Mannheim
Compact Memory

Die neue Welt · 1933-06-23 · Heft 302 (23.6.1933) · page 6

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Die neue Welt
Volume
7 (1933)
Issue
Heft 302 (23.6.1933)
Date
1933-06-23
Page
– (sequence 6)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
92% known words query
IRI
…/2711613-2711899-2711924--3780-2717188
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

2 entity mentions

» Seite 6 DIE NEUE WELT Nr. 302 TIROL-KOSSEN HOTEL.PBNSION KAPELLE gekommen waren, als Einwanderer registriert, nachdem sie Ihre Qualifikation für die Einreibung in eine der Ein Wandererkategorien nachgewiesen hatten. Ferner gab es eine beträchtliche Einwanderung von Personen mit eigenem Kapital. Die Zahl der Einreisenden war 1932 um 15.908 größer als die der Ausreisenden. Die nach Abzug der auf Grund von Einwanderungszertifikaten nach Palästina gekommenen 6370 Personen verbleibende Zahl von Einreisenden setzte sich aus zurückkehrenden Einwohnern, Touristen, Pilgern und ähnlichen Kategorien zusammen. Da die Auswanderung aus Palästina fast ausschließlich Arbeiter, Kleinhändler und Kleingewerbetreibende betrifft und alle Einwanderungsländer eine Sperre für Angehörige dieser. Berufe eingeführt haben, so haben im Berichtsjahr fast durchwegs solche Personen Palästina verlassen, die sich zu längerem oder kürzerem Aufenthalt in ihre frühere Heimat, hauptsächlich in europäische Länder, begeben haben. Bemerkenswert ist die Stelgerung der Einwanderung von Personen mit einem Vermögen von 1000 Pfund und mehr; ihre Zahl betrug 754 gegen 269 im Jahre 1931. Unter ihnen befanden sich einige Persorien, deren Vermögen wesentlich höhfrr war als das vorgeschriebene Mindestkapital. In manchen Fällen haben die Einwanderer nicht ihr gesamtes Vermögen nach Palästina überfuhrt. Eine auch nur annähernde Schätzung des von diesen Einwanderern nach Palästina gebrachten Kapitals oder des Ausmaßes des qualifizierenden Kapitals, das nicht ihr Eigentum war, ist nicht möglich. In einzelnen Fällen besteht die Möglichkeit, daß das qualifizierende Kapital zum Zwecke der Einwanderungserlaubnis geliehen war. Nach den Summen jedoch zu schließen; die in Hausbauten und Pf 1 an zun g san lagen investiert oder in den Banken deponiert wurden, um bei sich bietender Gelegenheit zu Investitionen verwendet zu werden, dürfte das von Einwanderern nach Palästina gebrachte oder von» Personen, die noch im Ausland weileri und ihre Niederlassung, in Palästina beabsichtigen, Investierte Kapital ver h ä 11 n i« m ä ß ig beträcht Ii c-h Iseln. Man kann sagen, daß ein großer Teil der von der Bevölkerung, jedenfalls der vom jüdischen Bevölkerungselement geschaffenen Unternehmungen, durch dieses ausländische Kapital finanziert wird. Von den registrierten Einwanderern sind 4228, unter ihnen 4215 Juden, aus Osteuropa, 745 (741 Juden) - aus Mitteleuropa, 906 (846 Juden) aus den Vereinigten Staaten von Amerika und 589 (unter-ihnen 128 Juden und Wetfglische Polizisten) aus dem britischen Weltreich (mit 'Ausnahme von Aden und Indien) gekommen. 258 Personen würde die Einwanderung nach Palästina verweigert, außerdem wurde eine Anzahl-von Pionieren Im Laufe des Jahres deportiert, weil sie sich ohne Erlaubnis in Palästina aufhielten. s Die Auswanderung von Palästinensern nach Sowjet* .j ... i....... ';'<.. rußland .. . . ,„: < iEinem 'Wunsche der; Permanenten Mandatskommission 'entsprechend, . erteilt der Jahresbericht der Palästina-ORegierung auch Auskunft über den sogenannten »Exodus" von Palästinensern nach Biro-Bidschan. Hiezu wird im Bericht ausgeführt, die Bewegung, Juden in dieser: Sowjetprovinz anzusiedeln, sei bald:nach der im Jahre 1928 in Angriff genommenen Ansiedlung von Juden in der Krim organisiert