Die neue Welt
- Journal
- Die neue Welt
- Volume
- 7 (1933)
- Issue
- Heft 302 (23.6.1933)
- Date
- 1933-06-23
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
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* Kr» 302 DIE NEUE WELT Seite 5 betotteiungen Herrn Jabotinskys und seine angebliche Bereitschaft, „die internen Kontroversen für später an verschieben", aufzufassen sind. Alle Verhandlungen sind nun endgültig abgebrochen. Das Exekutivkomitee geht Uberall mit einer selbstständigen Liste zum Kongreß^ Wir kämpfen für eine einheitliche Zionistische Organisation und für die n a 11 onale Konzentration auf dem Kongresse. Unser Programm ist klar und unsere politischen Wege sind gerade. Wir fordern alle Gesinnungsgenossen auf, die Konsequenzen zu ziehen und alle Anstrengungen für eine erfolgreiche Schekel- und Wahlkampagne zu machen. Für das Exekutivkomitee der Weltunion und Zentralbureau des Sonderverbandes der Zlonisten-Revlsionisten: M. Großmann J. Machover S. E. Soskin R. Stricker. ' . * 'Das Londoner Büro der Weltunion gibt unter dem 17. Juni bekannt: Die Konsolidierung und Stärkung der demokratischen revisionistischen Kräfte schreitet in aller Welt vorwärts. Aus den dem Londoner Zentralbüro zukommenden Berichten ist zu ersehen, daß unsere Anhängerscharen besonders in allen Teilen Polens täglich an Zahl und Bedeutung zunehmen. Besonders trägt hiezu die vielversprechende Entwicklung unserer Jugendbewegung „Brith Hakanaim" T>ej, die im Laufe der letzten zwei Monate zu einer wirklichen Macht im polnischen Zionismus angewachsen ist. Dieselbe aufsteigende Linie ist auch in Galizien zu merken, wo alle bisherigen Führer des Revisionismus mit Selbstaufopferung für die revisionistische Demokratie eintraten. Sehr bedeutende Erfolge sind außerdem in Palästina, Litauen, Oesterreich, Rumänien, Tschechoslowakei, England, Lettland und den überseeischen Ländern erzielt worden. Die Schekelaktion wird überall, mit Ergebenheit und Energie fortgeführt. Die Revisionisten, die unsere innere Krise bereits überwunden haben, sind entschlossen, den demokratischen Charakter des Revisionismus aufrechtzuerhalten und die legal gewählten Organe der Bewegung einheitlich und geschlossen zu unterstützen. Dieser Entschluß dürfte auch bei den kommenden Wahlen einen entsprechenden ziffernmäßigen Ausdruck zeitigen. Es ist natürlich, tief zu bedauern, daß dem Revisionismus gerade jetzt, am Vorabend des Wahlkampfes, durch den. bekannten Gewaltakt eine derartige Spaltung aufgezwungen wurde. Nachdem dies aber geschehen ist, bleibt demjenigen Teile der Bewegung, für den die Z i o n i s t i s c h e W e 1 fco* g anisation und revisionistische Demokratie kein Lippenbekenntnis sind,, nichts anderes übrig, als unier eigener Fahne zu ,marschieren. ■ ■■ , Am 21. Juni tritt der Vizepräsident der Union Herr M. Großmann seine große europäische Propaganda- Tournee an. Er wird vor allem Oesterreich besuchen, wo er am 24. d. M. einen öffentlichen Vortrag über »D e n Weg zumjuden-staat'< halten wird. Er verreist sodann nach Polen, wo bereits 20 revisionistische Kreiskonferenzen in den verschiedensten Teilen der Republik mit seiner Beteiligung angekündigt sind. Von Polen fährt Herr M. -Großmann nach Lettland, Litauen und Rumänien. — |H 1000 Meter Seehöhe SB Internationaler ܧ Höhenkurort SEMMEÜING Zwei stunden von Wien und Graz ■m Ganzjähriger Betrieb / Mäßige Preise / Schönster Sommmeraufenthalt / Strand- und Hallenbäder SODBAHNHOTEL HOLLENSTRANOBOD GOLF/TENNIS/ REITEN Ü0tel PenSIOII WALLNER / Bürgerliches Famü.enfiaus llfli EritklfMig« Famllianp«n«Ioii / B«ttti«r; Pf. R. T01K / Telephon S«tnm«rlt»fl '6* /' P<n low ab S.W.