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Die neue Welt · 1933-09-29 · Heft 316 (29.9.1933) · page 7

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Journal
Die neue Welt
Volume
7 (1933)
Issue
Heft 316 (29.9.1933)
Date
1933-09-29
Page
– (sequence 7)
Language
German
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Nr. 316 DIE NEUE WELT Seite 7 AUS PAUKST INA Aus dem Partei'iefeeit Palästinas Bildung einer Partei der „Zionistischen Mitte" in Palästina geplant. Aus Jerusalem: Wie die Tageszeitung „Doar Hajom" erfährt, befassen sich maßgebende Kreise mit dem Plan, eine große Partei' der zionistischen Mitt'e (Merkas Zioiii) in Palästina zu schaffen. Mit der Rückkehr der Delegierten vom Prager Zionistenkongreß ist dieser Plan seiner Verwirklichung näher gebracht worden. Der Merkas soll die Allgemeinen Zionisten der B-Gruppe, die Judenstaatszionisten (Großman-Gruppej und eine Reihe anderer Organisationen, wie den Verbahd der Land w i r t e, die Bne Benjamin usw., umfassen. Es besteht die Möglichkeit, daß auch der Misrachi sich dem Merkas anschließen wird.- Brith Schalom hat seine Tätigkeit eingestellt. . Aus Jerusalem: „Doar Hajom" weist darauf hin, daß die Brith Schalom-Gruppe. seit einem Jahre als Organisation nicht mehr funktioniert. Seit dieser Zeit seien die Mitglieder der Gruppe kein einziges Mal zur Besprechung wichtiger Angelegenheiten zusammengekommen und hätten auch sonst keinerlei Interesse am Verband gezeigt. Ihre Monatsschrift „Scheif otenu" sei bereits fünf Monate lang nicht erschienen. Dieser Niedergang sei, so erklärt das Blatt, auf grundsätzliche Meinungsverschiedenheiten: zwischen den Anhängern des Brith Schalom zurückzuführen. Es bestehe eine Richtung der „Realpolitiker" und eine solche der Anhänger des Gedankens eines geistigen Zentrums. Eine Anzahl der Mitglieder des Brith Schalom beabsichtigt, eine neue Aktion zur Herbeiführung einer arabisch-jüdischen Verständigung einzuleiten. ■ ..• ■ * : ' ■ ' Die von Herrn Magries, Rektor der Universität Jerusalem, seinerzeit geschaffene Gruppe hat viel Unheil angerichtet. Sie ist in ihrem Bestehen, eine Verständigung mit den Arabern zu erzielen, so weit gegangen, daß sie schließlich den Zionismus als Unterdrückung und Verdrängung der Araber in Palästina hingestellt hat. Antizionistische Engländer haben von ihr gelernt, leider auch ■ gewisse zionistische Gruppen. [Verband der deutsch-jüdischen Akademiker .Palästinas •?*st?w T*r s.'i^gegefc den-?Revisioidsittus' '-' "' -: "! "Aus Tel-A ^w i w: Auf einer Versammlung des Verbandes : der deutsch-jüdischen Akademiker wurde mit 90 gegen 6 Stimmen beschlossen, auf die Tagesordnung der nächsten Versammlung einen Antrag auf Ausschluß aller Revisionisten aus dem Verbände zu setzen, „da der Revisionismus dem-wahren Geist und den Lebensinteressen des Zionismus durchaus zuwiderlaufe". Den revisionistischen Standpunkt vertrat auf der Versammlung der bekannte Tel-Awiwer Arzt und Führer des Brith Trumpeldor Dr. Fröhlich. Zum Vorsitzenden des Verbandes wurde das ehemalige Mitglied der Zionistischen Exekutive Dr. Felix Rosenblüth gewählt. (Bemerkung der Red.) Bravo! Die Herren deutschjüdischen Akademiker führen sich in Palästina sehr schön; ein. Mit einem großen Rausschmeißen! Hitler-deutsche Irixportware? 