Die neue Welt
- Journal
- Die neue Welt
- Volume
- 7 (1933)
- Issue
- Heft 313 (8.9.1933)
- Date
- 1933-09-08
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
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Seile 2 DIE NEUE WELT Nr. 313 die Errichtung des jüdischen Nationalheimes gerichteten Arbeit ruhig fortfahren. Die Zusammensetzung des Kongresses Der Kongreß tagte unter der absoluten Herrschaft der zionistischen Klassenkämpfer. Sie verfügten über 42 Prozent aller Mandate und den ganzen Beamtenapparat. Es war symbolisch für diesen Kongreß, daß der am Podium thronende Vertreter der Exekutive ständig die rote Nelke trug. (Zur Eröffnung waren alle Linken rot geschmückt erschienen.) Diesem Block gegenüber — so gut wie nichts. Die »Allgemeinen" Zionisten, gespalten, programmlos, beständig gegeneinander stimmend. Diese Partei, welche einstens den Zionismus trug, mußte auf diesem Kongreß erkennen, daß sie zugrunde gerichtet ist und jeden bestimmenden Einfluß verloren hat. Durch zehn Jahre sind die „Allgemeinen" Förderer und Schützer der Linken gewesen, haben ihnen das Großteil des Budgets zu* geschanz^, hftben ihnen, den. Beamtenapp&rat ausgeliefert, haben ihre oft terroristische Herrschaft' in' täWtina' geduldet und haben ihnen — und das ist ihre größte Sünde — kampflos die Jugend überlassen. Auf diesem Kongresse ist die Saat dieser Politik aufgegangen. Die Schützlinge sind Tyrannen geworden* Die „Allgemeinen" haben ihnen die Allmacht in die Hände gespielt. Neben den „Allgemeinen" noch die Partei „Misrachi", ebenfalls in sich gespalten. Ferner die von Herrn Jabotinsky geführten Revisionisten. Diese Gruppe, welche auf dem letzten Kongresse die bedeutendste Bolle spielte, war diesmal isoliert, förmlich ausgeschaltet Ein verdientes Schicksal, denn sie ist mit einer Lüge im Herzen zum Kongresse gekommen. Zwei Jahre hindurch hatte Jabotinsky gegen die zionistische Organisation und den Kongreß als „verfaulte" Ueberbleibsel einer'verschwundenen Zeit gewettert und für den Austritt aus der Weltorganisation 1 und das Verlassen des Kongresses agitiert. Um der kongreßtreuen Opposition im Revisionismus den Wind aus den Segeln zu nehmen und nur zu diesem Zwecke hat er drei Monate vor dem Kongresse bedenkenlos die Front gewechselt, ist mit dem willenlosen Teile seines Anhanges.zu den Wahlen und zu dem noch gestern verfluchten Kongresse gezogen. Mit einer Lüge. Im Herzen, kraft- und saftlos. Mit diesem Gegner hatte die Linke das leichteste Spiel. So ist es gekommen, daß der Kongreß ein Spielball in den Händen einer Partei, der Linken, wurde. In der nächsten Zeit wird diese Partei in der zionistischen Organisation regieren, und sie wird schlecht regieren. Sic hat bereits auf dem Kongresse bewiesen, daß sie für Alleinherrschaft nicht taugt. Denn der von ihr geleitete-Kongreß war der weitaus schlechteste in der zionistischen Geschichte. Die neue Leitung Von den-neun Männern, welcher— abgesehen vom Präsidenten — die neue Leitung bilden,' gehören nicht weniger als fünf der Internationale des Klassenkampfes an und werden überdies, das steht schon heute fest, die wichtigsten'Ressorts unter sich verteilen. Die anderen vier sind als blinde- Mitgänger der Linken bekannt. Zwei, von ihnen hatten auf dem Kongresse vier oder fünf Mann hinter sich, zwei sind farblos. Ausgeschaltet von der Leitung sind die Allgemeinen, die Misrachisten, die Revisionisten und die Judenstaats-' partei, d. h.