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Die neue Welt · 1933-06-23 · Heft 302 (23.6.1933) · page 4

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Journal
Die neue Welt
Volume
7 (1933)
Issue
Heft 302 (23.6.1933)
Date
1933-06-23
Page
– (sequence 4)
Language
German
Belongs to
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Seite 4 DIE NEUE WELT Kr. 302 (Vom 16. Juli bis 18. August 1933, ohne Paß- und Visagebfihren) nach Krakau. Lemberg. Sfanisiau und allen Zwischei Stationen, sowie an cie ehemaligen Fronten in Polen. Die billigste Möglichkeit, diesen Sommer Polen zu besuchen. Diese Reise kann auch zehntägig unternommen werden, vom 15. bis 24. Juli. Reservierte Plätze, Auskünfte und Anmeldungen: Internationales Reisebüro, Schenker & Co., Wien 1, Schottenring 9. Reise- und Hotel-Atiskunfisbüro. Telephon R-50-510 E. FERS TEL, Wien l, Kärntnerring 12 — Tetephon U-40-301 Variante eines bekannten Tierbuches, „Juden sehen dich an!" Objektive Wahrheit? Pfui Teufel. Bin deutsches Blatt schreibt über dieses von einem Dr. phil. herausgegebene Buch: „Die Bilder sind so appretiert und Verunstaltet, daß sie primitive Instinkte reizen müssen." Zu Einsteins Bild z. B. weiß der akademische Autor zu sagen: „Erfand eine stark bestrittene Relativitätstheorie. Wurde von der Judenpresse und dem ahnungslosen deutschen Volke hoch gefeiert, dankte .dies durch verlogene Greuelhetze gegen Adolf Hitler im Auslände. (Ungehängt!)" Jetzt weiß die Welt, wie artfremde Asiaten und Wie nationalsozialistische Akademiker Propaganda inachen. Ein Vorsdilag von national» sozialistischer Seite In der letzten Nummer der Münchner „Nationalsozialistischen Monatshefte" veröffentlicht der bekannte Theoretiker der nationalsozialistischen Bewegung, Dr. v. L e e r s, unter der Ucberschrif t „D a s Ende der jüdischen Wanderung" einen Artikel, in dem er eine großzügige Lösung der Judenfrage in territorialistischem Sinne vorschlägt. Nachdem Dr. v. Leers das jüdische Wanderungsproblem in einem kurzen Ueberblick dargestellt und eine „verneinende Lösung" dieses Problems dadurch, daß die Juden immer nur von Jahrhundert zu Jahrhundert von. einem Land zum anderen weitergedrängt werden, abgelehnt hat, gelangt er zu der Forderung, daß dem Judentum durch Verwurzelung im Boden wirkliche Volkswerdung ermöglicht und dadurch dem Judenproblem in Europa ein wirkliches Ende gemacht werde. Palästina scheint dem Verfasser für eine solche Lösung wegen seiner Lage und seines ungenügenden Nahrungsraumes nicht geeignet. Dagegen glaubt er, daß gewisse klimatisch geeignete afrikanische oder südamerikanische Gebiete für ein solches Siedlungswerk ausfindig gemacht werden könnten. „Nur ein Barbar", schreibt Dr. v. Leers, „ein außerhalb der letzten großen göttlichen Ordnung. der Weltgeschichte stehender Mensch könnte, einen allgemeinen jude n f e i n d 1 i c he n Vernich tu u'g skämpf zur Ausrottung dieses Volkes empfehlen. Sache der hochrassigen Völker ist es nicht, dort Lösungen des Hasses vorzuziehen, wo nocli eine Lösung des Problems in anständiger Form denkbar ist. Die einzig denkbare positive Lösung, die dem Judenproblem ein wirkliches Ende in Europa machen würde und zugleich dem Judentum eine wirkliche Volkswerdung, Verwurzelung im Boden und damit .vielleicht eine Bindung seiner minderwertigen Bestandteile durch die höherwertigen ermöglichte, wäre die Bereitstellung eines ausreichenden außereuropäischen Siedlungsgebietes in gesunder Lage. Der Holländer van Vinghene hat in seinem Buch „VollZionismus" zu