Die neue Welt
- Journal
- Die neue Welt
- Volume
- 7 (1933)
- Issue
- Heft 308 (4.8.1933)
- Date
- 1933-08-04
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
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Seite 4 DIE NEUE WELT Nr. 308 BADGA/TEIN m— |B ■ Altersbesohwerden — Vorzeitiges Altern — Alle Nervenleiden — Gicht — Rheuma — Blasenleiden H Moderne Hotels und Kurhäuser zu mäßigen Preisen — Thermalbad in jedem Hause ■ Für Ruhe und Erholung wird gebürgt 1 Prospekte durch ■ Kurkommittion Badgastein oder Karlsbad, Mühlbrunnslraße 3 Europas stärkste radioaktive Alpentherme, M83 Meter. 18 Qnetlen, 47° C Naturwärme. 360 Liter pro Minute Nierensteine m nt^D KURHOTEL BRISTOL™ Zentrale, sonnig-ruhige Lage Thermalbäder / Fließendes Wasser Mgfjlge Preise / Te ephon 173 abgedruckten Zuschriften arischer Patrioten geschehen ist. Wir werden nicht in den Irrtum der unbelehrbaren Assimilanten verfallen, auf legitime Ansprüche feige zu verzichten; wir werden aber auch nicht das Augenmerk für die antijüdischen Symptome verlieren. Eine Aussprache zwischen den Regierungsstellen und den Führern der österreichischen Judenheit tut not, eine Aussprache ohne jedes Kokettieren nach den diversen Fronten. Keine Uebertreibung, aber auch kein Bagatellisieren! Sonst kann der Augenblick kommen, wo die Gefahr akuter Spannung den Boden einer „kollegialen" Lösung bereits allzusehr unterminiert hat. o. r. RUNDSCHAU z/Nidit Marxismus/ nur Höchst? Spannung des nationalen Idealismus ♦ ♦ Ein paar Leitsätze, die sich auf die sozialpolitische Entwicklung Palästinas beziehen, wollen wir ihrer Aktualität wegen hier wiedergeben: „Für den politischen Klassenkampf ist noch weniger als für den sozialen Raum im jüdischen Volksleben vorhanden." „Palästina wird alle Stände, Splitter, Strömungen find Richtungen des Volkes umfassen. Es kann nie und wird nie die Interessen eines Teiles, einer Klasse, einer Schicht des Volkes vertreten oder auch nur dulde n." „Umsonst versucht die .Denkschrift der Poale- Zion an die Internationale' es direkt zu betonen, daß sie Palästina nicht fordern, weil es der geschichtlichen U eberlief erung des jüdischen Volkes verbunden sei, sondern nur, weil es als Emigrationsland die besten ökonomischen Aussichten habe." „Der historische Materialismus, der Palästina fordert, ist eine innere Lüge sondergleichen. Wenn also nur der stychische Prozeß unsere Marxisten nach Palästina treibt, darin wird in der ganzen Zeit des Aufbaues keiner von ihnen den Boden dieses Landes betreten. Und niemand von ihnen sollte es auch. In welcher inneren Beziehung sind sie denn besser als der Kapitalist, der im Lande seinen Nutzen sucht? Nein, nicht historischer Materialismus, nur Höchstspannung des nationalen Idealismus kann ini jüdischen Volke die Kräfte erzeugen, die stark genug sind, in Palästina Voraussetzungen für eine Entwicklung der arbeitenden jüdischen Massen zu schaffen." „Niemals haben die zionistischen Sozialdemokraten aus sich selbst die Hechaluzbewegung schaffen können." „Gerade jetzt, in den Tagen der siegenden europäischen Sozialdemokratie, lehnen wir für das jüdische Volk ihre Theorien und Methoden ab. Wir wissen, daß diese Siege Pyrrhussiege sind." Das schrieb nicht etwa ein Anhänger der „Rechten", ein Konservativer, oder gar ein Reaktionär, sondern ein sogenannter „Linker". Das schrieb der jetzt ermordete und von den Poale-Zionisten