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Die neue Welt · 1933-07-28 · Heft 307 (28.7.1933) · page 5

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Journal
Die neue Welt
Volume
7 (1933)
Issue
Heft 307 (28.7.1933)
Date
1933-07-28
Page
– (sequence 5)
Language
German
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Die Kongreßwahlen Die Wahlresultate zum 18. Zionistenkongreß in Polen sind größtenteils noch ausständig. Nach den bisherigen Zählungen dürften die Linke 37, Jabotinsky- Liste 20, Misrachi 15, Allgemeine 10, Demokratische Revisionisten 2, Hitachdut 2 und Et Liwnot 1 Mandat bekommen. In Palästina erhielten die Linke 35, Jabotinsky-Liste 6, Misrachi 3, Allgemeine 3, Hapoel Misrachi 2 Mandate. * Weitere Wahlresultate sind: Jugoslawien 2 Allgemeine, 2 Linke; England 6 Allgemeine, 2 Linke, 3 : Misrachi; Italien 1 Allgemeine (Weizmann- Richtung). Die Resultate der anderen Länder (Frankreich, Rumänien, Lettland, Litauen, Tschechoslowakei usw.) stehen noch aus. Mitteilungen zum XV1IL iioni§lenkongreß Das Kongreßbüro (Praha, J.. Celetna 31) teilt mit: 1. Visaerleichterungen. Visumfreiheit besteht für die Einreise nach der Tschechoslowakei bei Angehörigen folgender Staaten: Belgien, Dänemark (Island), Danzig, Deutschland, England (die Kolonien und Mandatsländer ausgenommen), Estland, Finnland, Frankreich (die Kolonien und Mandatsländer ausgenommen), Holland, Irland, Italien, Japan, Jugoslavien, Kanada, Litauen, Lettland, Luxemburg, Norwegen, Oesterreich, Portugal, Saargebiet, Schweden, Schweiz. Spanien, Uruguay, Vereinigte Staaten. — Sämtliche übrige Kongreßteilnehmer, die im Besitze eines gültigen Passes sind, erhalten das tschechoslowakische Visum von den zuständigen tschechoslowakischen Konsulaten kostenlos unter Vorlage unserer Kongreß-Legitimation, die sich auf den Erlaß des Außenministeriums vom 12. Juli 1933, Nr: 79057/V-4/1933, bezieht, für die Dauer vom 20. Juli bis 8. September 1933. Diese Kongreß-Legitimation ist bei den zionistischen Landes- und Sonderverbänden kostenlos erhältlich; in dringenden Fällen wende man sich direkt an das Kongreßbüro. — Inhaber von Nansenpä'ssen und. Staatenlose, die über ein gültiges Ausreisedokument verfügen, und deren Rückreise in den Herkunftsstaat oder Weiterreise in einen dritten, der Tschechoslowakei angrenzenden Staat gesichert ist, erhalten gleichfalls gegen Vorweisung der erwähnten Kongreß-Legitimation das tschechoslowakische Visum von den zuständigen tschechoslowakischen Konsulaten gebührenfrei. Jedoch wird das tschechoslowakische Konsulat vorher auf telegraphischem Wege auf Kosten des Petenten bei den tschechoslowakischen Zentralbehörden rückfragen. Die Erledigung wird binnen zwei Tagen erfolgen. 2. Fahrpreisermäßigungen. Alle Kongreßteilnehmer erhalten auf den tschechoslowakischen Staatsbahnen ab Grenzstation eine Fahrpreisermäßigung von 33 Prozent auf Grund einer Kongreß-Legitimation, diezum Preise von tsch. K 1.— für die Kontrollmarke bei den zionistischen Landes- und Sonderverbänden erhältlich ist. Diese Legitimation ist außerdem mit einem Stempel (je nach der Wagenklasse verschieden) zu versehen, welcher an den Grenzbahnhöfen in Bahnhofstrafiken (Tabakverschleiß) oder beim Portier erhältlich ist. Die Fahrpreisermäßigung gilt vom 1. August bis zum 15. September 1933. — Alle näheren Bestimmungen können der Legitimation selbst entnommen werden. 