Die neue Welt
- Journal
- Die neue Welt
- Volume
- 7 (1933)
- Issue
- Heft 306 (21.7.1933)
- Date
- 1933-07-21
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
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Nr. 30« 4' JDJB NEUE WELT Seite 7 •chienen sind. Nach dem Bericht von Meir Großmann, 4er sich zurzeit auf einer pplnisch-litauisch-lettischen Tournee befindet, hat die Tagung einstimmig beschlossen, den Namen auf prith Hakanaim zu findern und dem Weltverband des Brith Hakanaim beteutreten. Dadurch wurden neue 700 Betarim gewonnen. Zu den Kongreßwahlen, In der Bukowina. Au» Ciernowit*: Her Landesverband der Zionisten-Revisionisten fyd folgende Liste eingereicht: 1. Meir Oroßmanji, 2. Advokat Josef Mann, 8. Dr. ChaJm Qejbar (Kimpolung), 4. Dr. Max Kiwe, ß. Leib Weidenfeld, 6. Apotheker Leo Nagler. Aus Jugoslawien ,.y Zur Vortrags reine Robert Strickers JJnser Jugoslawischer Korrespondent söhreibt: In den jugoslawischen Zionismus, welöher Zeichen einer bedenklichen Stagnation aufwies, ist ein frischer Hag gekommen. Die zionistische Bewegung im tarnte drohte zu erstarren. Während sich die materiellen JJeistungen des Landes für zionistische und allgemein jüdische Zwecke, dank der Opferfreudigkeit der jugoslawischen Juden, auf ansehnlicher Höhe hielten, nahm die geistige Regsamkeit ständig ab. Die Bewegung entfernte ■sich immer mehr und mehr vom Herzischen Judenstaatszionismus. Die Zukunft des Zionismus im Lande war arg bedroht, der Zuzug neuer Elemente versiegte und die Jugend ging yarloren oder geriet auf Irrwege. Die Leitung des Landesverbandes, welcher in den Händen der allgemeinen Zionisten liegt, gab den Kampf um die Jugend vöJlig auf und überließ sie den Agitatoren der fclassenkämpferischen Parteien als leichte Beute. So ist es gekommen, daß es heutzutage in Jugoslawien keine einzige rein nationale jüdische Jugendorganisation gibt. Dieses wenig erfreuliche Bild hat sich wie mit einem Schlage verändert. Unter den schwierigsten Veranältnissen hat sich eine Zahl von Männern und Frauen, .darunter solche aus der bewährten alten Garde, zusammengeschlossen und den Verband demokratischer Revisionisten gebildet. In allen bedeutenden Orten des Landes würden Arbeitsgruppen eingerichtet. Den Auftakt der Arbeit bildet die Aufstellung ßiner eigenen Liste der demokratischen Zionisten-Revisionisten für die Wahlen •zum XVm. Zionistenkongreß. Ueberau setzte eine lebhafte Agitation ein, die ihren bedeutsamsten Ausdruck in der Propagandareise des Listenführers Robert Stricker durch Jugoslawien fand. Stricker sprach in Zagreb, Osijek, Novisad und Belgrad zu einem vielhundertköpfigen Publikum. Seine Darlegungen des Herzl- Ziomsmus löste überall helle Begeisterung aus, sie trafen auf tiefstes Verständnis. Trotz der Bemühungen der Gegner trugen die Versammlungen überall den Charakter eines festlichen Ereignisses, das in der Judenschaft größtes Interesse auslöste. Leider muß festgestellt werden, daß die gegnerischen Bemühungen da und dort nicht fcmmer einwandfrei waren. Nicht offener Kampf, sondern geheimes Treiben, wie: Obstruktion bei den Behörden, .Veranstaltung von „Festen" am gleichen Abend, Agitation von Mf"?n zu Mann zwecks Abhaltung vom Besuche der Vorträge Strickers, Boykottparolen usw. Es ist zu hoffen, daß der Mißerfolg dieser kleinlichen Manöver ihre Wiederholung in der Zukunft verhindern wird. In