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Die neue Welt · 1933-07-21 · Heft 306 (21.7.1933) · page 2

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Journal
Die neue Welt
Volume
7 (1933)
Issue
Heft 306 (21.7.1933)
Date
1933-07-21
Page
– (sequence 2)
Language
German
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Seile 2 Dlfe NEUE WELT Nr. 306 a. DAS BILLIGE KÄRNTEN. 6billige Tage CA in Klagenfurt / Verpflegung, Unterkunft^ Sdilffand Stralonbähnfahrtcn, S«abad, BannrflcfcfahrtcrmflrTfgung. Vsrlangtn Si« Sondtrpro»«kt und b«- zlahan Si« dal Cutschainhsft (gdlttg''*6M it. V. blt 3$. IX.) durdi di« SUlUn dt» Oatttrrs Idilidt« n V«rh«hnbfl»o r Krumpendqrf am WürtherseeH onne und Wasser, Ruhe und Erholungl — Anfragen an die Fremdenverkehrskommissioft Kiuftip'endorf* L Wörther |j fiaos zu zeitgemäßen Preisen. Strandbad. Tennis, Boote, FIidiertF, JatJ, Bridgt-Cude _11 Vorsaison ab S 9. -, Hoditaiion ab S14. - sonne / Wasser / Sport / Unterhaltung MARIA-WORTH / PENSION HAUPTMANN Schöne, staubfreie Lage am Wörthersee .. - Strandbad, Tennis, Golf, Garage, Pension ab S 10 -. M am Wörthtrsqe (fiüomJmMtgen) ührendes, Haus, 230 Zimmer * Ver/angen Sie biffe Prospekte Pörtschach. Germania* das moderne Hotel direkt am See* trandbad, Garage, Vollpension Vor- und Nachsaison ab 10.—. Hauptsaison ab S16.—. inkl. 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Die Finanzlage Palästinas sei Übrigens.soputrl edenstellend, daß Palästina selbst in der Lage sei,' seine Bedürfnisse1 zu finanzieren* > Die Palästina-Regierung habe bereits ein großzügiges Programm öffentlicher Arbelten und die Durchführung anderer Pläne, die von der englischen Regierung durchaus gebilligt werden, ins Auge gefaßt. Es werde vorgeschlagen, daß diese Arbeiten; und -dieWfederänsiedlung der dislozierten Araber zum großen T e i l mit Hilf e einer Anleihe von 2 Millionen Pfund finanziert werden. Die Regierung' empfinde G e h u g t u u n g darüber, daß die finanziellen Hilfsquellen Palästinas den Zinsendienst der Anleihe gewährleisten und volle Sicherheit für das notwendige Kapital bieten und daß der Anleihedienst ohne Beeinträchtigung des U e b e r s c h u s s e s der palästinensischen Landesfinanzen geleistet werden kann. v Bezüglich der durch die Anleihe zu finanzierenden Arbeiten hätten Besprechungen zwischen dem High* Commissioner und dem Ffnahzminister stattgefunden. Nach dem Ifolonieiiminister sprach ßolonel J o s 1 a h Wedgwood. Er erklärte, seiner Meinung nach sei eine Palästina-Anleihe schön und -gut. 2 Millionen ' ziir Entwicklung Palästinas seien ebensoviel'wie 100 Millionen zur Entwicklung Englands. Eine gleiche Anleihe für gleiche Zwecke wurde man auch in England begrüßen, bemerkte Colonel Wedgwood unter dem Beifall der Opposition* Der Minister möge dessen eingedenk .sein,. fuhr Wedgwood fort, daß die .Gepflogenheit, Anleihen für die Entwicklung von Kolonien zu garantieren, ein. zweischneidiges. Schwert sei. Wenn die Last des Zinsendienstes für eine Kolonie zu schwer werde, so gereiche eine solche Anleihe dem betreffenden Lande .nicht zum Nutzen. Es werde Palästina einigermaßen