Die neue Welt
- Journal
- Die neue Welt
- Volume
- 7 (1933)
- Issue
- Heft 312 (1.9.1933)
- Date
- 1933-09-01
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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,ftefte8 DIE NEUE WELT Nr. 312 ■ »IH......(»MMMMKMMIMMMMMMMMMM.....M< , SIEGM. KORNMEHL OROSSPLeiSCHHAUEREI Ii Zentrale; IX., Ber&gasse 19, Tel. A-17-3-99 u. A-l(i-9-ö4 j! II Lieferant für Heilanstalten;; mmS!!!!SSSS£L2^ \\ unter Aufsicht des Ehrwürdigen Rabbinats der Ist. <'>;; Kultusgemeinde Wien j! Autozustellung kostenlos i: ix. Barggass« 15 - XVIII., Währlngerstr. 97;; i.....»m>........................................t Versuch, die Juden in dieser Richtungnachzuahmen, war erfolglos. Es ist jedoch eine Tatsache, daß der Einfluß der Unabhängigkeitspartei „Istikeal", welche den extremen Flügel in der arabischen Politik bildet, im Wachsen begriffen ist, während die Mäßigen immer mehr an Einfluß verlieren. Dies kann den Aufbau des Landes erschweren und es müssen alle Anstrengungen gemacht werden, diese Störungen zu beseitigen. Die Haltung der Zionisten hat nicht viel dazu beigetragen, Gefühle von Toleranz und Freundschaft bei den Arabern zu erwecken. Der offizielle Zionismus hat das Prinzip von jüdischer Arbeit in den jüdischen Kolonien, welche von den Nationalfonds-Geldern gegründet wurden, angenommen. Die Mitglieder jener Kolonien, wo dieses Prinzip eingehalten wird, werden von den Fellachen als feindliche Konkurrenz betrachtet. Wo hingegen jüdische Kolonisten arabische Arbeiter beschäftigen, wie z. B. in den Pica-Kolonien, sind die Beziehungen zwischen Arabern und Juden sehr gute. Eine Erklärung dafür kann man darin finden, daß in der zionistischen Bewegung jene osteuropäischen Juden eine einflußreiche Rolle spielen, welche sozialistisch denken und ein Gefühl von Feindseligkeit den anderen Rassen gegenüber, verursacht durch die in der Vergangenheit erlittenen Verfolgungen, empfinden. Kein Verhandeln mit Hitler-Deul§diland Die Fraktion der demokratischen Revisionisten richtet an die Exekutive der Zionistischen Organisation folgende Anfrage: In den Zeitungen vom gestrigen Tag ist .die Mitteilung erschienen, daß zwischen Zionisten und der deutschen Regierung ein Vertrag des Inhaltes abgeschlossen wurde, daß Palästina um S Millionen Mark Warc« aus Deutschland bezieht und die Deutsche Regierung dafür vom Vermögen der Juden Deutschlands den gleichen Betrag freigibt. . ■'Wirerachten diesen Vertrag als schädlich und den moralischen und materiellen Interessen des jüdischen Volkes nicht entsprechend. Wir fragen die Exekutive, ob dieser Vertrag über ihr Betreiben, mit ihrem Wissen abgeschlossen wurde und oh Organe oder Institutionen der Zionistischen Organisation au diesen Verhandlungen beteiligt sind. Wir halten die Aufklärung dieser Angelegenheit für dringend und wichtig, um so mehr, als gestern die Majorität des Kongresses eine allgemeine Aussprache über die Vorgänge in Deutschland abgelehnt und damit eine eingehende Erörterung dieser Vorgänge, unmöglich gemacht hat. Wir erwarten, daß die Exekutive umgehend antworten und damit dem Kongreß die Möglichkeit einer Aussprache über diesen Gegenstand geben wird. * Die Exekutive hat. beschlossen, die Interpellation erst nach der Rückkehr der Herreh H o f i e n und C o h e u aus Berlin zu beantworten, welche die Unterhandlungen :mit der deutschen Regierung führen.; . Die J. T. A. meldet aus Berlin: Die „Vossische Zeitung" veröffentlicht eine Mitteilung des Deutschen Landhandelsbndes E. V., betreffend ein Abkommen über Warenaustausch zwischen Palästina und Deutschland. In der Zuschrift des Landhandelsbundes heißt es: Vor allem unter dem Gesichtspunkt der Arbeitsbeschaffung hat der DLB. jetzt ein für