diesem Zweck einmal Madagaskar vorgeschlagen; man könnte aber auch an gewisse klimatisch geeignete andere afrikanische oder südamerikanische Gebiete denken. Ein solches Siedlungsgebiet müßte auf der einen Seite, im Rahmen der Raumbeschaffung für flie raumarmen Völker, dem jüdischen Volk eine wirkliche Nahrungsgnmdlage durch produktive Arbeit ermöglichen, anderseits mußten nerton heute in denjenigen Ländern, wo eine Trennung und Scheidung des Judentums von der nichtjüdischen Bevölkerung durchgeführt wird, die Juden, für die eine große Anzahl Berufe verlorengehen, für die Besiedlung dieses Gebietes durch Zusammenfassung zu Arbeitsgruppen und entsprechende handwerkliche und bäuerliche Ausbildung vorbereitet werden. Jene großen westeuropäischen Kolonialmächte aber, die stets aufs'neue über die auftauchende Judenfrage und ihre Auswirkungen in Ost- und Mitteleuropa sich erregen, ohne die Zusammenhänge wirklich zu erkennen, täten nicht nur ein Werk der Menschlichkeit, sondern auch der staatsmännischen Weisheit zur Beruhigung der Welt und zur Lösung einer ihrer ernstesten Fragen, wenn sie durch Bereitstellung eines solchen Siedlungsgebietes auf der einen Seite Europa von dem jüdischen Problem entlasten, auf der anderen Seite dem Judentum die Volkswerdung ermöglichen. . . . versuchen muß man es noch einmal, eine anständige Lösung dieser Frage durchzusetzen. Zu ihrer tatsächlichen Lösung sind' wohl diejenigen Juden berufen, die nunmehr nach Jahrhunderten des Kampfes um die Judenfrage erkannt haben, daß der Traum einer jüdischen Weltherrschaft sich nicht verwirklichen läßt, und die darum bereit sind und sein wollen, Volk unter Völkern zu werden; berufen sind diejenigen Völker, denen die Frage am stärksten durch die bei ihnen vorhandenen jüdischen Massen auf den Nägeln brennt; berufen sind insonderheit die großen westeuropäischen Kolonialmächte mit dem überreichen Landbesitz, denen es nicht gestattet sein darf, sich mit billigen humanitären Schlagworten , um eine anständige lifaungsmögUchheit herumzudrücken! die mit einem Schlage. die Judenfrage, deren Auftauchen sie immer nieder entrüstet, beenden würde." * Endlich einmal eine Aeußcrung von nationalsozialistischer Seite, die in einem Tone gehalten ist, welcher die Diskussion ermöglicht. Wenn man von den Behauptungen über Palästina, das Herrn v. Leers nicht gut genug erscheint (uns Juden ist es gut genug), über den r,Willen zur jüdischen Weltherrschaft" usw. absieht, kann man sagen, daß diese Ausführungen der jüdischen Sache auf den Grund gehen. Eine ernste Auseinandersetzung mit den zionistischen Bestrebungen, die allerdings zum Schaden der nationalsozialistischen Partei in Gegensatz stehen. So auch die Erklärung, daß nur „Barbaren" die restlose Vernichtung des jüdischen Volkes wünschen und anstreben können. Bisher hat man von nationalsozialistischer Seite nur den Wunsch nach'„r c s 11 o s e r Vernichtung" ausschreien gehört. Es steht zu befürchten, daß Herr v. Leer» wegen des Wortes „Barbar", wodurch sich seine Parteigenossen betroffen fühlen müssen, in „Schutzhaft" genommen wird. Was sehr zu bedauern wäre. $ t&w deutsdie Juden Die gemeinsame Aktion der österreichischen zionistischen Institutionen ist bereits im Gange. Der Aufruf der Exekutive der Jewish Agency, der auch die Unterschriften bedeutendernichtjüdischerStaa t smänner trägt, hat in den weitesten Kreisen einen tiefgehenden Eindruck gemacht. Es gilt nunmehr für die österreichischen Zionisten und für die übrige Judenschaft, alles Nötige zu unternehmen, um es nicht .beim . bloßen Worte bewenden zu lassen und der Aktion auch in besterreich einen entsprechenden Erfolg zu sichern. Trotz dsr Schwere der Zeiten muß jetzt an die besondere SIEGM. KORNMEHL QHOSSFLEISCHHAUEttEf /«Mitrale: JX., Bergxasse 19, Tel. A-17-3-99 u. A-16-9-54 J L i e f e r a n I für Heilanstalten AbteHung&n JUr «iTC-Fieisch tmMiatitKK^KaamBtmaMmtmmtKmmmmmmmmKm unicr Aufsicht des Ehrwürdigen liabbinaüs der lsr | Kultusgemeinde Wien AutoZustellung kostenlos IX. Borggasse 19 XVII!., Währlngerstr. 