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Die neue Welt · 1933-06-16 · Heft 301 (16.6.1933) · page 9

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Journal
Die neue Welt
Volume
7 (1933)
Issue
Heft 301 (16.6.1933)
Date
1933-06-16
Page
– (sequence 9)
Language
German
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Nr. 301 DIE NEUE WELT Seite 9 GRADO der schönste Platz an der Adria Thermalbad am Strand Auskünfte: Robert Herlinger Wien I, Johanneagaese 15 / Telephon R-21-8-93 Ehrenamtl. Repräsentant der Kurverwaltung Grado Als Gast der Propagandagruppe des HotellerJconsortlums in Grado Jeden Sonntag zwei-, drei*, vier* wöchige Gesellschaftsreisen Pauschalierte Einzelreisen Nach Grado Auskunft und Anmeldung: Roborf Harlinge»', ehrenamtl. Repräsentant der Kurverwaltung Grado, Wien I, Johannesgasse 15, Tel. R-21-3-93 u. alle Reisebüros Grado an der Adria Grado, im Golf von Tri est auf einer Sandbank gelegen, ist der ideale Sommer- und Erholungsurlaub für den Großstädter. Die sorglose Heiterkeit des Strandlebens, die heilbringende Kraft der vom Sande reflektierten Sonnenstrahlen, die Schönheit und die stimmungsvolle Ruhe seiner Gestade üben auf den Besucher eine einzigartige Wirkung. Kein Lärm des Tages dringt in die Ferienstille dieser glücklichen Insel. Und doch, welche Fülle pulsierenden, wogenden Lebens und Treibens! Da ist der schöne, feinsandige Strand mit seinen farbenfrohen Zelten, den Ruderbooten, Trampolin und anderen Sportgeräten, wo sich die sonnengebräunte Schar der Gäste aus allen Ländern trifft. Das Meer selbst ist anfangs sehr seicht und geht erst allmählich in die Tiefe über, besonders für Kinder und Nichtschwimmer sehr geeignet. Die neue, mit allen modernsten Kurbehelfen ausgestattete Bade ans teilt für heiße Meerbäder, elektrische Massagen, Inhalationen usw. stellt Grado in dieser Beziehung an die Spitze aller Seekurorte. Das .Klima ist mild, ohne Niederschläge, die Luft salzgesättigt und ozonreich und weithin genießt das Auge einen herrlichen Rundblick von den Gipfeln der Alpen bis zum hellen Karstgebirge, das im weiten Bogen bei Triest zum Meere abfällt. Ringsum liegen, von Grado bequem erreichbar, viele beliebte Ausflugsziele: Die moderne Hafenstadt Triest, Adelsberg mit seinen feenhaften Grotten, A q u i 1 e i a, von dessen vergangener Herrlichkeit noch heute der Dom und die römischen Funde zeugen. Vor allem aber Venedig, die Stadt der Sehnsucht, der Traum jedes Italienreisenden. Den Kurgästen werden alle Unterhaltungen, wie Kurkonzerte, Dancings, Tennisturniere, Schwimm- und Regattakonkurrenzen usw., geboten. Eine Anzahl erstklassiger Hotels und Pensionen, aber auch solche für bescheidene Ansprüche, sorgen für den Kurgast und stellen ihn in jeder Hinsicht zufrieden. Groß ist die Zahl der Wiener, die Grado kennen und lieben gelernt. Wer diese. Sonneninsel einmal gesehen, muß sie lieben ob ihres Reichtums an gottbegnadeten Naturwundern. Diese Eigenschaften haben Grado großgemacht und sie sind es, die diesem freundlichen Seebade in der idyllischen Adria Zeitnöte und Weltwirrnisse überdauern helfen. Grand Höfel des Bants G R A D O (Bes.: Dr. med. Guido Zipser) Für verwöhnte Ansprüche / Vornehmes Familienhotel am Meer in unmittelbarer Nähe des Strandeinganges / Eigener Garten / Alle Zimmer warm und kalt fließendes Wasser (die meisten Seebalkon und Terrassen, einige Privatbad und eigenes W. C.) / Gepflegte Wiener und französische Küche / Individuelle Kinderkost / Alle Diäten (Gerson, Bircher, Brenner) / Schilling-Einzahlung in Wien möglich / Postscheckkonto Martha Weiß) Pension Bianchische Villen GRADO Vornehmes, ruhiges Haus direkt am Strande mit eigenem schattigem Garten / Wiener Führung / Persönliche Leitung der Besitzer / Deutschsprechendes Personal / Beste Wieher Küche / Spezielle Kinderkost / Mäßige Preise / Prospekte auf Verlangen Gradi Pension Goldberger