Die neue Welt
- Journal
- Die neue Welt
- Volume
- 7 (1933)
- Issue
- Heft 302 (23.6.1933)
- Date
- 1933-06-23
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
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Seil« 2 DIE NEUE WELT Nr. 302 DAS BILL! Kdrnt Auskünfte und Prospekte durch das. Landesamt für Fremdenverkehr in Kärnten, KLA6EMFURT, BURQGAS3E Pensionspreise: Talsommerfrischen S Seebadeorte, Höhenorte $8.— bis 10.-. Größere Seebadeorte S 10.- aufwart« ■ Herrliche Berte ■ SchOnuetter 6billige Tage CA in Klagenfurt / 34a* Verpflegung, Unterkunft, Schiff* und StraBenbahnfahrten, Seebad, BahnrfldtfahrttrmalKauns. Verlangen Sit Sonaerprotpekt und beliehen Sl« das Guttdielnheft (gültig vom 15.V. bft so. IX.) durch dl« »eilen d«t Oerterrelchlichen Verkehrtbfl.ro Krumpendorf am Wörthersee■ Sonne und Wasser, Ruhe und Erholung! — Anfragen an die Freiridehverkehrskommission Krumpendorf Hjl Haus zu zeiigemiBtn Preisen. Strandbld. Tennis, Boote, Fistherai. Jau, Bridgt-Ceitle II Vorsaison ab S 9.-, Hochsaison abS14.— ine / Wasser / Sport / Unterhaltung HARIA-WÖRTH / PENSION HAUPTHANN Schöne, staubfreie Lage am Wörthersee Strandbad, Tennis, Golf, Oarage, Pension ab S 10.-. Union der Zionfeten- Revisiomsten Oesterreichs Montag, 26. Juni 1933, um 8 Uhr abends, im Heim, XL,'Untere Augartenstraße 38 große Vertrauensmännerversammlung. Erscheinen aller Vertrauensmänner unbedingte Pflicht. Vortrag Meir CSroßmanns an Wien . Der Vizepräsident der Weltunion der Zionisten- Revlsionisten, Herr Meir Groß m a n h, dessen Vorträge In Wien stets das größte Interesse finden, wird Samstag, den 24. Juni, um 8 Uhr abends im Hotel Post (Fleischmarkt) einen Vortrag über das hochaktuelle Thema: „Der Weg zum Juden Staat" (Die jüdische Tragödie und die historische Aufgabe des XVm. Zionlaten-Kongresses) halten. Dieser Vortrag gewinnt nicht J nur durch die Person des Vortragenden, der als ausge- I am Wbrthersee t\S>d#cfu)Lcfl^^. iJcVtÜ-3jOte€(fiansUäuhing^ S Führendes Haus 250 Zimmer * Verfangen Sie bitte Prospekte Pörtschach. Germania» das moderne Hotel direkt am See, Strandbad, Garage, Vollpension Vor- und Nachsaison ab S10.—. Häuptsaison ab S16.—. inkl. Seebad. PÖRTSCHACH AM WÖRTHERSEE Feines Familienhaus, Seehotel BellevueÄSAtÄ* zelchneter Redner auch in Wien sehr bekannt ist, sondern steht das von ihm gewählte Thema im Mittelpunkt jüdischen Interesses. Meir Großmann, der abermals mehrere Wochen in Palästina weilte, wird sich im Rahmen dieses Vortrages besonders mit den politischen und wirtschaftlichen Verhältnissen in Palästina befassen und empfiehlt es sich, Karten im Vorverkauf rechtzeitig zu sichern. Näheres in der Ankündigung auf der iersten Seite des Blattes. Union der Zionisten- Revfeionisten Oesterreichs Versammlungskalender: Montag, den 26. Juni: 20 Uhr im Heim: Vertrau e n s m ä n n e r v e r 's a m ni 1 u ri g. Dienstag, den 27. Juni: Studenten- und Jugendv er Sammlung im Helm, H., Untere Augartenstraße 38. Mittwoch, 28. Juni: Wählerversaramlung im -Heim, DT., Untere Aügartensträße 88. für den Herzl«Zion8§mus! ll«v einen der den Juden§faati Ww den demokrafi§dien ZBoni§mu§'iteVi§ionismu§ Der 18k Zionistenkongreß