Die neue Welt
- Journal
- Die neue Welt
- Volume
- 7 (1933)
- Issue
- Heft 319 (20.10.1933)
- Date
- 1933-10-20
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 319 DIE NEUE WEL1 Seite B * Empfehlenswerte Firmen Immer schwerer wird der Druck, dem das jüdische Wirtschaftsleben ausgesetzt ist, immer fühlbarer werden die Folgen der judenfeindlichen Agitation im gewerblichen und geschäftlichen Leben. In solcher Zeit ist wirtschaftliche Zusammenarbeit aller Juden ein Gebot der Stunde. Vor allem ist es notwendig» die jüdische Kaufmannschaft und das jüdische Gewerbe, die jetzt so hart um ihre Existenz ringen müssen, nach Möglichkeit zu berücksichtigen. Daran soll der jüdische Mann, daran soll die jüdische Hausfrau immer denken. Jüdische Selbsthilfe auch auf wirtschaftlichem Gebiete — das erfordert die harte Zeit, in der wir leben. S. Abrahamovicz, Schuhhaus, II., Taborstraßü 33, Tel. A-48-1-62. Pelzhandlung M. Bermann & Co., I., Hoher Markt 9. Birnbaum Leo, Schuhreparaturwerkstätte, II., Franzensbrückenstraße 9; XX., Karl-Meißl-Straße 3; XX., Pappenheimgasse 66. E. Blaser, Schuhhandlung, II., Taborstraße 56. L. Brodbad, Bäckerei, II., Schiffaintsgasse 17. N. Brodetzky, Spezereiwaren, II., Leopoldsgasse 43, Tel. A-46-1-90. Buchbinder Eugen, Ingenieur, Baumeister, II., Taborstraße 11 b. Tel. A-46-5-38. „ Cafe Franz-Josefs-Bahn (M. Knöpfmacher), IX., Althanplatz 4. Caffe - Konditorei Neumann, II., Gredlerstraße 2 (Tel. A-42-3-81), in., Löwengasse 47 (Tel. U-10-57-81). B. David, Weißwaren, II., Negerlegasse 5. L. Drimmer, Elektro-Installateur, II., Obere Donaustraße 1, Tel. A-41-8-82. G. Eisner, Textilwaren, I., Zelinkagasse 11, Telephon U-29-3-70. Glanzmann, Epstein & Co., Damen-Konfektion, II., Obere Donaustraße 35, Tel. A-49-0-86. M. Fisch, Schneider, II., Praterstraße 53, Telephon R-44-5-25. S. Fried, Delikatessengeschäft, II., Wittelsbachg. 3. Fein & Landsmann, Lederbekleidung, XX., Gauß- Platz 6, Tel. A-42-0-10. I. Greismann, Strumpfhandel, IL, Schüttelstraße 29, Tel. R-43-9-72. Halpern S., Palästina-Produkte, IL, Förstergasse 6. J. Hirschler, Fleischhauergeschäft, II., Wolfgang- Schmälzl-Gasse 4, Tel. R-41-7-69. J. Karniol, Textilwaren und Wäsche, I., Gonzagagasse 7, Tel. U-22-9-51. S. Halpern, Gemischtwaren, IL, Förstergasse ö, Tel. A-45-8-40. .'. Kalb Josef, Juwelengeschäft u. Präzisionsuhrmacher, IL, Taborstraße 56. Knoll & Co., Motoren und Apparate, II., Taborstraße 8 b, Tel. R-45-5-90. •, A. Kurz & Co., Optische Anstalt, II., Gradlerstraßc 4, Tel. A-43-2-86. I. W. Kurz, Gemischtwaren, II., Volkert-Platz 5, Tel. R-44-102. M. Leder, Butter- und Eierhandel, IL, Tandelmarktgasse 11, Tel. A-48-0-43. O. Lustig, Seifen, Putzmittel, Parfümerien, Kerzen, H., Hollandstraße 12, Tel. A-45-6-89. Signa. Plaschkes Fleischhauerei, IL, Hollandstraße 6. B. Posaner, Schreibmaschinen; II., Obere Donaustraße 105, Tel. A-41-3-77. A. S. Rabin er, Spenglermeister, II., Untere Augartenstraße 31, Tel. A-45-0-29. G. Schlesinger, Spezerei und Delikatessen, II., Hbllandsti*aße 11, Tel. A-48-3-58. Schwedenapotheke, L, Schwedenplatz. < D. Steigmann, Butter- und Eierhandel, IL, Zirküsgasse 41,..TeL R-44-0-73. \ . Straßherg Eugenie, Holz, Kohle, Koks,, IL, Praterstraße. 56. Tel. R-49-2-17. A. Strich, Stahlwaren, L, Eßlingg. 7, Tel. U-20-9-58. ' 8, Turtil, Gemischtwaren, IL, Engerthstraße 194, Tel. 48^6-64; . . ■> J. Weintraub, Textil und Wäsche, IL, Krummbaumgasse. 