- die Vertreter der großen ^Majorität in* Zionismus. Ja, der großen ai'ajoritat inr Zionismus'; "dehri nichts' kann darüber hinwegfciuschen, daß der dank großen Geldaufwandes, eines gedrillten Beamtenapparates, der Lässigkeit anderer Gruppen und der rücksichtslosen Ausnützung der Mordaffäre Arlosoroff erzielte Wahlsieg der Linken ein verzerrtes Bild der zionistischen Bewegung gibt. Die Wahl einer Exekutive; die auf das Vertrauen der zionistischen Majorität keinen Anspruch erheben kann, schließt die traurige Bilanz des Prager Zionistenkongresscs. Man kann die Augen nicht vor -der Erkenntnis verschließen, daß der Verlauf dieses Kongresses auf die zionistischen Reihen verheerend gewirkt hat. In verzweifelter Stimmung sind die Delegierten und Besucher von diesem Kongreß geschieden, viele so, als wollten sie nicht wiederkehren, viele zur Resignation entschlossen. Mit einer Flut von Anklagen und Vorwürfen sind die Heimkehrer vom Kongresse zu Hause empfangen worden. "Um die Folgen dieses schlechtesten Kongresses zu Uberwinden, wird viel zionistische Selbstbesinnung und Energie aufgebracht und aufgewendet werden müssen. Der Zionismus hat eine Schlacht verloren — auf in den Kampf für den Zionismus, für den Judenstaat! Fortsetzung und Schluß der Generaldebatte Nachträg und erweiterter Bericht In unserer letzten Nummer haben wir den Leser bis zürn Sitzuhgstag von Dienstag, den 29. August, geführt. Die Redner' der Generaldebatte wurden. zum Teil schön genannt. Wir setzen unseren Bericht tibeV die Generaldebatte fort und schließen diese ab. Einzelne Reden tragen wir zunächst nach. In der 9. Sitzung von Montag, den 28. August, sprach M. Schapira (Hapoel Hamisrachi) über die S t ö r U ng d e s S a b b a t s in Erez- Israel durch die Leute der Histadrüth,1 die sehr leicht einen Kulturkampf pro vozieren könnten. Er schloß sich : der revisionistischen Forderung nach n a t i o*n aler Arbitrage an, befürwortete 'das Privätkapital,' regte die Gründung einer wirtschaftlichen'Beratungsstelle und einer Indüstriebank an Ferner sieht er den Ansturm einer großen Alijah des Mittelstandes voraus und wendet sich schärfstens gegen das Zertifikat-Sy3tsm. Er verlangt, daß die Ali,jäh die z,e n t r al e Frage, der. neuen z i o n is t i s c h e n Exekutive sein müsse. Zum Schlüß beschäftigt er sich mit der „Verteilung der K.-K.-L.-Böden und der ArbeitSbeziehungen in Palästina. E. Kaplan (Arb. Pal.) spricht über das Recht jedes Juden auf Arbeit, erzählt von den Versuchen, auch die nichtmarxistischen Arbeiter in die Histadruth einzubeziehen, über die Kollektivverträge, < ein obligatorisches Schiedsgericht und über die Alijah, bei der er vor allem das chaluzische Element herangezogen wissen will. 10. Sitzung, 29. August.. Joachim.Neiger (Allg. Zion.) verlangt eine Re-* form der zionistischen Organisation. Er wendet sich scharf gegen die Linken, für die der Zionismus nur ein Uebergangsstadium. zur Diktatur des Proletariats .sei. Er schließt mit den Worten: „Wenn, man für den Klassenkampf ist, kann man nicht zugleich für Erez Israel sein."' Dr. Mayer Ebner (Allg. Zion.) verlangt eine Die jüdfl§die Weifkonferenz in Genf Vom 5. bis 7. September 19S3. Dienstag, den 5. September, wurde in Genf im Salle Centrale die Jüdische Weltkonferenz eröffnet, die das Exekutiv-Komitee zur Vorbereitung des Jüdischen Weltkongresses gemeinsam mit dem American Jewish CJongress und dem Comite des Delßgations Julves einberufen hat. Auf der Tagesordnung steht: 1. Der Jüdische Weltkongreß, Referent Dr. Nahum Goldmann. 