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Die neue Welt · 1933-09-20 · Heft 315 (20.9.1933) · page 9

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Die neue Welt
Volume
7 (1933)
Issue
Heft 315 (20.9.1933)
Date
1933-09-20
Page
– (sequence 9)
Language
German
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Nr. 318 DIE NEUE WELT Seite 9 Großer Transithandel In Haifa Aus Haifa: Vor kurzem haben reiche Araber eine Gesellschaft zur Entwicklung des Tranaithandels mit einem Aktienkapital von 100.000 Pfund gegründet. Es handelt es sich besonders um Kolonialwaren, Zucker, Reis, Kaffee usw., die vom Ausland bezogen und in großen Transitlagern, weldhe die Gesellschaft im Hafen bauen wird, eingelagert werden. Eröffnung eines Filmstudios in Talpioth Aus Jerusalem; In den nächsten Tagen wird in Palästina die von der Filmgesellschaft Kol-Or in Amerika geltaufte Apparatur fUr Filmaufnahmen ein» treffen. Die Gesellschaft wird in der judischen Vorstadt Talpioth bei Jerusalem ein Filmstudio errichten, in dem ausschließlich Palästina-Filme gedreht werden ■ollen. Mit den neuen Maschinen wird gleichzeitigder erste Film der Gesellschaft, „Palästina im Lied", der unter Mitwirkung des verstorbenen Kantors Josef Rosenblatt hergestellt wurde, einlangen. Eine Leinwandand Jutefabrik in Palästina Aus Jerusalem: In Ramath Qan bei Tel-Awiw wurde von der Firma Jerusalemi Bros, eine neue Fabrik fUr Seilerwaren und Leinwand eröffnet. Die Fabrik wird auch Säcke und andere Juteprodukte erzeugen. Die Maschinen für die neue Fabrik wurden aus England eingeführt. „Chaslt-Haam" — ein Tagblatt Aus Jerusalem: In seiner Nummer 33 vom 8. September kündigt der „Chaslt-Haam", das unter Leitung Achi Meirs stehende Organ der radikalen Revisionisten, sein Erscheinen als Tagblatt an. Bisher erschien diese Zeitschrift nur einmal in der Woche. Vom Arbei'lsmarkl Aus Tel-Awiw wird uns geschrieben: Die Berichte, die bei der letzten Sitzung der Arbeitszentrale niedergelegt wurden, geben ein Bild von den unhaltbaren Verhältnissen in der Stadt und auf dem Lande. Die ungünstige Lage ist auf den Mangel an jüdischen Arbeitskräften zurückzuführen, der durch die Beschränkung und Erschwerung der jüdischen Einwanderung hervorgerufen wurde. Die Zahl der Einwanderer, die in der letzten Zeit in die Kolonien überführt werden konnten, entspricht in keiner Weise den Bedürfnissen der im Wachsen begriffenen Pflanzwirtschaft und Bautätigkeit. . Verschiedene Arbeitspositionen sind auch tatsächlich verlorengegangen. In den nächsten Wochen beginnt die Herbstpflanzung. Man nimmt eine Vermehrung in den Monaten August und September um 20.000 Dunam an. Die winzige Einwanderung, die in den nächsten Monaten stattfinden darf, wird nur einen kleinen Teil der Arbeitsbedürfnisse, welche in den Kolonien vorhanden sind, befriedigen können. In Tel-Awiw sind im Monat Juli Baubewilligungen für eine Fläche von mehr als 20.000 Quadratkilometer herausgegeben worden. Außerdem sind noch die Bauten von den früheren Bewilligungen rückständig und es laufen ständig neue Gesuche wegen Baubewilligungen in allen Stadtteilen ein. Demnächst wird auch die Arbeit inder„AusstellungdesNahenOstens" (Messe) beginnen. In-Haifa wächst die jüdische Baubewegung in einem unvermuteten Maße. Der Beschluß der Regierung, auch einen Teil jüdischer Arbeiter bei staatlichen Arbeiten zu beschäftigen, wird durch die Verhinderung der Immigration illusorisch. Die Arbeitszentrale kann nicht Arbeiter zustellen, auch nicht zu den wenigen Arbeiten, welche die Regierung Juden geben. will. Durch die Xmmigrationsbeschränküng werden die großen Regierungsarbeiten, welche bevorstehen, jüdischen" Arbeitern trotz aller Versprechungen und Beschlüsse völlig verschlossen bleiben. Dasselbe trifft auch auf die Arbeiten der gemischten Städte zu. Ebenso werden dem jüdischen Arbeiter die Möglichkeiten der Teilnahme an den vielen Arbeiten der internationalen Gesellschaften genommen. Die Sitzung hat die unbedingte ökonomische Notwendigkeit einer fortwährenden Erweiterung der jüdischen Immigration festgestellt und auch die Notwendigkeit der Anstrengung aller gesellschaftlichen Kräfte zur Vermeidung der großen Gefahren, welche in der nächsten Zeit der jüdischen Arbeit infolge Mangels an Arbeitern drohen. Gratulation Zur Vermählung seines Freundes Herrn Markus Türkei mit Frl. Klara Scheu ermann gratuliert herzlichst