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Die neue Welt · 1933-07-14 · Heft 305 (14.7.1933) · page 2

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Journal
Die neue Welt
Volume
7 (1933)
Issue
Heft 305 (14.7.1933)
Date
1933-07-14
Page
– (sequence 2)
Language
German
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August nach Frag einzuberufen und im Zusammenhang damit den Beginn des Kongresses für den 21. August festzusetzen. An die Zionisten Jugoslawiens! ' Der Verband jugoslawischer Revisionisten ersticht um folgende Veröffentlichung: Anläßlich des bevorstehenden 18. Zionistenkongresses wollen wir mit einigen Worten unsere Forderungen, die wir mit Bücksicht auf die Verhältnisse im Jugoslawisch-zionistischen Landesverband stellen, festsetzen. Wir sind unzufrieden mit der Situation in der zionistischen Bewegung in Jugoslawien, weil der Verband nicht alle jene zionistischen Kreise umfaßt, welche den Willen zur Verwirklichung unserer .gemeinsamen Ideale, haben; - ' r, Wir sind nicht einverstanden* damit, daß sich die Organisation in den Dienst einer Partei stellt, zum Schaden aller anderen Gruppen, zum Schaden der ganzen Organisation. Wir sind unzufrieden mit der Unterdrückung jedweden Versuchs der Kritik oder Aktionen durch absolutistische Methoden, damit, daß die Leitung eine unversöh^Uche vund parteiische Stellungnahme zeigt. Deshalb stellen wir uns bei den derzeitigen Verhältnissen in entschiedene Opposition gegenüber dem Arbettskomitee, betonen aber, daß wir unbedingt mitarbeiten wollen, falls die oben erwähnten Arbeitsmethoden von Grund auf geändert werden. Wir verlangen, daß in der Führung alier Institutionen (Nationale Fonds, Palästina- Amt usw.)falle Gruppen vertreten .sindi daß das Partei-* monopol abgeschafft wird und daß unter Mitarbeit aller Gruppen Resultate erzielt werden, die dem jugoslawischen Zionismus entsprechen. . Wir verlangen, daß das Organ; der jugoslawischzionistischen Landesorganisation „Äidov", welches bisher seine Aufgabe vollkommen, verfehlt hat, die parteiische Art des Schreibens ändere und daß es als Organ der gesamten Verbandes allen seinen Mitgliedern zugänglich wird, ohne Rücksicht auf ihre Parteizugehörigkeit. Wir verlangen, daß der „zidov" mit der Schaffung einer Atmosphäre des Hasses und der Uneinigkeit aufhöre und die Verwirklichung der nationalen Solidarität im Lande anstrebe. Solange dies nicht geschieht, können, wir den „2idov" nicht als unser aller Blatt, nicht als das Blatt für die Verbreitung des großen zionistischen Gedankens betrachten. Wir wollen in das gesamte zionistische Leben Jugoslawiens die. Note ernster ideologischer Klarh e i t, der Konsequenz in politischer Richtung^ und eine aufrichtige Mitarbeit aller Gruppen unter Ausschluß jeder parteiischen Intoleranz und jedweder . Monopolisierung bringen. All das muß unter Zugrundelegung demokratischer Prinzipien durchgeführt werden. Wir vertrauen der Kraft des reihen' zionistischen Ideals. Dieses Ideal soll - alle Gleichgesinnten zur Arbeit für Herzig Judenstaat in Erez Israel bewegen. . Erseheinet alle bei der Wahlurne, haltet jeden dazu an, Uber den Zionismus nachzudenken, und stimmet für die Vorkämpfer des reinen und'kompromißlosen nationalen Ideals; für die Vorkämpfer des Herzl-Zionisraus, Stimmet für die revisionistischen Kandidaten! Zagreb, Juli 1033 — Für die Zionlsten-Revisionisten im Verbände der Zionisten Jugoslawiens: Dr. Drägö Fuchs, Stevan' Herzog, Vukoslav N jemirovsky, Alfred Platzner, David Spitzer. Palästina-Einwanderung im Mal 1933 Aus Jerusalem: Im Mai, 1833 sind 1958 Personen, unter