Die neue Welt
- Journal
- Die neue Welt
- Volume
- 7 (1933)
- Issue
- Heft 304 (7.7.1933)
- Date
- 1933-07-07
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 304 DIE NEUE WELT Seite 5 nationale und andere Parteilieder singen. Mehr und mehr und immer demonstrativer betonte die überjudete Führung das rein Parteimäßige de3 Kampfes, derart, daß sich schließlich der nicht sozialdemokratische Teil des Volkes zu stärkerer Abwehr und später zum Angriff entschloß. Man merkte die Gefahr und begann sich für den Abbau aller Wehrformationen zu erwärmen. Es war zu spät." „Die Gemeinde Wien hat in den letzten Jahren Gewaltiges im Wohnhausbau und sozialer Fürsorge geleistet. Wie man immer mehr erfährt, hat die Tätigkeit der Partei in Wien aber auch eine Kehrseite. Die Gemeinde bevorzugt das Judentum bei Konzessionserteilungen und Stellenvergebungen in unerhörter Weise. Statt die früher auch von deutschen sozialdemokratischen Führern verlangte Abschiebung der unzähligen zugewanderten Ostjuden in die Wege zu leiten, wird ihnen das Heimatsrecht verliehen und unzählige stellenlose arme Deutsche um die Möglichkeit einer Existenzbeschaffung betrogen. Ist das auch Sozialismus? Ja, aber jüdischer! Wenn man solche Dinge erfährt, dann drängt sich einem die Frage auf: Sollten wir für den Preis der gewiß verdienstvollen Schaffung gesunder Wohnungen Und der sozialen Fürsorge der materiellen und geistigen Verjudung ausgeliefert werden? Bei nichtjüdischer Führung der sozialdemokratischen Partei wäre ihr sicher jetzt vieles erspart geblieben," ■ * Am 22. Mai zeichnet dieser Oberrechnungsrat Grünwald noch als Mitglied der sozialdemokratischen Partei Oesterreichs. Ob er seither die Partei verlassen hat oder ausgeschlossen wurde, wissen wir nicht. Aber symptomatisch sind diese Auslassungen. Lehrreich für alle Juden, weiche glauben, auf eine jüdische Organisation verzichten zu können und sich im Schöße der sozialdemokratischen geborgen glauben. Lehrreich auch für die jüdischen Führer sind die jüdischen Herren von der „Arbeiter-Zeitung", die so gerne und so giftig antisemitein, um nur ja nicht als Juden zu gelten. Austritt, Taufe und jüdischer Antisemitismus scheinen auf die Dauer doch nicht zu helfen. Wenn es schlecht geht, werden die Genossen rabiat... „Der Jud ist schuld!" In der Sozialdemokratie wie unterm Hakenkreuz.. An die Revisionisten der Tschechoslowakei Die'Exekutive der revisionistischen Weltunion ersucht uns um Veröffentlichung folgender Verlautbarung: ' Im Einvernehmen mit der Londoner Exekutive -der Weltunion der Zionisten-Revisionisten und der Gesamtheit'der tschechoslowakischen Revisionisten bin ich in die Tschechoslowakei gekommen, um gemäß einem Vorschlag des Herrn Dr. Oskar Kwasnik-Rabino- ^i oz deir" Versuch zu'unternehmenwenigstens in diesem Lande .die Aufstellung1 einer gemeinsamen Liste beider Gruppen' im" Revisionismus zu ermöglichen. •ich Stelle fest, daß auf der am 25. Juni 1933 in Brünn stattgefundenen Besprechung der führenden Revisionisten der Tschechoslowakei, die aus allen Teilen der Republik überaus zahlreich beschickt war, alle Anwesenden ohne Rücksicht auf ihre innerrevisionistische Einstellung'(Anhänger Jabotinskys, . resp. der legalen Exekutive) den einmütigen Willen. bekundeten, eine einheitliche K o n g r e ß 1 i st e aufzustellen. Infolgedessen haben alle Anwesenden durch einen einstimmig angenommenen Kompromißvorschlag die Aufstellung dieser einheitlichen Liste ermöglichen wollen, so daß nur noch die Zustimmung der in Betracht kommenden vorgesetzten Stellen einzuholen waren. Die legale Exekutive hat dem Kompromißvorschlag zugestimmt. Hingegen haben ' Herr Jabotin's ky und sein Warschauer Büro die Zustimmung zu diesem Kompromiß an , eine Bedingung geknüpft, die dem Geist und dem Inhalt des einmütig angenommenen' Kompromisses durchaus widerspricht. Somit wird seitens der legalen Exekutive erklärt, daß die Verhandlungen als gescheitert und abgebrochen zu betrachten sind. Die Exekutive der Weltuhion sieht sich veranlaßt, folgende Dispositionen für die Tschechoslowakei zu treffen: 1. DieVertretung-der.,Gesamtexekutive liegt nicht mehr in den Händen des Herrn Hans Low, Praha, I., Dlouha 41, und seiher Leitung. Das Sekretariat der Weltünion der Zionisten-Revisionisten in der Tschechoslowakei liegt bis zur nächsten Landeskonferenz in den Händen der Herren Färber, Herlinger (M.