Die neue Welt
- Journal
- Die neue Welt
- Volume
- 7 (1933)
- Issue
- Heft 302 (23.6.1933)
- Date
- 1933-06-23
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
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Nr. 302 DIE NEUE WELT Seife 8 Billige Sonder- BJÄ fahrt nach POLEN ■% V 8. bl«28. Juli . . ^#^1 Wien-Krakau und retour um S ^aa^ eaaaaal Slmfilohe Pas«, und VI««.Gebühren nratlsl DieTeilnelimer obiger Reise genießen außerdem 50 auf allen polnischen Bannen Suprozentige Ermäßigung i Auskünlte und Anmeldungen: „FRANCOPOL" Polnisches Verkehrabilro III, Rennwag 1, Tel. U-16*4-90 Reservieret rechtzeitig Plltxel bttros mit dem Ziele der Organisierung der Auswanderung, Völkerbundhilfe für dieselbe. 2. Nicht ein Feilschen um mehr Zertifikate, soniiern eine große, systematische äußere Politik mit dem Ziel, die britische Palästina-Verwaltung, den mächtigsten Staat, England, von der kolonialen „Eingeborenen"- Politik der Weißbücher und des MacDonald-Briefes faktisch und formell abzubringen, Schluß zu machen mit der mandatswidrigen Verhinderung der Judäisierung Palästinas durch England. Verwirklichung des Mandats, d. h. aktive Förderung des jüdischen Nationalhelmes durch Britannien, Erleichterung einer jüdischen Masseneinwanderung, Wiedereingliederung Transjordanniens, Konzessionen an die Jewish Agency für. öffentliche Arbeiten und Betriebe, Bodenreform, Reform der Bodenrechte zur Erleichterung des Immobiliarkredits. Wir fordern landeswirtschaftliche und landespolitische Judäisierung Palästinas. Der Druck, die Verzweiflung von Millionen Juden Ist eine Macht, die, von einer zielbewußten Exekutive organisiert und ausgenützt, England zum Kolonisationsregime bringen wird, England von MacDonalds Formel einer illegalen jüdischen Immigration abbringen wird. Es gibt keine illegale jüdische Einwanderung nach dem Mandat. Sie ist eine mandatswidrige Schöpfung der Weißbücher und des MacDonald- Briefes. Jede jüdische Einwanderung ist legal. Das Mandat schreibt die Judäisierung Palästinas vor. Es wird eine Großtat britischer Politik sein, durch Verwirklichung des Mandats, durch Ermöglichung der Wiedererrichtung des jüdischen Nationalheimes den Orient erschlossen, ihn befriedigt, ihn wieder groß gemacht zu haben. Wir Revisionisten streben ein Bündnis der Tat zwischen dem mächtigen England, wenn es Palästinas Judäisierung ermöglicht, und der kranken, aber großen jüdischen Nation an, die durch die Judäisierung Palästinas gesund werden wird. 3. Nicht Kleinkolonisation mit den unzulänglichen Mitteln von Spendenfonds, nicht wirtschaftsmordender Klassenkampf; es soll die Frage, ob ein Jude in Palästina Arbeit finden kann, nicht davon abhängen, ob er marxistischer Gesinnung ist oder nicht, nicht Terror der klassenkämpferischen Histadruth, nicht die längst überholte, den Palästina-Aufbau hemmende Ideologie von der zerstörenden Kraft der Privatinitiative. Wir wollen Großkolonisation, Schaffung einer großen Landkaufgesellschaft, Reform des zionistischen Bankwesens, Schaffung von Kreditkooperativen, Realisierung eines großen Plans intensiver Landwirtschaft, neutrale Arbeitsvermittlung, soziale Gesetzgebung der Palästina-Verwaltung, Schaffung der politischen und wirtschaftlichen Bedingungen der Ausgestaltung der Privatinitiative. 