97;: O p f e r w i 11 i g k e i t aller Teile der Judenschaft appelliert werden. Daneben ist die Bereitwilligkeit zu tatkräftigster Mitarbeit von allen jenen Männern und Frauen zu verlangen und zu erwarten, die wissen, daß es jetzt darauf ankommt, die weitesten jüdischen Kreise für Palästina zu gewinnen. Ein Vollopfer tut not, um zu retten, was von den deutschen Juden zu retten ist. Diese Aktion hat keinen „humanitären", keinen Wohltätigkeitscharakter, es geht nicht um Spenden für Eieenbahnkarten und um die Ueberleitung notleidender Juden von einem Ghetto in ein anderes, sondern um einen bewußten und großzügigen Akt jüdischer Solidarität zur Verwurzelung deutscher Juden in Erez Israel. Es' ist für Jeden pflichtbewußten Zionisten ein unabweisliches Erfordernis, sein Opfer darzubringen und sich unverzüglich in den Dienst der Sache zu stellen. Anmeldungen bitten wir zu richten an das Komitee der Ansiedlurigsaktion für deutsche Juden, Wien, I., Kärntnerstraße 28, Tel< R-27-3-20, R-27-4-20. Geldüberweisungen auf Konto Verein „Keren-Hajessod", Wien (Ansiedlungsaktion für deutsche Juden), C-133.988. B AD GLEICH EN BERG 800 Meter . Steiermark KURZKIT MAI BIS OKTOBER. Berühmto Heilquellen, natürlich-kohlensaure Bäder, Inhalatorien,' pneumatische Kammern usw. Hervorragende Erfolge bei Katarrhen / Asthma. /' Emphysem / Hersleiden Schönster Erholungsaufenthalt, Voj(le Pension ab 8 S. I Aü skünf te und Prospekte Mäfto n 1 - U'n g avr, I Wi6n, Ii, Jaaomirgottstraße 4, so^ie allev Reisebüros, r | Jüdische VoIk§parfei Oesterreichs Pie Organisierung der einzelnen B e z i r k sgruppon ist in Angriff genommen worden und erfordert regste Mitarbeit! Die Mitglieder der einzelnen Bezirke werden ersucht, sich zu dieser Arbeit unverzüglich zur Verfügung zu steilen und dies dem Sekretariat, der „Jüdischen Volkspartei", Wien, II., Untere Augartenstraße 38 (Tel. A-45-6-84), bekanntzugeben. Parteien verkehr,. Auskünfte usw. täglifch von 10 bis 14 Uhr. Klärung der Läge im Zionismuz-Revlzionizftaiix Die durch He«njiJab^ Zionistischeil Weltorganisation im Zioir'is nil,#:&;,^ ".'ein' deutige Klärü'hg•■der:die legalo Exekutive der revisionisttsöhen .Wältuni^n bes^n^; grundsätzlich kein e, Mö g 11 chkei t, -mit' Herrn Jabotinsky und seinem engeren Anhange g e rn e i n-s & m in den Wahlkampf zum ZionlstenkongröB zu 'gehetf. Herr Jabötinsky, welcher durch einen Kutsch die legal -gewählte Leitung stürzen, eine Diktatur im Revisionismus einsetzen und die Union gegen den Willen der Uberwiegenden Majorität aus der Zionistischen Weltorganisation' herausführen wollte,; hat . seit de* entscheidenden Parteiratssitzung in Kattowitz seinen Standpunkt nicht geändert. Seine ständige Versicherung, daß er eine Einigung aller Revisionisten bis zum Kongreß herbeiführen werde, hat sich als bloßer Versuch erwiesen, die aufgeregte Stimmung, auch unter seinen eigenen Leuten, zu 'beschwichtigen und -im. letzten Moment die legale Exekutive in die Zwangslage zu versetzen, sich seinem Diktat zu unterwerfen. Die zionistische Wählerschaft wird daher zwischen zwei revisionistischen Listen zu entscheiden haben: Einerseits die Liste Jabotinsky, welche das „Führerprinzip", d„ U. den Gedanken der Diktatur,- Vertritt, welche durch Gründung einer neuen zionistischen Organisation die von Theodor Herzl geschaffene Weltorganisation zerreißen will.