als ihr Führer gefeierte Dr. Chaim Arlosoroffim Jahre 1919 in seinem Buch „Der jüdische Volkssozial Ismus". Wieweit sich Dr. Arlosoroff später von seiner eigenen Ueberzeugung entfernte, ist allen, die die Geschichte der klassenkämpferischen Histadruth verfolgt haben, bekannt. Während aber die jüdischen Volkssozialisten immer mehr ins marxistische, klassenkämpferische Fahrwasser geraten sind, bricht bei den Sozialisten der anderen Völker die Erkenntnis durch, daß man der Forderung, den Sozialismus im Rahmen der Nation zu organisieren, Rechnung tragen müsse. Die Tagung der französischen Sozialisten in Paris am 17. Juli hat diese Wendung deutlich zum Ausdruck gebracht. Drei bisherige Marxisten, die Herren Marquet, Montagnon und Deat haben dort erklärt, daß der Klassenkampf nicht mehr der einzige, und wahrscheinlich überhaupt nicht der richtige Weg sei, um den Sozialismus durchzuführen. Sie haben alle auf die wachsende Bedeutung des Mittelstandes als eines wichtigen Elements der sozialen Umgestaltung hingewiesen und schließlich erklärt, daß der Internationalismus, dem die Arbeiterbewegung bisher gefolgt sei, keinen Ausweg aus der Kriese biete und vor allem die Jugend, die nach Dynamik und Aktion dränge, verscheuche. Die genannten drei französischen Arbeiterführer und ihre Anhänger sind gewiß nicht schlechtere Schützer der Arbeiter als unsere palästinensiflchen Wortführer der Histadruth. Aber sie wissen, was der Nation wohltut und stellen sie höher als alle Dogmen des internationalen Marxismus. Die deutschen Juden — keine nationale Minderheit Ein Mitarbeiter der „Neuen Welt" schreibt aus Deutschland: Die Assimilationsjuden aller Staaten lehnen es bekanntlich ab, als nationale Minderheit betrachtet zu werden. Besonders energisch aber haben die Juden in Deutschland immer dagegen protestiert, als nationale Minderheit qualifiziert zu werden. Nun ist ein Erlaß der Hitler-Regierung herausgekommen, welcher auch die Auffassung vertritt, daß die Juden keine nationale Minderheit sind. Aber dieses „Zugeständnis" an die Denkart der meisten deutschen Juden erfolgt in einer Art, die-alles eher als Genugtuung bei ihnen aufkommen lassen wird. Die von den deutschen Zeitungen gebrachte amtliche Ankündigung lautet: „Die Ankündigung künftiger Neuerungen in der Gesetzgebung über Reichsbürgerrecht und Reichsangehörigkeit hat in den Kreisen der nationalen Minderheiten in Deutschland manche Erörterungen und Befürchtungen hervorgerufen. Namentlich wird besprochen, ob die nationalen Minderheiten künftig dadurch beeinträchtigt und von der Er- . Werbung des Reichsbürgerrechts und der Reichsangehörigkeit ausgeschlossen werden sollen. Hierzu wird von zuständiger Stelle mitgeteilt, daß die betreffenden Gesetzentwürfe noch in Vorbereitung sind und daß sich noch nichts Abschließendes Auch diesmal zum 18* Zionistf enfrongreß billig u. gut fahren Sie mit dem Sonderzug des Club „Erex Israel" und des Zionisten- Landeskomitees Anmeldung und Auskünfte: Zion. Landeskomitee, Wien I, Kärntnerstr.28,Tel R-27-4-36 Zlon.Sektion II, Praterstr. 