Die neue Welt
- Journal
- Die neue Welt
- Volume
- 7 (1933)
- Issue
- Heft 313 (8.9.1933)
- Date
- 1933-09-08
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 313 DIE NEUE WELT Seite 3? retten und Palästina ein fleißiges, genügsames Element sichern. Der Delegierte Avissar wies darauf hin, daß anderthalb Millionen sephardischer Juden in verschiedenen Ländern des Orients bitterster Not preisgegeben sind. In Nordafrika, Tunis und Marokko sei es in letzter Zeit zu furchtbaren Pogromen gekommen, in dem inzwischen auf drei Reiche aufgeteilten Turkestan seien die Juden ständig bedroht. Flüchtlinge, die aus diesen fernen Ländern nach Erez Israel kommen, erzählen von Raub und Mord. Die Juden Kurdestans, Arbeiter, größtenteils Landarbeiter, setzten ihre ganze Hoffnung auf Erez Israel. Der Redner schilderte sodann die Lage in der Türkei, in Persien und im Irak. Im Jemen lebten die Juden unter geradezu mittelalterlichen Zuständen. Man verbiete ihnen die Auswanderung und bekehre die Waisenkinder mit Gewalt zum Islam. Angesichts dieser Lage fordern die orientalischen Juden: 1. Wirksamen Schutz Englands und Prankreichs für die Juden, die sich im Bereich der Einflußsphäre dieser Mächte und in Gebieten, die der Kontrolle des Völkerbundes unterstehen, befinden. 2. Daß die aufgeklärten Elemente der arabischen und muselmanischen Welt für die Einstellung der Zeitungshetze gegen die jüdische Bevölkerung und für Schutz des Lebens und Eigentums der Juden seitens der lokalen Behörden eintreten. 3. Ermöglichung der Auswanderung der Juden aus diesen Ländern und Oeffnung der Tore Erez Israels für sie. 4. Erleichterung der Alijah orientalischer Juden und Schulung ihrer Jugend für die Arbeit beim Aufbau Erez Israels. 5. Einwanderungs- und Ansiedlungshilfe für orientalische Juden in Palästina. Namens der Lipsky-Gruppe der amerikanischen Zionisten wies der Chefredakteur des „Jewish Morning Journal" Fish man die Angriffe, die Dr. Stephen Wise gegen die Histadruth erhoben hatte, zurück. Dr. Wise habe keineswegs die Ansicht über die amerikanischen Zionisten zum Ausdruck gebracht. Er, der in Amerika als großer Arbeiterfreund gilt, habe nichts daran auszusetzen gehabt, daß nicht die Arbeiter, sondern andere aus der in Palästina herrschenden Prosperity Nutzen ziehen. Zum Schluß erklärte Fishman, die Zionistische Organisation Amerikas sei heute stärker als vor zwei Jahren, weil sie Bich von schädlichen Einflüssen freigemacht habe. Er bat den Kongreß, die Vorschläge der amerikanischen Delegation zu behandeln, und gab die Versicherung ab, daß die amerikanischen Zionisten eine große Kampagne einleiten und den Zionismus in Amerika auf die Stufe bringen würden, die ihm zukomme. Als letzter Redner sprach der belgische Delegierte Torczyner, der als wichtigstes Gebot der Stunde die Wahl einer Exekutive bezeichnete, die imstande sei, zur Welt zu sprechen und eine neue Diskussion der Judenfrage auf einem internationalen Forum herbeizuführen. Die Untersudiungskommission für Palästina 13. Sitzung 31. August, nachmittags. Präs. Motzkin berichtet über die Einsetzung einer Kommission, die sich mit der Prüfung des Materials in bezug auf illegale Methoden des politischen Kampfes in Palästina (rings um den Arlosoroff JMord) befassen Wird. Das A.-C. hat folgende Resolution beschlossen: „Da der Präsident des A.