Ist für den August 1933 angesetzt. Er steht vor den fo 1 g>en schwersten Entschlüssen, die.je ein zionistischer Kongreß zu fassen hatte. Denn die Analyse dessen, was heute in der Galuth vor sich geht, ist erschütternd. -•■r Das -deutsche Judentum entrechtet, zertrümmert. Die wirtschaftliche Basis des Judentums in den anderen Ländern der, Galuth von Tag zu Tag schwächer; morscher. Nicht etwa bloß wegen der allgemeinen Weltwirtschaftskrise. Die Autarkiebestrebungen aller Staaten, die Staatseingriffe in den Gang der Wirtschaft. In allen Ländern (Hochschutzzollmauern, Devisenzwangswirtschaft usw.) vernichten den Zwischenhandel, verengen die ökonomischen Grundlagen des Gahitnjudentums. Hiezu kommt die bewußte V e rd,rä n g u n g des Juden aus den wirtschaftlichen Betätigungsgebieten. Die Judennot hat schon gigantisches Maß angenommen, sie wächst unheimlich. Selbst das amerikanische Judentum, noch vor wenigen Jahren die Hoffnung des Weitjudentums und . des Zionismus, ist materiell schwer erschüttert. Jeder Jude, jeder Nicht- oder Halbzionist, der sein Heil im Vertrauen auf eine Veredlung der Menschheit gesucht,, den Antisemitismus als eine dahinschwindende Kulturrückständigkeit betrachtet hat, jeder Jude ohne Ausnahme blickt heute auf Palästina als einzig reale Möglichkeit seines Daseins, des Daseins des jüdischen Volkes. Der Zionismus-Revisionismus, welcher nichts anderes als reiner Juderistaatszionismus HerzIs ist, sieht alle seine Vorhersagen bewahrheitet. X»le Judennot schleudert die Juden aus der Galuth nach Palästina — die Juden not wird zum Motor des Judeastaates. Der Zionismus — noch im Jahre 1931 von wenigen Hunderttausenden von Kongreßwählern getragen — ist heute das erstemal in der Geschichte des Zionismus zur Lebens- und Daseinsfrage des ganzen jüdischen Volkes geworden. Aber welcher Zionismus ist es, der heute in der jüdischen Masse gärt, der sie vorwärtstreibt, sie erfaßt? Welcher Zionismus ist wahr geworden? Der Zionismus eines Aohad-Haara, der ein geistiges Zentrum in Palästina, will?. Diese lebensfremde Konstruktion, noch vor kurzem ernstlich diskutiert, zerschellt an der jüdischen Wi rkl ichkeit. Der Boden unter den Millionen Juden in der Diaspora wankt. Ein geistiges Zentrum — ist Hilfe In dieser Not? Die Geschichte der letzten Zeit gab die Antwort Achad-Haams kultureller Kleinzionismus ist eine Utopie! Welcher Zionismus ist Wirklichkeit geworden. Welzmanns praktischer* Kleinzionismus? Welzmanns Zionismus der Leugnung der «Notwondigkelt eines Judenstaates, Welzmanns antiherzlscher Verzichtszionismus; der Zionismus Welzmanns, der es noch au* dem letzten Kongreß vor kaum zwei Jahren gewagt hat, einer jüdischen Welt zu sagen, eine jüdische Majorität in Palästina sei gar nicht notwendig» der Zionismus, der das Minderwertigkeitsgefühl des Galuthjudentums zum politischen System erhob? Die Ereignisse in Deutschland sind die stärkste Erhärtung der Konzeption des politischen Zionismus Herzls, die stärkste Widerlegung der bisherigen Einstellung: Niemals kann das jüdische Gemeinwesen in Palästina ohne jüdische Majorität, ohne allmähliche Erlangung eines eigenen staatlichen Charakters sicher