3. Devisenbestimmungen. Beim Grenzübertritt müssen die mitgebrachten Gelder, Schecks, Wechsel usw. vom Grenzzollorgane im Reisepaß eingetragen werden, damit sie eventuell in gleicher Höhe wieder aus der Tschechoslowakei ausgeführt werden körinen. Es wird ausdrücklich auf die Vorschrift im Devisengesetze verwiesen, wonach die Einfuhr von Wertpapieren in die Tschechoslowakei nur mit vorher eingeholter Zustimmung der tschechoslowakischen Nätionalbank möglich ist. 4. Gastkarten. Im Vorhinein werden nur Permanenzkarten abgegeben. Die Preise der Plätze sind wie folgt festgesetzt: I. Kategorie tsch. K 500, II. Kategorie tsch. K 350, III. Kategorie tsch. K 250, IV. Kategorie tsch. K 150. Zur Orientierung werden schon heute die Preise für Tageskarten mitgeteilt, und zwar: Eröffnungssitzung: I. Kategorie tsch. K 150, II. Kategorie tsch. K 100, III. Kategorie tsch. K 80, IV. Kategorie tsch. K 40, V. Kategorie tsch. K 20, Stehplatz tsch. K 12. — Tageskarten: I. Kategorie tsch. K 60, II. Kategorie tsch. K 35, III. Kategorie tsch. K 25, IV. Kategorie tsch. K 15, Stehplatz tsch. K 6. — Stehplätze werden nur als Tageskarten ausgegeben. Streng Seefeld ™»m das Paradies der Erholung und Gesundung, modernes Schwefelheübad, Strandbad, Höhensonne, aller Sport, bekannt erstklassige Verpflegung, billige Preise, Pension Voranmeldung erwünscht Geschwister Sdieer im Höfel HodialmT<>8 Die ge§amtpoliMsdte revisionistische Vorkonferenz Die Tagesordnung und die Aufgaben der Beratung Sonntag, den 30. Juli, 10 Uhr vormittags, findet die Eröffnung der gesamtpolnischen revisionistischen Vorkonferenz statt, zu welcher sich über 400 Mitglieder versammeln werden, welche die Politik der revisionistischen Exekutive teilen. Auch Galizien wird entsprechend vertreten sein. I. Erste Vormittagssitzung I. Eröffnung: Dr. J. Kahan. 2. Unsere nächsten Aufgaben: Meir Großmann. 3. Die Taktik des demokratischen Revisionismus auf dem Kongreß: Robert Stricker (Wien). 4. Der Ausbau unserer Organisation: Dr. M. Markus, Mgr. J. Kohn (Lemberg). 5. Berichte und Diskussion. II. Zweite Nachmittagssitzung. 1. Die Erziehung unserer Jugend: M. Leiserowitsch. 2. Brith Hakanaim: Dr. J. Feldschuh. 3. „Hechaluz Harevisioni": Dr. B. Joos, Dr. Dager (Lemberg). 4. „Rev. Frauenorgahisation": Frau M. Kohn. 5. Diskussion. III. Nachtsitzung 1. Unsere ökonomische Tätigkeit: Meir Großmann. 2. Galuth und Erez Israel: B. Weinstein. 3. Resolutionen. * Die Vorkonferenz wird sich auch mit der Taktik der rev. Fraktion auf dem Kongreß beschäftigen. Von den Beschlüssen der Konferenz wird die ganze weitere Entwicklung des demokratischen Revisionismus abhängig sein. Die Konferenz wird zu den letzten Geschehnissen im Revisionismus und zu den Richtlinien unserer Politik und Taktik für weiterhin Stellung nehmen müssen. Montag, den 31. Juli werden besondere Beratungen des „Brith Haknaim", des „Hechaluz Harevisioni" und der „Rev. Frauenorganisation" unter Beteiligung der Mitglieder der Weltexekutive abgehalten werden. Das Berliner J.T.A.»Bür© geschlossen Aus Berlin wird u. d. 20. Juli gemeldet: Das Berliner Büro der Jüdischen Telegraphenagentur (J. T. A.) wurde auf polizeilichen Auftrag geschlossen, die Einrichtung beschlagnahmt und das weitere Erscheinen der täglichen deutschen Ausgabe untersagt. Nach einer weiteren Meldung wurde diese Ver- Semmering m j> ECKSTEIN'S FAMILIEN-PENSION Rettauration, Kaffeehaus / Täglich S-Uhr-Tee SEMHERING IS'täSiüfXSSX.""43 Mäßige Preise, vorzügliche Küche, Zimmer mit Pension S 12.