und gleichzeitig mit der. Bewegung, zur Ermutigung der Niederlassung armenischer Flüchtlinge in Sowjetarmenien geleitet worden. Die jüdische: Kolünisatlonsbewegung in : Sowjetrußland - wird durch die zur Erleichterung, der Seßhaftmachung von Juden auf dem Lande in Bußland gegründete Organisation OZET durchgeführt. Den der .Palästina-Regierung zur. Verfügung, stehenden Informationen zufolge wurde 115 i n Palästina ansässigen Personen (unter ihnen auch Armeniern) die Erlaubnis, sich in Biro-Bidschan mit ihren Familien niederzulassen, erteilt; von 66 Familien weiß man, daß sie nach Biro-Bidschan ausgewandert sind. Einige Von ihnen sind inzwischen in ihre palästinensische Heimat zurückgekehrt. Mit wenigen Ausnahmen handelte es sich um Mitglieder der K o m m u n i s t ischen Partei Palästinas oder um Personen, die mit dieser Partei sympathisierten. Derzeit haben die Sowjetbehörden die Wanderbewegung suspendiert. Man nimmt aber an, daß sie binnen kurzem*w i e d e r aufgenommen werden soll, und es heißt, daß einer weiteren Gruppe von 84 Personen in Palästina die Erlaubnis zur Einwanderung nach Biro-Bidschan gegeben wurde. Die sowjetische Schiffsagentur" in Palästina gewährt den Auswanderern eine SOprozentige Fahrtermäßigung. Mittellosen werden Darlehen gewährt. Andauernder wirtschaftlicher Aufschwung — Keine Störungen der öffentlichen Ordnung Der Bericht stellt fest, daß die wirtschaftlichen und fiskalischen Verhältnisse in Palästina im Vergleich mit der In den meisten Ländern herrschenden wirtschaftlichen Depre4öioft auch U» abgelaufenen Jahre weiter günstig. g-ß b*t j e b e n sind. In der Bautätigkeit ■ in >jf e ivn- alem, Haifa und Tel-&wiw war Kein Rttc'k-,. gang zu verzeichnen. Der Prozeß der Konsolidierung der einheimischen Industrie und der Eroberung von Ab« •atzmärkten im Inland und in den Nachbarländern hält m. glMig wexäm mst Gebiets ftis die Gtiav&utiue herangezogen. Die Palastina-Orange findet In Europa einen sich ununterbrochen ausbreitenden Markt. Die Post wirft einen Jahresüberschuß ab, die Eisenbahnen gewinnen allmählich einen Teil des afl den Straßentransport übergegangenen Verkehrs zurück. Die öffentliche Sicherheit war während des abgelaufenen Jahres nicht, gefährdet; .es gab keine Ausschreitungen und Unruhen infolge von. Ras senge gen Sätzen. Zu Beginn des Jahres gab es ein Wiederaufleben der Verbrechen auf landwirtschaftlichem Gebiet in Form von Entwurzelung von Bäumen und Ver wündung von Vieh. In den meisten Fällen waren diese Frevel die Folge von Fehden zwischen aA,- bischen Dörfern, entstanden aus Gfenzstreitlgkciten oder Familiendifferenzen; im Tulknrem-TJrtterdistrikt jedoch, wo diese Art von Frevel allgemein verbreitet ist, waren auch gewisse jüdische Siedlungen die Leidtragenden. Die Verhängung einer Kollektiv strafe Uber die schuldigen Dorfbewohner und die Errichtung eines Strafpolizeipostens machten diesen Unruhen ein. schnelles Ende; es wurden besondere Maßnahmen ergriffen, um den unbotmäßigen Distrikt unter schärfere polizeiliche Uebcrwachung zu stellen. In einzelnen Fällen führten Auseinandersetzungen über Weide- und Siedlungsrechte zu Zusammenstößen. von jüdischen Wächtern oder - Herten mit Arabern, bei denen auch Schüsse gewechselt wurden. Wo schwerere Rühestörurtgen drohten* wurden durch die Distriktskommissäre Maßnahmen auf Grund der Bodenstreitverordnung getroffen, durch die der einen oder der anderen Partei ungestörter Besitz des strittigen Landes bis zur gerichtlichen Entscheidung über das Eigentumsrecht gewährleistet wurde. - Neuerliche antizioiristisdie Wühlereien in Palästina und den Nachbarländern Faisäl, König vom Irak, gegen den Zionismus Aus Jerusalem^ wird berichtet: König Feisal vom Irak empfing anläßlich seines Besuches in der transjordanlschen Hauptstadt Amman eine von M u z a Kazim Pascha geführte Delegation der arabischen E x c kutive Palästinas. Die Delegation entbot dem König die Grüße der palästinensischen Araber und bradhteA^Ie Hoffnung zum Ausdruck,-daß der König Achtung! Achtung f v LOTTiRB^'.teÄflfe 138. - Spezialität: Umarbeitung von*&tien aufX*otferbetten - A, ., - ■' ■'tt>i ■<*, .