Die neue Welt
- Journal
- Die neue Welt
- Volume
- 7 (1933)
- Issue
- Heft 309 (11.8.1933)
- Date
- 1933-08-11
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 96% known words query
- IRI
…/2711613-2711899-2711931--3868-2717283- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Nr. 300 DIE NEUE WELT Seite 7 . ™ . ' ' " w \ Hu r/W stefeKieftctib ^TascfkeMh s.iA(id>, iiHüiivhißmtfitel% - : ' r des : ' V ff || I II j joijj:s M*?4\'s % Fährend in Petit-Point-Taschen Petit-Point-Neuheiten und Tapisserien für Innendekorationen nur J. JOLLES I StuJhs Erzeuger Wien W/7 Andreasgasse 6 4. Bericht der Exekutive über die politische Tätigkeit. — 22. August, 3 Uhr nachm.: 1. Referat: „Lage der Zionistischen Organisation und ihre Probleme". 2. Referat „Probleme der landwirtschaftlichen Kolonisation Palästinas". 3. Referat: „Probleme der städtischen Kolonisation in Palästina mit besonderer Berücksichtigung des jüdischen Mittelstandes". 4. Referat: „Wirtschaftliche Lage in Palästina, Probleme und Aussichten". — 22.. August, 8.30.Uhr abends. 1. Referat: „Die zionistische Lösung der deutschen Judenfrage". 2. Referat: „Seßhaftmachung deutscher Juden in Palästina". 23. August, 10 Uhr vorm.: 1. Referat: „Die Aufgaben des Keren Kajemeth Leisrael". 2. Referat: „Der Weg des Keren Hajessod". 3. Referat: „Die Aufgaben des nationalen Kapitals in Palästina". 4. Wahl der Kongreßausschüsse. — 2 3. August, 3 Uhr nachm.: 1. Eröffnung der Generaldebatte. (Abends Sitzungen der Kongreßausschüsse.) 2 4. August, 10 Uhr vorm.: 1. Fortsetzung der Generaldebatte. — 24. August. S Uhr nachm.: 1. Fortsetzung der Generaldebatte. (Abends Sitzungen der Kongreßausschüsse.) 2 5. August, lOUhrvor m.: 1. Fortsetzung der Generaldebatte. — 25. August, 2.30 Uhr nachm.: Schluß der Generaldebatte. (Samstag, den 26. August, abends, finden Sitzungen der Kongreßausschüsse statt.) 2 7. August, 10 Uhr vorm.: 1. Gedenkrede auf die Toten der Zionistischen Organisation und des jüdischen Volkes. 2. Referat: „Hebräische Kultur in Palästina". 3. Debatte. Sonntag nachmittag und Montag vormittag finden Sitzungen der Kongreßausschüsse statt. 2 8. August, 3 Uhr nachm.: 1. Berichte von Ausschüssen, Debatte und Abstimmung. 2 Ö. August, 10 Uhr vorm.: 1. Berichte von Ausschüssen, Debatte und Abstimmung. — 2 9. August, 3 Uhr nachm.: 1. Berichte von Ausschüssen, Debatte und Abstimmung. 2. Wahl der Exekutive, des Aktions- Komitees, des Kongreßgerichtes, des Ehrengerichtes, der Revisoren, der zionistischen Vertreter in den Organen der Jewish Agency. — Schluß des Kongresses. Sir Arthur Wauchopes Politik Von Meir Großmann Vor großen Entscheidungen in Palästina Als Sir Arthur Wauchope zum Oberkommisaär von Palästina ernannt wurde, bezeichnete ihn der jetzige Kolonialminister Cunliffe-Lister als „isch tow", als „guten Mann". Als sich Herr Sokolow an den Minister wandte, die Regierung möge jetzt (es war nach dem MacDonald- Brief) den Juden ein Zeichen von Freundschaft und guter Beziehung zu den zionistischen Institutionen geben, antwortete jener: „Wir schicken Ihnen nach Palästina einen guten Mann. Was kann es Besseres geben?" Und wirklich haben die Zionisten Palästinas in diesem Sinne den neuen Oberkommissär aufgenommen. Vom ersten Augenblick an hat man ihm Vertrauen geschenkt. Man hat an sein Regime große Hoffnungen geknüpft. Man hat gewußt, daß radikale Aenderungen nicht zu erwarten sind; man hat aber damit gerechnet, daß Wauchope der Vertreter der geänderten englischen Politik in bezug auf das jüdische Nationalheim sein