— aufwärts. Zentralheizung, fließendes Warm- und Kaltwasser in jedem Zimmer. / Auskunft unter Telephon U-27-6-24 Ma3tu. Liegekuren, Sonnenbäder. Pension von S 8.— aufw. Wochenpauschale S 50.—. Prospekte Retourmarke. Telephon-Nr. 1 §tei'nhau§ am Semmering/ Kurhotel „Stuhleckerhof fügung aus Interesse für die öffentliche Ruhe, für die Verteidigung des Staates und des Volkes nach § 14 des Dekrets vom Februar 1933 getroffen. Die gesamte Einrichtung der J. T. A. wird bei der Polizei aufbewahrt. Versuche, die polizeiliche Order zu umgehen, werden streng bestraft. Die Berliner Ausgabe der J. T. A. vom 20. Juli ist nicht mehr erschienen. Der Auslandsdienst der J. T. A., soweit er bisher von Berlin besorgt wurde, ist nicht in Mitleidenschaft gezogen. Der amerikanische Konsul zur Schließung der J. T. A. Aus Berlin: Der amerikanische Generalkonsul Messersmith betrachtet die Beschlagnahme des hiesigen J.-T.-A.-Büros als gefährliches Symptom auch für die von amerikanischen Firmen in Deutschland kontrollierten Unternehmungen. Dieser Fall macht die Errichtung amerikanischer Häuser in Deutschland unsicher und hat zur Folge, daß eine Intervention seitens des Konsuls in Washington erforderlich sein wird. Der Konsul ist über die Motivierung der Sperre der, J. T. A. erstaunt, deren Weitererscheinen für den Staat gefährlich sein soll. Wie man erfährt, wurde das J.-T.-Ä.-BUro zwarj geschlossen, aber nicht versiegelt. Z&ir jud£§dien WelfwiH§dhaff§konferenz „Nicht nur in Deutschland stehen wir heute vor ernsten Gefahren" In unserem Blatt vom 14. und 21. Juli haben wir Berichte veröffentlicht, die sich mit der von ,Lord M e 1 c h e 11 initiierten jüdischen Weltkonferenz und mit dem zu organisierenden Weltboykott deutscher Waren beschäftigten. Einigen Zeitungsmeldungen war zu entnehmen, daß Sir Herbert Samuel, erster Oberkommissär Palästinas und früherer englischer Innenminister, mit dem deutschen Botschafter in London Verhandlungen gepflogen habe, die sich dahin auswirkten, daß schließlich die Boykottkonferenz aufgeschoben wurde. Wir erinnern daran, daß Ende März (als die jüdischen Massen in London großzügig gegen den hakenkreuzlerischen Pogromantisemitismus reagierten und zum Billige Ferien- und Urlaubsreisen nach ganz Polen iür 6 und 30 Tage. Abreise 15 Augußt u. 7. Sept. Alle Visa gratis. Ermäßigungen in den Sommerfrischen. Auskünlte: Reisebüro Schenker u. Co., I, Schottenring 9 P.-50-510, Büro E. Ferstel, I, Kärntnerring 12, U-40-301 Boykott deutscher Waren aufforderten) die englische Regierung Boykottaufschriften von jüdischen Geschäften durch Polizei entfernen ließ und sich auch sonst von den jüdischen Aktionen gegen den hitlerischen Terror distanzierte. Nun bringt die jiddische Londoner Zeitung „Die Zeit" die Meldung, daß die Nachrichten bezüglich eines Abkommens zwischen Herbert Samuel und dem deutschen Botschafter falsch seien, gibt aber folgendes zu: „Es ist wahr, daß man im Monat März, bei Beginn des Naziregimes, gewisse Verhandlungen mit dem deutschen Botschafter geführt hat. Man hat geglaubt, man werde vielleicht die Verfolgungen gegen die Juden abstellen können. Aber aus jenen Verhandlungen entstand keine Abmachung und es sind keine weiteren Verhandlungen mit dem offiziellen Vertreter Nazi- Deutschlands geführt worden." Trotz der äußerst zurückhaltenden Textierung kann das „man" nicht anders gedeutet werden, als daß Herbert Samuel es war, der unterhandelt und die negative Hältung der englischen Regierung zur jüdischen Boykottbewegung