Villa Riviera iiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiuiiiiiiiiiiiiiiuiiiiiiiiiiiiiiiii Seit 30 Jahren bestehende gut bürgerliche, streng rituelle Familienpension in ruhigster Lage, schöner Garten, Meeresaussicht / Vollpension inkl. Zimmer von Lire 20 aufwärts / Vom Preßburger Rabbiner beglaubigter eigener Schochet / Prospekte auf Verlangen PROSPEKTE Jener Hotels, Pensionen» Kuru. Fremdenverkehrsvereine, die sich durch Anzeigen in unserem Blatte empfehlen, sind auch in unserer Administration, II, Untere Augartenstraße 38, kostenlos erhältlich! Zionistische Organisation in Bayern aktionsunfähig Wir erhalten aus München folgende Mitteilung: Die Ortsgruppe der Zionisten-Revisionisten in München und der Betar in München wurden durch polizeibehördliche Verfügung vom 12. Mai durch Einziehung des Materials und der Mitgliederlisten aktionsunfähig gemacht. Eine Weiterführung der Geschäfte ist, trotz Intervention von Seiten der KulJ tüsgemeinde, durch die zuständigen Behörden noch nicht gestattet worden. Auch Schekelaktionen sind unmöglich gemacht worden, da auch die Ortsgruppe der allgemeinen Zionisten und ihre Aemter ebenfalls polizeilich geschlossen wurden. Polizei in der „Jüdischen Rundschau" Aus Berlin : Am 11. d. M. erschien eine Abteilung der politischen Polizei in der Redaktion des Organes der deutschen Zionisten, „Jüdische Rundschau", und konfiszierte nach längerer Durchsuchung alle Exemplare der letzterschienenen Nummer. Gründe für diese Maßregel wurden nicht bekanntgegeben. Ein Verbot des weiteren Erscheinens erfolgte nicht. Namensänderungen von Juden in Deutschland sollen rückgängig gemacht werden Aus Berlin: Im Zusammenhang mit einer Besprechung der kürzlich im Reichsministerium für Volksaufklärung und Propaganda stattgefundenen Pressekonferenz, in der der Leiter des Referats Volksgesundheit und Volkswohlfahrt Dr. Thomalla und Ministerialrat Dr. Conti den ärztlichen Mitarbeitern der Berliner Tageszeitungen Aufschlüsse über die Ziele der Regierung auf dem Gebiet der Bevölkerungspolitik und Rassenpflege gaben, teilte die in Berlin erscheinende „Märkische Volkszeitung" mit, daß die Regierung, dessenungeachtet, daß das letzte Wort über die künftige Stellung der Juden in Deutschland noch nicht gesprochen sei, für bestimmte Einzelfragen bereits feststehende Lösungen vorbereitet habe. So sei beabsichtigt, dort, wo es „nicht möglich sein werde, die seit 1914 zugewanderten Juden auszuweisen oder sie in Güte loszuwerden", sie zu zwingen, ihren ursprünglichen Namen wieder anzunehmen. Zu diesem Zwecke wolle man die seit dem 1. August 1914 vorgenommenen jüdischen Namensänderungen, die in erster Linie die Ostjuden betreffen, rückgängig machen. Aus den Ausführungen Ministerialrat Contis bei der Pressekonferenz werden noch folgende Einzelheiten mit-, geteüt: Die Behandlung der Judenfrage, so erklärte ' Ministerialrat Dr. Conti,; werde sich dadurch verein fachen, daß in Zukunft streng geschieden werden müsse zwischen Volks- und Staatangehörigkeit, bzw. zwischen Staatsangehörigkeit und Volks Zugehörigkeit. Ausgehend von der Tatsache, daß man zwar zwei verschiedenen Staaten, jedoch nicht zwei verschiedenen Völkern angehören könne, würde die Stellung der Juden unter ein Minderhcitenrecht fallen. Dieses Recht würde ihnen die deutsche Staatsangehörigkeit belassen, sie von bestimmten Be rufen jedoch ausschalten, wie, ihnen auch bestimmte Rechte und Pflichten nehmen, die dem Volksbürger zugebilligt werden oder ihm auferlegt, sind. Alle Weiterungen, die in einer Diffamierung der Juden bestünden, würden in Zukunft wegfallen. Die Regierung steht auf dem Standpunkt, daß die Juden keine minder wertige, sondern eine anderweitige Rasse sind. Die neue Stellung der Juden soll also keine Repressalie oder Bestrafung, sondern Schutz der beiderseitigen Volkstümer vor verhängnisvollen Zusammenstößen und