850.000-Pfund-Anleihe der Stadt Tel-Awiw beschlossen - Aus Tel-Awiw: Der Stadtrat von Tel-Awiw hat mit Stimmenmehrheit beschlossen, die städtische Anleihe von 360.000 Pfund, über die in letzter Zeit Verhandlungen mit der Palästina-Regierung und verschiedenen Bankgruppen geführt worden waren, aufzulegen. Von' dem Gesamtbetrag der Anleihe sollen 180.000 Pfund zum Ausbau der Wasserleitungs- und Kanalisationsanlagen und 80.000 Pfund zur Errichtung von NÄCHSTE PALÄSTINA R E I S E Mit dem Lloyd-Dampfer „Tevere", Abfahrt von Wien 86» Oktober 1933 Preis von S 305 aufwärts Arrangement und Relseleituog Frau Berta Taubes - Auskünfte: Bolaebfiro Marienbrüoko(Palä8tlnadlen8t), Wten I, Rotenturmatraße 26, Tel. R-24-2*86i tlsliQh von 10 plt 1 Ubr mm Schulgebäuden verwendet werden. Die Anleihe ist in 25 Jahren rückzahlbar. Die Finanzen der Palästina-Regierung — 400.000 tfund Ueberschuß in vier Monaten Aus Jerusalem: In den Monaten April bis Juli 1Ö33 betrugen die Einkünfte der Palästina- Regierung 1,165.420 Pfund, die Ausgaben 766.950 Pfund. Es wurde somit in diesen vier Monaten ein U e b e rschuß von S0 8.4 70 Pfund erzielt. Die Gesarateingänge einschließlich buchmäßiger > Belastungen betrugen 3,444.660, die Ausgänge und Erkennungen 8,457,130 Pfund. Schwere Bestrafung und Ausweisung von Kommunisten Aus Haifa: Durch den englischen Richter sind in Haifa wegen kommunistischer Agitation verurteilt worden: S. Llfschütz, Ch. Zippin, M. Klein, M. Wimmer. Sie wurden mit je sechs Monaten und Ausweisung aus Palästina bestraft. Die roten Erahnen, welche die Angeklagten im Lande verbreiteten, trugen Aufschriften gegen die jüdische Einwanderung, gegen die Haganah (Jüdischer Selbstschutz >t gegen die Eroberung des Landes durch die Zionisten. J. Oesterreicher aus Haifa wurde zu drei Monaten Kerkers veruteilt, gleichfalls wegen kommunistischer Agitation. Beginn des Prozesses gegen die Mörder von Nahalal Aus1 Haifa: Vor dem Haifaer Geschworenengericht wurde der Prozeß gegen Ahmed Galiani, Mohamed Khalil Issa, Ahmad Mohamed Khader, Ibrahim Ahmad el Haj, Khalil und Mustafa Ali, die beschuldigt sind, am 22. Dezember 1932 eine Bombe in das Haus des jüdischen Kolonisten Josef Jacb'bi in Nahalal geworfen und dadurch den Kolonisten und seinen 9jährigen Sohn David ermordet zu haben, eröffnet. Die Anklage wurde von dem stellvertretenden Generalanwalt Miles Elliott vertreten. Ais Verteidiger waren John Asfour und Henry Cattan, zwei christliche Arkber, erschienen. Die Familie der Ermordeten beansprucht eine Entschädigung von 500 Pfund; Staatsanwalt Elliot rekapitulierte die Ergebnisse der polizeilichen Untersuchung, bei der der Angeklagte" Mustafa Ali aus Saffourieh ein Geständnis abgelegt hatte. Sodann wurden die Witwe des Ermordeten, eine Aerztin des Hadassah-Spitals in Haifa, der ' stellvertretende Leiter des Jerusalemer Kriminalbüros Riggs und der jüdisch? Polizeiinspektor Kleinmann einvernommen, der ein Gutachten über die an der Mordstelle gefundenen Bombensplitter abgab. Nach, dem Urteil des Sachverständigen lassen diese Splitter erkennen, daß die Bombe in der Werkstatt der in.. Haifa jansässigen Angeklagten Achmed Galiani und Mohamed KhaÜV.Issa hergestellt worden ist. Die Einvernahme,.,,der yon der,An-. klftgebehörde geführten1 Zeugen wird;|ünf- Tfige :in Anspruch nehmen;.