sein. Der Zionismus der Weizmann-Aera und ihrer Erben, der jetzigen Exekutive der Jewish Agency, wird durch die heutigen katastrophalen Umwälzungen In der Galuth als unhaltbar erwiesen. Der Revisionismus ist wahr geworden. Er, der dem jüdischen Volke eingehämmert hat und einhämmert, daß das Galuttischicksal des Judentums Katastrophen entgegeneilt, gerade weil wir nirgends einen Staat haben, nirgends die M ajorität bilden, nirgends die Gesetzgebung und Verwaltung handhaben, überall ein Spielball der Verdrängungstendenz der Majorität sind. Der Revisionismus, der ins Bewußtsein einhämmert, daß in Palästina rasch die Basis für Millionen Juden vorhanden sein muß, daß in Palästina zu beiden Seiten des Jordan eine jüdische Majorität geschaffen werden muß, daß unser Ziel nur ein Judenstaat sein kann, weil nur dann Palästina keine neue Galuth sein wird. Der Revisionismus, der eingehämmert hat, daß der Zionismus heute keine Zeit hat, das jüdische Palästina zum Spielball von Klassenkämpfen werden zu lassen, daß die politische und wirtschaftliche Arbeit der Klassenkämpfe in Palästina gerade die jüdische Arbeiterschaft des vollen nationalen Nutzeffekts ihrer Tätigkeit beraubt, der Revisionismus, der dem jüdischen Volke immer wieder gesagt hat, daß der Zionismus nicht bloß die Angelegenheit von intellektuellen oder sozialen Feinschmeckern sein kann. Der Revisionismus ist wahr geworden. Was sind die Wirkungen der Weizmann-Aera und der Tätigkeit der jetzigen Exekutive? Der heutige gewaltige, ungeheure Drang der Galuth nach Palästina wird mit sage und schreibe 5 5 00 Zertifikaten beantwortet! Ist das. Zufall? Nein! Eine notwendige Folge der bisherigen offiziellen Politik. Wer hat ruhig zugesehen, VELDEN am Wörthersee Kurhaus Dr* Engstier / Velden . 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Wer hat die Aushöhlung des Mandats, die Verweigerung der Staats* ländereien für die Zwecke der jüdischen Siedlung, die Unterlassung irgend einer Maßnahme der englischen Palästina-Verwaltung zur Förderung der Wiedererrichtung des jüdischen Nationalhelmes nicht wirksam beantwortet, wer hat die revisionistische Forderung nach einer aktiven Außenpolitik verhöhnt, wer hat die Forderung des Revisionismus nach einem britischen Kolonisationsregime, d. h. nach einer Unterstützung des jüdischen Palästina-Aufbaues durch die britische Mandatar macht (durch Anleihen, Bereitstellung von Böden, Bodenreform zur Förderung der intensiven Landbebauung, Förderung des Immobiliarkredits, Erleichterung der Immigration, Steuerfreiheit für Neueinwanderer, Erleichterung der Bodentransaktionen' usw.) mißachtet, wer hat die Forderimg des Revisionsmus nach intensiver Landwirtschaft (Gartenbau, Obstbau, Gemüsebau, Milchwirtschaft, Geflügelzucht an Stelle von Getreidebau) verhöhnt, wer hat dl« Forderung des Revisionismus nach der Schaffung der besten Bedingungen für jüdische Privatinitiative, Handel und Gewerbe, verlacht, wer hat die Forderung des: Revisionismus nach einer, -Reform des zionistischen Bankenwesens verspottet? Weizmann und die Führer des marxistischsozialistischen Zionismus! Der jetzige Aufschwung des jüdischen Palästina beweist die ' Berechtigung jeder revisionistischen For? dening.v;,.Tel-Awiw ^'.