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Die neue Welt · 1933-08-11 · Heft 309 (11.8.1933) · page 4

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Journal
Die neue Welt
Volume
7 (1933)
Issue
Heft 309 (11.8.1933)
Date
1933-08-11
Page
– (sequence 4)
Language
German
Belongs to
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Seite 4 DIE NEUE WELT Nr. 309 MARIENBAD Holet | »Marienbader Mühle« | Bestempfohlenes Haus mit allem Komfort § Marienbad Hotel Leipzig Direkt neben der Kurpromenade, günstigste Lage. Fließendes warmes und kaltes Wasser in allen Zimmern. Zeitgemäße Preise. MAX STINGL, Besitzer gung der Richtlinien Dr. Brodetzkys könnte zu einem selbstgewählten intellektuellen Numerus clausus führen. Wenn es auch richtig sei, daß der Anteil der. Juden an freien Berufen zu groß sei, so könne es doch nicht zu viele Studenten geben. Das wirtschaftliche Gleichgewicht werde dadurch, daß Personen mit Hochschulbildung sich später etwa im Handel betätigen, einigermaßen wiederhergestellt. Eines der vielen Probleme, die zu lösen seien, bestehe darin, einen geistigen Wandel im Leben des jüdischen Volkes zu schaffen und eine neue Basis für das Judentum zu finden ... * Und so redeten und redeten noch viele gelahrte Herrn dummes Zeug und abgestandene Binsenwahrheiten. Ein eigentümlicher Sport in dieser harten Zeit. Was dabei herausgekommen ist, wissen die Korrespondenzen nicht zu melden. Sicher eine große Rechnung für Saalmiete. Alles andere ist unsicher. Dem Herrn Professor Alexander wäre zu wünschen, einige Semester an einer deutschen Universität als Student verbringen zu müssen, und die Prügel, die damit verbunden sind. Dort sollte er seinen famosen Rat an die jüdischen Studenten, sich nicht von den nichtjüdischen Studenten zu separieren, praktisch und in eigener Person ausprobieren. Dem ehrenwerten Sir Philip Hartog würde es sehr gut anstehen, deutscher Jude zu sein und in einem Konzentrationslager gequält zu werden. Auch er könnte dann seinen schönen Rat,' sich „fr ei zuhalten . von Bitterkeit gegenüber dem Deutschen", höchstpersönlich befolgen. mmwMPrifttfä SCHOELLER&CO.LEVICE %mzm$ €.S.R. gpKtttfMlhWfry^^ EXPORT 100/oSPIRITUS LANDES-PRODUKTE E R5TKL ASSIG E WEIZENNEHLI HOCHGEZÜCHTETE KAMPAGNE REITPFERDE Dhnelrzfi! 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Der Distriktskommissär kann den Grundherrn ermächtigen, eine Pachtung ganz oder zum Teil zurückzuziehen, wenn der Distriktskommissär sich davon überzeugt hat, daß der Grundeigentümer seinen Boden „zu einem vernünftigen und zureichenden Zwecke, zum' Besten des Pachtgutes oder des angrenzenden Landes, wie Entwicklung durch Drainage oder Bewässerung oder Siedlungsverdichtung und Kolonisation oder Verwendung zu Bauzwecken" zurücknehmen will. Es muß ihm jedoch der Nachweis erbracht werden, daß der gesetzmäßige Pächter genügend Land behält, um seinen Lebensunterhalt bestreiten zu können. Uebertragungen von Grund und Boden können nur vorgenommen werden, wenn den Vorschriften der Pächterschutzverordnung Genüge geschehen ist. * Die der Verordnung vorausgeschickte Phrase, d a ß durch die Verordnung die Freiheit von Bodenkäufen nicht eingeschränkt werden soll, kann nicht darüber hinwegtäuschen, daß die Durchführung von Käufen landwirtschaftlichen Bodens fast unmöglich gemacht wird. So bildet schon die Einbeziehung von Verwandten jedes Grades, ferner der auf dem Böden beschäftigten Landarbeiter in den „Pächterschutz" ein unüberwindliches Hindernis. Dann die Feststellung eines „WeiderechteB" in einem Lande, wo jeder sein Vieh auf fremdem unbebauten Boden die wenigen Halme Und Disteln fressen läßt! Und schließlich der Umstand, daß alles dem freien Ermessen der Regierung vorbehalten bleibt. Unter diesen Umständen einen Kauf einzuleiten, bedeutet in den meisten Fällen ein aussichtsloses Beginnen. Dem Ankaufe von Boden durch Juden in Palästina ist damit ein schweres, schier unüberwindliches Hindernis bereitet. Heim lur taubstamme isr. Kinder bei isr. Wiener Lehrersfamilie. Spezialunterricht und Erziehung durch bewährte und langjährig erfahrene Lehrkraft. Anfragen bei H. Moser, Wien XVIII, Witthauerg. 33 Aus Jerusalem wird uns berichtet: Die jetzt veröffentlichte neue Pächterschutzverordnung für Palästina, die bereits in einer Erklärung des Ministers für die Kolonien in der Unterhaussitzung in London Vom 14. Juli angekündigt worden war, bekräftigt die auf diesem Gebiet bisher erlassenen gesetzgeberischen Maßnahmen und erweitert den in den Verordnungen vom Jahre 1929 vorgesehenen Pächterschutz. Der Verordnungsentwurf sieht die Einführung des Begriffes eines „gesetzmäßigen Pächters" (statutory tenant). vor. Unter, diesen Begriff fallen jene Pächter, die ihre Pachtung zumindest ein Jahr lang innehaben und bearbeiten. Die Entfernung solcher Pächter von ihrem Boden soll mit Ausnahme gewisser Fälle nicht möglich sein. Gegen solche Pächter kann ein Räumungsbefehl