der freien zionistischen Bewegung ist nur freier Meinungsaustausch am Platze. Für engherzige Intrigen ist da kein Raum. Der demokratische Judenstaatszionisznus hat die Arbeit in Jugoslawien aufgenommen. Die besten zionistischen Kräfte im Lande tragen sie. Das ist Gewähr dafür, daß sie von bestem Erfolg gekrönt «ein wird. Verband deutscher Zionisten-Revisionisten Aus Berlin: In den letzten 14 Tagen fanden jnebrere Veranstaltungen der Berliner Ortsgruppe des Verbands Deutscher Zionisten-Revisionisten statt, bei «Jenen die Herren Richard Li cht heim „Ueber unsere nächsten Aufgaben", Dr. Herbert Pollak über „DieAussichteneinesMittelständlers in Palästina" und Ernst Hamburger über „Palästinensische Wirklichkeit und die deutschen Juden" sprachen. Sämtliche Vorträge waren gut besucht und brachten uns eine große Zahl neuer Mitglieder. Die Berliner Ortsgruppe setzt auch in Zukunft alle Veranstaltungen fort und bittet alle Freunde unserer Bewegung, die sich uns bisher noch nicht angeschlossen haben, um Meldung an das Büro. Das Berliner Büro teilt noch mit, daß es die Broschüre von Richard Lichthelm: „Revision der Zionistischen Politik" zum Preise von RM. 1.20 Inklusive Porto, sowie die Broschüre von Oberbaurat Ing. Robert Stricker: „Was ist Zionismus-Revisionismus?" zum Preise von RM —.80 abgeben kann. Bestellungen sind zu richten an das Büro des Verbandes DeutscherZionisten-Revislonisten, Berlin-Charlottenburg 2, Joacbimsthalerstraße S, n. Die Allgemeinen Zionisten Haifas für eine nationale Front auf dem Kongreß Die Generalversammlung der Allgemeinen Zionisten Haifas faßte eine Resolution, in welcher die Schaffung einer nationalen Front von den Linken bis zu jenen Revisionisten, welche die Disziplin der Zionistischen Weltorganisation anerkennen, gefordert wird. SEMMERING Zwei Standen von Witn and Graz 1000 Metar Se«höhe latemali on«l«r Höhenkurort Ganzjährig Setficb / Mättflc f>r*isc / Hh&firter SoftHMMraufenfl^ / Strand-und Hallenbäder SODBAHNHOTEL HftlLENSTRANDBAD GOLF/TCNNIS / REITEN Höfel Pension WALLNER / ■•>9«»i<che> F.»nieni..B* Hotel-: STEFANIE Gutbürgerliches Haus Vorzügliche Küche 1 Catä-Peasiöfl „Qalieiffl" Telephon 82, Inhaber Dir. E. Gunst. Pension ab S 10.—. Täglich 5-Uhr-Tee, ab 9 Uhr jB&BMt Kooi^lTreägxanlct der jüdischen QeseUschatQ.Onte Jüdische Küche Auskunft: Wien R-ltl-0-21 Die Allgemeinen Zionisien Palästina über den Rufmord der Herren Ben Ourion und 1* Grünbaum Im Organ der allgemeinen Zionisten Palästinas „Hazioui-H&klali" wird in einem längeren Artikel die Haltung des Fuhrers der palästinensischen Arbeiter, Ben Ourion, und des Führers der radikalen Zionisten, Izchak Grünbaum (Warschau), welche den Mord an Dr. Arlosoroff als „revisionistischen Mord" bezeichnen, scharf verurteilt. Das Blatt schreibt u. a.: „Herr Ben-Gurion, der gegenwärtig in Polen weilt, beeilte «ich festzustellen, Haß der Mord an Dr. Arlosoroff ein Resultat der langjährigen Propaganda ist, die von den Zionisten-Revisionisten gegen die jüdische Arbeiterschaft und ihre Führer geführt wird. Er betont, daß die Mörder keine Kommunisten und kein« Araber sein können. „Es gibt keinen Anhaltspunkt, den Kommunismus zu verdächtigenWarum? Weil „das System des Kommunismus nie m a I s Einzelmord war". Auch die Araber konnten Arlosoroff nicht getötet haben. „Dr. Arlosoroff ist erst zwei bis drei Tage in Palästina gewesen. Er kam nach