13,Tel. R-44-3-45 Reisebüro E. Forstel, Wien I, Kärntnerring 12, Tel. U-40-301 Reisebüro Schenker & Co., Wien I, Schöttenring 9, Tel. R-50-510 sagen lasse. Sicher ist, daß der Rassengesichtspunkt auch in dieser Gesetzgebung fortgeführt werden wird; dagegen ist eine Sonderbehandlung der nationalen Minderheiten in Deutschland nicht in Aussicht genommen." Dieser Erlaß besagt, daß man die Rechte der Angehörigen nationaler Minderheiten (Polen, Dänen, Wenden, Tschechen usw.) nicht beeinträchtigen will. Sie können vollberechtigte Reichsbürger bleiben und werden, aber für die Schikanierung und Ausschaltung der deutschen Juden hat man eine Türe offengelassen. Die Juden sind keine andere Nation, sondern eine andere Rasse, und als solche, als Fremdrassige, wird man sie von der Reichsbürgerschaft ausschließen. Das ist bereits „sicher", wie der Erlaß besagt. Also kein Grund zur Genugtuung. * Es ist recht interessant zu erfahren, wie die Hitler- Regierung zu dem ihr eigentlich wenig zu Gesichte stehenden Beschluß gekommen ist, die Rechte fremder Nationen in Deutschland zu respektieren. Das nationalsozialistische Programm lehrt diese Duldsamkeit nicht und nach dem Umstürze im Frühjahr kündigten die zur Macht gelangten Hakenkreuzler an, daß künftig nur Menschen deutschen Stammes in Deutschland volles Bürgerrecht haben werden. Kaum aber ward dieser Beschluß kundgetan, da erschien eine Delegation Deutscher aus Polen, Rumänien, Jugoslawien, der Tschechoslowakei usw. bei Herrn Hitler und legte Verwahrung ein. Sie machte ihn darauf aufmerksam, daß die Entrechtung der Angehörigen fremder Nationen in Deutschland sofort die Entrechtung der Deutschen in den anderen Staaten zur Folge hätte. Das wirkte, und man kam so zu dem Entschlüsse, den Haß gegen die Andersnationalen auf das Eis zu legen und sich nur an den „Fremdrassigen", d. h. an den Juden (der Vollständigkeit halber erwähnte man noch die Schwarzen) gütlich zu tun. An den Juden, die nirgends Herren im eigenen Hause sind, keinen Staat haben, der ihnen zugefügtes Unrecht vergelten kann. Wie man sieht, ist hier eine der Grundwahrheiten des Zionismus in die Erscheinung getreten. Rassenveredlung durch deutsche Aerzte und jfidisdhudeutsche Frontkämpfer Das Hakenkreuz hat bekanntlich versucht, sich eine eigene Rassentheorie zurechtzulegen, um mit ihr Rassenpolitik betreiben zu können; es galt, einen sogenannten „Nationalen Idealtyp" herauszuarbeiten und ihn den anderen Rassen, die in seiner Auffassung durchaus minderwertig sind, entgegenzustellen. Unter diesem Gesichtspunkt wurde zwar offiziell das S t e r i 1 isierungsgesetz nicht geschaffen, es bezog sich bloß auf körperlich und geistig Minderwertige im Bereich des neudeutschen, heldischen, nationalsozialistischen Menschen. Aber der Zusammenhang zwischen diesem Gesetz und der Rassenf rage, soweit sie die Vermischung mit Fremdrassigen betrifft, kann unschwer geschaffen werden. Das „Deutsche Aerzteblatt" z. B. beschäftigt sich in einem Artikel „Das Judentum in Deutschland" mit der Frage der Mischehe und konstatiert, daß durch diese das jüdische Element von den Deutschen sehr stark aufgenommen worden sei und daß dieser Prozeß mit aller Kraft aufgehalten werden müsse. „Deshalb", folgert der Autor, des Aufsatzes, „ist die Forderung eines Verbotes der Mise he h e eine selbstverständliche Forderung völkischer Selbstachtung." Da die neuen Gesetze, die sogenannten Sterilisierungsge setze, den biologischen Grundsätzen von Erbgut und Rassenwert nicht bis zur äußersten Konsequenz gerecht werden, d. h. da das Sterilisierungsgesetz die Sterisilierung eines gesunden Juden im Fall• einer jüdisch-arischen Ehe leider nicht vorschreibt, müsse eben die Mischehe von Haus aus unmöglich