nicht erlassen werden, wenn sie den Pachtschilling entrichtet, das Pachtgut nicht vernachlässigt und kein vom High Commssloner als solches anerkanntes, zur Bestreitung des üblichen Lebensunterhaltes ausreichendes Landstück (subsistance area) zugewiesen erhalten haben. Dieses Landstück soll, „soweit die Umstände es zulassen", in der Nähe Jenes Grundstückes liegen, das vom Pächter geräumt werden soll. Die Verordnung sieht ferner die Einsetzung von Ausschüssen vor, denen die Entscheidung von Streitfällen zwischen Grundherren und Pächtern zustehen soll. Die Entscheidung über bestimmte Fragen ist jedoch einer vom High Commissioner zu ernennenden Dreierkommission vorbehalten. Gegen Entscheidungen der Kommission ist Berufung an den High Commissioner möglich. Gegenüber der noch in Kraft stehenden Verordnung bringt die vorgeschlagene Bill insofern eine Modifizierung, als Weiderechte nur dann* anerkannt werden, wenn ihre tatsächliche Ausübung durch die auf sie Anspruch erhebenden Personen oder deren Beauftragte zum letzten Mal vor nicht mehr als sieben Jahren vor der Klageerhebung und ununterbrochen durch mindestens fünf Jahre hindurch gewohnheitsmäßig erfolgte. Im Abschnitt 2 des Entwurfs wird als „gesetzmäßiger Pächter" eine Person, eine Familie oder ein Stamm definiert, die eine Pachtung in anderer Art als deren vertragsmäßige Pächter besitzen und kultivieren. In die Kategorie fallen auch der Sohn, der Vater, der Bruder, die Ehefrau oder andere Verwandte, sowie die Erben des Pächters; ebenso Bedienstete des Grundherrn, die als Landarbeiter *uf£eBommen winden und den Steteag de« ihnen zur Unterbindung des palästinensischen Touristenverkehrs Aus Jerusalem; Zahlreiche Juden aus Aeg y p ten, die alljährlich ihren Urlaub in Paläs tina zu verbringen pflegten, sind in diesem Jahre statt nach Palästina nach dem Libanongebiet gereist. Dies ist darauf zurückzuführen, daß die britischen Konsuln in Aegypten die neuen Vorschriften für den palästinensischen Touristenverkehr äußerst rigoros handhaben, während andererseits die französischen Konsuln den Touristenverkehr nach dem Libanongebiet in jeder Weise erleichtern. Ein antfhi'tleri§tisdies Komitee in London Sir Robert1 Äfelcfietts große Propaganda Aus London: Sir Robert Mond (der Brüder des verstorbenen Sir Alfred Mond und Onkel des jungen Lords Melchett) gab soeben bekannt, daß zwecks gemeinsamer Tätigkeit der Verschiedenen jüdischen anti« hitlerisüschen Komitees beschlossen wurde, für den Anfang Oktober eine'Konferenz nach London einzuberufen. Vorsitzender dieser Konferez wird Sir Robert Mond sein, der in dieser Frage mit dem berühmten amerikanischen Rechtsanwalt Samuel Untermeyer kooperiert. An dieser Konferenz sollen sich ein oder zwei Persönlichkeiten jedes Landes beteiligen. Ala Nichtarier, erklärte Sir Robert Mond, können und wollen wir den Wunsch der Nationalsozialisten, mit uns keinerlei Berührung zu haben, entgegenkommen. Das wird solange dauern, solange es die Nationalsozialisten wünschen, und . es muß Ehrensache jedes Juden sein, diesen Wunsch der Nazis ehrlich zu erfüllen. Die Hauptsache unserer Konferenz' wird sein,, die Ausführung dieses Zustandes zu erleichtern. Die verantwortlichen Führer der Nationalsozialisten geben uns die Versicherung, daß solange sie an der Macht sind, dieser Zustand keine zeitweilige Phase in der Entwicklung der nationalen Erhebung sein werde. Wir sind glücklich, auf unserer Seite die Sympathien der ganzen Welt zu haben, wenn auch die Nazipropaganda keine Geldmittel scheut, uns um diese Sympathien zu bringen. Diese Sympathien müssen wir weiter verstärken. Hiefür die nötigen Mittel und Wege zu finden, wird eine wichtige Aufgabe unserer Londoner Konferenz sein. Aus Jugoslawien Nach den Kongreßwahlen Der Verfasser dieses Berichtes ist ein Führer der neu entstandenen revisionistisch- demokratischen Organisation in Jugoslawien, I. Die Delegiertenwahlen zum XVIII. Zionistischen •Kongreß sind vorüber. Die hiesige Hauptwahlkommission gibt folgende Resultate bekannt: Von 4261 abgegebenen Stimmen erhielten die „Allgemeinen Zionisten" 2047 Stimmen, die Liste des „Arbeitenden Palästina" 1850, die Liste der „Demokratischen Zionisten-Revisionisten" (Listenführer Oberbaurat Stricker) 337 Stimmen. Die „Allgemeinen" und das „Arbeitende Palästina" erhalten je zwei Mandate. Ein Außenstehender könnte meinen, daß unsere Liste eine blamable Niederlage erlitten hat. Dem ist aber nicht so. Der Kenner der Verhältnisse weiß, daß wir einen vielversprechenden Erfolg errungen haben. Die zionistische Bewegung in Jugoslawien ist alten Datums. Schon auf den ersten Kongressen waren die Gebiete des jetzigen Jugoslawien durch Delegierte vertreten. Aber Differenzierungen gab es nicht. Es gab nur ..Allgemeine Zionisten". Nach dem Kriege kam es zur Gründung eines Jugendverbandes, Dieser war anfangs lediglich eüjkfl

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