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Die neue Welt · 1933-07-07 · Heft 304 (7.7.1933) · page 8

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Journal
Die neue Welt
Volume
7 (1933)
Issue
Heft 304 (7.7.1933)
Date
1933-07-07
Page
– (sequence 8)
Language
German
Belongs to
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Seite d DIE NEUE WELT Nr. 30«. II InTRIESTeMPFEHLEN WIR BEI IHREM AUFENTHALT FOLGENDE HOTELS* lllllllllllllllllllllllllllW Savoia-Excelsior-Palace Hotel \ Größtes und vornehmstes Haus Triests / Direkt an der Riva gelegen /Mit allem Komfort eingerichtet/ Sehr reduzierte Preise Prospekte gratis bietet Ihnen das Direkt am Meere gelegen / Durch vollständige Renovierung seines hundertjährigen Rufes würdig Modernster Komfort/ Fließendes Kalt-und Warmwasser / Privatbäder Bar / Bridge-Stube / Erstklassiges, vorzügliches Restaurant mit Sommerterrasse Direktion Cav. Giulio Fano i„ Triest Hotel Centrale via Roma 9 einen angenehmen Aufenthalt / Erstklassiges Haus / Modernster Komfort Fließendes Kalt- und Warmwasser Mäßige Preise HOTEL „CONTINENTAL" TRIEST VIA S. NIC0L0 25 Gediegenes Familien-Hotel / Zentral gelegen / Bei mäßigen Preisen Jeder Komfort / Fließendes Kalt- und Warmwasser Zentralheizung / Lift / Bäder / Lese- und Schreibzimmer Ruhigste Lage / Erstklassiges, vorzügliches Restaurant Autobus am Bahnhof HOTEL CORSO TRIEST VIA S- SPIRIDIONE Im Zentrum gelegenes vornehmes Familienhotel / Jeder Komfort / Fließendes Kaltu. Warmwasser / Lift / Bäder / Zentralheizung / Autobus am Bahnhof bei allen Zügen 'Mäßige Preise HOTEL ADRIA TPRIESTcapo di Piazzal Zentralste Lage nächst Meer und Hafen, Post- und Telegraphenamt, fließendes Kaltu. Warmwasser., in allen Zimmern, Zentralheizung, Aufzug, Bäder Vollständig r e n o viert Mäßige Preise AUS PALKSTINA ' Bedeutende Verstärkung der Bautätigkeit in Tel-Awiw Aus Jerusalem: In den ersten fünf Monaten des Jahres 1933 hat das technische Department der Stadt 'Tel-Awiw 902 Baubewilligungen für eine Gesamtbau- ' fläche von. 103.654: Quadratmeter erteilt. Die Bewilligungen beziehen sich auf 3097 Wohnräume und 88 Geschäftsiäden.' In derselben Zeit des Vorjahres wurden bloß 501 •Bewilligungen' für eine Baufläche von 35.099 Quadrät- 'riieter "erteilt; ' : / - Ein Industrieviertel in Rischon le Zion geplant Aus Jerusalem: Der Direktor der PIGA, Frank, hat sich bereit erklärt, ein in der Nähe der, Kolonie RiSchon le Zion gelegenes Grundstück dem Vorschlag des . Gemeinderats entsprechend der Kolonie zur Errichtung eines Industrieviertels zu überlassen. Direktor Frank versprach auch, die Forderung des Arbeiterrates, einen Teil des Areals für die Errichtung eines Arbeiterwohnviertels zu reservieren, zu erfüllen. Ausbreitung der Handelsbeziehungen zwischen Palästina und England ' ' . .Aus Jerusalem: Wie in einem offiziellen Kommunique mitgeteilt wird, hat der Direktor der Regierungsabteilung für Handel und Zölle, K. W. Stead, anläßlich seines lezten Besuches in England eine starke Bewegung zur Ausbreitung der englisch-palästinensischen Handels" beziehungen festgestellt. Herr Stead ist mit den Handelskammern von London, Manchester und anderen Städten sowie mit 83 Firmen in Verbindung getreten, die in Palästina Niederlassungen errichten oder bestehende Niederlassungen erweitern wollen. * Es wäre notwendig und interessant, zu erfahren, ob Herr Stead mit jüdischen Firmen unterhandelt hat und ob die Zionistische Exekutive von der Tendenz und dem Inhalt semer handelspolitischen Verhandlungen Unterrichtet ist. Ueberfall auf einen jüdischen Wächter bei, Tel-Mond Aus Jerusalem: Auf den Wächter der Siedlung Hisachon bei Tel-Mond wurden gegen Mitternacht, als er sein Haus betreten wollte, von Unbekannten drei Revolver- und zwei Flintenschüsse abgegeben, die