gemacht werden. So denken die deutschen, nationalsozialistischen Aerzte, die eben auch dem Schlagwort vom romantischheroischen Germanen erlegen sind, .wobei wir — abgesehen von der reinen politisch-wirtschaftlichen Agitation — ihr Abwehren der Mischehe völlig begreifen. Aber es melden sich auch hier wieder die unverbesserlichen, bis zur Trostlosigkeit unentwegt für ihr rassenreines Deutschtum kämpfenden reichsdeutschen Assimilanten zu Wort, diesmal vorläufig die jüdischen Frontsoldaten Deutschlands, die in ihrem Organ'„Der Schild" — praktische Veredelung der Rasse (Eugenik); betreiben. In einem „Wort an die jungen Kameraden" heißt es: Allen Rassentheorien zum Trotz seid ihr Deutsche . . . Darum müßt ihr mit vollem Bewußtsein am deutschen Sein und Werden teilnehmen, müßt hineindringen in die. Welt, die aufgegangen ist ,usw.v;: Aber ein eigenes Kapitel widmen sie, wie eben erwähnt,, der p r a k t i s c h e 'n Eugen i k. Nun, wie mächt man das? Wie schafft man die Grundlagen für die Behauptung, daß man ein rassenreiner Germane sei und nicht etwa eine Trottoirmischung? Man betreibt Ahnenforschung, und zwar soll jedes Mitglied bereithalten: 1< seine Ahnentafel, d. h. Angäbe der Eltern und Großeitern;' 2. ein Kopfbild von vorne und von der Seite. So ausgerüstet, wird der jüdische Frontkämpferbund eruieren können, ob der israelitische Germane nicht etwa gottbehüte — galizisches Blut in sich trage, das sich in Zukunft für das deutsche Vaterland schädlich auswirken könnte. Das ist keine Erfindung, keine erdichtete Groteske. Im „Schild" kann man wörtlich lesen: Bei der Weitverzweigtheit der Nachkommen unserer Großeltern und Eltern durch den Kinderreichtum und die Verteilung in den verschiedensten Gegenden Deutschlands wird ein für alle wesentliches Ergebnis in großem Umriß schon jetzt zeigen, daß die deutschen Juden in ihrer heutigen Anzahl auf sehr wenige ansässige Familien.zurückzuführen sind. Die Verbindung mit deutscher Erde und mit deutscher Beruf skultur schafft die Basis für einen stammesgemäßen Aufbau der deutschen Juden. Haben wir einmal die statistische Grundlage geschaffen, dann werden wir in unseren Reihen die Ergebnisse der Eugenik auch für uns fruchtbar machen können. Wir werden in der Lage sein, einen jeden zu orientieren und zu beraten, wie er sich unter Berücksichtigung des Erbgutes seiner Eltern und Großeltern zum Besten der Familie und der Allgemeinheit eingliedern kann. Durch ein erbbiologisch geschärftes Wissen und Gewissen schaffen wir durch eine entsprechende Auswahl in bezug auf Eheschließung, Berufsauswahl und Siedlung ein erbbiologisch wertvolles deutsches Judentum, wertvoll für sich und wertvoll für den Dienst am deutschen Vaterland! Ja, unsere Herren „Schild"-Bürger werden in der Lage sein, einen jeden zu beraten, wen er heiraten soll, auf daß die Kinder „erbbiologisch" jede Prüfling auf germanische Rassenreinheit bestehen und schon in der Wiege „Heil Hitler" rufen können. Arme jüdisch-deutsche Frontkämpfer! Weit haben sie es in ihrem Assimilationsfanatismus gebracht . . . Pension ,Austria' Kinderheim Vöslau OLGA KADISCH) Jägermayerstraße 16 Telephon Nr. 141 Für Dauer- und Erholungsaufenthalt Jeder Unterricht im Hause, auch Nachhilfe für öffentl. Schulen besuchende Kinder. Pädagogisch einwandfrei« Leitung durch , staatlich geprüfte Lehrerin. Erstklassig« Verköstigung. Mütterliche Pflege. Mäf)i£9 Preiset