4. Nicht eine Jewish Agency, die die gedemütigte Stellung auf dem Boden des Weißbuches von 1922 hat — eine zionistische Jewish Agency, die, wie es das Mandat verlangt, in allen Fragen, die das jüdische Nationalheim betreffen, mitzuwirken hat. Eine planmäßige Politik der raschen Erschließung Palästinas für Hunderttausende von Juden, Herzls Zionismus in die Tat umsetzen, wollen wir Revisionisten. Juden, seid euch, wenn ihr euer Wahlrecht zum achtzehnten Kongreß ausübt, der Tragweite eurer Entscheidung bewußt. Helfet dem demokratischen Revisionismus zu einer bestimmenden Stellung bei der Gestaltung des künftigen Palästina-Aufbaues. Werdet euch klar darüber daß die Ideologie des Kongreßrevisionismus durch die Ereignisse, welche sich abspielen, hundertfach bestätigt wird. Den Austritts-Revisionismus lehnen wir ab. Wir demokratischen Kongreßrevisionisten haben unentwegt Kongreßeroberung und Erlangung eines entscheidenden Einflusses in der Handhabung der Vollzugsgewalt der Jewish Agency verlangt, nicht aus Sentlmalität, sondern durchdrungen von der politischen Ucberzeugung, daß nur dieser Weg einer friedlichen Kontinuität Gewähr dafür bietet, die gesamte Palästina-Politik im Judenstaatssinne umzuformen. Wir lehnen die Schaffung einer zweiten, einer unabhängigen zionistischen Organisation als politisches Abenteuer ab. Warum ein Abenteuer? Weil es nichts anderes heißt, als die größten Errungenschaften des jüdischen Lebens seit dem Beginn der Diaspora, das Mandat, die völkerrechtliche. Anerkennung eines Vertretungskörpers der gesamten jüdischen Nation, der Jewish Agency, aufzugeben und dagegen bloß unwahrscheinliche, wahrhaft utopische Zukunftshoffnungen einzutauschen, die an die Schaffung einer unabhängigen zionistischen Organisation, an die von uns abgelehnte Spaltung der Herzischen Weltorganisation geknüpft sind. Der wahre demokratische Kongreßrevisionismus der legalen revisionistischen Union, der jede Diktatur als unjüdisch ablehnt, der jede Diktatur schon deshalb ablehnt, weil es der größte politische Unsinn ist, in einer Partnerschaft mit dem mächtigsten parlamentarischen Staat der Welt, mit England, Träger diktatorischer Methoden zu sein, der wahre Kongreßzionismus hat sich bewahrheitet. Die Geschichte gibt unseren Diagnosen recht. Jüdisches Volk, schaffe in diesem. Jahr einen mächtigen Kongreß, einen Kongreß der Revision, eine Exekutive, die das jüdische Geschehen umgestalten kann, die nicht von den Geschehnissen überrannt wird. Für die Weltunion der Zionisten-Revisionisten: Großmann, Soskin, Machower, Stricker. Roslere dich besser! die einzige schwedische Weltmarko RUNDSCHAU Ein Dichter begründet den deutschen Antisemitismus Die Tiefe des Judenhasses im deutschen Volke findet nicht in den Ausschreitungen einer verhetzten Menge und den Brutalitäten einer ans Ruder gelangten Führer, und Beamtenschaft ihren maßgebenden Ausdruck. Ausschreitungen dieser Art hat es, wenn auch nicht in diesem Umfange, überall gegeben. Maßgebend sind die Erscheinungen im geistigen Leben, maßgebend ist, das Verhältnis dessen; was man die deutsche Geistigkeit nennt, zur Judenfrage. Hier .tut sich ein Abgrund auf, dessen Breite und Tiefe unermeßlich sind. « Im Berliner „Angriff am Montag" schreibt Waldemar Bons eis, einer der wertvollsten und feinsinnigsten deutschen Dichter, über die Ursachen des deutschen Antisemitismus wie folgt: „Zuerst geht es uns durchaus nicht um einen Rangstreit, die Betonung von besser oder geringer, yon wertvoller oder wertloser als Vergleich zwischen Deutschen und Juden sollte gleichmütiger verklingen; aufrecht erhalten läßt sich jedoch uhentstellbar der Begriff der Verschiedenheit, und darum geht es wesentlich. Die Juden haben schon vor etwa dreitausend Jahren eine außerordentlich ausgesprochene völkische Lebensform, eine Religionsgemeinschaft und eine Kultur besessen, die Deutschen dagegen besitzen erst seit etwa fünfhundert Jahren eine gelegte Schriftsprache. Von diesem Standpunkt aus, der unter vielen anderen Gültigkeit haben mag, läßt sich vielleicht ruhiger und.sachlicher betrachten, was zunächst entscheidend auf den weiten Gebieten der Geisteskultur und des Seelenlebens trennt, daß die