ihnen 1854 Juden, nach Palästina eingewandert. Von den jüdischen Einwanderern gehörten 242 zur Kategorie der Einwanderer mit eigenem Kapital. ' Ulf ICTlfTTFR CFF Autobusverblndong. Eilzugstation InlLLilHI IUI Iii Splital-MillitSttar See g£%^*rOBERLANDI MIUSIÄII 3m III 8-n2noVSpo'Vrt^ Hill gru fremaeiizentrum rlLLHLfl * des KIrntnar Oberlandes WARMBAD V1LLAEH SS Stf-HB CCCpnnCN aATMIIIstatter See. PrHohtlge Strand JLLDUULIt bfider» Pensionspreise: 7-12 S fKClAfHFQ (FF ANNENHEIM (Talstation der Kanzel- UWIflUlLll Mi bahn) SATTENDORFund ST. ANDRÄ ÜÖBRIfltH Strandbad. ' Pensronspreise: 7-12 S .'• i" •■ * '• ....'..'.: BODENSDORF./' OSSIACH Auskünfte bei den Fremdenverkehrskommissionen _ g. .. . in i n * MALLHITZ Haft8n,ufl-Kurort 1200 Meter. Ruhe und Erholung FAAHER SEE MIT INSEL HERRLICHE STRANDBÄDER SEEBAD WEISSEIISfE 930 Meter. 20-25° C. Ständige Autobusverblndung 020 Meter. (Seswlrme) Schwimmbad Pension: 1—B S SEEBAD FELD AM SEE 743 Meter. Pension: 7-8 S Autobusverkehr DieKongreßwalilem in Oesterreich Die ersteh Wahlen zum Zionistenkongreß fanden am 6. Juli in Oesterreich statt. Von rund 8600 abgegebenen Stimmen entfielen auf die Allgemeinen Zionisten 2900, auf die Zionlsten-Revisionisten 2750 (davon auf die Stricker-Liste 1500, auf die Jabotinsky-Liste 1250), auf die Poale Zion 1800, auf die Radikalen 670, auf die Misrachi 500. pie vier zu vergebenden Mandate entfallen auf Dr. O. Grünbaum (Allg.j, Dr. Z. Finkelstein (Allg.), M. Singer (Poale Zion) und Robert Stricker (Revisionist). ■-• ." - * .; ..... ... . v Im Mittelpunkt des1 Wählltanipfes standen die R e v i s i o n'l s t e n; gegenJ^welche Sich""der Angriff "aller; anderen Gruppen, Misrachi ausgenommen, konzentrierte. Die Wahlaufrufe; Flugschriften und Exraausgaben der Parteien-beschäftigten sich ausschließlich mit den Revisionisten. Die Spaltung der revisionistischen Union durch Jäbotinsky verlieh den Angreifern Mut und Siegessicher-, heit. Dann aber kamnoch die /Hetze. um den Mord a n; Dr. Ar los pr off dazu. In skrupelloser, den Zionismus tief beschämender Weise wurde' der Mord p ar t eimaßig ausgeschrotet. Die ...Poale Zion und mit ihr die ,,Lifg"a f Ür d*asarbe^teln4e, Pa 1 äßüblna". verr breiteten die abenteuerlichsten Lügen und Verdächtigungen, um den Revisionisten die Schuld am Morde anzulasten. Mit Bosheit, und .Leichtfertigkeit, welche sonst die gegen Juden gerichteten Blutlügen der ärgsten Antisemiten kennzeichnen, wurde gearbeitet. In einem Aufruf der „Liga"-heißt es an der Spitze: ,. „Die Mörder sind keine Araber, keine Kommunisten. Einer der Mörder ist Abraham Stavsky, der im Hause des Redakteurs des re vi s i on.istischen „Ghasit Haam" verhaftet .wurde. Der Mörder hatte schon einen Ausreisepaß vorbereitet, um aus Palästina zu entfliehen ... Die für diesen gemeinen politischen Mord unmittelbar oder mittelbar. ..Verantwortlichen müssen, .aus, dem jüdischen Leben, aus der zionistischen Bewegung, aus Palästina verschwinden." Im Aufruf der poale-zionistischen Jugend heißt es: „Die entscheidende Stunde, ob wir oder die gelben Banditen im Zionismus die Führung; übernehmen, naht . dieser, Stunde, wo wir das verbrecherische Attentat feiger Banditen auf unseren Führer, den größten Kopf der Exekutive, noch nicht fassen können, muß uns die ganze - Bedeutung jeder Wahlarbeit deutlich werden!" Ohne daß die Untersuchung1 abgeschlossen und ein Urteil in der Mordaffäre gefaßt worden wäre, schreit man allen Revisionisten, zionistischen Gesinnungsgenossen, zu, daß sie B a n d i t e n und Mörder sind. Auf diese Melodie politischer Verkommenheit war das Wahlgeschrei Das Stimmenverhältnis * Wien Provinz Summe Allgemeine . . . . . ... . 