- Modarn •ing«iidit«tas Horn In harrllchar sod aga / 40 Zimmer / Mcsatarrais« / Garag« : Hotel-Pension STEFANIE Gutbürgerliches Haus Ii Vorzügliche Küche 1 ErilOllinySllßiin Kitty KlßDZ l0h'98'stauilfri!'e-lll,(i?onn:8B.to{l6.flieMestar,Pensiönspreisbei4Mahlzeiten von S II - aufwärts. Angeschlossen Kinderheim in separierter Vi la monatlich S 250 - | Cate-Pension „Daheim"__ Ende des Monats dürfte Herr Oberbaurat R. Stricker, Mitglied der Exekutive, eine Propagandareise antreten. — Herr Dr. S. E. Soskin, Vizepräsident der Union, wird am 2. Juli in Europa erwartet und wird unmittelbar nach seiner Ankunft Polen und die baltischen Staaten bereisen. — Am 18. d. verreist Herr Dr. D. Buckspan (Wien) im Auftrage der Exekutive und des Zentralbüros des Sonderverbandes nach der Tschechoslowakei, Rumänien und Jugoslawien, wo er die weitere'Organisierung des demokratischen Revisionismus leiten wird. — Der revisionistische Sonderverband wird in allen Ländern eigene Kandidatenlisten aufstellen. JAMEff CAONEY OAN BLOH DELL ^^•^i>miSJKSX^. PEUT8,CMJP> S »iVACUe- Telephon 82, Inhaber Dir. E. Gunst. Pension ab S 10.—. Täglich 5-Uhr-Tee, ab s=s 9 Uhr abends Konz rt (Treitpu»kt dei jüdischen Gesellschaft). Üute Jüdische Küche Es Auskunfi: Wien R-13-0 21 - ==g Palästina vor dem Völkerbund Bericht der Palästina-Regierung für das Jahr 1932 an den Völkerbund — Nach wie vor abweisende Einstellung zur jüdischea Kolonisation , Vorgestern wurde in Londo n. und Jerusalem gleichzeitig der zur Vorlage an die demnächst in Genf zusammentretende Mandatskommission des Völkerbundes ^bestimmte Jahresbericht der Palästina-Regierung für das Jahr 1933 veröffentlicht. Der Bericht1 bringt neben einem Ueberblick Uber wirtschaftliche Entwicklung, Ein wander ungs- und Sicherheitsfragen eine politische Erklärung, betreffend die geplante Einsetzung eines Legislative Council (Parlament) sowie eine Interpretation des im MacDonald-Brief gegebenen Versprechens auf eine der jüdischen Steuerleistung entsprechende Berücksichtigung jüdischer Arbeitskräfte bei der Vergebung öff entlicher Arbeiten. Der Bericht, auf dessen Inhalt noch zurückzukommen sein wird, atmet den alten Geist der ans Feindselige grenzenden Ablehnung der britischen Palästina-' Regierung gegenüber dem zionistischen Aufbauwerke, Wieder wird das unselige Passf ieldsche Weißbuch 1930, dieser dokumentarisch festgelegte Wortbruch gegenüber dem jüdischen V o 1 k, e, als Grundlage der britischen Palästina-Politik angenommen. Wieder wird die Errichtung eines Parlaments, das notwendigerweise eine aräb 1 sch'e Majorität haben und die größte Gefahr für die jüdische Kolonisation bedeuten würde» in Aussicht gestellt. Wieder eine Förderung der Kolonisation, die nur den Arabern zugute kommt usw* usw. Der Bericht beweißt, daß die im letzten Jahre gebrachten Meldungen von einer grundlegenden Besserung der Beziehungen der Palästina-Regierung zur jüdischen Kolonisation vielfach. nur tendenziöse Schönfärberei waren. An einer Stelle werden im Berichte direkt falsche Angäben gemacht, und zwar im Kapitel über Sicherheit. Richtlinien der englischen Politik in Palästina Der Bericht weist darauf hin, daß die englische Politik in Palästina den Bestimmungen des Palästina- Mandats unterworfen sei. Erklärungen Uber diese Politik seien in den Weißbüchern von 19 22 und vom O k tober 1930 gegeben worden. Als autoritative Interpretation gewisser Punkte des zweiten Weißbuches, bezüglich, derer unrichtige Auffassungen und Mißverständnisse entstanden seien, sei <jer vom Ministerpräsidenten am 18. Februar 1931 an Dr. Weizmann gerichtete Brief anzusehen. i ' V; Die. Absichten der Mandatarmacht hinsichtlich der Einsetzung ehies Legislative Council (Parlaments) in Palästina, so wird im Berioht der Palästina- R$g|eruhg ausgeführt, bestehen, so wie sie im Weißbuch Von 1930 angekündigt wurden, unverändert f ort. Sottritte zur Bildung des Council sollen ergriffen werden, «Qb&ld die (neue Gemeindeordnung, die derzeit nach Beratung mit der Exekutive der Jewish Ageney, der ajabiiK^n Exekutive und den einzelnen Stadtverwaltungen Mastu. Liegekuren, Sonnenbäder. Pension von S 8.