Religion des ErwerJM und Handels, der Temperamente und Gewohnheiten darüber ins Nichtige absinken. Der alte geklärte, Uberhelle und kritisch Uberspitzte Intellekt des jüdischen Menschen ist ein viel zu penetrantes Element der Entwicklung auf ein jüngeres Volk, da es den in natürlichem Bedürfnis und im eigenen Rhythmus fortschreitenden Prozeß des Werdens und Seins in eine ganz fremde überhitzte Aufgellchtetheit reißt. Im Geheimnis ruhen und wirken, walten und gedeihen die Kräfte eines Volkes, das seine Zeit der Kultur und Blüte noch nicht hinter sich bat, wie alles Wachstum and Geheimnis atmet. Mit ihm« dem Geheimnis« verbinden sich die Empfindsamkeit des Keimes, Befangenheit und eine Verletzbarkeit der Gemütskräfte, sowie der Wille auch zum eigentümlichen Unwert und der Freiheitsdrang, auf die Klänge des eigenen Gewissens zu lauschen. Der tödliche Feind nun, der Andacht und Glauben verwirrt, ist der Vorwitz, der Witz im Sinne geistiger Ueberheblichkeit oder Endgültigkeit, da Neuheit in der Herrenmode! ef^Hi^l^ bEbNI liX bringt dl« n«u« knitterfeste Krawatte 5-50 a*a. mmtn}* _4 »HOENIX aus Tootals patent. Stoffen Oattarr. Patent Nr.. 118.595 Usberall erhältlich Prais er an Stelle des Humors tritt. Goethe sagt einmal den prachtvollen Satz: ,Es ist leicht, witzig zu sein, wenn man vor nichts Respekt hat.' Diese Respektlosigkeit ist bei allem Intellekt und aller Sentimentalität der jüdischen Kultur, offenkundig oder latent, das zehrende Gift an der Unbefangenheit des deutschen Gemüts. Damit ist das Wesentliche berührt, der tiefe, dunkle Klang der Ablehnung, die verborgene Vorsicht, der Gegenwille, die die Völker vor dem Judentum warnen, und wahrlich nicht nur oder zuerst das deutsche Volk. Hier liegen die Wurzeln der Widerstände, geboren aus dem Unterbewußtsein für die Gefähr du ng der eigenen Natur als Mutter des Geistes und seiner Entwicklung. Hier trübt das jüdische Wesen jedes klare Wässerchen schon an der Quelle. Die Wirkung ist um so gefährlicher, als sie atmosphärisch ist, im Beginn für die Unbefangenen kaum nachweisbar, und in der Entfaltung oft von scheinbarem Vorteil. In Deutschland bestimmten in den letzten Jahrzehnten die Juden, welcher Maler, Bildhauer oder Musiker Beachtung zu finden habe. Sie entschieden darüber, welche Schriftsteller und Dichter eines Verlegers würdig seien, und die Presse bot zum Uberwiegenden Teil im Inland und Ausland das Tages-Angesicht Deutschlands im Spiegel der jüdischen Auffassung. Sie beherrschten die Kritik, und wir erfuhren durch sie, wieviel Achtung wir verdienten. Es ist uns mit einiger Erkenntlichkeit nicht un- Dr. Mautners Sanatorien Waldtanaforlum Parchtofdtdorl bei Wie« Schönste Lage im Wienerwald, direkte Autotowvetbindung von Wien t* Altvatersanatorium Fre!waldau«arttienberg, C.f.R. Prachtvollste Höhenanlage, in beiden Sanatorien alle Kurbehelfe für innere, Nerven- und Stoffwechselkrankheiten, Erholungsbedürftige etc. Modernster Komfort. Zeitgemäß reduzierte Preis* ■ii i ii" ■ ' 1 ■ C willkommen gewesen, in der Ratio der Überlichteten Vorgestoßenheit mancherlei zu erfahren und zu wissen, waa wir im Grunde nicht haben glauben können, aber Iii Wahrheit tragen wir doch Verlangen danach, nur das zu wissen, was wir glauben können, das heißt, was wir sind« Es ist immer noch besser, auf eigene Art ehf Gescholtener zu sein, als auf fremde Art ebl Gelobte r." , Max Reinhardts Rasse Die letzten Monate haben dem Judentum neben* unsäglichem Leid auch viel Anerkennung gebracht. Gang spontan wurden in allen Kulturstaaten Stimmen laut, diö den nationalsozialistischen Vernichtungsfeldzug als ver» abscheuungswürdig charakterisierten und dem jüdischen Volk als dem Vertreter unsterblicher sittlicher und kul« tureller Werte Mut zusprachen. Eine Welle tiefempfundener Solidaritätsgedanken für die bedrohte deutsche: Judenheit und damit für die Weltjudenheit schlug gegen: die hakenkreuzlerische Haßwelle. Das Judentum stand! nicht mehr geächtet da, sondern geächtet erschienen dessen Verfolger. In solcher Atmosphäre barg das Sich* zum-Judentum-Bekennen keine Gefahr für Leib und Ehre; in sich. Und viele kamen, versuchten mit dem Judentum; von eh eine Front zu bilden. Eine Assimilation an das Judentum — diese sonderbare Blüte, ward im Frühling! 