Hermann Sobel, Hannover. E Hebräisches Pädagogium. Die Sprechstunde des Sekretariats für Neueinschreibungen und Auskünfte findet während der Feiertagswochen jeden Dienstag von 11 bis 12 Uhr im Gebäude, H, Tempelgasse 8, statt. Verein Haohnusaa Kalo, Brautausstattungsverein für jüdische Waisenmädchen (Obmann S. Buchsbaum), hat wahrend seines mehrjährigen Bestandes vielen Waisenmädchen geholfen und auch durch materielle Unterstützungen zu einer Eheschließung und einer Existenz yerholfen- Diesen Verein zu unterstützen und ihm zur Verwirklichung seines Zweokes zu verhelfen, ist Pflicht tines Jeden tdjeji Mfnffffttrfi JB BILLIGKEITS-REKORD DAMEN-MÄNTEL , —"^Tr* «-fS^^* .^T*-***; - ,^She«.n4 'S«»säS«^ ^^Stes^iii s^ssrgi£££if» SÄ^rÄi«-'«1»«" ' «3**rtS2^jir »1- ■^•ftSQpiwstt- Ä^24. s^SäStfa i &Sa*£Sfe»- ^£%SS>m*' Ä^^SÄ^*"- ■fecg^r.^s^,-, ^^r'^rfö "SSÖfjgF--1 'IL ^Är-*»: ~ K^2tÄ v*rg& V •öf^ar r M »«^±Äc"'^":if «i8o «^^5 8Ä£SiSw; r ££*»?sis~** ■■•■sspfes^. r "^sÄäsi ^äS^^-2-- n»ii< '-----V' h«»—^- ^Zzi^-^--Pelz-S&UHP* Für »erwBhntan BMchmack 11$Damen-Mantel aus^ejn.» velourlertem — Ä Boucle, marengofarb, mit «chlar Id«l« falWerbramung, Sanz Seide gefüttert, chafwolie watteL S .Schuhe ^^SSS^SSfS^ ffa?BrrjmttaUs«^ iE^S^^i ^sSSSßS^^'i^ \f 1-501 Wiea's W<trer\Haus der Sparsamen,.1 »•# Die Bedeutung der industriellen Kolonisation Referat H. Farbstein (Prager ZionlstenkongreB) Emgahgs seines Referats bezeichnete Farnstein es als bedauerlich, daß der Mittels tandsein Wanderung bjshe'r nicht genügend Aufmerksamkeit gewidmet wurde. Auf den Einwanderer aus der Mittelstandsklasse, den „kleinen Mann", sähe man wie auf einen Settier herab. Es. müsse dafür gesorgt werden, daß die Kleinindustrie neue Erzeugungen aufnimmt. In den letzten zwei Jahren habe sich die Zahl der Unternehmungen verdoppelt, die der in ihr beschäftigten Arbeiter vervierfacht und das Kapital verzehnfacht. Gegenwärtig gäbe es in Palästina 328 Industriebetriebe mit 16.500 Arbeitern und einem Kapital von 4,600.000 Pfund.. Der Exekutive machte H. Farbstein den Vorwurf, daß sie mehr um die Landwirtschaft als um die Bedürfnisse des Mittelstandes besorgt sei. Seine Ausführungen fanden nur bei den- Misrachisten und bei den Revisionisten Beifall. Er erklärte u. a.: Bezüglich der industriellen Möglichkeiten in Palästina hat,' die Exekutive der Agency in einem Memorandum, das sie Herrn Simpson Uberreichte, betont, daß die entscheidende Frage in der Entwicklung der Industrie in Erez Israel nicht bedingt ist durch die hindernden Kräfte, wie Schwierigkeiten in der Beschaffung von Rohmaterialien ,und der Auffindung von Absatzmärkten! sondern einzig: und allein durch die Zahl der Xu den, die bereit sind, mit ihrem Vermögen und ihrer Erfahrung nach Palästina zu kommen. Und das ist wirklich die Hauptsache. Weder Zionistische Organisation, noch Jewjsfc Agency haben in der Vergangenheit bewiesen, das sie ein Verständnis für Handel und Indu> strie besitzen, die eine der Grundlagen beim Bau der Jüdischen Heimstätte sind. Der Grund dafür war die Ueberzeugung der Mehrzahl der Ztonisten und der Leitung der Bewegung, daß die nationale Heimstätte einzig und allein durch die Landwirtschaft und nicht durch andere Faktoren erbaut werden würde. Unter solchen Bedingungen muß man sich wundern, daß trotzddm'im-Verlauf der letzten Jahre sich eine Jüdische Industrie entwickelt und einen recht beträchtlichen Rang in der Oekonomie des Landes gewonnen hat. Da gewisse Kreise, unter ihnen auch Kreise der Leitung der Jewish Agency für Erez Israel, der Meinung zuneigen, daß die Industrie keinen wichtigen Raum in der Oekonomie des Jischuw einnehmen könne und solle, ist es am Platze, den großen Wert aufzuzeigen, den die Industrie für Erez Israel hat, wenn wir die Absatzmärkte in Anschlag bringen. Der natürliche Markt für die jüdische Industrie ist Erez Israel und die Nachbarländer zu einer Zeit, da die Märkte für Qualitätswaren fern sind. Die industrielle Produktion besitzt alle Vorzüge der geographischen Lage, während unsere Edelfrüchte alle Nachteile der großen Entfernung haben und die Konkurrenten, die sich in einer günstigeren geographischen Lage befinden, im Vorteile sind. Unsere Landwirtschaft basiert auf einer einzigen Gattung von Produktion, während unsere Industrie Jetzt schon unzählige Arten von Waren grodu.

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