• > Nicht ins Land gelassen. Aus Haifa; Fünf Touriste^j.;'a1e/':.mlit''-'''dem.' Dampfer „Pilsena" hier angekomen sind, wurden von den Einwanderungsbeamten nicht hereingelassen und mußten mit dem gleichen Schiffe zurückfahren. Zur Landung nicht zugelassen Aus Haifa: Von den Passagieren des in Haifa eingetroffenen rumänischen Dampfers „Dacia" wurden 27 Personen, hauptsächlich junge Mädchen, die mit Touristen Visen gekommen waren, zur Landung nicht zugelassen. Sie mußten nach Constanza zurückreisen. . Baumfrevel in Chedera Aus Jerusalem: In den Orangengärten der. Pflanzer Botkowaki, Gurewiz, Frank, Wilner und Lerman in Chedera wurden 86 junge Orangenbäume teils ausgerissen, teils abgesägt. In einem in der Nähe gelegenen Beduinenlager wurde von der Polizei eine vor kurzem gebrauchte Säge gefünden. Sieben Araber wurden unter dem Verdacht der Tat verhaftet. Der Kolonierat hat an die Behörden eine Eingabe gerichtet, in der schärfstes Vorgegen gegen die Baumfrevler und der Erlaß besonderer Schutzgesetze für Kulturen gefordert werden. Das neue Genieindegesetz in Palästina Aus' Jerusalem: Nach dem vor kurzem veröffentlichten Entwürf des Gemeindegesetzes für Palästina, das Ende September in Kraft treten soll, werden in Palästina 23 Stadtgemeinden bestehen, und zwar Acco, Beisan, Beer, Sheba, Beit JaUah, Bethlehem, Gaza, Haifa, Hebron, Jaffa, Jenin, Jerusalem, Khan Yunis, Ludd, Mejdel, Nablus, Nazareth, Ramallah, Ramleh, Safed, Sbafr'Am, Tel-Awiw, Tiberias und Tulkarem. Für TeJ- Awiw wurde eine von den allgemeinen Bestimmungen abweichende Gemeindewahlordnung fp«tgesetzt. J~'er sollen die Wahlen auf einer breiteren demokratischen Basis als in den übrigen Städten vorgenommen werden; die Altersgrenze für das aktive und passive Wahlrecht wird , niedriger sein; Auch bleibt das Proportionalwahlrecht auf! Grund von Parteienlisten aufrecht, während in den; übrigen Städten die für einzelne Kandidaten abgegebene ..Stimmenzahl maßgebend sein wird. I Trotz stärkster Bautätigkeit — Wohnungsmangel in i 0 . Tel.Atofw Aus Tel-Awiw: Ungeachtet der hier herrschenjden Bautätigkeit — im August allein sind 1050 neue > Wohnungen im Gesamtausmaß von 35.000 Quadratmeter ^fertiggestellt worden — ist der Wohnungsmangel;jn der Stadt sehr drückend. Die rücksichtslose Aus-; beutung der Lage auf dem Wohnungemarkt durch einzelne Hausbesitzer hat starke Mißstimmung erregt, Die. , Robert Stricker und Frau danken allen Freunden für die Glückwünsche anläßlich des Jahreswechsels und erwidern dieselben herzlichst. ,.......iiiiiiiimmiuttttttt f.....»................. PatirpreisermBaigung lur alle Orte der Tschechoslowakei Auskünfte« Tschai. Fremdenverkehrsbüro, Wien I, Herrengasse 12, Tel. U-23-Ä-28, und alle Int. Reisebüros Hausbesitzer verantworten sich damit, daß die Neuerrichtung von Wohnungen infolge der außerordentlich hohen Bodon,preise größere Investitionen erfordert als früher und daß die. Amortisierung nur mit Hilfe erhöhter Mieten möglich sei. Die Organisationen der Arbeiterschaft, der Handwerker' und der Mietervereinigung haben die Stadtverwaltung aufgefordert, gegen die Profithascherei der Hausbesitzer einzuschreiten. Die abnorme Lage ist auf den gewaltigen Einwandererzustrom zurückzuführen, der die Spekulation in bisher unbekanntem Maße angereizt hat. Neue Wohnungen werden unmittelbar nach ihrer Fertigstellung vermietet, vielleicht Hegen sogar schon während des Baues Vormerkungen vor. Vom Jahresbeginn bis zum 1. September wurden Baubewilligungen für eine Fläche von 251.600 Quadratmeter erteilt. Es wird erwartet, daß die