-C. dem Kongreß berichtet, daß Beschuldigungen erhoben worden sind, wo- . nach in Erez Israel Personen oder ein Personenkreis existieren, die sich zur Zionistischen Organisation zählen und die Anwendung von Gewaltmitteln zu politischen Zwecken propagieren, und da solche Tendenzen in Widerspruch stehen zu den Grundprinzipien jüdischer Moral und eine Gefahr bilden für den Aufbau Erez Israels, beschließt der XVIII, Zionistenkongreß, daß das neue A.-C. in seiner ersten Sitzung eine Kommission ernennen soll, die in Palästina eine umfassende und gründliche Untersuchung hinsichtlich aller Tatsachen durchführen soll, die im Zusammenhange stehen mit den erwähnten Beschuldigungen. Die Kommission soll das Ergebnis ihrer Untersuchungen und ihrer Empfehlungen dem A.-C. unterbreiten, welches bevollmächtigt wird, alle Maßnahmen zu treffen, die in wirksamer Weise dazu dienen können, diesen Tendenzen, falls ihr Vorhandensein bewiesen werden sollte, ein Ende zu machen und Elemente aus der Zionistischen Bewegung zu beseitigen, die die Schuld oder Verantwortung für solche Tendenzen tragen. Der Kongreß überträgt hiedurch der vom A.-C. zu wählenden Kommission alle Vollmachten, um die Untersuchung durchzuführen, inbegriffen diejenigen Rechte, Zeugen zu laden und die Vorlegung von Dokumenten zu verlangen, wie sie das Ehrengericht der Zionistischen Organisation besitzt." Demgegenüber brachte V. Jabotinsky als Vertreter der Zionisten-Revisonisten eine Resolution ein, die besagt, die Untersuchung möge in einer. Weise festgesetzt werden, daß dieser Schritt von keiner Seite als Stellungnahme, Beeinflussung oder Einmischung in irgend ein in Palästina schwebendes Gerichtsverfahren verstanden oder gedeutet werden kann. Nach Verlesung der Jabotinsky-Resolution gab Robert Stricker im Namen der Judenstaatspartei folgende Erklärung ab: „Zu dem von der Kommission des A.-C. vorgelegten Antrag gibt die Fraktion der Judenstaatspartei (Demokratische Revisionisten) folgende Erklärung ab: Zum ersten Mal seit dem Bestehen der Zionistischen Organisation wird der Zionistenkongreß in die Gefahr gebracht, gegen das jüdische Gerechtigkeitsgefühl und die jüdische Würde zu handeln. Wir haben von Anfang an davor gewarnt, den Kongreß unter dem Drucke einer Partei in ein Tribunal zu verwandeln. Wir bedauern es im Interesse der Würde des Kongresses und der Sache der Gerechtigkeit aufs tiefste, daß unsere Warnung von der Majorität nicht beherzigt wurde. Gerade weil wir die Propagierung von Gewaltmitteln im politischen und wirtschaftlichen Kampfe von jeder zionistischen Seiteherverabscheuen und entschieden ablehnen, können wir die von der Majorität vorgelegte Resolution nicht gutheißen, weil sie die elementarsten Regeln des Rechtslebens in zivilisierten Ländern verletzt. Sie greift in ganz unzulässiger Weise in ein schwebendes Gerichtsverfahren ein und bedroht damit die Lebensinteressen Angeklagter. Das ist ein dem jüdischen Wesen und der jüdischen Auffassung der Gerechtigkeit ganz fremdes Vorgehen. So schafft man keine Klärung, so erzielt man keinen .Frieden, so findet man nicht die Wahrheit. So handelt i man nur, wenn man dem Druck brutaler Parteipolitik welchen will. Wir sind die ersten, wenn es sich um Aufdeckung und Ausmerzung von Gruppen handelt, welche mit Gewaltmitteln arbeiten. Wir sind daher bereit, der Einleitung eines Untersuchungsverfahrens zuzustimmen, jedoch darf dieses Verfahren nicht In ein schwebendes Gerichtsverfahren eingreifen. Wir stellen daher folgenden Antrag: Mit Bezug auf die von einer bestimmten Fraktion des Kongresses aufgestellte Behauptung von der Existenz einer zionistischen Gruppe in Palästina, welche angeblich die Anwendung von Gewaltmitteln im politischen Kampfe propagiert, beschließt der Kongreß: Falls die in gleicher Angelegenheit eingeleiteten Gerichtsverfahren in Palästina, welche in keiner Weise beeinflußt werden dürften, die Existenz einer Gewaltmittel propagierenden zionistischen Gruppe feststellen sollten, wird das A.