schwer fallen, die Zinsen für das Anleihe-Kapital zu bezahlen. Die Last des Zinsendienstes werde hau pvt säe hl loh auf den Juden ruhen, denn diese seien in erster Li nie diejenigen, die die Steuern im Lande aufbringen und zu seiner Prosperität beitragen. Sir Philip Cunliffe-Lister unterbrach den Redner mit, der Bemerkung,, daß die Anleihe durchaus zu produktiven, Ertrag bringenden Arbeiten verwendet werden, wurde. - •;:■' ' : ■■ . Insoweit dies der Fall sei,-erklärte Golonel -Wedgwood, habe der Anleiheplan durchaus seinen Segen, aber inwieweit sei dies wirklich der Fäll? Jetzt wolle, man Palästina 2, Millionen mit der Garantie der Regierung borgen und Palästina eine Konstitution, auferlegen, die die Juden nicht wollen. Die Politik des Kolonialamtes, die auf eine Außerachtlassung der Autorität des Parlaments und ihre Ersetzung durch, andere verantwortliche Stellen hinauslaufe, müsse Im Interesse des britischen Steuerzahlers vom Parlament unter Kontrolle gehalten werden. * i Was da im englischen Parlament gesprochen wurde, i übertrifft wohl die schlimmsten Erwartungen der Zionisten und die schwärzesten Voraussagen der zionistischen' Opposition. Eine Anleihe für Palästina und kein Wort' Uber die jüdische Kolonisation. Kein Wort von einer Verständigung mit der zionistischen Exekutive! Obzwar das Mandat die Re-; gierung verpflichtet, den Rat und.die Meinung der obersten zionistischen K^hörde einzuholen! Nur von; Arabern und wieder von Arabern und ihren Bedürfnissen Ist die Rede. Als ob es kein Jüdisches Nationalheim, kein" Mandat und keinen Zionismus gäbe!..... j Damit ist der XVDX Zionlstenkongreß in Prag vor] ejne neue, bedrohliche Situation gestellt. Können die von'; den allgemeinen und linken Zlonlsten gewählten Dele«: gierten der Aufgabe gewachsen sein? Wohl nur dann," wenn sie auf die bisher betriebene Politik der Zaghaftigf keit, des Weichen», der Nachgiebigkeit Um Jeden Pxefy muffln see issssssbif^ -4* ' MIUSIATI am SEE .r'Ä',rtÄaSf wntBsm"wm- Prachtig« Strand- Penslonsprelse:-7—12 S Strandbad. P^nsloMpralto; 7—12 S dl*UK0ahpntner OBERLAND I Vll I HM' Fremdonisntrum, IILLHIII Idaa KIftitner Oberlandes tifftiuio muck «Haf-ss* ntClftfWCQ CPC ANNENHEIM (Talstation derKanzsi- UlMAlilLlViLL bahn) SATTENDORF und ST. ANDRA BODENSDORF / OSSIACH Auskünfte bei den Fretndenverkehrikommlsslonen MflLLHITZ S"!ig10'1 fAAREI SEE MIT'INSEL Ruhe und Erholung HERRLICHE STRANDBÄDER SEEBAB WEISSEHSEE 830 Meter. 20-25" C. StHndlge Autobutverblndung 620 Molar, (SeawBrme). Sehwimmbad Pension: 7—9 S SEEBAD FELD AM SEE 743 Meter. Pension: 7-8 S Autobusvflrkehr ganz verzichten und den Weg zur Politik des Her zischen Großzionismus, des um das Recht des jüdischen Volkes unentwegt kämpfenden Judenstaats-Zionismus, wieder finden. Juden an dien ö§ferreidis'§dien Fronten Wien, 19. Juli. In einem Moment, da dem Augenschein nach der gewaltige Vormarsch des .NaüonaisoziaJisrnus in .Oesterreich zum. Stillstand gebracht'.'war,. - gaben. autoritative Stimmen diesbezügliche, Erklärungen ab, die sich an die österreichische Bevölkerung in ihrer Gesamtheit rieh dä^ #e. Hakenkreuzterrors von Erfolg: begleitet seien, daß aber von .einer definitiven Beseitigung der Gefahr noch nicht die Rede! sein könne,. Die führenden '.''Männer der österreichischen Republik wandten sich ,.hiebei gleichzeitig an alle Elemente, die willig seien, hier mitzuhelfen — mitzuhelfen am Aufbau eines unabhängigen, selbständigen, geachteten Oesterreich. In der 'Bekämpfung der braunen /Gefahr —' hieß es' — müßten alle ^atriqtK sehen, vaterländisch gesinnten Kreise Oesterreichs zu-' sammenstehen. " ■ . Eine großzügige österreichische Propaganda setzte ein., in Stadt und Land gab es imponierende Kundgebungen, aber auch solche, die . einen nicht mit feinem Unterscheidüngsvermögen ausgestatteten Patrioten nervös machen konnten. Man hörte und las hier von' einer. Vaterländischen, dort ..von einer National- Ständischen Front, man vernahm Enunziationen höchster Regierungsstellen und versuchte; sich deren Grundgedanken zu eigen zii machen. Es braucht nicht besonders hervorgehoben zu werden, daß die jüdischen Staatsbürger Oesterreichs all diese Bemühungen "mit größter Sympathie begleiteten -und.' alles taten, um "flprt mitzuwirken>1 wö /ek' galt, dem braunen Terrdr 'zugunsten der Sicherheit" "des 'österreichischen' Landes halt zu gebieten. Gleichzeitig aber hatte die österreichische Judenheit mit Befremden bemerkt, daß die offiziellen Führer der vaterländischen Reihen diese nicht allen zur Mitarbeit bereiten Staatsbürgern öffneten, daß hier Unterscheidungen gemacht würden, kurzum, daß das demokratische Prinzip, das Prinzip „Oesterreich den Oesterreichern" gewissen Einschränkungen unterworfen wurde. Es sah fast so aus, als würde das Bonmot „Wer österreichischer Patriot ist, das bestimme ich" Wirklichkeit geworden sein. Aber es war auch ein antisemitischer Strom ■—unbeschadet der Bekämpfung des prögromistischen Nationalsozialismus — in der Haltung gewisser verantwortlicher Faktoren unverkennbar. Es sei hier nicht die Rede davon, daß einzelne Bekenntnisse gewisser „Regierungsbevollmächtigter" mit; dein ewigen Betonen des „deutschen Brudervolks" höchst verdächtig oder zumindest unklar klangen. Wir beziehen uns hier auf einwandfreie „unfreundliche Akte". Die Presse-Staatsanwaltschaft bemüht sich im Rahmen der Notverordnungen allen Auswüchsen einer hemmungslos hetzerischen Publizistik an den Leib zu rücken. Konfiskationen sind an der Tagesordnung.. Nichtsdestoweniger konnte z. B. im nationalsozialistischen Blatt „Der Kampf" vom 15. Juli folgende, zwar dummdreiste, aber greuelartige Stelle als Talmudzitat (!), unbeanstandet erscheinen: MEln nichtjüdisches Mädchen* das 8 Jahre und Hotel Schloß Velden Velden am Wörthersee Strandbad, Tennis, Dancing Bar, Bridge-Cercle Schönste, ruhige und staubfreie Läge a.Wörthersee 1 Tag alt ist, darf ein Jude (zwar) schänden (aber nicht, heiraten)." Wenn wir diesen Vorfall als ein übersehenes Extempore ansehen, so müssen wir eine andere Erscheinung als Beginn eines neuen Systems werten. Es handelt' sich um den Versuch, den _ Rassestandpunkt auf die jüdischen Aerzte anzuwenden. Bisher ' erfolgte die Anstellung und Beförderung der Spitalsärzte durch die S p i t a 1 s d i r e k t i o h e ri,' die sich je nach ihrer .politischen Einstellung liberal oder nichtliberal benahmen. Nim aber kam eine neue Dienst? Ordnung. Nach dieser. Dienstordnung werden alle Anstellungenund Beförderungen von Spitalsärzten vom S o z i alni I n i.