Bevölkerung Tel-Awiws infolge der Einwanderung dieses Jahres um mindestens ein Drittel vergrößert werden wird* Man rechnet damit, daß noch in diesem Kalenderjahr nach Palästina insgesamt 3 0.000 Personen neu einwandern werden. Lebhafte Bautätigkeit in Jerusalem Aus Jerusalem: Trotz des augenblicklich herrschenden Wassermangels wird in Jerusalem und seinen Vorstädten die' Bautätigkeit in größem Maßstab fortgesetzt. In verschiedenen Teilen der 'Stadt werden . Büro- und Kaufhäuser, sowie Wohnbauten errichtet. In Jerusalem■ ist u. a, ein sechsstöckiges Apartement-House im Bau. In der vorstädtischen Mittelstandssiedlung Rechawia wird ein neues, Wohnviertel, „Rechawia C", mit guter Verbindung zum Stadtzentrum errichtet. Man erwartet eine erhöhte Nachfrage nach Wohnungen im Zusammenhang mit der wachsenden Einwanderung aus Deutschland.; Neue Fabriken in Tel-Awiw und Jerusalem Aus T e 1-A w i.w: In Tel-Awiw und Jerusalem werden eine Reihe neuer Fabriken errichtet. Die Galil Company baut in Tel-Awiw eine Fabrik für Zellüloidwaren. Es ist dies bereits das dritte in letzter Zeit in Tel-Awiw gegründete Unternehmen dieser Art. In Jerusalem wird demnächst durch einen Neueinwanderer aus Riga eine (Fabrik für Süßspeisen eröffnet. Das ^esanite; M^i^mierii^ bereits. eingetroffen. Die englische Gesellschaft Electrit Refrigeration and Appliance Company Ltd. beabsichtigt, in > Jerusalem-die Erzeugung von elektrischen Kühlan 1 agen; aufzu? nehmen. .. .. ,; Eine jüdische Fischzuchtanlage bei Akko Aus Haifa: Ein jugoslawischer Jude Bronko Sitzer, ein hervorragender Fachmann auf dem Gebiet der. Fischzucht,. hat vor sechs Monaten am Kurdani-Bach bei Akko hundert Dunam Boden vom Jüdischen Nationalfonds gepachtet und einige Teiche für Fischzucht angelegt. Die Ergebnisse, der Zucht, nach der nunmehr abgelaufenen sechsmonatigen Brutzeit sind außerordentlich günstig. Demnächst soll die Belieferung des Haifaer Marktes mit Fischen aus der Anlage am Kurdani-Bach aufgenommen werden. Buchama wird besiedelt Aus Tel-Awiw: Ruchama, der bisher unbe** siedelte südlichste Punkt des jüdischen' Landbesitzes in Palästina, einige Meilen östlich von Ghaza gelegen, wurde durch die jüdische Gruppe Gan Schiono von der Anglo- Palestihe Bank erworben. Das insgesamt 1900 Dunam umfassende Gebiet soll sofort kultiviert und in kleine Pflanzungen aufgeteilt werden, die gegen langfristige Ratenzahlung zu mäßigen Preisen abgegeben werden sollen. Jüdische Brunnenbohrer haben sich bereits zur Anlage des ersten Brunnens und eines Wasserreservoirs nach Ruchama begeben. Eine neue Kolonie in der Nähe von Tiberias Eine Gruppe jüdischer Unternehmer in Jerusalem kaufte in der Nähe von Tiberias 3000 Dunam Boden. Hievbn werden 1000 Dunam für den Bau von Sommerwohnungen und für Badegäste verwendet werden und 2000 Dunam für Pflanzungssiedlungen. Bizinuskultur im Emek Aus Jerusalem: InAfuleh fand eine Konferenz von Vertretern der Emeksiedlungen, der Winzervereinigung und von Funktionären der Arbeiterorganisation statt, auf der beschlossen wurde, versuchsweise Rizinuskultur im Emek einzuführen. Zunächst sollen 500 Dunam mit Rizinusbäumen bepflanzt werden. * ERFOLGREICH/TER KLAVIERUNTERRICHT Spezialistin fOr Unbegabte, Schwerlernende S 3.— Uebungsgclcflenhett Nach bester, modernster Methode Riä H*hn, Wien II, Obere Donoustrtße 19/35

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