2. Die Entrechtung der Juden in Deutschland als internationales Problem, Referenten Leo M o X z k i n und Dr. Emil Mar g ü I i e s. 8. Derdeutsche Antisemitismus als internationale Gefahr, Referent Dr.' Stephen Wise, "New York. Aus Genf wird uns vom 6. September berichtet: Gestern abends wurde hier die Jüdische Weltkonferenz eröffnet, die den Jüdischen Weltkongreß einberufen soll, der sich mit der Schaffung einer internationalen Instanz zum Schutze der Rechte und Interessen der Juden zu befassen haben wird. Die Konferenz beschäftigte sich auch mit der Aufstellung von Direktiven für eine Verteidigungsaktion gegen die Judenverfolgungen In Deutschland. Dr. Stephen W i s e (New; York) erklärte als Ehrenpräsident des amerikanisäen jüdischen Kongresses über den Boykott deutscher Waren durch alle Juden der Welt, daß ein Boykott unvermeidlich und das einzige mögliche Mittel sei, um gegen die Behandlung der Juden durch die nationalsozialistische Partei zu protestleren. Auf eine Frage, ob ein solcher Boykott den in Deutschland verbliebenen Juden nicht schaden würde, antwortete er: „Wir sind nicht die Urheber ihres Unglücks. Die Juden haben nur zwei Mittel, um sich zu wehren: Systematische Verweigerung der Unterhaltung von. wirtschaftlichen Beziehungen mit Deutschland und Appell an das Weltgewissen." Es sprachen dann noch Delegierte aus anderen Ländern und gaben ihrem Solidaritatsgefühl Ausdruck. (Schlußbericht folgt.) arium Ecke Klrntnerttr. Wien Ii Annagaife 1 Untersuchung der Augen u. Verordnung passender Augengläser . kostenlos unter Leitung des Augenarztes Herrn Dr. Poborskl (Tel. R-27-M3) Ununterbrochen von 8 Uhr morceniblt? Uhr abends - yeliffnet / Brillen von Schilling 4.— aufwSrls Reform, des .Wahlrechts. und; appelliert/, an die Einigkeit aller Parteien.- Dr.< \T. rW a'l dm a n n (Vejvpohi. Zion. und. Rad.) 'betont den "Konnex zischen*der. QalutJäfrage,der Juden .Und Palästina, .und; ermahnt;: dien Kongreß, . für die. Gleiqh-und .Vollberechtigung der.Jüdischen Massen in.,der! Galuth einzutreten. D r: G ot t h elf: (Arb.. Pal.) erklärt, Chaluziuth und nationales. Kapital,. hätten, dem privaten, Kapital den Weg geebnet.. Die Chaiuz-Einwajiderung müsse der Masseneinwanderung vorausgehen. . Er fabelt von Versuchen, dem jüdischen Arbeiter in Palästina seine Rechte zu rauben, und betont eine Verständigung mit den fortschrittlichen Kräften in der ^arabischen Welt, über, die er allerdings Näheres nicht-zu sagen weiß. „Doktor. Bogratschoff (Allg. Zion.) , zeigt die Risse in der zionistischen Organisation auf und macht die Linken für den Geist des Hasses und der Absonderung verantwortlich. „Ihr, wollt die Macht", ruft er den Linken zu, „und wir dürfen sie euch nicht geben." Er wendet sich weiter gegen.; die Exekutive, die die Beschlüsse des Kongresses nicht ausgeführt habe.. Der Haschomer Hazair (die .linke Jugendvereinigung) :• hat in sein-Programm die O r g a n isierun-gdes arabischen Arbeite-rs-aufgenommen, das .bedeutet die Organisierung unserer Feinde. Wie kann man den arabischen Arbeiter organisieren und zugleich hunder tproezntig jüdische Arbeit verlangen? Dr. Stephen Wise (Allg. Zion., Amerika) ruft zunächst zti Einigkeit und Geschlossenheit auf- und cha? rakterisiert die Politik der Linken, die den arabischen Arbeiter in die Arbeiterorganisation hineinziehen, den; nichtsozialistischen jüdischen Arbeiter aber praktisch ausschließen. Die zionistische ." Organisation kann keine Monopolisierung der Einwanderungszertifikate dulden. Die jüdische, nicht der Arbeiterpartei angehörende Bevölkerung Palästinas darf nicht das Gefühl der Bedrücktheit haben. Zu den politischen Fragen übergehend, wendet er sich gegen die „tote" Agency, gegen den French-Bericht, den Gesetzgebenden Rat, die neue Bodenverordnung und weist auf die Mög-. lichkeit hin, durch eine spezielle jüdisch-arabische Verständigung die Tore Transjordaniens zu öffnen. Zum Schluß ruft er die Mandatarregierung, den Völkerbund und das jüdische Volk zu raschem Handeln auf; Reme'z (Arb. Pal.) versucht die Vorwürfe gegen die einseitig orientierte Histadruth zu entkräften, weist' auf bestehende Uebereinkommen zwischen