Mannheim
Compact Memory

Die neue Welt · 1933-07-28 · Heft 307 (28.7.1933) · page 2

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Die neue Welt
Volume
7 (1933)
Issue
Heft 307 (28.7.1933)
Date
1933-07-28
Page
– (sequence 2)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
88% known words query
IRI
…/2711613-2711899-2711929--3841-2717254
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

2 entity mentions

Seite 2$, DIE NEUE WELT Nr. 307 +*ft~*UJXS- DAS BILLIGE KÄRNTEN. 6billige Tage f£A in Klagenfurt / D**.- Verpflaaurta, .Unterkunft, Schiff* und StraNnbahnrahrtan, Seebad, BahnraatfahrterinaHlaiififf. Verlangen Sie Senderpreip«fcl und beliehen Sie das CatMhelnhefl («Bltlg vom U.V. bis 30ÜX.1 durch die Stellen det OesterreMiltdten VcrkehrsbOro Krumpendorf am WSrtherseeB Sonne und Wasser, Ruhe und Erholungl — Anfragen an die Fremdenverkehrskonimissioh Krumpendorf M [[.II Haas m zeifgemiBen Preisen. Strandbad. Tennis. Boote. Fisdieref, Jan, Bridge-Cercle Vor- und Nachsaison ab S 9. -, Hochsaison ab S10. - Sonne 7 Wasser / Sport / Unterhaltung MARIfl-lÖÖRTH / PENSION HADPTNANH Schöne, staubfreie Lage am Wörthersee' Strandbad* Tennis, Golf, Garage» - Pension ab S 10 —. Mari wird in Oesterreich natürlich nicht an Maßnahmen von der Härte denken, wie sie im nationalsozialistischen Deutschland durchgeführt werden, doch ist jedenfalls nicht zu leugnen, daß die Judenfrage speziell durch die Ostjudeiiinvasion während des Krieges, die sich auch nach dem Krieg noch fortgesetzt hat, auch bei uns akut geworden ist und gründliche Maß na hfflen als n o t w endig erscheinen läßt. Wenn bisher die politischen Verhältnisse verhinderten, daß man der Lösung dieser Frage nähertreten konnte, so scheint nunmehr eine günstige Situation geschaffen, Um eine radikale Aenderung in diesem Punkt vorzunehmen." Man beachte insbesondere den Passus „w e n n bisher die politischen Verhältnisse verhinderten..." Er bedeutet bei größtem Wohlwollen für alle vaterländischen Fronten nichts anderes^ als daß die regierenden Kreise im Konkurrenzkampf um die Seelen der österreichischen Bevölkerungnicht' dazukamen, der Judenfrage näherzutreten, jetzt aber, da sich am Horizont ein rosiger Streifen zeigt, gemeinsam dem höchst bequemen Lehrsatz „Der Jude wird verbrannt!" huldigen wollen: Je mehr eine Gruppe antisemitelt, desto mehr Chancen hat sie, Stimmen zu bekommen. Die Hauptsache bleibt der antisemitische Lockruf, der sich zweifellos auch in die' TaV wird umsetzen lassen.'' '' '• •'' '• '* 11 v '" " -" ' Als wir vor Monaten eine würdige mätionäljüdische Politik im Kähmen staatsbürgerlicher Betätigung verlangten, versuchte man unseren Patriotismus zuverdächtigen. Die assimilantistischen Nachlauf er konnten Bich in erniedrigender Anbiederung nicht genug tun. Die Stimmen der christlichsozialen Parteiflügel geben uns recht. Wenn auch das, was der „Bauernbündler" und das „Neuigkeits-Weltblatt" über das Ueberhandnehmen des jüdischen Einflusses sagt, nackter Unsinn, Verfälschung der Tatsachen, Ausfluß dreister Gehässigkeit ist, so müssen wir all das als ein höchst beachtenswertes Symptom werten. Schreibt doch das „Wiener Montagsblatt", das montägliche Organ der Regierung: „Im Niederösterreichischen Bauernbund sind bekanntlich mehr als 10 0.000 Bauern zusammengeschlossen. Diese Mitgliederzahl steht nicht bloß auf dem Papier. Der Bauernbund ist eine