2, Tel. A-44-0-45. . , S. Wildmann, Sprechmaschinenteile, IL, Vorgartenstraße 207/Tel. R-44-6-15. S. Zuckermann, Haus- und Küchengeräte, IL, Im Werd 1, Tel. A-49-205. Vegetarische und Diätküche R. Schall, IL, Praterstraße 15. (Polnische Spezialitäten.) ' ■ »Vegetaria", Restaurant, Diätküche, Milchspeisen, II., Obere .Donaustraße 89 a; IX., Währingerstraße . 21. Anfragen und Wünsche, welche diese Rubrik betreffen, sind an Verwaltung des Blattes, II., Untere Augartenstraße 38, Tel. A-45-6-34 (10 bis 2 Uhr), zu richten. Jüdische Kun§f stelle H., Äspernbrückengasse 2 Telephon: K-48-2-91 Zu den bereits gewonnenen Theatern sind nun auqh die Staatstheater getreten. Ab nächste Woche sind auch ermäßigte Karten für Staatsoper, Burg- und Akademietheater zu.haben. — Konzerte: Wladimir Horovitz (20. .Oktober), Joseph Schmidt (28. Oktober) und Bronislav Huber man (6. November). Ermäßigte Karten schön jetzt zu haben. GESINNUNGSGENOSSEN zeichnen die ÖSTERREICHISCHE TREFFERANLEIHE1933 bei der K. K. L.-AbteUung der Lcbcnsver$lchcrung$gc$clUchöft „PHÖNIX" Wtoa II, \#pernbrack«Bg. 2, Tel. R-43-500 (Gg.Q Wittlin) AUS PALÄSTINA Das jüdische Palästina wädist*«* Mangel an Arbeitern Aus Tel - A w i w : Delegierte der Arbelterräte in den Städten und in den Kolonien Palästinas haben eine Konferenz abgehalten, in der beschlossen wurde, im Hinblick auf den ernsten Mangel an jüdischen Arbeitern in der Landwirtschaft von den Arbeitgebern im ganzen Lande zu verlangen, daß sie Bau- und andere öffentliche Arbeiten auf einen späteren Zeitpunkt verschieben, um überschussige Arbeitskräfte für die unaufschiebbaren landwirtschaftlichen Arbeiten freizumachen. Der Mangel an jüdischen Arbeiterhänden ist jetzt zu einem brennenden Problem in Palästina geworden. Am ernstesten ist die Lage diesbezüglich in den Pflanzerkolonien. Aber auch im städtischen Baugewerbe und in den ihm angeschlossenen Handwerkszweigen, wie Tischlerei, mechanische Werkstätten, Elsenbearbeitung, Tapeziererwerkstätten u. ä. m., fehlt es an Arbeiterhänden. Der Jaffa-Hafen unzulänglich geworden Aus Jaffa: Seit längerer Zeit ist der Hafen in Jaffa verstopft, ohne daß für absehbare Zeit eine Aussicht auf eine Entspannung vorhanden ist. Die Stadtverwaltung von Jaffa hat beschlossen, ihre Hafen-Lagerhäuser der Regierung für 18.000 Pfund zu verkaufen und mit Hilfe dieser Summe und anderer zu beschaffender Gelder den Hafen und die zu dem Hufen führende, jetzt enge Straße zu erweitern. Die Regierung hat ihrerseits aus den Mitteln der Palästina-Anleihe 100.000 Pfund für die Erweiterung des Jaffaer Hafens bewilligt. Die steigende Unzulänglichkeit des Jaffaer Hafens ist durch die rapide Entwicklung von Tel- Awiw bedingt, welche den Hafenverkehr um das Vierfache verstärkt hat. Es wird die Anlage einer Straße vom Hafen bis zum Geschäftszentrum von T e 1 - A w i w, ferner die Errichtung eines Kais an der Mündung des Yarkon-Flusses für Abladung von Baumaterialien geplant. Insbesondere macht die nahende Citrus-Exportsalson die schnelle Erweiterung des Hafens notwendig. Bauen und Pflanzen Aus Tel-Awiw: Der Ausbau des Vorortes von Tel*Awiw Ramat Gan zu einem modernen Fabrikviertel hat in letzter Zeit bedeutende Fortschritte gemacht. Demnächst wird in Ramat Gan die grüßte Seidenfabrik des Landes durch den bekannten amerikanischen Seidenfabrlkanten Sachs errichtet Werden. 