2462 461 . 2923. Poale Zion ......... 1457 356 1813 Demokr. Revisionisten (Stricker) 1319 171 1490 Jabotinsky-Liste....... 765 445 1210 Radikale .; . ...... 659 21 680 Misrachi..........,404 123 527 der Poale-Zionisten abgestimmt. Und die Allgemeinen Zionisten? Sie haben dazu geschwiegen! Sie haben gegen diese Verunglimpfung der gemeinsamen zionistischen Sache nicht protestiert. Noch mehr: Sie haben es geduldet, daß in ihrem Organ, wohl nicht von Führern gezeichnet, aber leider auch nicht verhindert, dieser Blutlüge gegen den Revisionismus Vorschub geleistet wurde. Spaltung und Blutlüge! Wenn es unter diesen entsetzlichen Bedingungen dem revisionistischen Judenstaatszf onismus gelungen ist, diezweitstärksteZahl von Stimmen auf sich zu vereinigen, so ist seine Berechtigung und Notwendigkeit schlagend bewiesen. Ist schlagend bewiesen, daß die Zukunft ihm gehört.; " « i' -c ' * . - : ■ : : . .-■ ' " Auch die Entscheidung innerhalb des Revisionismus, wie diese Wahlen sie zeigten, bietet ein erfreuliches Bild« Der Versuch Jabotinskys, den demokratischen und kongreßtreuen Revisionismus zu unterdrücken und das „Führerprinzip'* und den Gedanken der Trennung von der Zionistischen Weltorganisation zur Geltung zu bringen, ist in Oesterreich gescheitert. Umsonst warf Jäbotinsky das ganze Gewicht seiner Persönlichkeit in die Waagschale, umsonst unterbrach er seine Arbeit in Polen, um in vielen Massenversammlungen in Wien zu sprechen. Umsonst rief er mit Plakaten und Massenaufrufen die Wähler zu sich. Sein wenig ruhmvoller Plan, den demokratischen Revisionismus um seine Vertretung auf dem Kongreß zu bringen, ist mißlungen. Es half auch wenig, daß sich zur Großagitation Jabotinskys eine Kleinagitation übler Sorte gestellte. In den Zeitungen und Aufrufen der Jabotinsky- Mähner nahm der Kampf gegen den demokratischen Revisionismus und die Stricker-Liste den Großteil des Raumes ein. Aber nicht nur das. Neben den gezeichneten „Kampfartikeln" fanden sich gegen den Listenführer Stricker gerichtete, von Niedertracht und Hinterlist strotzende, persön,lieh gehaltene Verunglimpfungen» die allerdings nicht gezeichnet, sondern anonym gehalten waren. Was aber die Partei nicht hinderte und nicht hindert, der Jugend Reinheit, Tapferkeit, Ehrlichkeit zu predigen . . . Alles half nichts. Der Erfolg der Liste der demokratischen Revisionisten in Oesterreich, der unter den allerschwersten Bedingungen, gegen einen seltengroße Ungunst der Verhältnisse, gegen äußere Feindschaft und innere Verzagtheit, gegen Spaltung und Blutlüge errungen wurde, ist ein verheißungsvolles Zeichen für die Zukunft. // /#Die Solidarität aller Sozialisten ♦ Wir erhalten von einem Leser unseres Blattes unter dem 10. Juni folgende Zuschrift: Selbst der wohlwollendste Leser der Wiener „Arbeiter-Zeitung" wird nicht bestreiten, daß dieses Blatt, das offizielle Organ, der österreichischen Sozialdemokratie, sich in bezug auf antijüdische „Stiche" nicht viel Zurückhaltung auferlegt — im Kreis von Ausgetretenen und Getauften wirklich, nichts Außergewöhnliches. Erst kürzlich, zur Zeit der Wahlen in die Wiener kultusgemeinde, betonte sie, daß dies — eine jüdische, eine koschere Angelegenheit sei, mit der sie nichts zu tun haben wolle. Und auch sonst hat die sozialistische „Arbeiter-Zeitung" der jüdischen, zionistischen Sache kein freundliches Gesicht gezeigt. Im Jahre Zionisten der tschechoslowakischen Republik/ W äh lei en* Auf Herzls Weg zum Judenstaat/ LISTE NR. 6

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