zielbewußt geführte Organisation mit straffster Disziplin. Seine Leitung und sein Organ erscheinen daher berufen, die Ansicht weitester Volkskreise wiederzugeben. Den vorstehend angeführten Aeußerungen des „Bauernbündlers" kommt daher große politische Bedeutung zu." .. .. Wir sehen, daß die antisemitische Forderung der christlichsozialen Bauern auf viel Verständnis stößt' — unbeschadet der bisherigen Erklärungen der Regierung, daß ihr Glaube 'ari .die' Prinzipien der' D e^tt ö k r a t i e unerschüttert sei, Statt diesen Glauben im ÄugefhbÜck> In Zweifei zu ziehen, wollen wir vorerst jene Deklaration; zitieren, die der Bundeskanzler Dr. D ollf üß am 25. Mai, also vor genau zwei Monaten, im Londoner „Evening Standard" niedergelegt hat: „Die Oesterreicher machen keinen Unterschied .zwischen den einzelnen Rassen der Menschheit. Wir glauben nicht, daß Angehörige einer andern Rasse oder Religion tiefer stehen als wir oder als subaltern behandelt werden dürfen. Alle Menschen in Oesterreich Bind frei und gleich, und solange ich Kanzler bin, wird; es so bleiben." Wenn wir dieses schöne Bekenntnis weltpolitisch beleuchten, so kommen wir zum Resultat, daß eben nur ' die> demokratische Grundhaltung und die; Ab we i s nn g rh a k e nkreuzleri sehe r Methoden: und Weltanschauungen es. war, .die der Öster-: reichischen Republik das Wohlwollen und die Sympathie ' der Kulturstaaten gebracht haben. Der kleinste Ruck Ins , Br.aune kann Oesterreich den Verlust dieser; wertvollen Sympathien kosten.. Wenn aber die. vaterländischen Fronten sich auf Kosten der Juden stärken wollen, so können wir ihnen von diesem ■ Unternehmen aufs Entschiedenste abraten. Das Trlum-! virat möge dafür sorgen, daß die Republik keinen Schaden erleide ... o. r. i am Wörthersee \^XXtcC(^ums!BaJiing^t) Führendes Haus 230 Zimmer » Verfangen Sie biffe Prospekte Pörtschach. Germania» das moderne Hotel direkt am See, trandbad, Garage, Vollpension- Vorr und Nachsaison ab 10.—. Hauptsaison ab S.16.—. inkl. Seebad. Pension und Strandbad Leopold Direkt am See / Pensionspreis: .S 7.-^- bis S 12.—. VELDEN am Wörthersee Kurhaus Diu Engstier / Velden Komfort / Großer Park / Eigener Badestrand / Jede Diät / Strenge Individualisierung / eehotel Mößlächer Velden Wunderschöner eigener Badestrand 1QO Zimmer mit Kalt- und Warmwasser Ipi iar Orüßtes eigenes Strandbad Veldens / Strandcafe" und wundervoller Naturpark In staubfreier Lage am See / Pensionspreis: Mai, Juni, Sept.: S 9.- bis S 12.- / Tuli-August: b 13.- bis b 17.- Betilser: ANTON BULFON / Telephon 14 und 40 Pension Amthof, MiHsfatf S!!£t fließendes warmes ü. Haltes Wasser / Ruhigste Lage am Waldrande. Besitzer: FML. d. R. Artur Przyoorskl Pension 7 bis 12S. MltLSIäUEB SEE ^"^s« i Spitts -Mlllstättsr.See MIlKTitTI am (FF T^nnls-Spoil/Poftalonsprelee: IWLUlHll (Ml ALL 8-20S. , Größtes Strandbad SEEBODEIfa™ "lllsMtter s-0, « p,äci(|88 _str?n<i: bSder. Pensionspreise: 7—12 S Strandbad. Pensionspreis»: 7—12 S Besuchet das Kfipntner VILLAEH Frenuonzentrüm des Körntner Oberlandes mmm watsssff^gst.... fKCHNfFff CFF ANNENHEIM' (ralatallon derKanzef- UiJlKinLn JLL bahn) SATTENDORF und ST. ANDRÄ BODENSDORF / OSSIACH Auskünfte bei den Fromdertverkehrskommlsslonen Hönenluft-Kuiort 1200 Meter. Ruhe und Erholung fAAKER SEE MIT INSEL HERRLICHE STRANDBÄDER SEQUI WEISSEHSEE 930 MBler- 20-250 c- Standige Autobusverbindung 620 Meier. (Seowärma) Schwimmbad Pension: 7—9 S SEEBAD FELO AM SEE,,3M,,,rftSiHJ Czernowitzer Makkabiade nadi Prag verlegt . Zusammenkunft zwischen Lord Melchett und rumänischem Finanzminister in London Bekanntlich hätte in Czerno-witz (Rumänien) vom 3. bis 6. August die Makkabiad.