jedoch ihr Ziel verfehlten. Am folgenden Morgen wurden in den Koloniepflanzungen zehn frisch entwurzelte junge Bäume gefunden. Kollektivstrafe für Baumfrevel in Nathania Aus Jerusalem: Wie die arabische Presse meldet, hat die Regierung von. den wegen Baumfrevels in der jüdischen'Kolonie Nathania zu einer Kollekti vstraf e von 300 Pfund verurteilten Einwohnern des Dorfes Um-Khaled 50 Pfund eingetrieben. Der Rest der Strafsumme wurde den Bestraften erlassen. Ein jüdisch-kommunistischer Propagandist aus Palästina ausgewiesen Aus Jerusalem: Ein gewisser Levi Kantor aus Tel-Awiw, der in Palästina eine illegale Gesellschaft Als Zweigorganisation des russischen „Geserd" (Gesellschaft für jüdische Siedlungen in Rußland) zwecks Organisierung einer jüdischen Auswanderung aus Palästina nach Biro Bidschan gebildet hatte, wurde zu sechs Wochen Gefängnis mit nachtolgen- Äeje Ausweisung aus Palästina bestraft. Bernard Shaw über Hitler-Deutschland Als Bernard Shaw von seiner kürzlichen Weltreise zurückkehrte, fragte ihn ein Vertreter der „United Pres s", was die Journalisten ihn zuerst gefragt hätten. Er antwortete mit einem einzigen Wort: „Hitler." Der gleiche Journalist befragte ihn später über Deutschlands Diktator. / „Nun, Mr. Shaw, sind Sie als Nationalsozialist zurückgekehrt? Sie kamen aus Italien und traten für Mussolini ein. Sie kamen aus Rußland und traten für Stalin ein. Werden Sie nun' auch "für' Hitler" eintreten?" Shaw: „Die nationalsozialistische Bewegung hat in vieler Beziehung meine .warme Sympathie. Ich könnte gut behaupten, daß Hitler Karl Marx verworfen hat, um sich unter das Banner von Bernard Shaw zu stellen. Sie können sich daher meinen Schrecken vorstellen, als im kritischen Moment Hitler und die Nazis in der Judenfrage verrückt geworden sind. Hitler hat eine , Macht in Händen, wie sie nur den gesündesten Staatsmännern anvertraut werden sollte. Und der erste Gebrauch, den er von ihr machte, war, daß er Törquemada wieder auf ieben ließ, der glaubte, daß er die Welt rette, wenn er nicht nur die lebenden Juden verbrannte, sondern auch die toten ausgraben und verbrennen ließ." „Wollen Sie sich nicht mit Hitler schriftlich auseinandersetzen? Wir stellen Ihnen unser Organ zur Verfügung." Shaw: „Es ist unnütz, gegen eine solche Krankheit zu argumentieren. Judenhaß ist so pathologisch wie Wasserscheu. Ein Staatsmann, der damit infiziert'ist, kann ebensogut dazu übergehen, die Jesuiten, die Freimaurer, die Hexen, die Lappländer, und schließlich vielleicht auch die Preußen zu verfolgen. Dei Ku-Klux-Klan* Ausschreitungen in Amerika sind bekannt als eine Abart des Delirium tremens. Aber keiner der Ku-Klux-Klan- Anhänger ist bis jetzt Präsident der Vereinigten Staaten geworden. Die Nationalsozialisten leiden an einer sehr bösartigen, epidemischen Krankheit, und das Resultat ist,, daß die britische Polizei Dr; Rosenberg zu beschützen hatte, als er nach London kam, offenbar in der Erwartung, mit offenen Armen aufgenommen zu werden. Statt dessen wurde er behandelt wie ein tollwütiger Hund." , . % „Wenn Sie also nicht mit Hitler argumentieren wollen, warum ihn nicht psychoanalysieren? Woher hat er seinen Judenkomplex? Was hat dieser mit Faschismus zu tun? Mussolini verfolgt die Juden nicht« Warum tut es Hitler?" Shaw; „Sie haben ganz recht. Judenhaß ist kein Bestandteil des Faschismus, es ist ein unerklärlicher Auswuchs desselben." „Es sieht so aus» als ob Hitler eine Verfolgungswahnsinnart hätte." Shaw: „Nein, seine anderen Angriffe' sind verständlich genug. Der Faschismus steht notwendig im Konflikt mit dem liberalen Parlamentarismus; die beiden sind wie Ghibellinen und Guelfen, Er ist auch'im Konflikt mit dem Kommunismus, weil die beiden Rivalen auf dem Feld der Revolution sind. Die Verfolgung des