-C. eine unparteiische Kommission einsetzen, die an Ort und Stelle den Tatbestand prüfen und das ermittelte Material dem Kongreßgericht zur Amtshandlung übergeben wird." Hierauf kommt es zu einem Wortgeplänkel zwischen dem Präsidium und Dr. Schlechtmann (Jabotinsky- Rev.), der sich gegen ein sogenanntes „Material" der Linken wendet. Dann wird der Antrag Jabotinskys, daß dem Kongreß das Material vorgelegt werde, abgelehnt und die Resolution des A.-C. mit 197 gegen 62 Stimmen angenommen. Die legten Redner 12. Sitzung, 30. August, nachmittags. Dr. E. Margulies (C. S. R.) befaßte sich mit einigen konkreten Fragen, zunächst mit dem Bericht der Exekutive, in dem er die Worte „Deutschland" und „Genf" vermißt. Es könne nicht sein, daß sich die Zionistische Organisation für die Lebensfrage des jüdischen Volkes unzuständig erkläre. Er sei ein Gegner der Richtung, die die Linke eingeschlagen habe; diese habe den Zionismus eingeschränkt und man könne nur aus einer unerschütterten Galuth Palästina aufbauen. Es sei wichtig, vor dem Völkerbund das Recht des jüdischen .JUDISCHE ELTERN!, Kauft Sdiulbüdier für eure Kinder nur in der lüdlichaw Buchhandlung Hermann Tlldllier ECKETaborstr.52 Lehrbücher für alle Lehranstalten in den richtigen Auflagen - auch antiquarisch - zu sehr mäßigen Preisen Sp«ianfrai« Zuiandung überallhin Verzeichnisse kostenlosI Für Auskünfte: Tel. R-41-4-20 Volkes auf sein Land zu proklamieren. In diesen schweren Tagen sozialpolitische Experimente machen, Begriffe von Pächtern zu schaffen, sei unnütz. Es gehe darum, die Frage des Schicksals des jüdischen Volkes auf die Tribüne des Völkerbundes zu stellen. Dr. Margulies schloß: „Das, so schien es mir, wäre die Aufgabe des Kongresses gewesen: die Stimme zu erheben im Namen des ganzen jüdischen Volkes und mit der ganzen Wucht der Verzweiflung und Leidentichaft an die versperrten Tore des jüdischen Landes zu klopfen, das uns gehört und das niemals England gegeben, sondern nur anvertraut wurde." Dr. Gottesdiener (Misr.) spricht von einem in Palästina tobenden Interessenkampf und von der Tendenz zur Macht. Der Misrachi sei ein Stiefkind der Organisation, es müßten auch Menschen, die ein religiösjüdisches Erez Israel aufbauen wollen, nach Palästina gelassen werden. Es sprechen noch M. Neustadt (Arb., Pal.), Dr. Gurewitsch (Allg. Zion.), Dr. Hirschfeld (Misrachi, Westgal.) und Rosen heck (Ver. pol. Zion. u. Rad., Polen), Dr. Arnstein, Rabbiner Hager und Badichin. Die Rednerliste ist erschöpft. Nach Berl Locker, der die sein Ressort betreffenden Fragen behandelte, ergriffen Prof. Brodetzky und Präsident Soko 1 ow das Wort. Brodetykys und Sokolows Afosdilußworte Prof. Brodetzky wies den von revisionistischer Seite erhobenen Vorwurf, die Exekutive sei in der Frage des French-Berichtes nicht genügend aktiv gewesen, zurück, befaßte sich mit Fragen der Politik gegenüber den Arabern und betonte die Notwendigkeit, tatsächliche Einheit in der Bewegung zu schaffen, im Hinblick auf die außerordentlichen politischen Entwicklungen, die im Nahen Orient für die nächste Zeit zu erwarten seien. Brodetzky erklärte u. a.: Ich spreche von dem Standpunkt eines Menschen, der die Aufgabe hat, die Verantwortung für außenpolitische Arbeit zu tragen. Ich muß die Worte Bogratschoffs zurückweisen, daß die arabischen Arbeiter von der Linken unterstützt werden. : Es gibt ein schweres arabisches Problem, das aber nur klare Gedanken und Handlungen lösen können. Die größte Enttäuschung in der Generaldebatte bedeutete für mich die Rede Rabbi Wises, Weil ich gewöhnt bin, sachlich zu sprechen, muß ich erklären, daß ich die zukünftige politische Situation nicht so günstig sehe wie Dr. Wise. Gegenüber den Erklärungen des Revisionisten Schechtmann stellte Prof. Brodetzky fest, daß er in der politischen Kommission des A.