-Ostrau), Rabinowicz (Hranice), Greidinger (Uzhorod). Sitz des Sekretariats ist Mährisch-Ostrau, per Adresse Herlinger. Damit erlischt die" Vollmacht des Herrn Hans Low und seiner Leitung, im Namen der Weltunion, der Zionisten-Revisionisten Erklärungen abzugeben, in ihrem Auftrage zu handeln oder Vereinbarungen welcher Art immer zu treffen. Die gesamte Korrespondenz ist lediglich ah das Mährisch-Ostrauer Sekretariat zu richten. 2. Das Mährisch-Ostrauer Sekretariat besorgt gleichzeitig die Geschäfte des Sonderverbandes .der Zionisten-Revisionisten in der Tschechoslowakei. , 3. Der Sonderverband der Zionisten-Revisionisten mit dem Sitze in London stellt in der Tschechoslowakei seine Kandidatur auf unter der Listenführung der Herren Dr. S.' E. S o s k i n, Genf, Und Oberbaurat Ing. Robert Stricker, Wien. Wegen Zuweisung von Rednern für Vorträge und Versammlungen und wegen Beistellung von Materialien für die Wahlpropaganda wende man sich an das Sekretariat nach Mährisch-Ostrau, welches im Einvernehmen mit dem Gefertigten die Wahlleitung inne hat. Wir fordern sämtliche tschechoslowakischen Revisionisten auf, obigen Anordnungen der Exekutive Gefolgschaft zu leisten, unverzüglich an die" Kongreßwahlarbeit zu schreiten und alles daran zu setzen, uns den Erfolg zu sichern. Wir sind davon überzeugt, daß die Revisionisten der Tschechoslowakei der Verfassung der revisionistischen . Weltupion und ihren demokratischen Prinzipien treu bleiben werden. Im Auftrage der Londoner Exekutive der Weitunibh der Zionisten-Revisionisten (Großmaiuv Soskin, $£ftchover, Stricker) : Dr. David Bukspaa n* P< _ H 1000 Meter S««höhe Internationaler HO henkurort Ganzjähriger Betrieb SEMMERING Zwei Stunden von Wien und Grat / Mäßige Preise / Schönster Sommmeraufenthalt / Strand- und Hallenbäder 4» SODBAHNHOTEL HALLEN STRANDBAD GOLF/TENNIS/ REITEN Höfel Pen§IOIl WALLNER / Bürgerliche, Fomil.er.ho«* F Entkl. «ilg« fgmlltenpenilon / Btiitiar: Dr. R. 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Der Vorstand der Kultusgemeinde hat diesen hohen Posten mit Stimmeneinhelligkeit dem Gemeinderabbiner Dr. David Feuchtwang verliehen, der bisher provisorisch mit der Leitung des Wiener Oberrabbihats betraut war. * Dr. , Feuchtwang, der als Gelehrter, Schriftsteller und Prediger weit über Oesterreich hinaus einen großen Namen besitzt, wurde die Ehre zuteil, Nachfolger Prof. Chajes' zu werden. Die Wahl ist um so mehr zu begrüßen, als Dr. Feuchtwang sein Wirken in den Rahmen der nationaljüdischen Ideale eingestellt und den Zionismus als geistigen Träger des Judentums in der Galuth anerkannt Mastu. Liegekuren, Sonnenbäder. Pension von S 8.—aufw. Wochenpauschale S 50.—. Prospekte Retourmarke. Telephon-Nr. 1 Steinhaus am Semitiering, Kurhotel „Stuhleckerhof hat. Die alte Judengemeinde Wien besitzt nun an ihrer Spitze einen Mann, dem religiöse Erziehung und nationales Bewußtsein in gleichem Maße am Herzen liegen. * Gleichzeitig wurde der Gemeinderabbiner Dr. Israel T a g 1 i c h t (bisher XII. bis XV. Bezirk) unter Verleihung des Titels „Oberrabbiner" zum Rabbiner am Großen Leopoldstädter Tempel ernannt. Der im IX. Bezirk wirkende Rabb. Dr. A. Z. Schwarz, Sohn des unvergeßlichen Lektors Prof. Schwarz, erhielt als Amtssitz den Gemeindetempel im XVIII. Bezirk zugewiesen. — Beide Ernennungen werden gewiß von der Wiener Judenheit mit Genugtuung aufgenommen werden. Zur Hodi§diuI-Mi'§ere in Palästina Der Konflikt Einstein—Weizmann Vor einigen Monaten haben wir berichtet, daß Professor Einstein eine Einladung an die Heb r äi s c h e Universität in Jerusalem, welche ihm durch den früheren .Präsidenten deru^Zionistischen Organisation, W e i 2 m a n n, übermittelt wurde, in schroffer Form abgelehnt hat. Einstein erklärte, daß an der Universität Mißstände wissenschaftlicher und administrativer Natur herrschen, welche ein ersprießliches Wirken an:dieser Anstalt unmöglich machen. Einzelheiten über die: Anklagen Einsteins wurden nicht bekanntgegeben, wie sich denn überhaupt die zionistischen Zeitungen und die offiziellen ■^«Vj^äl - ,fes'vnWf- <g m Stellen bemühten, die peinliche Affäre zu vertuschen. Während über Bankettreden Einsteins und Weizniahns spaltenlange Berichte gebracht werden, wurde der Bericht über diese hochbedeutsame.' Aussprache der beiden auf einige nichtssagende Zeilen zusammengedrängt und möglichst weit hinten gebracht. Wir haben damals Aufklärung gefordert, ohne daß diesem gewiß gerechtfertigten Verlangen Rechnung getragen worden wäre. Jetzt wird aus N ew York, wo sich Professor Weizmann derzeit aufhält, berichtet: Auf einem Bankett, das das Komitee jüdischer Aerzte Amerikas zu Ehren Dr. Weizmanns-veranstaltete, äußerte sich dieser in ziemlich scharfer Form über Professor Einsteins Ablehnung einer Berufung an die Hebräische Universität Jerusalem. Professor Einstein, erklärte Weizmann, wurden Lehrkanzeln an den Universitäten Madrid, Paris, Leyden und Oxford angeboten. Wir wollen nicht in einen Wettbewerb mit diesen Universitäten treten, aber wir glauben, daß Jerusalem eine Art von Anspruch auf Professor Einstein hat, wenn es ihm auch nicht dieselben Möglichkeiten wie jene Universitäten bieten kann. Im übrigen ist alles, was er braucht, ein Bleistift und ein Stück Papier, und das ihm zu beschaffen, könnte auch die Hebräische Universität Jerusalem auf sich nehmen. Er hat unsere Einladung aus Gründen abgelehnt, die sich nicht rechtfertigen lassen. Immerhin glaube ich, sagte Dr. Weizmann, daß Professor Einstein in absehbarer Zeit seine Wanderschaft über die Welt aufgeben und nach Palästina kommen wird. Einstein hat, wenn er sich von Sensationsmachern auf politisches Gebiet verlocken ließ, schon viele unbedachte Aeußerungen getan und absonderliche Ansichten von sich gegeben. Aber es ist wohl eia starkes Stück, den Wissenschaftler Einstein in so oberflächlicher und geringschätzender Weise abtun zu wollen* wie Professor Weizmann das versucht. Mit Witzeleien fragwürdiger. Schlagkraft ist über Einstein und die Eragft der Universität nicht hinwegzukommen. Die in Verhöh* nung gekleidete, am Sachlichen vorbeigehende Absage Professor Weizmanns an den gewiß legitimierten Ankläger Einstein kann niemand beruhigen. Gegen die Wirtschaft an der Universität in Jerusalem sind nicht bloß von Einstein schwere Einwände erhoben worden, so gegen Rektor Magnes, . welchem die wissenschaftliche und organisatorische. Befähigung, von berufener Seite abgesprochen wird, gegen die Protektionswirtschaft bei Besetzung von Lehrstellen usw. Auf alle diese Anklagen ist man bisher die Antwort schuldig geblieben, mit dem'hochmütigen Hinweis darauf, daß nur die Geldgeber, welche hintere Rektor Maghes stehen, etwas dreinzureden haben. Jetzt ist die Universität auch materiell in Not geraten und man wendet sich ah die ganze jüdische Welt um Unterstützung. Vielleicht werden die Herren, welche die Leitung der Universität besorgen, nunmehr Rede und Antwort stehen. Jedenfalls wird auf dem kommenden Zionistenkongreß die leidige Frage der Jerusalemer. Universität einer eingehenden Erörterung; unterzogen werden. Billige Ferien-und Urlaubsreisen nach ganz Polen (Die einzige Polenreite lm lull) iür 3} und 10 Tage. Abreise 15 lull (abends). Alle Visa gratis. Ermäßigungen in den Sommerfrischen. Äuskünlte: Reisebüro Schenker u. Co., I, Scbottenrlng 0; R-50-510, Büro E. Ferstel, I, Kärninerring 12, U-40-301 Die Mißwirtschaft im Technikum zu Haifa Eine Zuschrift aus Palästina Wir haben wiederholt, zum letzten Male in der Nummer vom 26. Mai d. J., auf die katastrophalen Mißstände im Hebräischen Technikum in Haifa hingewiesen. Durch Protektionswirtschaft droht diese wichtige Lehranstalt, welche Palästina mit den für% den Aufbau unentbehrlichen technischen Kräften versorgen soll, auf ein beschämend tiefes Niveauherabzusinken. Unser Appell an die Exekutive der Zionistischen Organisation, welcher die Anstalt untersteht, war bis nun vergebens. Wir haben im Vorjahr gegen die Ernennung des Führers der Poale Zion, Herrn Kaplansky, zum Direktor der Anstalt protestiert, nicht aus politischen, sondern rein fachlichen Gründen. Wir haben darauf hingewiesen, daß Herr Kaplansky in seinem Leben weder mit technischem Unterricht noch mit technl« scher Praxis auch nuc des. geringste au im £«hat&