*t*\p»-*r. *■* <\ .■.<»■ ■ ' ■ KUL"MÖ '■. Mölkerbastel 5 (Eoke Schottengasse 9) ' * -* ■ ■ t v.-v .t ■ . ' ■ der Araber Palästinas nicht vergessen werde. , In seiner Antwort auf die Begrüßung der Delegation erklärte König Feisal; Palästina sei stets wie'eine Festung von allen Seiten-,her berannt worden. Palästina, Irak und Syr 1 enäselen v a r abische Länder und . '' müßten vererinigfw er den. ■<.*.■, ::<-.■)■'■':-■ ■,-. ■ -,-.>< - ■ '■• Später empfing der .König eine Delegation der arabiscthen J uge.ndko.nfer.enz..,;'Pal-ästinas, die ihm ein Memorandum, betreffend jüdische Einwanderung, Bodenfrage und -britischen Imperialismus, Uberreichte und ihn "um Unterstützung1'der Bestrebungen der arabischen Jugend Palästinas bat. Der König erklärte, Palästina sei arabisch und werde arabisch bleiben. Der Zionismus sei nur eine 'vorübergeh e n d e Erscheinung., Die Araber Palästinas mögen. sieh nicht fürchten und Einigkeit -bewahren. Die transjordanischen Nationalisten fordern ein gesetzliches Verbot der Niederlassung von Juden in Transjordanien Aus Jerusalem: Die in Amman am 6. Juni abgehaltene Konferenz arabischer Nationalisten faßte eine Resolution, in der gegen die Bestrebungen der Zionisten, die Transjordanier »ihrer Rechte zu berauben", protestiert wird. An die transjordanisohe Regierung richtete die Konferenz folgende Forderungen: 1. Alle ausländischen Beamten zu entlassen; 2. den landlosen Fellachen Boden und den arbeitslosen Arbeitern Arbeit zu verschaffen; 3.. eine Anleihe zwecks Durchführung von Bewässerungsarbeiten in Ghor El Kabld aufzunehmen (Ghor El Kabld ist das Gebiet, das Emir Abdullah Juden verpachten wollte); 4. den Emir zu ersuchen, Transjordanien eine Konzession zur Besiedlung von Ghor El Kabid zu erteilen; 5. ein Gesetz zu erlassen, dürch das Juden verboten werden soll, in Transjordanien zu leben und dort "G r u n d un d Boden zu erwerben; 6. die Leitung der Hedscbas- Eisenbahn Mohammedanern zu übergeben; 1. die Gehälter der Reglerungsbeamten herabzusetzen; 8. elfte nationale parlamentarische Regierung einzusetzen; 9. die |ßrrlöntung einer arabischen Föderation zu fördern; 10. von Englärid die Streichung aller transjprdanischen Schulden zu verlangen; 11. die Einhebung von Steuern im Hinblick auf die schwierigefLage der Bevölkerung einzustellen, und 12. das Schuhwerk zu verbessern und*zu TOBELBAD GRAZ erweitern. >s ,i A V!{ ' -l * . J'^ Aus Jerusalem: „AI Jaro'eä" a 1A>abfa'V Oäs <)rgan des Großmufti von Jerusalem»-belüftet, *le transjoraanisohe "Regierung bereite ein''Gesetz vor« durch das Kauf nuA VerJiauX yon, meh£ aM 300 ümw SroßfiR Ideale Sommerfrische, wundervolles Thermal-Strandbad, 2400 m3 gr beton. Basstn, mitten im Walde gelegen. (Pension: 4 reichh. Mahlzeiten) inkl. freier Benützung des Stiandbades von S 8 — bis 10.