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Die neue Welt · 1933-08-11 · Heft 309 (11.8.1933) · page 6

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Journal
Die neue Welt
Volume
7 (1933)
Issue
Heft 309 (11.8.1933)
Date
1933-08-11
Page
– (sequence 6)
Language
German
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Seite 6 DIE NEUE WELT Nr. 309 i/> >r( LfR KsS s kp „ wk>i ä£s? Polo-Bluserl für Knaben u. Mädchen . S —198 Hafert-Hose, strapazfähig, Oröße III. S —.98 JflgeHelnen.Janker, Größe III . . S 1-98 Boxoalf-SchnOpsohuhe* ÄOn Größe 22-24 S 3.B0, Oröße 19-21 . . . S 2-90 Tuof'Batlst-Klelderl, herzige Fasson Größe 45..............S-.69 Salzburger Dirndl, in schönen Mustern, Größe 45..........S T69 Unser Schlagers Etamln-Kleiderl in den schönsten „_0 Blumendessins, Größe 45.......S l«79 Hahnentritt. Klolderl mit Piqud- ... Garnlti-r, Größe 45.......... S I-89 Wasohselden-Klelderl, Cape-Fasson, mit Masche, Größe 45.........S Tas Hubertus -Manterl, in allen Farben. von Größe 45...............S einer Einwanderung nach Transjordanien, jedoch nur in einem der Aufnahmefähigkeit des Landes angepaßten Ausmaß. Auf eine weitere Frage erklärte Young, es bestehe kein allgemeines Bodenkaufverbot für Juden, die Genehmigung zum Bodenkauf sei Juden nur individuell verweigert worden. Van Rees bemerkte nunmehr, nicht alle in Palästina ansässigen Juden seien palästinensische Bürger; die Bürger der dem Völkerbund angehörenden Staaten aber müßten nach dem Grundsatz der wirtschaftlichen Gleichberechtigung der 'Völkerbundstaaten in Transjordanien ebenso behandelt werden wie andere Bürger dieser Staaten. Young erklärte, die Regierung sorge dafür, daß der Grundsatz wirtschaftlicher Gleichheit in- Trans jordanien gewahrt werde. Schließlich gab Young auf eine Frage von Professor Rappard nochmals die Erklärung ab, daß die britische Regierung derzeit nicht gewillt sei, die Niederlassung von Juden in Trans Jordanien zu erleichtern. Bezüglich des Legislative Council (Parlament in Palästina) erklärte Young, die Regierung halte an ihrem Entschluß, einen solchen Rat zu schaffen," fest, wenn auch in arabischen Kreisen ein gewisser Widerstand gegen den Plan bestehe und die Opposition der Juden gegen ihn sehr stark sei. Schließlich fragte noch das deutsche Kommissionsmitglied Dr. Ruppel, warum die Regierung im Distriktsgericht von Haifa keine jüdischen Richter bestellt habe. Der Vertreter der Mandatarmacht Young erwiderte, an diesem Gericht sei vor drei Jahren ein arabischer Richter ernannt worden. Die Bestellung der Richter erfolge ausschließlich auf Grund ihrer Qualifikation, nicht aber nach irgendwelchen anderen Gesichtspunkten. * <■ Der Verlauf dieser Debatte vor der Mandatskommission enthüllt die Feindlichkeit, mit welcher die britische Palästina-Regierung dem zionistischen Aufbauwerk gegenübersteht. Alle Legenden und die Berichte der zionistischen Leitung, welche von einem guten Verhältnis zum „guten" Oberkommissär von Palästina Sir Arthur Wauchopezu melden wußten, sind nunmehr zerstreut. Unsere Behauptung, daß der vom Emir Abdullah selbst den Juden angebotene Bodenkauf in Transjordanien durch die britische Palästina-Regierung gewaltsam verhindert wurde, ist nun einwandfrei festgestellt. Der Wille dieser Regierung, durch Errichtung eines Parlaments mit arabischer Majorität das jüdische Aufbauwerk in Palästina zu stören, ja unmöglich zu machen, ist auch enthüllt. Der Vertreter der britischen Mandatarmacht hat es auch nicht verschmäht, die antizionistische Politik seiner Regierung durch Unwahrheiten zu decken. Auch mit Unwahrheiten ganz plumper Art, auf das schlechte Gedächtnis der Welt rechnend. Das wirklich Wertvolle an dieser Debatte ist, daß sie unmittelbar vor dem Zionistenkongreß erfolgte. Vielleicht werden die unfreiwilligen und freiwilligen Enthüllungen der britischen