1933 geboren... Wir wissen, wie Max Reinhardt-Goldmann sich Zeit seines Lebens zum Judentum verhielt. Schon in jungen Jahren verließ er es. In der Zeit seines aufsteigenden: Ruhms hatte er keine Zeit für die jüdische Sache, nicht einmal so viel, um sich zu ihr — wenigstens platonisch —> zu bekennen. Sein Erstgeborener bekam den Namen (Gottfried) des tapferen Kreuzritters von Bouillon. Sein Sinnen galt den nicht sehr jüdischen Mysterienspielen vom Mirakel und vom Jedermann. Aber auch für ihn, für den Regisseur der liberalen Epoche, ist der Tag gekommen. Er inszeniert sich selbst. Er will sich gleichschalten um jeden Preis. Dem Londoner Wochenblatt „Sunday Chrohicle" macht er überraschende Geständnisse. Er prophezeit nämlich dem jüdischen Volk, für das er jahrzehntelang!keine Zeit hatte, eine glanzvolle Wiedergeburt. „Ich sage Ihnen heute", ruft er aus, „daß die Juden, nach zehn Jahren, wenn sie auf die heutige Zeit zurückschauen, dieser als der Epoche gedenken werden, da jüdische Kunst in Deutschland (!) von neuem zu blühen begann. Die in England lebenden Angehörigen meiner Rasse (.'). mögen betrübt sein wegen des Schioksals, das ihre Brüder (!) in Deutschland getroffen hat, aber der wahre Jude verzweifelt, niemals. Er bleibt dessen eingedenk, daß unser Volk (I) sich gerade zu Zeiten wildester Verfolgung zu seinen höchsten Höhen erhob." Scheinbar bis zu den Höhen des Salzburger Doms, in dessen Schatten man nicht so leicht mit dieser erfolgheischenden Frivolität von jüdischer Rasse, von jüdischen Brüdern, vom jüdischen Volk sprechen kann. Die Zeiten sind günstig, wer weiß, wie lange noch. Darum muß man sich, wenn's nicht anders geht, selber gleichschalten, //Juden sehen dich an" Deutschlands Bedeutung in der Weltwirtschaft wurde nicht unerheblich durch die Werbung, die Reklame gesteigert. Es ist dies ein legitimes Mittel, den Wert einer Sache öffentlich kundzutun. Im Rahmen der neuzuschaffenden Hakenkreuz-Kultur soll auch die Werbung hakenkreuzlerisch reformiert werden. Aus ist's mit der Art der Propaganda, wie sie die Juden betrieben haben: mit der Objektivität in der Werbung. Ein deutscher Staatskommissär sagt darüber: „Wir wollen das, was man bisher unter Reklame verstand, den artfremden Asiaten überlassen) wir Deutschen kennen nur Werbung in deutschem Sinne, mit deutschem Gefühl, in deutscher Art." Wie diese deutsche Art beschaffen ist, sagt ein in Dingen der Hakenkreuz-Kultur gewiß authentischer Mann, AdolfHitler: „Die Propaganda hat nicht objektiv auch die Wahrheit, soweit sie den anderen günstig ist, zu erforschen, um sie dann der Masse in doktrinärer Aufrichtigkeit vorzusetzen, sondern ununterbrochen der eigenen zu dienen." Die deutschen Machthaber haben dieser Art Propaganda — wenn auch mit geringem Erfolg —> intensiv gedient. Sie haben ihre Greuel geleugnet, den Juden das Schimpflichste in die Schuhe geschoben, die Gerechtigkeit ihrer Handlungen vor der ganzen Welt zu propagieren versucht. Die Wahrheit, sagt Adolf Hitler, muß unterdrückt werden, wenn sie den — anderen günstig ist; sie muß so lange entstellt werden, bis sia den eigenen Interessen dient. Nach dem Schlachtruf au§ dem Tierbereich „Juda, verrecke lM kommt Jetet etaf