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Die neue Welt · 1933-08-18 · Heft 310 (18.8.1933) · page 3

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Journal
Die neue Welt
Volume
7 (1933)
Issue
Heft 310 (18.8.1933)
Date
1933-08-18
Page
– (sequence 3)
Language
German
Belongs to
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Nr. 310 DIE NEUE WELT Seite 3 Kraft der Jugendsportbewegung. Er verlangt Glauben, Charakter, Einhelligkeit. Nur zögernd, nur mühevoll die Scham überwindend, erinnere ich an den Aufmarsch der Makkabim in Tel-Awiw, wo die abseitsstehenden Zaungäste der klassenengen Histadruth- Anhänger den blauweißen Jungen und Mädchen das „habajta makkabim" und das: „kadima hapoel" zuriefen. Heute von dieser Schande zu erzählen, heißt nicht in Erinnerungen wühlen, sondern diese Schande überwinden. Die blauweißen Fahnen im Golem-Prag rufen die Majestät schöner und kühner Gedanken hervor. Ihre ästheische Kraft harmonisiert mit der sittlichen Kraft der Idee. Abzug Golem, empor ihr Makkabim! Der schöpferische Genius des jüdischen Volkes schafft sich hier eine neue Form für den neuen jüdischen Menschen. o. r. Vom AnffrZioiHsmus der PaläsiinaaRegieruiig Vor dem Völkerbund und in Transjordanien Ueber die Haltung des Vertreters der englischen Mandatarmacht und der Palästina-Regierung vor der Mandatskommission des Völkerbundes Mr. Y o u n g wurde bereits berichtet. Sie war dem Zionismus gegenüber ablehnender denn je. Mr. Young hat ganz offen und stellenweise in brüsker Form zugestanden, daß die Palästina- Regierung nicht daran denkt, eine großzügige Entwicklung der judischen Kolonisation, und zwar sowohl der ländlichen als der städtischen, zuzulassen. Auch die Vorgänge in Deutschland haben nach den Aeußerungen Mr. Youngs nicht vermocht, die Palästina- Regierung von ihrem ablehnenden Standpunkte abzubringen. Diesen Eindruck hatte man aus den bisher vorliegenden Berichten über die nicht öffentlichen Verhandlungen vor der Mandatskommission gewonnen. Nun werden weitere Details bekannt, welche diesen fatalen Eindruck noch verschärfen. Aus Genf wird berichtet: Ueber die Verhandlungen auf der letzten Tagung der Mandatskommission des Völkerbundes, deren offizielles Protokoll erst Ende September veröffentlicht werden wird, erfährt der Genfer JTA-Vertreter noch gewisse Ein zeih ei ten, die sich auf die Einwanderung von Juden aus Deutschland und von Arabern aus Transjordanien sowie auf die Vertretung von Juden in der Polizei und im transjordanischen Grenzkorps und auf die Regierungs- BuWentionen für das jüdische Schulwerk und das öffentliche Gesundheitswesen beziehen. Auf eine Frage betreffend die Einwanderung deutscher Juden nach Palästina erklärte der britische Vertreter Mr. Young, die Zahl der zur Einwanderung zuzulassenden Personen werde nicht erhöht werden, doch werde ein größerer Teil der Einwanderungserlaubnisscheine, deren Zahl nicht vergrößert wird, Juden aus Deutschland überlassen werden. Ein Mitglied der Kommission fragte, ob sich die britische Regierung nicht mit der deutschen Regierung darüber verständigt habe, daß den Juden, die nach Palästina auswandern wollen, die Mitnahme ihres Vermögens gestattet werde. Der Vertreter der Mandatarmacht Young erklärte, es sei der britischen Regierung bekannt, daß die deutsche Reichsregierung in solchen Fällen