Handwerkskurse lebhaften Anklang. Die Landes« leitung unter der Führung der Herren Dr. Schloß und Hamburger ist nunmehr bemüht, auch die Provinz zu organisieren. Die Gründung einer Gruppe des „Brith- Hakanaim" in Frankfurt a. M. unter der Leitung; von Julius Hirsch wurde bereits durchgeführt. Erez Israel: Vor zwei Wochen fand die erste Sitzung der provisorischen Landesleitung statt, an der zirka 40 Personen teilnahmen. Besonders freudig wurde das Erscheinen Dr. Soskins und Richard Lichtheims begrüßt, die ihre Mitarbeit anmeldeten. Es wurde ein Landeskomitee gewählt, dem die Herren Himmelf arb, Ing. Kutzenok, Schneidermann und Dr. Sam o n s k y angehören und das vom Vertreter des Exekutivkomitees, Herrn Weinstein, wirksam unterstützt wird. In der allernächsten Zeit wird in Massenversammlungen das Programm der Judenstaatspartei propagiert werden. Die Judenstaatspartei stößt Uberall auf Beweise des Interesses und der Sympathie. In Jugoslawien gelang es der Landesleitung, bereits 10 Ortsgruppen zu gründen. Besonders eifrig wird für die „V o 1 k s s i e d 1 u n g s b a n k" gearbeitet. Brich Hakanarn i Wien, II., Untere Augartenstraße 38. , Unter oberster Führung des Rabbiners Dr. I. Z. Kann er (Mitarbeiter K. Frankel, A. Kupferberg, J. Feuer, F. Schorfberg, I. Druks) wurde in Oesterreich die Organisierung des Borak in Angriff genommen. Die erste Plugah wurde von gewesenen Betarim gebildet; sie umfaßt 10 Borkaim, heißt A r o n (nach dem verstorbenen Jugendführer Aron Sternberg) und wird von Chawer S. Bürger geführt. Zum Zwecke großzügiger Propaganda finden Veranstaltungen und Filmvorführungen statt, bei denen zunächst Dr. I. Z. Kanner und J. Druks sprechen werden. — Erste Filmvorführung im 10. Bezirk Sonntag, 19. November, 5 Uhr. Es wurde auch ein Judenstaats-Jugendfonds Keren Borak (Ertüchtigung der judenstaatstreuen' Jugend), gegründet. — Interessenten der borkaischen Bewegung wenden sich an Brith Hakanaim, Wien, II., Untere Augartenstraße 38. _ Eine Theodor-Herzl-Straße Aus Bukarest: Der Gemeinderat von Sighetul Marmatiei (Maramaros-Sziget), der Hauptstadt der rumänischen Provinz Maramures (Marmarosch), hat beschlossen, eine Hauptstraße der Stadt nach Theodor H e r z 1 zu benennen. Die Stadt hat laut der Volkszählung von 1920 23.691 Einwohner, davon 11.026 Juden. Dr. Hans Luther beschwert sich Aus Washington: Der deutsche Botschafter in Washington und ehemaligeReichskanzlerDoktor Hans Luther erschien am 3. November im State Department und beschwerte sich über die von Samuel Untermyer, dem Führer der jüdischen Boykottbewegung, gegen ihn ei'hobene Beschuldigung, er sei nur zum Schein Botschafter, in Wirklichkeit bestehe seine Aufgabe darin, die deutsche Propaganda in Amerika zu leiten und die Nazi-Agitatoren mit G e 1 d zu versehen. Der Staatssekretär Cordeil H u 11 nahm die Erklärung Luthers zur Kenntnis und sprach sein Bedauern über die Angriffe gegen ihn aus. Zwei Redakteure wegen Gutheißung des Mordes an Theodor Lessing verhaftet Aus Prag: Beim Sekretär des Deutschen Landesgewerbeverbandes in Teplitz-Schönau, Emil En« huber, fand über Auftrag der Staatsanwaltschaft eine Haussuchung statt. Den Anstoß zu der Haussuchung gab ein Artikel Enhubers in dem nun eingestellten antisemitischen Hetzblatt „Beobachter" in Turn bei Teplitz, in dem Enhuber die Ermordung des jüdischen Gelehrten Prof. Theodor Lessing guthieß. Auf Grund des vorgefundenen Materials wurde Enhuber verhaftet und in das Leitmeritzer Kreisgericht eingeliefert. Mit ihm angeklagt ist der Redakteur des „Beobachter" Albert Richter, Kein Taufschein für Aegypten erforderlich Aus Berlin: Vor einiger Zeit hat das Königlich, Aegyptische Konsulat in Berlin von den Antragstellern für die Erteilung eines ägyptischen Visums für die Durchreise, zum Besuch oder zu dauerndem Aufent-; halt in Aegypten außer den üblichen Bescheinigungen, die zur Erteilung des Visums erforderlich sind, die Vorlage des Taufscheines verlangt. Diese Bestimmung, die eine höchst befremdende Diskriminierung gegen jüdi- , sehe Reisende darstellte, ist, wie jetzt mitgeteilt wird, | nunmehr wieder aufgehoben worden.