Hapoel Hamisrachi und Histadruth hin und beschuldigt die bürgerlichen Elemente Palästinas der Untergrabung der Arbeitersolidarität. Während" er den Streik als politK sches Kampfmittel im werdenden Palästina selbstverständlich findet, wendet er sich gegen den „Streikbruch" als — nationalen Verrat. Meir .Graßmann (Judenstaatsp,) verlangt Antwort auf die Interpellation betreffs des deutschen Transferabkommens. Berl Locker (Exek.) stellt fest, daß die Verhandlungen nicht mit der Exekutive geführt, wurden. (Inzwischen veröffentlicht Berlin daS Abkommen im Wortlaut. Von uns an anderer Stelle veröffentlicht. Anm. d. Red.) Dr. Hoff mann (Jab.-Rey.), bei dessen Erscheinen vor dem Rednerpult die^ Linke den' Saal verläßt, konstatiert zunächst die ungeheure Unzufriedenheit über die Lage in der zionistischen Bewegung. Er verlangt, man möge den Kongreß in einen wi.rklich zionistischen verwandeln! Nur solche Menschen können Vertreter der zionistischen Bewegung sein, die an die politischen Ziele der Bewegung glauben. Die Jewish Agency muß weg, ebenso das Zertifikatesystem, das die .Einwanderung bedrohe. Er kündigt eine Reihe von Vorschlägen an, die sich mit der Reform wesentlicher zionistischer Angelegenheiten beschäftigen. Er verlangt auch eine grundlegende Aenderung des bestehenden Hachschara- Systems, und beklagt sich darüber, daß den Revisionisten keine Arbeitsmöglichkeiten gegeben würden. Niemals hätten revisionistische Arbeiter die Löhne unterboten oder die Arbeitszeit überboten. Es handle sich nicht um ein Zerbrechen der Histadruth, sondern darum, daß keine Partei das Monopol auf Arbeitsverteilung haben dürfe, am allerwenigsten eine solche, die das Prinzip des Klassenkampfes als Heiligtum einstelle. Menschen, die internationale Gleichheit fordern, können nicht von nationaler Arbeit sprechen. Berl Katzenelson (Arb. Pal.) polemisierte gegen Stephen Wise, der in Amerika ein Mann des Fortschritts sei, hier aber den Wert organisierter Arbeit, der Arbeitersolidarität und des Wahlrechts ignoriere. Er macht weiters der Histadruth Komplimente und betont die Bedeutung der Chaluzbewegung. Ferner versucht er zu beweisen, daß persönliche Momente (Weizmann-Frage) die Taktik der bürgerlichen Kreise im Zionismus beeinflussen. Des weiteren beschäftigt er sich mit dem Schulsystem in Palästina und nimmt die Notwendigkeit von Schulen für Arbeiterkinder in Anspruch. Er erhebt zwar Vorwürfe gegen die Agency, aber nicht politischen oder finanziellen Charakters, sondern wegen des Mangels an —• Respekt, den sie vor der in ihre Hände gelegten Sache gehabt hätte: Hingegen sei es notwendig, daß alle kolonisatorischen Unternehmungen von der Agency kontrolliert werden. 11. Sitzung. 29. August, abends. . , Es sprachen zunächst Dr. Finkelstein (Allg. Zion., Oesterreich) für die Bedeutung der zionistischen Organisation und die Einhaltung der Disziplin, wobei ein anderes Disziplin-Primat keinen Platz habe. Ing. Robert Stricker (Judenstaatsp.) bespricht die Gefahr, die darin bestehe, daß Palästina nicht unter Kontrolle der zionistischen Organisation, sondern sozusagen kontrollos aufgebaut werde. Es werde sehr viel vom Prinzip; jüdischer Arbeit - gesprochen, inzwischen aber vollziehe sich ein Prozeß, der dieses Prinzip aufs schärfste bedrohe. Die englische Politik (siehe ein Leitartikel in. den „Times") sehe im Grundsatz der jüdischen Arbeit ein Hindernis für die Verständigung zwischen Juden und Arabern; jetzt, meinen die-„Times'*, bestehe die Hoffnung, daß dieses Hindernis beseitigt werde, denn jetzt komme ein anderes Element ins Land, das deutsche, Menschen, die keine fanatischen Nationalisten seien, daher verstehen werden, daß man auf dem Prinzip der jüdischen Arbelt nicht beharren kann. Gerade jetzt, da diese „neuen Ausländsdeutschen" nach Palästina kommen, müsse man sie im Auge behalten und einen Begriff prägen, den des zionistischen Patriotismus,, sonst könnte ein Ghetto in Asien entstehen; Gerade im Augenblick höchster Gefahr tage der schwächste, elendste Zionistenkongreß, der jemals getagt habe. (Präs, Motzkin .