Deutschland günstiges Aüstauschgeschäft in die Wege geleitet. Es handelt sich dabei um ein Kompensationsgeschäft mit den Ländern Palästina und Syrien, das die Hereinnahme von Jaffa-Apfelsinen im Werte von 8 bis 10 Millionen Reichsmark vorsieht. Dafür wird Palästina deutsche Industrieerzeugnisse in doppeltem Werte, also für rund 20 Millionen Reichsmark, einführen. Für die Ausfuhr nach Palästina sind hauptsächlich folgende Erzeugnisse der deutschen Industrie vorgesehen: Röhren, Rundeisen, landwirtschaftliche Maschinen, Motoren, Kühlschränke, Düngemittel, Sämereien, Textilien; Haushaltungsartikel sowie Maschinen für dort zu errichtende Hausindustrien, wie Knöpfe, Feinlederwaren, Korbmöbel und so weiter. Bei diesem Austausch ist noch hervorzuheben, daß sowohl die Hinals auch die Rückfracht durch deutsche Schiffe ausgeführt wird. Man hat ferner;berechnet, daß durch dieses Geschäft die Zolleinnahmen uin rund 1 Million Reichsmark erhöht werden. Zur Festlegung der notwendigen Einzelheiten ist eine deutsche Kqmmission mit Zustimmung des Reichsernährungsmini-. «teriums eingesetzt worden, die dieses erst nach schwierigen Verhandlungen mit den betreffenden Industrie- und plrfvatwirtschaftsgruppen der beteiligten Länder zustande gekommene Austauschgeschäft in die Wege geleitet hat. Der Deutsche Landhandelsbund, die vierte Hauptabteilung des Reichslandstandes (Agrapolitisches Amt der NSDAP.) teilt der Jüdischen Telegraphen-Agentur zu oWger* Bekanntmachung auf eine Anfrage mit, daß ein Es gibt aber auch einflußreiche Zionisten, welche sehr gut verstehen, daß das jUdischnationale Heini nicht gut prosperieren kann, wenn es die Araber zu Feinden haben wird. Diese sind dafür, daß ein Plan für die Entwicklung Palästinas mit jüdischem Kapital gemacht werden soll, laut welchem auch die Araber zur Mitarbeit herangezogen werden sollen. Dieser Gedankengang wird möglicherweise bei den nach Palästina kommenden deutschen Juden Unterstützung finden, die wahrscheinlich ein mehr praktisches Element bilden werden als die Träumer aus Rußland und Polen. Eine Gelegenheit für eine derartige Zusammenarbeit gäbe. Transjordanien. Die Führer der Stämme wollen sehr gerne Boden verkaufen, welcher viel billiger ist als der palästinensische, und Emir Abdallah wäre auch bereit, die jüdische Kolonisation zu schützen. Die ersten diesbezüglichen Schritte sind bereits vergangenen Frühling unternommen worden. Ein gewisser Betrag ist auch in Form von Hypotheken für die Option, welche den Juden das Recht auf Besitzvon 500.000 Acres gibt, festgesetzt worden. Diese Transaktion hat bei den arabischen Nationalisten einen Sturm von Protesten hervorgerufen. Dieser Sturm hat jetzt aufgehört, aber er würde sicher wieder einsetzen, wenn die Käufe praktisch in ein ernstes Stadium treten. Im Falle einer Durchführung müßten die Juden von Emir Abdallah und den Stämmen Garantien erhalten, daß sie in ihrer Arbeit nicht ' gestört werden. Die. englische Regierung hätte nicht die Pflicht, diese Unternehmungen zu erleichtern. Die Juden müßten seibst für sich sorgen. Unter diesen Bedingungen werden es die Juden vielleicht für ratsamer finden, politischer zu sein und einen Plan zu unterstützen, welcher nicht nur dem Emir und dem Scheich, sondern .auch der ganzen arabischen Bevölkerung entsprechen sollte. Wenn ein derartiges Experiment einer solchen Zusammenarbeit beider Völker in Transjordanien erfolgreich durchgeführt werden könnte, müßte dies auch eine Wirkung auf Palästina haben und könnte zu einer allgemeinen Verständigung führen. Abkommen, wie es in dieser Mitteilung geschildert wird, zwar noch nicht endgültig abgeschlossen ist, wohl aber vor dem Abschluß steht. Die Verhandlungen würden vom Reichsernährungsministeriüm