Liberalismus und Kommuismus ist daher ganz natürlich." „Also, woher kommt die Verfolgung der Juden?4« Shaw: „Dr. ■ Rosenberg erklärt, daß der. Jude ein Profitmacher ist." „Natürlich ist er das. Aber das sind wir alle. Darin fcftbsn. die Jüdea nicWa Eegoaderes voraiw." Shaw: :,Gar nichts, außer daß der Jude oft das Spiel besser versteht, als diese flachshaarigen Holzklötze, die sich geschmeichelt fühlen, wenn man sie als „nordisch" bezeichnet. Dr, Rosenbergs Entschuldigung besagt nichts. Es ist richtig, daß die Nazis als erklärte Sozialisten verpflichtet sind, der Profitmacherei ein Ende zu bereiten. Aber wenn es für die Sozialisten etwas zu lernen gi)5t, sowohl aus meiner dringenden Unterweisung, wie aus den bitteren Erfahrungen der Sowjets mit den Kulis, so ist es das, daß die sozialistische Regierung den Privatunternehmer nicht enteignen darf, bis sie so weit ist, um .seinen Platz einzunehmen und seihe ^Arbeit zu tun. Eine alberne Sache, wie die Vertreibung Einsteins, die die Erinnerung an die französische Revolution zurückruft („Die Republik braucht keine Chemiker", hieß es, als Lavoisier guillotiniert wurde), spielt keine Rolle] . Einstein ist außerhalb Deutschlands ein ebenso" großer Mann, wie er es in Deutschland war. Und wenn auch das Riesengelächter, das sich in der ganzen Welt erhob bei seiner Vertreibung, auf Kosten der Nazi ging, so können sie von seinem Gehirn, wenn er jenseits der Grenze ist, genau so profitieren, wie sie es von seinem Vermögen tun, das er zurücklassen mußte. Aber wenn sie ihre eigenen privaten Unternehmer ruinieren Und sie an produktiver Arbeit verhindern, ohne sie unmittelbar selbst zu übernehmen und ihre Geschäfte fortzuführen, so schädigen sie die Produktion und werden ihr Land plötzlich dem Hunger gegenüber sehen. Sie bringen sich auf diese Weise um alle Sympathien, auf die sie in der öffentlichen europäischen Meinung Anspruch haben." „Hatten sie Sympathien?" Sh a w: „Ganz gewiß hatten sie v/elche. Als Faschisten hatten sie die Sympathie Italiens. Als Sozialisten« die die bolschewistische, diktatorische Taktik befolgten, hatten sie die Sympathie von Rußland, trotz der Nebenbuhlerschaft von Faschismus und Kommunismus. Und -überall hatten sie die Sympathie der breiten Massen, die sich ärgerlich abwenden von den Verzögerungen, den Ausflüchten, der windigen Unfähigkeit und anarchistischen Verneinungen unseres pseudodemokratischen parlamentarischen Systems. AU diese Sympathie hat sich in einem; Tag in ein ärgerliches Uebelwollen verwandelt durch den Ausbruch eines sinnlosen Judenhasses," „Können Sie das erklären?" Shaw: „Sehr wohl. Ein Freund Hitlers sagte mir,, daß er gezwungen war, den Beutezug gegen die Juden gutzuheißen, so wie militärische Führer des achtzehnten Jahrhunderts gezwungen waren, ihren Soldaten das Plündern eroberter Städte zu gestatten. Aber wir können nicht glauben, daß die große, nationalsozialistische Bewegung, die Ihn zu seiner Vier-Jahre-Diktatorschaft geführt hat, nichts Edleres sein soll als die Schurkereien der Truppen von Tilly und Suwarow. Eine solche Rechtfertigung degradiert den Faschismus zu einer bloßen Rauferei. Hitler und Hauptmann Goering sollten alle ihre Anhänger unter Quarantäne setzen, bis sie als geheilt vom Judenhaß angesehen werden können. Soll ich hinzufügen, daß ich kein Jude bin? Ich gehöre der naiverweise noch antijüdischen Nation der Iren an. Die Iren wissen nicht, daß Christus ein Jude war. Vielleicht 99 Prozent der JNazi sind ebenso unwissend." Ferien- und Urlaubsreisen nach Polen. 31 Tage und 10 Tage. Abreise 15. Juli. Visum gratis. Ermäßigte Sommerfrischen. Auskünfte Reisebüro Schenker u. Co., I., Schottenring 9, Tel. R-50-5-10, und E. Ferstel, r« Käjntnerring 12, Tel,

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