-- aufw. Wochenpauschale S 5'.).—, Prospekte Retourmarke. Teiephon-Nr. 1 Steinhaus am Semmering, Kurhotel //Stuhleckerhof" von der Palästina-Regierung ausgearbeitet wird, in Kraft gesetzt sein wird. Inzwischen hat die Palästina-Regierung alle An* strengungen gemacht, um die Vertreter aller Teile der Bevölkerung in innigeren' Kontakt mit der Regierung und damit miteinander zu bringen. Mohammedaner, Christen und Juden saßen gemeinsam im allgemeinen Landwirt» schaftsrat und in dessen verschiedenen Unterkomitees,' bei den Eisenbahn- und Straßenausschüssen wurden nicht« amtliche Mitglieder als Vertreter der an diesen Einrichtungen interessierten Körperschaften eingesetzt, ebenso bei der Kommission für Arbeitsgesetzgebung und bei1 der ständigen Kommission für Händel und Industrie. Die Beteiligung jüdischer Arbeiter ' bei der Durch* führung öffentlicher Arbeiten Der auf Grund des im MacDonald-Brief vor zwei Jahrein gegebenen Versprechens bezüglich der Verwendung jüdischer Arbeiter bei öffentlichen Arbeiten in jüdischen Kreisen entstandenen Auffassung, es bestehe ein Anspruch auf Verwendung j ü,d 1 scher Arbeiter Im Verhältnis des perzentuellen Anteils der von Juden geleisteten Steuern und Abgaben an der allgemeinen Steuerleistung Palästinas, wird im Berricht der Palästina-Regierung entgegen g e t r e t e n. Diesbezüglich wird ausgeführt^ Es ist weder möglich, noch war es beabsichtigt, daß die Zusicherung des Ministerpräsidenten in der Weise erfüllt werden soll, daß die Beteiligung von Juden bei der Durchführung öffentlicher Arbeiten ausschließlich auf Grund des Verhältnisses der jüdischen Beiträge zu den Einkünften Palästinas festgesetzt werde. Es wird hinzugefügt, das Versprechen MacDonalds sei dahin zu interpretieren, daß die Höhe des jüdischen Beitrags zu den Einkünften der Regierung bei der Festsetzung der jüdischen Arbeiterquote bloß mitberücksichtigt werden solle. Darüber hinaus stellt sich die Palästina- Regierung nunmehr auf den Standpunkt, daß die Beschäftigung jüdischer Arbeiter bei öffentlichen Arbeiten nur in jenen Distrikten möglich sei, die, wie Jerusalem, Haifa und Jaffa, eine gemischte Bevölkerung aufweisen, und daß bei den dort durchgeführten öffentlichen Arbeiten schon jetzt Juden in beträchtlichem Ausmaß verwendet Würden. Andererseits verspricht die Palästina-Regierung anläßlich der Prüfung des Programms für die öffentlichen Arbeiten für 1933 und 1934, den Anteil jüdischer Arbeiter bei der Durchführung jeder einzelnen Arbeit im Sinne des Versprechens MacDonalds genau festzusetzen, wobei jedoch gleich« zeltig auf die . „rassische Zusammensetzung der lokalen. Bevölkerung, die Art der Arbeit und den Preis der Arbeitskräfte" Bedacht genommen werden müsse. Einwanderung und Kapitalszufluß Im •Zusammenhang mit der Erörterung der Maßnahmen, die ergriffen wurden, um im Lande „solche politische, administrative und wirtschaftliche Bedingungen zu schaffen, die die Errichtung des Nationalheims des jüdischen Volkes sichern sollen", wird berichtet, daß im Jahre 1932 6870 jüdische Personen zur Einwanderung nach Palästina zugelassen wurden. Von diesen waren 6200 Arbeiter und Arbeiterinnen, denen Einwanderungszertifikate zugeteilt worden waren. Außerdem wurden 8780 Personen, die schon früher als Touristen oder sonst zu vorübergehendem Aufenthalt nach Palästina