Tel-Awiw, um dort den Sabbat zu verbringen. Kein Araber konnte all das so genau wissen. Ein Araber könnte auch aus Tel-Awiw nicht so unbemerkt entkommen." Die Schlußfolgerung aus solchen „Feststellungen" ist klar. Herr G r ti n b a u m Unterstützte wie gewöhnlich die Ansicht des Herrn Ben' Gurion, indem er die Behauptung aufstellte, daß der Mord in der „revisionistischen Ideologie" liegt. Herr Jabotlnsky hat ihn wegen dieser Behauptung vor das Kongreßgericht zitiert. Herr Grünbaum wird noch Rede und Antwort stehen müssen. So wollen diese Herren die Gemüter „beruhigen"! Es ist schwer, von einer nationaler Einheitsfront zu sprechen, wenn man die Reden dieser Herren liest. Die Herren müssen jedoch dringendst gewarnt werden. Das eine ist klar: Was sie tun, beweist sträfliche Verantwortungslosigkeit!" * Diese Worte der palästinensischen Zionisten gelten nicht nur den Herrn Ben-Gurion und Grünbaum. Sie gelten den vielen linken und allgemeinen Zionisten, welche bei den Kongreßwahlkämpfen in Europa in verdammenswerter Weise aus dem Tode Dr. Arlosoroffs agitatorisches Kapital geschlagen haben. Viele tausend Stimmen schlecht informierter Wähler wurden so unter dem Eindrucke der verfälschten Mordnachricht dem Zionismus-Revisionismus entzogen. Aber der Zionismus wird dieses „Sieges" nicht froh werden und die Gewinner solcher Stimmen werden es auch nicht. Jüdische 'Aerzte in Oberschlesien zur Kassenpraxis wieder zugelassen Aus Breslau: Die Mehrzahl der judischen Aerzte in Oberscblesien, welchen Mitte Juni sämtliche Öffentliche Kassen per 1. Juli gekündigt worden waren, ist durch Verfügung des Innenministeriums wieder zur Ausübung der Ortskrankenkassenpraxis zugelassen worden. * Diese Maßnahme ist eine Folge der Entscheidung des Völkerbundrates, nach welcher die Juden in Oberschlesien Minderheitsrechte genießen. Im übrigen Deutschland, wo es kein jüdisches Minderheitsrecht gibt, geht der Vernichtungskampf weiter. Antisemitische Frontenhetze in der Schweiz Aus Zürich: Der Präsident des Schweizerischen Fremdenverkehrsverbandes, Dr. F. Ehrensberger (Zürich), lud dieser Tage eine Anzahl von Vertretern der Schweizer Presse zu einer Besprechung ein, in der er die gegenwärtige düstere Situation im Schweizer Fremdenverkehr, von dem ein Viertel des erwerbstätigen Volkes abhängig ist, schilderte. Bei der Aufzählung der Schwierigkeiten, die gegenwärtig vom Ausland her dem Lande erstehen, führte er als die drei hauptsächlichsten Gründe, die den Rückgang des schweizerischen Fremdenverkehrs bewirken, an: Erstens die behördlichen Maßnahmen der deutschen und Italienischen Regierung, die den Reisestrom ins Ausland unterbinden, zweitens die Währungs- Mastu. Liegekuren, Sonnenbäder. Penkion von S 8.— aufw. Wochenpauschale S 50.—. Prospekte Retourmarke. Telephon-Nr. 1 am Semmerfag, Kurhotel „Stüh lecker h«f" Steinhaus fragen und drittens die antisemitische*Hetze der Fronten. Hiebe! machte Dr. Ehrensberger die Mitteilung, daß in Frankreich, wo gutsituierte jüdische Kreise erfahrungsgemäß einen beträchtlichen Teil des Reisepublikums bilden, die Presse die Judenhetze der Fronten zum Vorwand benütze, um Reiselustige von Ferienreisen nach der Schweiz abzuhalten, indem die Schweiz als ein von der Aktivität der Fronten stark beeinflußtes und daher antisemitisch eingestelltes Land hingestellt wird ,und Gerüchte ausgestreut werden, daß jüdische