die Ausfuhr von 1000 Pfund gestattet. (Anmerkung der Redaktion; Und das restliche Vermögen?) Auf die Frage des Kommissionsmitgliedes Doktor Büppels, wie es möglich sei, daß im Jahre 1932 bloß £ 13 Mohammedaner nach Palästina eingewandert seien, und ob sich die Anführung einer so kleinen Zahl nicht dadurch erkläre, daß die Regierung keine Kontrolle betreffend die Zahl der Araber, die aus Transjordanien nach. Palästina kommen, ausüben könne, antwortete Young, dies treffe zu, die transjordanischen Araber bedürften keines Passes, um nach Palästina zu kommen. Ferner wurde vom Vertreter der Mandadarmacht Aufklärung darüber verlangt, in welcher Stärke die Juden in der Polizei und im transjordanischen Grenzwachkorps vertreten seien, und ob der derzeitige Zustand die Juden befriedige. Hierzu wiederholte Young die Erklärung, die der Kommission von den britischen Vertretern in der Regel zu dieser Frage gegeben Wird, nämlich, daß für das Grenzwachkorps Personen ausgesucht werden, die das Arabische vollkommen beherrschen, und daß es nicht leicht sei, in jeder Beziehung geeignete Menschen für dieses Korps zu finden. Schließlich wurden an Young Fragen betreffend die Regierungssubventionen für das jüdische Schulwesen und den Gesundheitsdienst gerichtet. Der Vertreter der Mandatarmacht erklärte, die Regierung verfolge die Tendenz, diese Subventionen im Rahmen der Möglichkelten zu erhöhen. (Anm. der Redaktion: Wie die „Tendenz" aussieht, ist bereits erkennbar. Die Palästina- Regierung hat die Subvention für jüdisches Schul- und Gesundheitswesen um den Bettel von je 2000 Pfund erhöht.) *" Was die von Dr. Ruppel aufgeworfene Frage Transjordaniens betrifft, hat die Palästina-Regierung bereits weitere Schritte unternommen, um die von Mr. Young vertretene Tendenz der Absperrung Transjordaniens gegen Juden in die Tat umzusetzen. Nicht nur, daß sie Araber aus Transjordanien ohne Kontrolle, ohne Visum nach Palästina einwandern läßt und Juden aus Palästina den Uebertritt nach Transjordanien verbietet, hetzt sie die transjordaniachen Araber» welche bisher den Zionisten freundlich gegenüberstanden,, gegen diese auf. Aus Aman, der Hauptstadt Transjordaniens, wird berichtet: Am 6. August fand hier eine von MajedPascha Edwan einberufene Konferenz statt, an der etwa 1800 Personen aus allen Gebieten Transjordaniens teilnahmen. Sämtliche Hedner sprachen sich gegen deo zionism u s a u s. In den gefaßten Resolutionen wurde dem Emir von Transjordanien das Vertrauen ausgesprochen, die Forderung nach Absetzung der gegenwärtigen und Einsetzung einer nationalen Regierung sowie nach Abänderung des anglo-transjordanischen Vertrages aufgestellt, die Bekämpfung des Zionismus zum Programm erhoben und der Regierung eine Liste von Forderungen auf wirtschaftlichem und kulturellem Gebiet vorgelegt. Die Einberufer der Konferenz hatten insbesondere im Auge, die transjordanische arabische Exekutive (welche für eine jüdische Kolonisation in Transjordanien eintritt) zu bekämpfen und den Einfluß der Istiklalisten im Lande zu brechen. Mitqal Pasche AI Faiz nahm an der Konferenz nicht teil. Vor Eröffnung der Tagung hatte Majed Pascha Edwan folgenden Aufruf erlassen: „Ich erkläre öffentlich, daß die Schelks und Notabein Transjordaniens an der bevor- Raslere dicü bessert Nim die einzige schwedische Weitmarke stehenden Tagung