Palästina-Politik durch Herrn Young. verhindern, daß sich der Zionistenkongreß, durch günstige Berichte der Leitung getäuscht, weiterhin gefährlichen Illusionen hingibt und den notwendigen Kampf gegen ein feindliches Regime verabsäumt. Austro * Palä§f inensfedier WiH§diafisdien§t Die bisher vom Wir tsohaftsdienst veranstalteten oder Überwachten und geförderten Studien- und Gesellschaftsreisen waren ein voller Erfolg und trugen wesentlich dazu bei, den Touristen- und Fremdenverkehr in Palästina bedeutend zu heben. Nicht minder bot die fachmännische Auskunftserteilung allen Reiseteilnehmern, deren Interesse sich auf das Studium der wirtschaftlichen Möglichkeiten konzentrierte, reichhaltigste Gelegenheit, dies zu besorgen. . Das Uberaus große Interesse, das von allen Kreisen den im Herbste stattfindenden GeseUscluifts- und Studien- Xelsen zugewendet wird; veranlaßt den „Austro- Palästtnensisohen Wirtschafts-Dienst", einen BERATUNGS- UND AUSKÜNFTSDIENST FÜR PALÄSTINAREISENDE einzurichten. Hier werden jedermann die für ihn vorteil haftesten und zweckmäßigsten Reisebedingungen bekannt gegeben. Auch steht den von dieser Stelle beratenen Reisenden das palästinensische Büro de« „Austro-Palästinensischen Wirtschafts-Dienstes" in Tel Awiw zur Verfügung. Auskünfte: Im Sekretariat des „Austro-Palästinen sischen Wirtschafts-Dienstes" (Handelsmuseum, Wien, IX., Berggasse 16) in den normalen Bürostunden: Mon tag und Donnerstag von 4 bis 6 Uhr nachmittags, außerdem: Montag, Mittwoch und Donnerstag von 10 bis 12 Uhr vormittags. * Wirtschaftskalender Für erstklassiges Delikatessengeschäft verbunden mit Gaststätte sucht versierter Wiener Fach mann kapitalistischen Teilhaber mit zirka 100.000 Senil llng. Auskünfte durch Austro-Palästinensischen Wirtschafts-Dienst. * Die Speditionsabteilung des Austro-Palästinensischen Wirtschaftsdienstes Im Rahmen des Wirtschaftsdienstes wurde eine Abteilung errichtet, die an Interessenten alle gewünschten Auskünfte in Speditionsfragen kostenlos erteilt, Es wurde zu diesem Zwecke mit einer der größten Speditionsfirmen ein Vertrag abgeschlossen, der es ermöglicht, nicht nur hinsichtlich der Frachtsätze, sondern insbesondere hinsichtlich schnellster und sicherster Verfrachtung von Gütern aus allen Städten des In- und Auslandes den Interessenten an die Hand zu gehen. Auskünfte während der Sprechstunden jeden Montag und Donnerstag zwischen 4 und 6 Uhr im Sekretariat, Wien, IX., Berggasse 16 (Handelsmuseum). Schriftlichen Anfragen ist Rückporto beizuschließen. Die 6. Levante-Messe in Tel-Awiw Die neuen Messegelände. Die nächste „Levante-Messe" wird im Mai 1934 in Tel-Awiw abgehalten werden. Sie wird auf einem neuen, Mfeit größeren Gelände stattfinden. Die Anlage ist reizvoll nördlich von Tel-Awiw zwischen dem Jarkonfluß und dem Meer gelegen. Mit dem benachbarten „Makkabi-Stadion" und anschließenden Land umfaßt dann das Terrain ein Areal von 100.000 Quadratmeter. Es ist dafür vorgesorgt, daß das Messegelände sich anschließend noch ausdehnen kann. Im Vergleich zum Areal, der 4. Levante-Messe, das nur 25.000 Quadratmeter und zum Umfang der-5. Levante« Messe im Jahre 1932, die 50.000 Quadratmeter umfaßte, bedeutet der für die 1934 stattfindende Messe zur Verfügung gestellte Raum eine anshnliche Vergrößerung. Die Nähe zum Jarkonfluß und zum Meer gibt der Messe schon äußerlich einen schönen Rahmen. Großbritannien auf 'der' Messe. Der Bürgermeister von Tel-Awiw Herr Dizengoff hat in einer Pressekonferenz als Protektor der Messe über seinen jüngsten mit der Messe zusammenhängenden Besuch in England berichtet. Er besuchte den P^arlamentssekretär des Departements für Ueberseehandel und hatte eine Besprechung mit dem Präsidenten des Britischen Industriellenverbandes. Ueberall-fand er lebhaftes Interesse für die Messe. Es ist sicher, daß die britische Industrie an der