«,,das-Sportfest des jüdischen Welt-MakkabiÄmter dem- Ehrenpräsidium des Lord.* Melchett stattfinden sollen. 'Alle Vorbereitungen, vor allem der Bau eines Stadions,;- waren getroffen und zahlreiclte^Anmeldungen aus Europa -;ynd' Amerika eingelaufen. Wir haben'mehrmals über, das' Wesen und das Programm .-dieser, Veranstaltung berichtet. Plötzlich, am 20. Juli, wurde die Makkabiade, das grandiose Sporttreffen und eine -jüdisch-sportliche;M von: der rumänischen Regierung ^verboten. . : > Allerlei Vermutungen bezüglich der Motivierung des Verbots wurden ausgesprochen: Die Enttäuschung und Verstimmung weiter, auch nichtjüdischer Kreise war groß. Freitag, den 21. Juli, erschien in kde^ Bukarester Tageszeitung „Curentu 1" 'nachfolgende Information ays LotfdOn: "' v ' W .?.:siv^".k ' ■ ' „Bekanntlich hätte zwisch'en dem" & und' 6.;<Äuguät in Gzernowitz die „Makkabiade" stattfinden sollen. An dieser Weltmanifestation des Makkabi hätten die Repräsentanten des Sports aller Länder und die Vertreter aller Makkabi-Örganisationen des Inlandes teilnehmen sollen. ' ■• Lord Melchett benützte die Gelegenheit der Anwesenheit des rumänischen Finanzministers M a dg e a r u, um mit dem Minister die Organisierung der Makkabiade zu besprechen. " " Finanzminister Madgearu drückte in sehr wohlwollender Art seinen Pessimismushinsichtlich des Gelingens dieser Veranstaltung aus und verwies darauf, j daß sie zu einem sehr wenig günstigen Zeitpunkte und besonders in einem ungeeigneten Milieu stattfinde. Lord Melchett dankte dem rumänischen Minister ' wärmstens für die ihm in dieser Sache erteilte Information, sowie für den der jüdischen Weltjugend erteilten Ratschlag." .?v Nachdieser Konferenz hat der Präsident des Weltyerbandes „Makkabi", Lord Melchett, die nötigen Weisungen zur Absage der Makkabiade in Czernowitz 'erteilt! v In der Tat hat der. Czernowitzer Sportverein „Makkabi" ein Telegramm von Lord Melchett erhalten, welches in diesem Sinne abgefaßt war. ' ' ' " * So., lautet die Darstellung des Bukarester ,,'Cürentül". flie natürlich. höchst auf^kläruügsb'edürf'tig ist. ' 1 * 1 -i;? * •v" Wie" -äüä-CzerÄöwItti'^meldet^rdrist dort Freitag*". den 21. d.,; der . Präsident > der .Makkabi-Organisation,■.<. Ing; S c h in d l,e r ,aus Bukarest eingetroffen,.und Jhat unverzüglich mit den leitenden Funktionären des „Makkabi" ~ Fühlung genommen. .* . ... Wie bereits feststeht, findet die Makkabiade am 25. Augustin Prag statt. Zu gleicher Zeit tagt bekanntlich in Prag der 18. Zionistenkongreß. Die Meldung von der Verlegung der Makkabiade nach Prag wurde von" einem Funktionär des Czernowitzer ,',Makkabi" bestätigt, der sich telephonisch mit Lord Melchett in Verbindung gesetzt hatte. Die Untersuchung in «er Mords affare Arlosoroff i Wirre Verdachtsmomente, gegen Stawsky Aus Jerusalem meldet u. d. 20. Juli die J. T. A.: Heute ist Abraham Stawsky vor dem britischen Ünfers'üchüngsVichter BodiÜy in Jaffa gestanden. Auf Grund 'des heutigen Verhörs ist das weitere Verhör mit Stawsky auf den 3. August verschoben worden. Bis dahin bleibt Stawsky in Haft. '' ' "• , Im heutigen Verhör nalim als