teilnehmen werden. Diese wird eine Konferenz der Treue und Selbstaufopferung sein, die den Zionismus ablehnen und seine Propaganda hemmen wird. Das Ziel der Konferenz ist das öffentliche Wohl. Personenfragen werden nicht erörtert werden." Wie ist diese antijüdische, antizionistische Konferenz zustande gekommen? Vor wenigen Monaten haben sich der Emir und die Schelks von Transjordanien an zionistische Führer in Palästina gewendet, mit der Bitte, jüdische Ansiedlungen in Transjordanien zu schaffen, um das verelendete Land vor Hungersnot und Untergang zu retten. Der Emir hat auch mit zionistischen Führern einen Kaufvertrag bezüglich großer Grundstücke in Transjordanien abgeschlossen« -Woher die Wandlung? Die englischen Herren haben sie besorgt. Erst hat der englische Resident im Auftrage der Palästina-Regierung den Emir mit Entzug seiner Pension gedroht, dann hat ihn die Palästina-Regierung zürn Brüche des Abkömmens gewaltsam gezwungen. Aber weil man auf die Dauer nicht „gewalttätig" vorgehen will, schafft man jetzt „Volksstimmung". Dieselben Schelks, welche vor einigen Monaten hilfeflehend zu den Zionisten kamen, veranstalten jetzt Proteste gegen den „gefährlichen" Zionismus und verdammen ihn feierlich. Jetzt wird die britische Palästina-Regierung salbungsvoll erklären können, daß' sie die Juden nicht nach Transjordanien lassen kann, weil die Sicherheit der Juden dort nicht gewährleistet ist. Die Regie klappt famos. Das alles spielt sich knapp vor einem Zionistenkongreß ab, auf welchem jene Elemente die Majorität haben werden, welche ein energisches Auftreten gegen die Palästina-Regierung ablehnen und immer behaupten, daß die politische Situation des Zionismus und des jüdischen Palästina „befriedigend" ist. JEDEN JUDEN INTERESSIERT PALÄSTINA, wie es wirklich ist Ganzleinen S 9.45. karton. S 6.30. In 4 Wochen 5000 Exemplare verkauft Neuauflage in allen Buchhandlungen oder durch den FIBA-VERLAG, VI., Gumpendorferstraße 10, Telephon B-24-9-78 Nobel — auf Kosten der Juden Die Palästina-Regierung schenkt den arabischen Landwirten 100.000 Pfund Zehent-Steuer Aus Tel-Awiw wird gemeldet: Wie soeben bekannt wird, haben die Grundsteuerkommissionen für das städtische Gebiet von Jaffa den Ertrag der städtischen Grundsteuer in Tel- Awiw für das kommende Jahr auf 180.000 Pfund, das Dreifache des gegenwärtigen Ertrages dieser Steuer in Tel-Awiw, geschätzt. Allgemein wird der Meinung Ausdruck gegeben, daß die Regierung unter Berücksichtigung dieses .Steuerertrages, der ihr und nicht der Stadtgemeinde zufließt, in der Lage war, in großzügiger Weise über 10 0.0 00 Pfund an landwirtschaftlichen Steuern zu erlassen. Scharf kritisiert wird auch der Umstand, daß von den acht Beamten, die die Steuer einzunehmen haben, bloß einer Jude ist und auch dieser nur zeitweilig angestellt ist, obwohl Tel-Awiw die größte Bevölkerung unter den städtischen Gebieten des Bezirkes Jaffa besitzt. Die Zeitungen machen die Hausbesitzer darauf aufmerksam, daß ihnen noch die Möglichkeit eines Einspruches gegen die Bewertung ihres Einkommens aus Haus- und Grundbesitz zusteht. Unser Palästina-Korrespondent schreibt zu dieser Meldung; Sonderzug zum 18. Zionistenkonareß nach Prag veranstaltet von den vereinigten zionistischen Organisationen Wiens, bequem, billig, im Pullman-Wagen reservierte Plätze, Führungen