werde. Der neue Oberkommissär hat es gleich verstanden, bessere Beziehungen zwischen der Administration und dem Jischuw herzustellen. Vor allem ist die grobe Art, der Snobismus, die offene Geringschätzung, ja Feindschaft gegenüber den Juden und dem Zionismus seitens der Beamtenschaft verschwunden. Es wurden einige Beamte, die dem Jischuw ein Dorn im Auge waren, versetzt. Der Oberkommissär selbst war ein häufiger Besucher von Tel-Awiw und der Kolonien. Er hat Ausstellungen eröffnet, Konferenzen begrüßt, die Lage der Landwirtschaft, der Industrie und des Handels selbst geprüft. Jüdische Führer, insbesondere einige Mitglieder der Jewish Agency, waren oft bei ihm zu Gast, fast wie Kinder im Hause. Kurz, es ist ein guter, fast freundlicher Kontakt zwischen dem Oberkommissär einerseits und der Agency und dem Jischuw anderseits geschaffen worden. Nach dem Regime Chancellor hat das Regime Wauchope, d. h. die einfach normale Administration, wie ein großer politischer Erfolg ausgesehen. Ein bißchen Selbstverständliche Gerechtigkeit, ein paar freundliche Worte, ein wenig Entgegenkommen — und man hat den „harten Kämpfer", den Juden, in der Tasche. Nach kurzer Zeit wurde Wauchope als unser Freund proklamiert. Und da seine Amtszeit gerade mit der Epoche einer größeren jüdischen Einwanderung und eines ökonomischen Aufschwungs zusammenfiel, wurde sogleich die Vorstellung geschaffen, daß „die politische Lage in Palästina zufriedenstellend sei". Das Regime Wauchope wurde als großer politischer Erfolg bezeichnet. Man begann von einer günstigen Wendung in der britischen Politik bezüglich des Zionismus zu reden. Inzwischen hat Sir Wauchope genau unsere Literatur studiert und sich mit den , Problemen des Judentums bekannt gemacht. Die Unterredungen mit ihm — so erzählte man — seien direkt angenehm ... Man habe es zu tun mit einem freundlichen, ehrlichen, europäisch gebildeten Menschen. Die naiven jüdischen Herzen wurden weich: Gott sei Dank, an der Spitze der Palästina- Regierung steht ein guter Mensch. Sir Wauchopes guter Ruf wurde auf diese Weise begründet. * Niemand wird leugnen, daß man seit Wauchope« Erscheinen in Palästina leichter atmen konnte. Man wurde weniger schikaniert, man bekam geringere Widerwärtigkeiten, man erhielt ein paar Zertifikate mehr. Und vor allem: die berühmte „höfliche Behandlung"! Die Atmosphäre und die Dekoration haben sich sozusagen geändert. Aber nur nach außen. Nicht mehr. In Wirklichkeit haben sich die Grundlagen der britischen Politik betreffs Palästinas seit der Ankunft Wauchope« wenig, fast gar nicht geändert. Man wird bald Gelegenheit haben, einen Auszug* aus einer eineinhälbjährigen Politik Wauchopes zu machen. Man wird in Prag die richtige Bilanz ziehen, um zu wissen, wo man hält, und um sich nicht zu täuschen wie immer. Das Regime Wauchope also: Vor allem hat er wie ein diplomatischer Virtuose vermieden, irgend welche bindende Erklärungen zu geben. Er hat es verstanden, Reden zu halten und Begrüßungen zu schreiben, in einer Art, daß darin — gottbehüte — der sakramentalen , Worte „Jüdisches Nationalheim" nicht Erwähnung getan werde. Ganz und gar zieht er den Begriff „Die Bevölkerung Palästinas" vor. Es ist bequemer. Es sagt gar nichts. Es ist .leise und elastisch. Positive Leistungen zugunsten der Juden kann man mit der Laterne suchen. Hat die Regierung z. B. ihren Anteil für die jüdischen Institutionen vergrößert?! Ist die Zahl der Juden in der Verwaltung und in ihres Unternehmungen vermehrt worden? Bezüglich freien oder billigen Bodenkaufs