initiiert hat. Man weiß, wie britische Staatsmänner verhandeln. Man weiß, daß sie auch ohne schriftliche Dokumente politische Geschäfte machen. Aber wie immer die Beurteilung dieser Sachlage sein mag, Tatsache ist, daß die jüdische Wirtschaftskonferenz „aufgeschoben" wurde, daß Lord Melchett irgendeinem Einfluß nachgegeben hat und daß die nach London gereisten Wirtschaftsdelegierten die Gründe dieser Verschiebung nicht verstehen können. Man weiß, daß der Vernichtungsfeldzug gegen die deutschen Juden mit unvermindertem Haß weitergebt. Aber man hat auch deutliche Beweise dafür, daß die deutschen Regierungskreise unter Drohungen jüdische Persönlichkeiten gezwungen haben, nach London zu schreiben, daß ein antideutscher Boykott sich schädlich für das deutsche Judentum auswirken würde, daß also die Boykottkonferenz unbedingt unterbleiben solle. Den letzten Meldungen zufolge (21. Juli) soll in Amsterdam die geplante Tagung stattfinden. Voj* läufig ist noch nicht bekannt, ob Lord Melchett an diesfr Tagung teilnehmen wird. Jedenfalls kann man in Hollaöff ohne Druck von außen arbeiten. Im übrigen hat die Tagung; sich nicht nur mit der Boykottorganisation zu beschäftigen, sondern auch mit einem großzügigen Plan, über den sich der amerikanische Delegierte Dr. Koralnik, ein bekannter New Yorker Publizist, folgendermaßen äußert: „Es muß ein Weltbund jüdischer wirtschaftlicher Interessen geschaffen werden. Denn es handelt sich heute nicht bloß um die wirtschaftliche Zertrümmerung der deutschen Judenheit. Wenn man sich für den Augenblick vorstellen könnte, daß in Deutschland ein politischer Umsturz kommt und die Juden dort wieder; in Ruhe leben können, so bedeutet das noch immer nicht, daß dieser Bund überflüssig geworden ist. Die Juden können sich gegen so barbarische Ueberfälle wie im Hakenkreuz-Deutschland nur dann schützen, wenn sie ihre eigenen permanenten Institutionen haben. Deutschland lehrt uns heute, was wir zu tun haben. Gegen die Ausrottungspläne der deutschen Machthaber können wir nur dann kämpfen, wenn wir unseren eigenen Apparat hiezu schaffen werden. Gerade wenn wir unseren Gegenboykott organisieren wollen, müssen wir so rasch als möglich die nötigen Institutionen schaffen. Wir haben in New York eine jüdisch-amerikanische Gesellschaft geschaffen, die das deutsch-jüdische Problem nicht als etwas Zufälliges und Vorübergehendes ansieht. Wollen wir das deutsche Judentum retten, müssen wir die Organisationsaufgaben, die vor uns stehen, durchführen. Denn ni c h t nur in Deutschland stehen wir heute vor ernsten Gefahren." Wie weiter verlautet, sollen an der Konferenz Leo Motzkin, Stephen Wise und eine Reihe jüdischer Vertreten aus mehreren Ländern teilnehmen. * Aus Amsterdam wird unter dem 20. Juli berichtet: Heute begann im hiesigen Carlton-Hotel die jüdische Wirtschaftskonferenz, die den Zweck hat, einen internationalen Boykottapparat gegen deutsche Waren als Antwort auf die antijüdischen Verfolgungen in Deutschland zu organisieren. An der Konferenz beteiligen sich unter anderen Führern des amerikanischen Judentums der Adv. Samuel Untermayer und Dr. Koralnik, ferner Delegierte von England, Holland, Frankreich, Belgien, Polen und Finnland. Man erwartet noch Delegierte aus verschiedenen Ländern. Der bisherige Verlauf der Konferenz ist nicht bekannt, da Pressevertreter vorläufig nicht zugelassefi wurden. Samuel Untermayer gab für die Presse die EM»

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