usw. Auskünfte: Internationales Reisebüro Schenker & C0.f Wien I. Schotten ring 9, Telephon: R-50-510, Reisebüro E. F e r s t e 1, Wien I, Kärntnerring 12, Telephon: U-40-301 Um die wahre Bedeutung dieser Maßnahmen der Regierung richtig einzuschätzen, genügt nicht die Betrachtung der Ziffern. Erlaß der landwirtschaftlichen Zehent-Steuer ist eine schöne Sache, aber sie erstreckt sich nicht auf die jüdische Landwirtschaft. Man kann ruhig behaupten, daß von dem Nachlaß von 100.000 Pfund den jüdischen Landwirten keine 5000 Pfund zugute kommen. Dafür haben die Juden nur in Tel-Awiw eine Erhöhung der Grundsteuer um 120.000 Pfund zu tragen. Der Ueberschuß von über 500.000 Pfund, den die Regierung im Jahre 1932 aus Steuern und Zöllen erzielt hat, dürfte — auf Kosten der Juden — im, Jahre 1933 wieder anwachsen. Während die Regierung die Kosten des Schul« und Gesundheitswesens, sofern es die Araber betrifft, zur Gänze trägt, müssen die Juden ihre Schulen und Einrichtungen für Kranke selbst bezahlen. Trotz des gewaltigen Steuerüberschusses hat beispielsweise die Regierung ihre Unterstützung für das notleidende und durch die große Einwanderung riesig angewachsene jüdische Schulwerk, die kaum 10 Prozent des Budgets beträgt, nach langen Kämpfen und großen Versprechungen vor dem Völkerbund und dem Londoner Parlament um sage und schreibe 2000 Pfund erhöht. Die Regierung ist nobel gegen die Araber auf Kosten der Juden. feinsU H^df*». Petit- Point-T^-T Sir Herbert Samuel — einer der „Weisen von Ziöhrt Montreal, 10. August. (J. T. A.) Anläßlich des Eintreffens Sir Herbert Samuels, der sich kurze Zeit in Montreal aufgehalten hat,' veröffentlichte die dortige antisemitische Zeitung „Le Patriot" einen Artikel, in dem sie behauptete, Sir Herbert Sei als Abgesandter der „Weisen von Zion" nach Kanada gekommen, um die Erlaubnis zur Niederlassung deutscher Juden in Kanada zu erwirken. Entsprechend seinem Grundsatz, keine Interviews, zu gewähren, lehnt es Sir Herbert ab, Erklärungen zu dieser Zeitungsäußerung abzugeben. * Ueber die Tätigkeit Sir Herbert Samuels zugunsten der Juden und gegen den Antisemitismus brauchten sich die kanadischen Antisemiten wirklich keine grauen Haare wachsen zu lassen. Zwischen Antisemiten und Juden ge-- stellt, hat sich Sir Samuel immer für die ersteren entschieden. Als stürmisch begrüßter erster jüdischer Gouverneur von Palästina hat er den Anstifter der4Judenpogrome in oiirei Ii 6. September bis 11. Oktober 1933 | In Verbindung mit einer Mlttelmeer- 1 rundrahrt mit dem Lloyd-Dampfer i „Vienna" | | Rückfahrt über Aegypten mit dem I | Lloyd-Dampfer „Helouan" | § Aufenthalt in: Palästina 15 Tage / Kairo I § 2 Tage / Konstantinopel 2 Tage / Athen I | 2 Tage / Rhodos 1 Tag / Venedig 1 Tag | §§ Genua 1 Tag §§ 1 Rosch - Hoschanoli In Jerusalem ] | Pauschalpreis von Wien bis Wien: 1 | Dampfer III. Klasse Spezial (vereinfachte II. Kl.), I 1 Eisenbahn II. KI., gut bürgerl. Hotels u. C utn § |= Verpflegung, FUhrung, Trinkgelder usw. ü I4jU." 1 H Bei Benützung der II. Schiffski. um S 350.- mehr I | Gesamtarrangement: Frau Beita Taubes 1 | Technische Durchführung: Reisebüro | | „MarlenbröcHe** (Palästinadienst), Wien I, 1 | Rotenturmstraße26,Tel.R-24-2-86u.R-24-2-87 § § Auskünfte taglich / Prospekte gratis 1 iiiiiiinmujj

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