kommenden Messe hervorragend vertretensein wird. Bei seinem Besuch der britischen Industrieausstellung konnte Herr Dizengoff auch feststellen, welche Bedeutung die englischen Industrieerzeugnisse für den Levantemarkt haben. Sowohl für die" Lieferanten wie für die Konsumenten ist die-Kenntnis der gegenseitigen Bedürfnisse und Möglichkeiten unbedingt nötig. Durch die Veranstaltung der Levante-Messe wird diesem notwendigen gegenseitigem Kontakt Rechnung getragen. Die europäischen Messen sind nach dem Krieg zu zahlreich' geworden, während im Nahen Orient die Tel-Awiwer Messe allein dasteht und ein notwendiges Bindeglied für den Handel zwischen Orient und Okzident darstellt. Holland' und die Tel-Awiwer Messe. Mr. Hoof! en, Präsident der Tel-Awiwer Handelskammer und Vizepräsident der Levant Fair, hatte eine Unterredung mit dem offiziellen Vertreter des Außenamtes der holländischen Regierung, sowie mit der Ausstellungs- Abteilung des Ministeriums für Handel und Industrie, die den Zweck verfolgten, einen eigenen holländisch e n Pavillon zu. errichten..... Palästinas nächste Entwicklung Ein konstruktives Referat H. Farbsteins Das Mitglied der palästinensischen Exekutive, Herr H Farbstein hält sich zurzeit in Warschau auf und hat in der Vorwoche im Rahmen einer Pressekonferenz die aktuellen Wirtschaftsfragen des Palästina-Auf baucs behandelt.! Als Anhänger und Organisator der Mittelstandskolonisation hat H. Farbstein hauptsächlich die Leistungen des Mittelstandes und dessen Möglichkeiten in Palästina berührt und bewiesen, daß gerade der seinerzeit so geschmähte Mittelstand sich als wahrer Segen für das Land (Entwicklung von Industrie und Handel) bewährt hat. H. Farbstein erzählte vom Anteil der neuen Mittelstandssiedleir am'Orangenbau' und an der Kl einindustrie, die eine bedeutende Rolle zu spielen berufen sei. Das kleine Palästina, führte H. Farbstein aus, hat im Jahre 1933 für 8 Millionen Pfund eingeführt; es hat Nachbarn, wie z. B. Syrien, das mit Palästina ein Uebereinkommen hat, wonach Waren von hier nach Syrien zöllfrei eingeführt werden dürfen. Da Syrien heuer um 9 Mill. Pfund, Mesopotamien um 6,24 Mill. Pfund, Zypern um 1,350.000 Pfund, Aegypten um 28 Mill. Pfund, Persien um- 7i78 Mill. Pfund, Türkei um 11,6 Mill. Pfund Waren eingeführt haben, kann man die Bedeutung Palästinas als Warenlieferant für seine Nachbarländer nicht genug hoch einschätzen. Die Entwicklung der Industrie macht Fortschritte. Allmählich werden im Lande Waren, erzeugt, die* noch vor kurzem eingeführt werden mußten,.. (Eine. wichtige Erfahrung bezüglich einer Karpfenzucht wurde gemacht, die sich sehr gut auswirkt.) Tel-Awiw zeigt rege Industrietätigkeit. Heute besitzen wir dort bereits 1500 Fabriken. Was England anlangt, verlangen wir in ökonomischer Hinsicht bloß das eine, daß wir in unseren' Bestrebungen nicht gestört werden. Unter dieser Voraussetzung werden wir unser Ziel erreichen. Mit großem Interesse verfolgt man in Palästina die Etawanderung der deutschen Juden, die auf dem Gebiet axst größeren Industrie Bedeutendes leisten können, Dieses Gebiet allerdings bedarf reiflicher Ueberlegung und intensiver Aufmerksamkeit. Wir halten es für notwendig, in Jerusalem ein jüdisches Zentrum zu schaffen. Die Anleihe von: 200.000 Pfund, die für die Wasserversorgung von Jerusalem bestimmt ist, wird zweifellos gute Früchte tragen, So können auch hier, wie in Haifa, Siedlungswunder erblühen, schloß H. Farbstein seine Ausführungen. Verband Deutscher Zionisten-Kevisionisten, ßerlin- Charlottenburg, Joachimstbalerstraße 3, II. Unsere Palästina -Gesellschaftsfahrt, die wir für unsere Gesinnungsgenossen und Freunde zu sehr günstigen Bedingungen veranstalten, nimmt ihren Anfang am 7. September in Berlin. Die Ueberfahrt Marseüle—Jaffa wird mit dem Luxus-Schnelldampfer „Mariette Pacha" stattfinden. Die Rückreise von