Elemente in der Schweiz belästigt würden. In der anschließenden Diskussion wurde aus Hotelkreisen ebenfalls auf die verhängnisvolle Wirkung der Antisemitischen Frontenhetze aufmerksam gemacht. Besonders engüsche Juden fühlen sich beunruhigt. Es sei höchste Zeit, .endlich gegen die antisemitische Frontenhetze energisch Front zu machen! Au§iffo*PaIä§i inensisdier Wirtediaft§dien$i Kolonie österreichischer Juden in Palästina. Wie bereits berichtet hat sich in Wien eine Gruppe gebildet, welche die Gründung einer Isndwirtgehaf tlichcn Kolonie österreichischer Juden in Palästina plant, womöglich im Küstengebiet der Scharon-Ebene. Diese Gruppe setzt sich fast durchwegs aus Mittelstandselementen zusammen und plant die Ueberwanderung. in.der allernächsten Zeit. Aus dem uns übergebenen Elaborate ist zu entnehmen, daß die Kolonisten gemischte Wirtschaften betreiben wollen, Zitruspflanzung, Gemüse- und Obstbau, Geflügel-, Vieh- und Bienenzucht. Der vorliegende Kalkulationsplan umfaßt drei Gruppen von Siedlern: A. Zwei- bis dreiköpfige Familien, die zwei vollwertige Arbeitskräfte stellen. Für zwei Köpfe ist eine Summe von zirka Pfund 1150, für drei Köpfe zirka Pfund 1500 erforderlich. Da Möglichkeiten für eine Anleihe vorhanden sind, wird sich ein Bar kapital von zirka Pfund 800 bis 1200 als ausreichend erweisen. ■ B. Drei- und vierköpfige Familien mit nur einer oder zwei Arbeitskräften. Fremde Arbeitskräfte erforderlich. Für eine dreiköpfige Familie ist eine Summe von zirka Pfund 2100, für eine vierköpfige Pfund 2400 notwendig. Wenn eine Anleihe aufgenommen wird, sind diese Ziffern auf Pfund 1500, bzw. 1750 zu reduzieren. C. Auch auf solche Interessenten, die Boden in Palästina erwerben wollen, ohne an eine direkte Ueberwanderung — zumindestens eine sofortfge zu planen, ist in dem.Elaborat Rücksicht genommen. Der . Aus tro- Pal ästine nsisehe Wirtschaftsdienst, der die ehrenamtliche Interessenvertretung der bereits bestehenden Gruppe übernommen hat, hat einen besonderen Experten zur Auskunftserteilung bestimmt, der jeden Montag und Donnerstag zwischen 5 und 6 Uhr nachmittags allen Interessenten Informationen über alle Detailfragen kostenlos -erteilen wird. Schriftliche Anfragen mit Rückporto werden ebenfalls erledigt. Die Speditionsabteilung des Austro-Palästinensischen Wirtschaftsdienstes. Im Rahmen des Wirtschaftsdienstes wurde eine Abteilung errichtet, die an Interessenten alle gewünschten Auskünfte in Speditionsfragen kostenlos erteilt. Es wurde zu diesem Zwecke mit einer, der größten Speditionsfirmen ein Vertrag abgeschlossen, der es ermöglicht, nicht nur hinsichtlich der Frachtsätze, sondern insbesondere hinsichtlich schnellster und sicherster Verfrachtung von Gütern aus allen Städten des In- und Auslandes den Interessenten an die Hand zu gehen. Auskünfte während der Sprechstunden, jeden Montag und Donnerstag zwischen 4 und 6 Uhr im Sekretariat, Wien, IX., Berggasse 16 (Handelsmuseum). Schriftlichen Anfragen ist Rückporto beizuschließeri. Wirtschaftskalender. Für die Erzeugung kosmetischer Artikel wird von tüchtigem Fachmann kapitalistischer Mitarbeiter Pension ,Austria' Kinderheim Vöslau sOLGA KADI8CH) JägermayerstraBe 10 - Telephon Nr. 141 Für Dauer' and Erholungsaufenthalt Jeder Unterricht im Hause, auch Nachhilfe für öffentl. Schulen besuchende Kinder. 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