ä. t e r f U^ ' aürchgeführt. Und, sonderbar: Seitdem dieses Ministe^um die. Entscheidung hat," wurde, kein jüdischer Arzt. auqh nur als „aspirierender .Hospitant" zugelassen, geschweige denn ein jüdischer Aspirant, auch wenn er fällig war, zum Sekundararzt ernannt — ganz entgegen der Dienstordnung, die verlangt, daß die. Besetzung freier Sekundararztstellen grundsätzlich nach dem Rang (und nicht nach Rasse und Protektion) zu erfolgen habe. Es scheint hier also ein Arierparagraph, eine Art Numerus clausus nach der Promotion auf/ eine nachträgliche Verhinderung der Berufsaus-. Übung. Wir wollen im Augenblick nicht prüfen, ob diese Maßnahmen mit den Minderheitsrechten in Einklang zu bringen sind. Wir müssen diesen Tatsachen ins Auge sehen. Wir dürfen nicht, fasziniert, von den Maßnahmen der Auto-. ritätsregierung gegen die braune Gefahr, in einen un-J angebrachten Optimismus verfallen und uns der Hoffnung hingeben, daß in der Abwehr des hakenkreuzlerischen Terrorismus der Schutz der,legitimen jüdischen Interesöen eingebettet sei. Zweimal, schon in der .letzten Zelt haben wir an leitender Stelle unseres Blattes darauf hingewiesen, die österreichische Judenheit wünsche nicht, daß ihre Behandlung durch die Regierungsstellen' zum Ausgangspunkt politischer; Prognosen in bezug auf das künftige Regime Oesterreichs gemacht werde. Diet österreichische Judenheit wünscht, daß die Ruhe, die Existenz, die moralische und geistige Freiheit aller Staatsbürger geschützt werde, und sie will an dieser Aufgabe mitarbeiten. Aber sie lehnt es. ab, daß die Durchführung dieser Aufgabe auf ihre Kosten geschehe. o. r. Die Untersuchung um den Arlosoroff-Mord Aus J e r u s a i e m : Der Im Zusammenhang . mit. der Ermordung Dr. Arlosöroffs von der Polizei verhaftete junge Revisionist Jehüda Minz sowie der Geschäftsführer der Revisionistischen Wochehzeitung „Hazit Haam", Li c h t e r, würden «Frau Arlosoroff gegenübergestellt. Frau Arlosoroff hat in keinem der beiden einen der Leute, die;A'rldsoroff überfallen haben, erkannt.'-' Allgemeine Versidierungsgesellsdiaft „Phönix" Die Generalversammlung der Gesellschaft fand unter dem Vorsitz des Präsidenten Dr. Hans Mauthner am 12. Juli d. J. statt. Die Prämieneinnahme pro 1932 erreichte S 55,559.690.62, die Schäden (bezahlte und reservierte) erforderten 'S'. 30,934.927.32. Der Reingewinn beträgt S 645.277.81- und wird nach Zuweisung von ' S 112.902.70 an die Reserve für Pensionsansprüche der Angestellten mit S 532.375.11 auf neue Rechnung vorge* tragen. Die turnusmäßig ausscheidenden Mitglieder des Verwaltungsrates wurden wiedergewählt, die Kooptierung des Herrn Generalmajors Albrecht Walz (Graz) wurde bestätigt und Herr Hof rat Ludwig Wertheimer, General«, direktor der Ersten- Donau-Dampf Schiffahrtsgesellschaft, neu in den Verwaltungsrat!r*w*lhlt. Bj

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