-C. mitgeteilt habe, man bestehe in Regierungskreisen trotz seiner Argumente auf der Veröffentlichung des French-Berichtes. Durch sofortige Einreichung der Resolution des A.-C. sei die Regierung über den ablehnenden Standpunkt der Exekutive gegenüber dem French-Bericht unterrichtet worden. Man dürfe auch nicht den Eindruck erwecken, als seien die Freunde des Zionismus im englischen Parlament nicht stets bereit, jüdische Interessen zu verteidigen. Die Behauptung Schechtmanns, man habe tausendmal versichert, der Legislative Council bilde keine Gefahr, sei falsch. Er selbst habe im Dezember auf einer Pressekonferenz in Warschau auf diese Gefahr hingewiesen. Bezüglich der Araberfrage erklärte Prof. Brodetzky, daß jeder Versuch einer Annäherung an die Araber, wie er insbesondere seitens der jüdischen Arbeiterschaft in Palästina unternommen wurde, gewürdigt und unterstützt werden müsse. Brodetzky kam sodann nochmals auf die Ausführungen Dr. Wises zurück. Man will hier, erklärte er, eine Einheitsfront schaffen, indem man die Gemüter gegeneinander aufhetzt. Ich will das Beste der verschiedenen Richtungen vereinigen und darauf meinen allgemeinen Zionismus aufbauen. Dr. Wise hat eine Lobrede auf die Exekutive gehalten. Diese Exekutive war doch eine linke Exekutive, in der Vertreter jener Partei saßen, die er angegriffen hat. Wir stehen in unserer Bewegung am Scheideweg. Was in den letzten Jahren in Palästina geschehen ist, wird keinen Vergleich aushalten mit dem, was in den nächsten Jahren in der Entwicklung des Nahen Orients geschehen wird. Jedes Jahr, fast jeden Monat, treten Aenderungen in der politischen Lage der Welt auf. Und wenn ihr unsere Politik für die Zukunft bestimmt, dann denkt an die Wichtigkeit der Aufgabe, die uns auferlegt ist. Sprecht nicht von der Einheit, sondern schafft sie, baut sie nicht auf Worten, sondern auf der Arbeit auf, die getan werden muß, um die Zukunft unseres,Volkes zu sichern. * Präsident Nahum Sokolow führte u. a. aus: Unser Weg ist ein Weg der Tat, ein Weg der etappenmäßigen Erreichung des Zieles, von dem wir nicht abgehen können. Im Zentrum des nationalen Aufbaues muß auch weiter der jüdischeArbeiter stehen. Nicht, als ob nicht auch der Handwerker oder der Intellektuelle von großer Wichtigkeit wäre. Der Aufbau beruht nicht nur auf einem Element, aber der Kern ist der jüdische Arbeiter. Was beim jüdischen Volke fehlte, sind der jüdische Arbeiter und die jüdische Landwirtschaft, die in Palästina geschaffen wurde. Der Arbeiter in Palästina stellt das Fundament des Jischuw dar. Ich halte es nicht für gut, daß es verschiedene Organisationen geben soll. Den Prozeß der Zersplitterung erachte ich als schädlich. Zur Frage des Sabbatschutzes in Palästina übergehend, erklärte Sokolow, es gehöre zu den Uebertreibungen der Parteiredner, wenn sie behaupten, daß die Sabbatentweihung zu etwas Spezifischen in Palästina geworden sei. Ich selbst, sagte er, war in Palästina und konnte mich Uberzeugen, daß die Behauptungen, die hier I wegen der Sabbatentweihung vorgebracht