Palästina kann mit jedem Dampfer der französischen Linie erfolgen. Interessenten wollen sich an das Büro wenden. Zur Konferenz der dem©* Icrati'sdien Revisionisten Polens Die demokratischen Grundlagen des Revisionismus Wie bereits gemeldet, fand in der Vorwoche in Warschau die Vorkonferenz der polnischen Revisionisten unter Vorsitz des Vizepräsidenten Meir Großmann (London—Tel-Awiw) statt. Im nachstehenden veröffentlichen wir die Resolutionen dieser Konferenz, die gleichzeitig die Richtlinien für die weitere Arbeit des demokratischen Revisionismus beinhalten. Die Resolutionen lauten: 1. Die Vorkonferenz der polnischen Revisionisten drückt der in Wien gewählten Exekutive ihr volles Vertrauen aus und verzeichnet mit Genugtuung alle Schritte, die sie zur Erhaltung der demokratischen Grundlagen der revisionistischen Bewegung gemacht hat. 2. Jene Gründe, welche zum C a 1 a i s - A bkommen als einem Versuch, die Einheit der revisionistischen Bewegung zu erhalten, führten, haben ihre Berechtigung verloren; damit hat auch der doppelte .Charakter der Organisation von Schekelzahlern 'und Nichtzahlern seine -Basis verloren., Vielmehr hat nur eine einzige revisionistische Organisation, der .Sonderverband, als integraler Bestandteil der Organisation (ausschließlich bestehend aus Schekelzahlern) zu existieren. 3. Jeder Parteiprimat wird als schwere Schädigung der Einheit des Zionismus abgelehnt. Das schließt aber das Recht jeder Partei auf Führung einer selbständigen politischen Aufklärungsarbeit und wirtschaftlichen Tätigkeit nicht aus. 4. Alle Teile der Zionistischen Organisation unterwerfen sich freiwillig der Disziplin der Organisation und ihrer leitenden Instanzen in jenem Rahmen, der jeweils vom Kongreß bestimmt wird. '5. Die Konferenz billigt die Stellungnahme des Exekutivkomitees bezüglich der mit Vladimir Jabotinsky geführten Unterhandlungen zum Zweck der Wiederherstellung der Einheit der Bewegung. Sie stellt fest, daß die Vorschläge des Herrn Jabotinsky keine ernsten Grundlagen für einen Ausgleich enthalten haben, da sie auf der Legalisierung des Putsches und des Plebiszits basierten, was unvereinbar ist mit den demokratischen Prinzipien des Revisionismus. 6. Die Konferenz drückt ihr Bedauern darüber aus, daß der Betar. sich in ein einseitiges politisches Instrument verwandelt hat, und erklärt, daß bei Behaltung seiner Taktik die demokratischen Revisionisten und der Brith Haknaim genötigt sein wird, auszutreten und ein eigenes Organ (gegen den Chassit Haam) zu gründen. 7. Die Konferenz regt bei der Exekutive die Schaffung einer Judenstaatsliga auf breiter Grundlage für alle Judenstaatszlonisten an. 8. Die Konferenz begrüßt die Gründung der Jugendorganisation Brith Haknaim und erwartet dessen Unterstützung. 9. Die Konferenz begrütß Meir Großmanns Initiative zur Gründung einer Mittelstand-Siedlungsbank und erwartet die Mitarbeit an dieser Institution, Ins Vorbereitungskomitee wurde H. Gutkbwsky (Grodno) als Vorsitzender, Herr Gücklich (Rowno)] als Sekretär entsendet. Die Konferenz fordert weiters die Leitungsinstanzen zu weitgehendster organisatorischer Arbeit auf* Erforderlich sind: Die Schaffung eines Organisationsreferats beim Zentralkomitee für Polen; örtliche Hazair- Gruppen mit Jugendreferat; Schaffung des notwendigen finanziellen Apparats; Ausarbeitung der. Grundlinien des Revisionismus bezüglich der Landespolitik. 18« Zionisten*Kongreß, Prag 21. bis 29. August 1933 Tagesordnung: Eröffnungssitzung, Montag, 21. August, 7.30 Uhr abends. — 1. Eröffnung des Kongresses. 2. Begrüßungen. 3. Gedenkrede für Dr. Chaim Arlosoroff. 22. August, 10 Uhr vorm.: 1. Wahl des Kongreßpräsidiums. 2. Bericht des Kongreßgerichtes über di» Prüfung der Rechtmäßigkueit der. Delegiertönwahlen, 3. Referat: «D^s Lage, 4«* Jud«a im 4«« Wtli"«

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