24 Zwirnmaschinen und 72 Webstühle, sämtliche elektrisch betrieben, werden in den großen Fabriksgebäude aufgestellt werden. Zunächst werden Uber hundert Arbeiter in der Fabrik, die ununterbrochen Tag und Nacht in Betrieb stehen soll, untergebracht werden. Es ist auch geplant, im Anschluß an die Fabrik eine Seidenfärberei zu eröffnen. Zwei jüdische Unternehmer haben von einem Araber eine an den Makkabi-Sportplatz angrenzende Orangenplantage angekauft um auf ihr eine neue Vorstadtsiedlung zu errichten. Das Terrain wurde in sechzig Parzellen aufgeteilt. Aus Haifa: Auf dem zur Errichtung einer neuen Gartenstadt bestimmten Gebiet an der Haifa-Bucht, sechs Kilometer weit von Haifa, fand die Grundsteinlegung für die neue Wasserleitung statt. Gleichzeitig wurde mit de mBau von zehn Häusern für die künftige Vorstadt begonnen. Aus Jerusalem: In der von der Organisation Ein ei Benjamin und der Pflanzungsgesellschaft Hanoteah begründeten, nach dem verstorbenen jüdischen Philanthropen Nathan Straus benannten Kolonie Nathaniah fand die feierliche Grundsteinlegung zu einer Synagoge statt. _ Der östenv Export und die VL Levante-Messe in Palästina Es wurde schon mehrfach auf die günstigen Exportmöglichkeiten Oesterreichs nach dem Orient, insbesondere aber nach Palästina, hingewiesen. Das Auf- Palästinas hat nicht nur im Lande selbst einen großen, neuen Absatzmarkt geschaffen, sondern den gesamten Orient in den Mittelpunkt des wirtschaftlichen Interesses gerückt. Ganz besonders für Oesterreich: ergeben sich jetzt dadurch Möglichkeiten, das Exportgeschäft ganz bedeutend zu vergrößern. Nachstehend einige Ziffern der offiziellen Handelsstatistik: Oesterreich exportierte nach Palä« stina Waren im Werte:; Im Jahre 1932 . . . . . . ö. S. 1,986.000 Im ersten Halbjahr 1933 ö. S. 1,968.000 Oesterreich exportierte nach Palästina, Syrien und Irak: Im Jahre 1932 ......ö. S. 4,370.000 Im ersten Halbjahr 1933 ö. S. 3,138.000 Die Tatsache, daß der österreichische Export im ersten Halbjahr 1933 fast jene Höhe erreichte Wie im ganzen Jahre 1932, muß größte Aufmerksamkeit hervorrufen und das Interesse an diesem neuen Absatzgebiete wesentlich verstärken. Für Oesterreich bietet die VI. Levante-Messe, die vom 2 6. April bis 2 6, Mai 19 34 in Tel-Awiw stattfindet eine besonders günstige Gelegenheit, das Exportgeschäft intensiv auszubauen, um so mehr, als Qualität und Geschmack der österreichischen Erzeugnisse im Orient immer sehr gesehätzt waren. Die VI. Levante-Messe ruft gerade jetzt größtes Interesse hervor. Einige Zahlen aus ihrer Entwicklung; Ausdehnung des Messegeländes; 1929 .... 26.000 Quadratmeter 1932 .... 50.000 1934 .... 100.000 Zahl der ausländischen Aussteller] 1929 .....\ 121 Firmen 1932 ...... 821 „ Besucher der Messe: 1929 ........ 120.000, 1932 ........ 300.000 , pie rege Nachfrage, die überaus zahlreichen Anmeldungen aus allen Ländern lassen mit Recht annehmen, daß die Vi. Levante-Messe im Jahre 1934 einen Auktionshaus für Altertümer QlückteHg Bat, m. b. H. Wegen AttflOtung de« Haiuhaltea VERSTEIGERUNG der kompletten Wohnunasslnrlohtttiia de* Herrn 0. Pi enthaltend antikes M. mod Aloblliar, Teppiche, Gemälde, Kupferstiche, Glas, Porzellan, Bösendorfer-Flügel, Gebrauchsgegenstände etc. » Bis Freitag, den 20. u. Montag den 23. Okt.. 9-6, In der . Wohnung, IV, Technikerstraße 5, II. Stiege, Tel.lMiMMl . Dienstag, den 24 tt Mittwoch, den 25. Oktober, prflz. . 3 Uhr, IV, TechnikerstraBe 5, II Stiege, Mezz. Rekorderfolg aufweisen wird, um so mehr als gleichzeitig das 2 5jährige Jubiläum der Stadt Tel-Awiw stattfindet. Die offizielle Repräsentanz fUr Oesterreich wurde den Herren Bruno Rabinowitz und Fritz Richter (Wien, 1., Rotenturmstraße 25) übertragen, die bereitwilligst alle Auskünfte erteilen. Einwanderer-Zeltlager Im Zentrum von Tel-Awiw Aus Tel-Awiw: Der große Mangel an Wohnungen in Tel-Awiw im Zusammenhang mit dem Einströmen neuer Einwanderer insbesondere aus Deutschland hat die Stadtverwaltung