wurden, Parteiübertreibungen sind. Für das Judentum ist die Institution des Sabbats von großer Wichtigkeit. Es ist eine Ehre für die jüdische Nation, einen von der Regierung garantierten Sabbat zu haben. Ich appelliere an die siegreiche und geachtete Histadruth, ihre Autorität dafür einzusetzen, daß dem Sabbat die Ehre zuteil wird, die er verdient. Unsere Ideologie, fuhr Sokolow fort, muß ganz klar sein. Wir müssen für die Gleichberechtigung in allen Ländern kämpfen und sie mit Energie schützen. Im Geiste der zionistischen Allgemeinheit und im Sinne der Beschlüsse unserer kompetentesten Autoritäten müssen, wir gegen jedes Unrecht in den Ländern der Diaspora und in Palästina kämpfen, müssen uns mit der Gleichberechtir gung und mit der Frage der Minoritäten beschäftigen. Die Zionistische Organisation muß mit anderen Organisationen zusammenarbeiten, um die jüdische Gleichberechtigung zu wahren und Palästina aufzubauen. So werden wir die Interessen von Palästina mit den Interessen von s e c h szehn Millionen Juden in der ganzen Welt verknüpfen. Wenn wir diesen Weg gehen, werden wir eine wahrhaft produktive Vereinigung aller arbeitswilligen Parteien im Zionismus herstellen, die Mittel für unsere Arbeit und die Verbindungen, die wir bei den Regierungen brauchen, finden. Wir müssen in guten Beziehungen zu Völkern und Regierungen leben; wir müssen unsere Ehre wahren und die Ehre der anderen respektieren. Mein Wunsch ist es, daß sich dieser Kongreß zu dem großen Enthusiasmus, zu dem großen jüdisch e n P a t h o s, zu der großen jüdischen Einheit emporhebe, um das zu erreichen, was unser wahres Ideal ist: ein arbeitendes Palästina, das alle die, die dort arbeiten, umfaßt. Jeder Jude, der in Palästina nützlich arbeitet, gehört zum arbeitenden Palästina. Wir sind alle stolz auf die Arbeit Palästinas, die einzig in der Welt steht, und wir ehren und lieben jene große Partei die aus Palästina kommt. Ich bin kein Parteimann, nicht weil ich es nicht sein will,, sondern weil ich es nicht sein kann. Meine Rede enthält die Gedanken, die mich bei meiner Art geleitet haben und mich auch weiter leiten werden. Den Ausführungen des Präsidenten folgte langandauernder Beifall, die Delegierten erhoben sich von den Sitzen und bereiteten Sokolow rauschende Ovationen. Damit war die Generaldebatte beendet. J. Grünbaum (Rad., Polen) stellte einen Antrag betreffs des passiven Wahlrechts für jene Personen, die die hebräische Sprache beherrschen, ausschließlich jener Personen, welche bereits dreimal Delegierte waren. Der Antrag wird an die Organisationskommission geleitet. Damit ist die Sitzung geschlossen. Aenderung der Verfassung der zionistischen Weltorganisation Beschlüsse des Kongresses, welche den demokratischen Charakter der Bewegung gefährden Ueber Antrag der Organisations-Kommission hat der Kongreß eine Reihe von Veränderungen der Verfassung der Z. O. gegen den Protest einer großen Minderheit durchgeführt. Die Beschlüsse enthalten eine Reihe von Bestimmungen, die ohne Uebertreibung als Hausknechts-Paragraphen zu qualifizieren sind. Sie geben der einseitig zusammengesetzten Leitung das Recht, ganze zionistische Verbände ohne Gerichtsverfahren ihrer organisatorischen Rechte zu berauben und in ihrer Tätigkeit lahmzulegen. Sie gefährden die Einheit und den demokratischen Charakter JEDEN JUDEN INTERESSIERT PALÄSTINA, wie es wirklich ist Ganzleinen S 9*46, karton. S 6.30. In 4 Wochen 5000 Exemplare verkauft Neuaufläge in allen Buchhandlungen der durch den FIBA<VERLAG, VI.» Gurapendorfer«traßo 10, Telephon B-26.9-7J