erster der Staatsanwalt Sclii tri t, ein sephardischei: .Jude,;das Wort. Er erklärte, daß auf Grund der Aussage von Fr a ij Arlos.orpff eine Durchsuphung in der Wohnung Stawskys vorgenommen worden .sei.. Am. 20. .Jupi wurde ein Abdruck der Fußstapfenc. am .Tatort gemacht. (Der •Mord ist am. 1$. Juni geschehen!) Die Sachverständige» haben erklärt, daß der Fußabdruck Stawskys mit dem am Tatort gefundenen übereinstimme. Der Prokuror Schitrit, stellte hierauf den Antrag, die Untersuchung gegen Stawsky und die Präventivhaft zu verlängern, da die Polizei ihre Untersuchung noch nicht beendet habe. Der-Richter hingegen beschloß, die Zeugen einzuvernehmen. Zuerst wurde der topographische Experte, ein Offizier der englischen Luftflottengarnison namens H e r b e y th, einvernommen.-Dieser Experte fertigte die * Gerichtskarte des'Tatortes und des Hotel Turgemann an, wo Stawsky nach seiner Aussage die kritische Nacht verbracht bat. Der nächste Zeuge war Dr. A1 o t i n vom Hadassah-Spital in Tel-Awiw, in welches Dr. Arlosoroff nach Empfang der Schüsse gebracht worden war. Doktor , Alotin erklärte, daß Dr. Arlosoroff nicht gerettet werden ' konnte. Bei dieser Gelegenheit wurden auch die Kugeln i gezeigt, die aus ArlosoroffS Körper bei der Operation entfernt wurden. Ein weiterer Zeuge namens Aba Kahan, der nicht weit von der Mordstelle wohnt, erklärte, er habe ein Auto » in der Richtung zur Stadt und ein paar Minuten später : ein Motorrad in der Richtung' von der Stadt fahren gesehen. Hierauf wurde ein Beduine, ein sogenannter iKeriner von Füßstäpfeh,' einvernommen. Dieser erzählte,' wie er im Auftrag der Polizei in der Mördnacht die Mordstelle aufgesucht " und' die Fußäbdrücke aufgenommen habe; hiebei habe er festgestellt; daß die Fußstapfen im Sand mit Stawskys Fuß abdrücken übereinstimmen. (Die kriminalistische Methode, "wonach ein Privatmensch im Auftrag der Polizei eine Untersuchung führen und dessen Ergebnis als offizielles Bewei'sdoküm'ent gelten darf, kann wohl als „orientalisch"! bezeichnet werden. Red.) Hiebei Werden dem Richter >Stawskys Schuhe vorgewiesen.' 'Stawsky ruft aus: „Ganz fals-xsh, - dä-s s-ind nicht meine Schuhe!" . .,Der Richter Bodily erklärt schließlich, daß er die Präventivaaft Stawskys um weitere zwei Wochen, bis" zum 3. August, verlängere. ' Der verhaftete Revisionist Jehuda Minz . Hierauf wird der kürzlich verhaftete Jehuda Minz; vor den Richter gebracht. Der Vorsitzende der Prokuratur stellt den Antrag, die Präventivhaft über Minz auf weitere sieben Tage zu verlängern. Er gibt bekannt, daß Frau Arlosoroff ihn nicht als einen.der beiden Mörder ernannt habe, daß er aber in der Gegend des Tatortes ^gesehen worden sei..Ein Zeuge namens Mosche Weizer erklärt, daß Jehuda Minz, als Dr. Arlosoroff verwundet Veggeführt wurde, seine Hilfe nicht angeboten habe, daher verdächtig erschienen sei. Trotz des Mangels an Verdachtsmomenten bleibt "Jehuda Minz weitere sieben Tage in Präventivhaft. Ächtung! Jüdische Studenten5 Das Informationsbüro des Jüdischen Studentenvereines in Milano (Oircolo Studentesco Ebraico) bittet uns um folgende Veröffentlichung; „Das Informationsbüro des Jüdischen Studentenvereins in Milano besorgt alle Informationen und Einschreibungen an den italienischen Hochschulen. Adresse: „Oircolo Studentesoo Ebraico, Milano» via T. Salvini No 4"

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.