bewogen, im Zentrum der Stadt, an der Kreuzung der Nachmani- und der Achad Haam» Straße, ein Zeltlager zur Unterbringung neuer Ankömmlinge zu errichten. Die Lage der Zeltbewohner ist infolge der zu früh eingetretenen Regenperiode nicht beneidenswert, und es wird dringend die Errichtung fester Wohnhäuser für die Einwanderer gefordert. Die offizielle Einwandererzahl für Juli 1933. Aus Jerusalem: Wie das Einwanderungsamt der Regierung mitteilt, sind im Juli 1933 in Palästina 280? Personen eingewandert, davon 2703 Juden. Unter den Juden 437 Personen mit einem Vermögen von mehr als 1000 Pfund. Baustoffmangel in Palästina Aus Haifa: Die „Nescher"-Zementfabrik, die in drei Achtstunde n-S chichten täglich ununterbrochen in Betrieb ist, ist trotzdem nicht in der Lage, den lokalen Bedarf an Zement zu befriedigen, so daß Zement aus Italieh und Jugoslawien nach Palästina eingeführt werden muß. „Nescher" hat seinen Export in die Nachbarländer schon lange eingestellt. Die Jerusalemer Handelskammer und der Handelskammernkongreß Aus Jerusalem : Die Handelskammer von Jerusalem, die einzige Handelskammer Palästinas, die Angehörige aller drei großen Bekenntnisse des Landes (Juden, Christen, Moslems) umfaßt, hat beschlossen, dem internationalen Verband der Handelskammern beizutreten und Delegierte zu dem nächsten im Jahre 1935 stattfindenden Weltkongreß der Handelskammern zu entsenden. Vom Jerusalemer Konservatorium für Musik und Schauspiel Aus Jerusalem: Das unter der Leitung von Emil Hauser stehende Jerusalemer Konservatorium für Musik und Schauspiel hat sich jetzt mit Erfolg dem Publikum vorgestellt. Dem Lehrerstabe gehören mehrere deutsch jüdische Künstler und Künstlerinnen an, so u. a. für Klavier Frau Tova, Berlin, Franz Ösborn und Sara Polongka, alle aus Berlin, der frühere Stadtdirigent in Baden-Baden und bekannte Opernsänger Karl Salomon für Gesang, der frühere Oberregisseur der Schiller-Oper in Hamburg Benno Frankel für dramatische Kunst, Jenny Schmerzler und Wolfgang Schocken für Violine, die frühere Lehrerin an der Berliner Musikhochschule K. Jacob für Rhythmik, Hans Eisenstadt aus Frankf urt a. M. und R. Sullmann für Spezialinstrumente. ' Zwei Wochen Gefängnis für Schofarblasen an der Klageinauer Aus Jerusalem: Ein Jerusalemer Gericht, bestehend aus einem jüdischen und einem arabischen Richter, verurteilte Aaron Zuck ermann aus Tel-Awiw zu zwei Wochen Gefängnis, weil er das nach den Unruhen im Herbst 1929 ausgesprochene Verbot des Schofarblasens an der Klagemauer übertreten und am vergangenen Jörn Kippur nach dem Neilah-Gebet an der Klagemauer Sohofar geblasen hat. (Bekanntlich erfolgte auch im vergangenen Jahr eine Verurteilung wegen des gleichen Delikts.) Mordechat Nissenbaum, der die Polizei daran gehindert hat, Zuckermann zu verhaften, wurde zu fünf Pfund Geldbuße oder einem Monat Gefängnis verurteilt, Nissenbaum erklärte, er werde die Geldbuße nicht zahlen und die Gefängnisstrafe auf sich nehmen. Fünf jüdische Schüler im Jordan ertrunken Aus Jerusalem: Fünf jüdische. Knaben im Alter von 13 bis 16 Jahren, Schüler der Jabnee-Schule zu Jerusalem, sind, während sie mit anderen Mitschülern ohne Aufsicht eines Lehrers im Jordanflusse badeten, in eine starke Strömung geraten und ertranken. Palästina | 24. Olclob. bis 19. Nov. 1933 Reichhaltiges Reiseprogranim. Haifa- Besuch während der feierlichen Hafenerttlfnung AuBsrordsntl. billig« Preis« Auskünfte und Anmeldungen In der Reise«» und Verkehrs- Qesellschaft, Wien |9 Rotenturmstraße 20 (I, Flelachmarkt 1) Tel. R-24-5-25 (Paltfttln*-AbtollBRg) ^w^ ..