* Anderseits die Liste unter Führung der legal gewählten revisionistischen Exekutive, welche in dieser schweren Zeit die Einheit und den Ausbau der Zionistischen Weltorganisation und ihre Durchdringung mit dem Her zischen Judenstaatsgedanken Will, welche den Gedanken der Diktatur im Zionismus als sinnlos ablehnt. Die legale Exekutive hat den Frieden gewollt, Herr Jabotinsky aber hat Forderungen gestellt, welche Unterwerfung unter sein Kommando und Anerkennung seiner Austrittsabsichten bedeuten. Denn er hat die Aufstellung einer Kongreßliste gefordert, welche der überwiegenden Majorität nach aus seinen Anhängern besteht, und weiters gefordert, daß die Beschlüsse dieser Majorität die Minorität, d. h. die legale Exekutive und ihre Anhänger, auf dem Kongreß binden sollen. Diese Förderung hatte > notgedrungen den Abbruch der Verhandlungen zur Folge. * .. , Die Exekutive der revisionistischen Weltunion und des Sonderverbandes der Zionisten-Revislonlsten in der veröffentlicht folgende . Wm^un^:;.^; ^^Ztr^c^S An alle revisionistischen Landeszeiitrulen! r - Wir teilen (-mit; daß Herr Jabotinsky alle unsere Einigungsvorschläge, die Sie aus unserem Zirkular vorä 13. di ' M. kennen, zurückgewiesen hat. Aus dem von ihm eingereichten- Gegenvorschlag ersehen Wir, daß er die vollkommene ideologische uiid moralische Ka p'i'tÜ'l a t i'ö n' des; demokratischen Revisionismus' als Vorbedingung jeder Einigung-betrachtet. Er.schlägt u. a. vor1, daß die Zahl der Kandidaten beider Pafteiteile auf den gemeinsamen Wahllisten dem „Pleblszit'^ResuItat entsprechen,müsse undTdaß sich^die Minorität der revisionistischen Kongreßfraktion der Majorität bedingungslos ku fügen habe,. Das bedeutet nichts anderes, als daß; { '' 1." das' legal gewählte;: ExelmÖvkomitee das V von der Partei boykottierte „Plebiszit" und seine angeblichen Resultate'anerkennen soll; '"'r' 2. daß das Exekutivkomitee sich als nichtexistent und Herrn Jabotinsky als, die einzige, leitende Institution der Bewegung anerkennen soll, denn Plebiszite darf ja nur die leitende Institution der Bewegung veranstalten; . ' 8. daß wi* den Gewaltakt vom. 28. März legitimieren, was mit der Preisgabe;...sämtlicher Beschlüsse .unserer WeltJkon|eren;zen. und• der domokra>tis c hen Grundlagen unserer Bewegung / gleichbedeutend ist,. . j r . , , .- ., und 4. daß die revisioiustische Kongreßfraktion denjenigen ausgeliefert wird, die sich dazu anschicken, die Zionistische. Yyeltorganisation zu ,.ver* lassen; .Herr- Jabotinsky verspricht zwar, die sich-aus der kommenden Ablehnung seiner Prirnatnesolution ergebenden „Konsequenzen" nicht am Kongreß selbst, sondern nach Schluß desselben, zu ziehen. Es ist aber wohl kein Unterschied, ob. er,, und seiue, engeren Freunde , den Austritt aus d«r Zionistischen Organisation am Kongreß oder an der darauffolgenden revisionistischen Konferenz vollziehen. . Diese „Bedingungen" . .benötigen keine , weiteren Kommentare. Sie zeigen,, in weloher Weise die Friedens- Herrenanzüge u. -Paletots, aus bestem Material, erstklassige Ausführung, modernster Schnitt, von S 190.— aufwärts. Große Auswahl in mpdernen Stoffen. 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