tragischen Vermischungen sein.; Die Stadt Berlin und die Rechtsanwälte Aus Berlin: Staatskommissär Hafemann hat in Vertretung des Oberbürgermeisters nachstehende Verfügung erlassen: Die Einrichtung einer „Liste der Rechtsanwälte" bei der Zentralen Hauptverwaltung hatte den Zweck, die Ueberführung der von der Stadt geführten Prozesse aus der Hand jüdischer Anwälte in die Hand arischer, national zuverlässiger Anwälte zu erleichtern. Nachdem dieser Zweck ais erreicht angesehen werden kann, wird nunmehr die Liste der Rechtsanwälte außer Kraft gesetzt. Die Bezirksämter sind daher künftig wieder berechtigt, selbständig die ihnen für die Führung der Prozesse geeignet erscheinenden Ani s t soeben erschienen! Das einzige Buch in deutscherSprache, welches olle Fragen über Palästina, Palästina-Verwaltung, Steuer-, Rechts-, Verkehrs-und Zollwesen,Touristen-und Uebersiedlungsbestimmungen, Exlstenzmöglicbkeiteu, Handel, Oewerbe, Industrie und Landwirtschaft präzise beantwortet, zugleich aber einen Führer durch Palästina darstellt und ein hebräisches Vokabularium (In Lateinschi ift) enthält. HO Oktavselten Tatsachen, Ziffern und Daten, mit einer Landkarte objektiv gehalten. Zu haben im Palästina-Amt I, Karntnerstraße 28. Preis exklusive Versandspesen S 4.— wälte zu beauftragen, und zwar auch dann, wenn diese nicht in der Liste der Rechtsanwälte geführt gewesen sein sollten. . Selbstverständlich wird vorausgesetzt, daß die Bezirksämter nur arische und nationale Rechtsanwälte beauftragen." Ein Beschluß der Stadt Glatz Aus Breslau: Die Stadtverordneten von Glatz beschlossen, allen Zeitungen, die Geschäfts an zeigen jüdischer Firmen veröffentlichen, die Veröffentlichung amtlicher Bekanntmachungen zu untersagen. Wie das Ausland dumm gemacht wird Aus New York wird gemeldet: Der deutsche Botschafter in den Vereinigten Staaten und frühere Präsident der Reichsbank Dr. Luther hielt vergangene Woche in Mount Vernon vor über 1000 Zuhörern eine Ansprache, in der er auf die gegen die Juden in Deutschland gerichteten Maßnahmen zu sprechen kam. Er führte ungefähr aus: Die Beschränkung des jüdischen Einflusses in Deutschland wird mit der größten Vorsicht hinsichtlich jener „alteingesessenen" jüdischen Familien durchgeführt, die sich als gute Deutsche erwiesen haben. Sie richtet sich gegen die osteuropäischen Juden, die seit dem Kriege das Land überflutet haben. Deutsche Studenten mußten nach Absolvierung ihrer Studien jahrelang warten, um Anstellungen zu finden, und große Entbehrungen erleiden. Selbst vor dem Kriege waren die ärztlichen und richterlichen Berufe in Berlin, Frankfurt und anderen großen Städten nahezu von gewissen Leuten monopolisiert, deren Tätigkeiten das deutsche Volk nicht als deutsch ansehen konnte. Nach dem Kriege setzte der Zustrom osteuropäischer Juden ein. Politisch gedemütigt, hatte Deutschland keine Mittel, unerwünschte Einwanderer auszuschließen, wie andere Völker es konnten. Vor dem Kriege war der Antisemitismus in Deutschland politisch bedeutungslos. Sein jetziges Anwachsen hat in der Neigung der Juden zu Bewegungen kommunistischer Natur seinen Grund iund ferner in der Tatsache, daß nahezu 50 Prozent der Regierungsbeamten Juden waren, während die jüdische Gesämtbevölkerung nur 1 Prozent beträgt.? Dr. Luther ersuchte zum Schluß die anwesenden Journalisten, nicht zu vergessen, daß von 17 0 0 jüdischen Anwälten in Berlin 12 00 von der Regierung wieder zur Ausübung ihrer Praxis zugelassen worden Bind. Die Maßnahmen gegen die Juden, versicherte er, wurden nur getroffen, damit jene Juden, die das deutsche jVolk als Fremde empfindet, nicht weiter richterlich© d administrative Posten bekleiden. |in Eine Lüge tritt da der anderen auf die Fersen. Wenn lügen das Kennzeichen eines guten Diplomaten ist» dann ist wohl Deutachland in Amerika glänzend vertrete««

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