für jüdische Siedler braucht man kein Wort zu verlieren, wenn man alle gerechten jüdischen Beschwerden sammelt, die ein dickes Buch ausmachen; und all das zur Zeit des größten wirtschaftlichen Aufschwungs, wo die Regierung Hunderttausende Pfund erspart. Aber es geht hier nicht um Details. Geben wir uns einen Ueberblick über die großen politischen Probleme, die an die Grundlagen des Zionismus rühren, um zu sehen, daß Wauchopes Sympathien und Ideen in eine Richtung hinzielen, die oft in einem direkten Gegensatz zu unseren Interessen stehen. Ein paar Tatsachen: Der Fall Waadi Ohavarit; der Plan einer Einkommensteuer; das nahestehende Projekt eines Parlaments für Palästina; die offene Opposition gegen die jüdische Kolonisation in Transjordanien; die Beschränkung der Einwanderung; das Projekt einer Landentwicklungsanleihe gemäß dem French-Bericht — all das gehört in die Periode Wauchope. Für die Menschen in der Galuth klingt das vielleicht wie trockene Formeln, aber für den Zionismus und für die, die im harten Kampf in Palästina stehen, ist jedes dieser Worte ein großes Problem und eine große Gefahr. Wer die englischen Verwaltungsmethoden kennt, der versteht, daß es sich hier nicht allein um die Tätigkeit Londons handelt, sondern daß hier auch die Hand und der Kopf des „isch tow", des guten Mannes, im Spiel sind, des Oberkommissärs Sir Arthur Wauchope. Er hat tatsächlich niemals seine Meinung verborgen gehalten. Das große Geschrei wegen der tausende „hinausgestoßenen" Araber hat ihm nicht gefallen, aber sich mit der Kolonisierung dieser „Hinausgestoßenen'« zu beschäftigen, hält er für seine Pflicht. Es hat keinen Zweck, in einer Welt von Illusionen zu leben. Die Flitterwochen von Wauchopes Regime gehen zu Ende. Der Mann hat Verlangen nach Taten und Reformen, die meistens gegen unsere Interessen gerichtet sind. Er ist hiebei höflich und freundlich in der Form, aber es wird jedenfalls zu einem schweren politischen Kampf kommen müssen. Der 18. Kongreß wird sich nicht, wie einige meinen, mit „Primat" und „Putsch" und ähnlichen Belanglosigkeiten beschäftigen dürfen. Vor ihm werden ernstere und größere Probleme stehen. Die politische Lage Palästinas, besonders die weiteren Methoden unsere« Kampfes um die erforderliche Realisierung des Mandats verlangen eine gründliche Aussprache. Die nächsten Wochen werden eine Reihe jener ernüchtern, die in uns in der letzten Zeit Illusionen erweckt haben. Die Ernüchterung wird sich auch auf den „guten Mann" erstrecken, den uns London geschickt hat. Hille für Hausfrauen! Eine wertvolle Sparhilfe für jeden privaten Haushalt, für Hotels, Cafes, Restaurants usw. ist die in Schiffmanns populärem „Warenhaus der Sparsamen" mit großem Erfolg eingeführte „Mittwoch-Okkasion" in allen Bedarfswaren für „Küche und Heim". Sie bekommen: Glas-Butterdosen mit Aluminiumdeckel, nur 39 Groschen, Porzellan-Kaffeeschalen mit Tasse, mod. Streublumendekor., nur 59 Groschen, Fußbodenbelag (Reste bis 3 Mtr.) per Mtr. nur 98 Groschen, Emailtöpfe oder -Kasserollen, Tertiaqualität, X Lit. nur 49 Groschen, 1 Lit. 95 Groschen, 1% Lit. S 1.25, 2 Lit. S 1.50, Einsiedegläser mit Glasdeckel, 3 Stück nur S 1.—, Gummi-Wirtschaftsschürzen, in schönen Mustern, nur 79 Groschen, Roßhaar-Kehrbesen, achtreihig, nur S 1.50, Email-Hotelwasserkannen (8 Liter Inhalt), na, nur S 6.90, Kaffeeservice für 6 Pers., Karlsbader Porzellan, löteilig, nur S 7.90, Moireseiden- Steppdecken, beiderseitig K.-Seide, 125 X 180 Zentimeter, nur S 12.90 usw. Sdiiffmann/Wien II/ Tabor§(?aße 48