einerseits und vom Außenpolitischen Amt der Palästina-Regierung (?) andererseits ■geführt. * . Im Zusammenhang; mit der Veröffentlichung des Deutschen Landhandelsbundes über ein deutsch-palästinensisches Handelsäbkommen wird der Jüdischen Telegraphen-Agentur aus den in Betracht kommenden Londoner und palästinensischen Kreisen mitgeteilt, daß, dort 'bisher über ein derartiges Abkommen nichts bekannt sei. * Ein Teil des Aktions-Comiteei gegen Jüdischen Wellkongreß Das Zionistische Aktions-Komitee hat sich in einer Sitzung, die eine volle Nacht in Anspruch nahm, mit der Frage der Einberufung des Jüdischen Weltkongresse s befaßt. Während Dr. Stephen S. Wise, Dr. Nahum Goldmann,, Leo Motzkin und der ehemalige Abgeordnete Oberbaurat Robert Stricker auf die Wichtigkeit eines Jüdischen Weltkongresses hinwiesen, brachten zahlreiche Mitglieder des Aktions-Komitees die Befürchtung zum Ausdruck, daß ein Jüdischer Weltkongreß eine Art Konkurrenz für den Zionistenkongreß bilden und einzelne seiner Funktionen übernehmen könnte, was zu einem Verlust des Prestiges der Zionistischen Or-! ganisatipn führen würde. Die Debatte über diese Ange- : legenheit gestaltete sich stellenweise äußerst lebhaft und; «türmisch. i Was gesehseht mit der Ageneyt Die Zionistische Exekutive hat dem Aktions- K o m i t c e empfohlen, keine Aenderung des derzeit in Kraft stehenden Abkommens, das 1929 der erweiterten Jtwish A g e n c y zugrunde gelegt wurde, vorzuj schlagen. Vielmehr solle ein ,,g e n 11 e m a n's agree- | m e n t" mit den Nichtzionisten in der Frage der Reorga-! nisation der Jcwish Agency durch Herabsetzung der Zahl I ihrer nichtzionistischon Mitglieder angestrebt werden. Das Aktions-Komitee bei-ät über diese Anregung der Zionistischen Exekutive. ' . ©er nächste Kongreß inTel-Awlw Dem 18. Zionistenkongreß wurde ein vom Bürgermeister von Tel-Awiw, Meir Dizengoff, gezeichneter Antrag unterbreitet, der in den Kreisen der Delegierten größte Beachtung findet. Der Antrag geht dahin, den nächsten Kongreß in Erez Israel abzuhalten. Es wird darauf hingewiesen, daß ein Kongreß in Palästina selbst einen sehr starken Widerhall bei der dortigen Bevölkerung finden und einen für den Zionismus außerordentlich wichtigen innigen Kpntakt zwischen Galutn- Judentum und Jischuw herstellen würde. Außerdem wäre mit der Abhaltung des Kongresses in Erez Israel für das Land ein bedeutender wirtschaftlicher Vorteil verbunden. Da mit Recht angenommen werden kann, daß aus einem solchen Anlaß eine ungemein hohe Zahl von Touristen Palästina besuchen würde, erhielte der palästinensische Touristenverkehr einen bedeutenden Impuls. Bürgermeister Dizengoff betont, daß die technischen Voraussetzungen für die Abhaltung des Kongresses in Palästina durchaus gegeben seien. Die Veranstalter der Lev'ant e-M esse seien bereit, nicht nur geeignete Lokalitäten in den neuen Messegebäuden zur Verfügung zu stellen, sondern hätten dem Kongreßpräsidium bereits Pläne unterbreitet, aus denen zu ersehen sei, daß die Levante-Messe bereit ist, ein eigenes Korigreßgebäude zu Gegründet 1882 Versicherungsbestand Ende 1932.................2,728 Millionen Schilling Prämien- und Zinseneinnahmen im Jahre 1932........... 179 Millionen Schilling Garantiemittel Ende 1932 .". . . '.. ...... .; . . . 527 Millionen Schilling Auszahlungen an Versicherte im Jahre 1932 ............ 60 Millionen Schilling Am Ende des Jahres 1932 waren bei der Gesellschaft 845.706 Personen versichert , -; * Tätigkeitsgebiet: Oesterreich / Deutschland / Frankreich / Liechtenstein / Belgien / Holland Spanien / Tschechoslowakische Republik / Polen / Ungarn / Rumänien / Jugoslawien Bulgarien / Griechenland / Türkei / Aegypten und Kleinasien ^=',: ■—■—— Rund um den Kongreß