*ügt den Ausdruck, den Redner, zurüctaümmt.)] Im Anschluß an das im Saal befindliche Herzl-Bild wendet. Sich'der .Redner äu: die Mitte,- .die.,Allgemeinen Ziönisteh, um zu zeigen; wie weit sie für den gegenwärtigen. Zustand verantwortlich sind, muß aber schließen, da seine Rede-! zeit abgelaufen ist. Barnett Janner (Allg. Zion., England) glaubt zu wissen,, daß sich die Auffassung in den amtlichen Stellen zum Besseren gewendet habe und daß eine richtig' aufgebaute konstruktive Kritik die einzige Methode zur Erreichung unseres gerechten Zieles sei. S. UssischKin. (Allg.. Zion., Paläst.) macht auch auf den Zustand des gegenseitigen Hasses unter der jüdischen Jugend in Palästina aufmerksam und fordert vom . Kongreß, daß er dem Bruderkampf ein Ende JjßX'ßi'tö» . Morris M,e y e r (Allg. Zion., England) verlangt, daß die Politik aller Parteien parallel laufe, Respekt vor der jüdischen Tradition in Palästina, kommt auf das Führerpröblem zu sprechen und sieht bloß in Weizmann den Mann, der die nötige Wirkung und den nötigen Einfluß besitzt..."" Dr. O. Grünbaum (Allg. Zion., Oest.) charakterisiert zunächst die innerzionistischen Kämpfe der letzten zwei Jahre und wandte sich dann an die Linken als„.die stärkste Partei, der er den Mangel an konstruktiven Ideen vorwarf. Des weiteren beschäftigt er sich mit der Frage der Disziplin, die notwendig sei, damit die letzte Chance des Judentums, die im Zionismus liege, nicht verlorengehe. Schließlich machte Dr. Grünbaum Vorschläge bezüglich des Schekelwahlrechts und betonte den entschiedenen Wert der zwischen rechts und links liegenden Mitte, die ihr Genügen am Herzischen Blau-Weiß finde. A. Lewinsohn (Hitachdut, Polen) sprach sich für die Schaffung eines Territorialverbandes aus, erwähnte das Recht auf Arbeit und Schutz der Arbeit und das Recht des Streiks. JSr verlangt Aenderung des Zertifikatesystems, Arbeit für den Keren Hajessod und betonte die Wichtigkeit der hebräischen Kultur als der Kultur der jungen Generation. Abrahams (Allg. Zion., England) wendet sich gegen die Parteikämpfe und spricht sich für nationale Arbitrage aus. Dr. Bernstein (Allg. Zion., Holland) spürt die psychologischen Grundlagen der jüdischen Gemütswandlung auf und verlangt, daß. das Bewegende auch zu einer Kraft gestaltet werde. Es sei jetzt die entscheidende Aufgabe, die Umwälzung, hervorgerufen durch die deutsche Judenfrage, zu einem neuen Ausgangspunkt in der Geschichte des Zionismus zu machen. Berger (Allg. Zion., Bessarabien) beantragt Zwangsarbitrage im Verhältnis yon Arbeitern und. Arbeitgebern, Verteilung der Zertifikate auch . an Handwerker und Spezialisten und eine Exekutive auf breiter Grundlage. Ein erschütterndes Bild der Lage der Juden in orientalischen Ländern entwarfen der Jemen!te Blu.ska, und der orientalische Sepharde Avissar. Bluska erklärte, die Verfolgungen der Juden in Jemen hielten noch immer an. Wie aber könne man von NJchtjuden Gerechtigkeit fordern, wenn man die Jemeniten, in Erez Israel wie Stiefkinder behandelt? Man gebe den Jemeniten keinen Boden und sorge nicht für die Erziehung ihrer Kinder. Der Beschluß des XVI. Kongresses, in Aden ein Emigrationsamt zu gründen, sei nicht durchgeführt worden. Man müßte die Jemeniten an Stelle der 200 bis 250 Zertifikate, die sie bekommen, jährlich 1000 Zertifikate geben, dann käturte. man 50.000 J«au«ait«ft