(Weizmann* nannte es höhnisch jftN^wIO^) blüht; d|j§.'^njü^k|ü/ in Palästina ist zum größten: Teile. gegen ^den Widerstand der Exekutive — durch die auf Privatinitiative aufgebaute landwirtschaftliche, gewerbliche und Handelstätigkeit bewirkt, ohne irgend eine nennenswerte Hilfe des Keren Hajessod. ,-. v> Die Intensive Landwirtschaft setzt sich überall durch. Noch -Vor kurzem -hatman von der ,,GemjusepIülösoplüe^ des Revisionisten Soskin höhnend gesprochen. Heute unterwerfen sich alle Siedlungen, .auch die kommunistischen Kwuzoth, dieser „Gemüsephilosophie". Die Kleinkolonisation des . Keren Hajessod, die Kwuzoth, die Laboratoriumspolitik der Exekutive sind in deii Hintergrund getreten, weil die Judennot den Rahmen der ganzen Exekutivarbeit gesprengt hat, die ja auf eine Masseneinwanderung gar nicht eingestellt sein wollte. Transjordanien, gestern eine verspottete Forderung des Revisionismus, ist heute eine Aktualität, denn jeder fühlt, daß in Palästina ein Haus für Millionen Juden geschaffen werden muß, daß Zisjordanien allein dafür nicht ausreicht. Der bevorstehende Kongreß hat die Aufgabe, die schwierigste Situation, der das Judentum seit dem Beginn der Diaspora gegenübergestanden ist, zu bewältigen. Jetzt heißt es, den politischen Zionismus Herzls zum Sieg zu führen. Jetzt heißt es, die politischen. Schlußfolgerungen aus den Ereignissen In der Galuth zu ziehen. Jetzt heißt es, eine weltpolitische Situation, eine Chance ausnützen, wie sie in dieser Stärke seit dem Kriegsausgang das erstemal gegeben ist. Die Sympathien der gesitteten Menschheit sind mit1 der jüdischen Nation; führende Staatsmänner erachten' den Augenblick einer großen Aktion des Völkerbundes zugunsten der Juden für notwendig, neue weltpolitische Bindungen entstehen, alles Ist In Aufruhr. Dieser Äugenblick muß genützt werden, die gärende jüdische Masse dem einzig gesunden Ziel zugeführt werden, der Wieder-- errichtung des jüdischen Nationalheimes, eines Juden- Staates in Palästina. Slohere Basis wird das jüdische Palästina nur durch eine jüdische Majorität zu beiden Seiten des Jordan gewinnen. Die zehnjährige Periode des Kleinzionismus von 1922 bis heute muß liquidiert werden, Die Entwicklung des jüdischen Palästina darf nicht durch die Einwanderungsbeschränkungen gedrosselt« durch den Zwang des Erwerbs von Boden auf dem freien Markt, durch die Feindschaft einer mandatswidrigen englischen Palästina-Verwaltung behindert werden, nicht außerhalb der Sphäre und des Einflusses der zionistischen Exekutive erfolgen. Der Kongreß 1983 muß eine Konzentration aller Judenstaatskräfte im Zionismus herstellen, damit die Aera des Weißbuches von 1922, die Aera der Gegnerschaft Englands gegen die Judäisierung Palästinas, einer Aera der Mandats Verwirklichung weiche. Wir fordern in Konsequenz der heutigen jüdischen Situation: 1. Nicht Hilfeleistung wohltätigen Charakters allein für das deutsche Judentum und die Juden der anderen Galuthländer, sondern als Wichtigstes: Kon« zentration der in der Diaspora entwurzelten jüdischen Massen in Palästina, daher Schaffung von Emigration**