— (Keine Kurtaxe). Alle Kurbehelfe. - Auskunft und Prospekte durch die Kurverwalturg. Grundstücken verboten werden sollen. Das Gesetz,soll ferner eine Bestimmung enthalten, die Juden die Niederlassung in Transjordanien und den Verkauf von Grund und Boden an Juden verbietet. „AI Jamea al , Arabia" zufolge soll das Gesetz demnächst im Ammaner Amtsblatt kundgemacht werden. Die Jewish Agency und die transjordanischen Führer Aus Jerusalem: Der Sekretär der polltischen Abteilung der Jewish Agency, M. Tschertok, veröffentlicht in der arabischen Tageszeitung „Meraat ei S h a r k" eine Antwort auf die von dem transjordanischen Führer Mitaal Pascha Faiz, dem Sprecher der Abordnung' von Scheichs, die vor einiger Zeit mit Führern der Jewish Agcnoy verhandelten, und Gründer der neuen judenfreund« liehen Partei „Jordanbruderschaft" in Transjordanien, vor kurzem öffentlich gestellte Frage, welche Beziehungen zwischen der Agency, und dem Vorkämpfer der antizionistischen Bewegung in Transjordanien, Hussein Pascha Trawna, beständen. Tschertok stellt fest, daß Hussein Pascha den Juden gegenüber früher stets freundliche'Gesiiinuiigen bekundet habe. Er sei stets in guten Beziehungen zu den Juden gestanden. Erst im Vorjahr hätten ihn Juden bei der Anlage, von Orangenpflanzungen auf seinen Gütern mit Rät und;Tat unterstützt. Steine gegenwärtige Haltung müsse daher vollkommen rätselhaft erscheinen^ . ■, . * ■ ■, Gar so rätselhaft, wie es dem Herrn politischen Sekretär der Zionistischen Exekutive erscheint, ist de» für ~ den Zionismus ungünstige Stimmungsumschwung nicht. Die antizionistischen Araber haben eben eine einheitliche Führung, die Zionisten aber nicht. Speziell in der Frage der Besiedlung Transjordaniens haben die Mitglieder der Zionistischen Exekutive g e g e n c i nander gearbeitet. Die „linken" Herren in der Exekutiv« haben gemeinsam mit den „Nichtzionisten" die BeV mühungen der Herren Färbstein und Newmari förmlich sabotiert. Es kam so weit, daß der persönliche Verkehr zwischen den Mitgliedern der Exekutive abgebrochen wurde. Man ist in allen Richtungen auseinander- und weggegangen. Die arabischen Führer aber haben miteinander gesprochen, und zwar gründlich. Was Wunder, wenn da die Stimmung gegen die Zionisten umgeschlagen hat. Gar so rätselhaft ist das wirklich nicht. Au§trorPaIa§finen$isdhier Wirf $dfaft§di'enst Der e. a. Sekretär des Austro-Falästinensischen. Wirtschaftsdienstes, Herr Fritz Richter, ist von'seiner Palastina-Reise zurückgekehrt und erteilt jeden Montag u^d Donnerstag von 4 bis 6 TJhr Im Sekretariat, Wien, IX., Berggässe 16, Auskunft. Besonders jene Fragebogen,' die vor dem 30. April übergeben, wurden, können während der Sprechstunden behoben werden.'""; Ab Donnerstag, den 22. Juni, hat sich für alle Auskünfte in B a u an g e 1 e g e n h e i t e n in liebenswürdigster Weise Herr Baumeister Ing. A. Krumholz zur Verfügung gestellt, der, eben erst von einer Studienreise aus Palästina zurückgekehrt, alle einschlägigen Fragen über Bauwesen, Möglichkeiten und Rentabilität des Hänserbaues, günstige Kapitalinvestition durch HUuserbau, Baukosten, Arbeitsmöglichkeiten im Bau-: wesen uswi während der Sprechstunden beantworten wird. ■ ■ > - ■ , - Eröffnung des Büros des Austro-Palästineusischen Wirtschaftsdienstes in Tel-Awiw Wie wir bereits berichtet .haben, hat die ehrenamtliche Leitung des Austro-Palästinensiscben Wirtschafts-Dienstes in Palästina Herr Joshua Gordon in liebenswürdigster Weise übernommen. Nunmehr wurde, von genannter Institution unter Leitung des Herrn .Joshua Gordon in Te 1 -Äwiw, .Allenby-street Nr. 13 0, ein Büro eröffnet, das seine Sprechstunden täglich von 5 bis 7 IJhr abhält und allen Inter essenten zur Verfügung steht. Dort werden alle Aus^ künfte über Palästina erteilt und auf Grund des vorhandenen erstklassigen und reichhaltigen Informätionsmaterials den Fragestellern an die Hand gegangen. Schriftliche Anfragen werden an das Ausland nicht beantwortet und sind dies? ausschließlich an den Austro-Palästineuslsohen ' Wirtschafts-Dienst, y^ien, IX,, Berggasse 16, zu richte^. DliSER WOSW I^iDaN-KlW'Ä«' Vom^f bis 29. Juni: Ur. unc^Älicinoullührung ' *'"ll0ldWlllliCKÄft'',lmit''KaJ Fra.n.Ui Wochentags; 7, 9 Uhr» Soantafci 2 Ufer ■

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.