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Die neue Welt · 1933-06-16 · Heft 301 (16.6.1933) · page 10

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Journal
Die neue Welt
Volume
7 (1933)
Issue
Heft 301 (16.6.1933)
Date
1933-06-16
Page
– (sequence 10)
Language
German
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Seite 10 DIE NEUE WELT Nr. 301 1 /Wä/f/l/_ o liiÄllillPiillil^ ammmmmmmammmtmaammmmsrnmaammmmMmmmmmmmmm Bücknahrae von Zulassungen jüdischer Anwälte in Hamburg Aus Hamburg: Die hamburgische Landesjustizverwaltung hat die Zulassung von weiteren 25 Rechtsanwälten nicht arischer Abstammung zurückgenommen, nachdem schon früher 44 jüdische Anwälte ausgeschlossen worden waren. Es gab in Hamburg etwa 150 nichtarische Anwälte von insgesamt 600. Juden zur Doktorpromotion in Preußen nicht zugelassen Aus Berlin: Auf Anordnung des preußischen Ministers für Volksbildung, Unterricht und Wissenschaft sollen Nichtarier vorläufig zur Doktorpromotion nicht mehr zugelassen werden. Diese Verfügung wurde durch den Rektor der Breslauer Universität Geheimrat Professor Helfritz bekanntgemacht. Professor Helfritz erklärte bei dieser Gelegenheit, es habe keinen Zweck, in dieser Sache Gesuche an das Ministerium zu richten, da dieses keinerlei Ausnahmen machen wolle. Zahnärzte, Zahntechniker und Krankenkassen Aus Berlin: Im deutschen Reichsanzeiger wird heute unter dem Datum vom 2. Juni eine Verordnung über die Tätigkeit von Zahnärzten und Zahntechnikern bei den Krankenkassen veröffentlicht. Danach endet die Tätigkeit von Zahnärzten und Zahntechnikern bei Krankenkassen, wenn sie nicht arill»TABORSTR.48 scher Abstammung sind oder sich in kommunistischem Sinne betätigt haben. Solche Zahnärzte sind auch künftig von der Tätigkeit auf Kosten von Krankenkassen ausgeschlossen. Die Krankenkassen teilen den für den Abschluß ihrer Gesamtverträge zuständigen kassenärztlichen Vereinigungen die Namen der bisher für sie tätig gewesenen Zahnärzte und Zahntechniker bis zum 10. Juni 1933 mit. Diese Vereinigungen erklären die Tätigkeit der auszuschließenden Zahnärzte und -techniker mit Wirkung vom 6. Juli 19 3 3 ab für beendet. Prof. Fuchs gab mit seiner Spezialgesangsk 1 a s s e am 31. Mai ein Konzert im Musikvereinssaal. Von den wohlgelungenen Vorführungen, welche Kapellmeister Fritz Blau musterhaft begleitete, wären u. a. die schöne, weiche Baritonstimme Edmund Mühlstocks, der mächtige Baß E. M. Constantines und der süße Tenor Max Lichtmanns zu erwähnen. Danksagung. Für die uns anläßlich des Hinscheidens unseres innigstgeliebten Vaters, des Herrn Löbel Taubes, so zahlreich erwiesenen Kundgebungen tiefgefühlten Beileides spreche ich im eigenen und im Namen meiner Geschwister allen Freunden, Gesinnungsgenossen und Institutionen unseren herzlichsten Dank aus. — Dr. David Taubes. Jüdifdie Sport* und lilliiiliillii Turnbewegung Durch Kinnhaken k« o* Von Mendozza bis Baer. Der Amerikaner Max Baer hat den Exweltmeister Max Schmeling knockout geschlagen. Die Amerikaner sind auf diesen jüdischen Sieger stolz. Im Boxsport, in welchem Mut und Kraft entscheiden, haben die Juden seit jeher eine ganz hervorragende Rolle gespielt. Der erste Weltmeister im Schwergewicht war ein Jude, Mendozza, und zahllos sind die Namen der Boxer jüdischen Stammes, die es im Faustkampf zu den höchsten internationalen Ehren gebracht haben. Mendozza war vor einem Jahrhundert der beste Boxer der Welt und wurde von seinem Geburtslande Großbritannien, mit allen Ehren bedacht. Noch mit 57 Jahren zählte Mendozza zu den gefürchtetsten Boxern. König Georg IV. war sein Schutzherr und belohnte ihn wiederholt mit großen Ehrengaben. Einmal mit fünfhundert Pfund, einem für jene Zeiten ganz gewaltigen Betrag. «Bekannt sind die jüdischen Boxer Benny Leonard, der lange Zeit Weltmeister im Leichtgewicht war. Ted Lewis, Meister von England, Izzi Schwarz, Fliegengewichtsmeister, Rosenberg, Weltmeister im Bantamgewicht, Maxie Rosenbloom, derzeit Weltmeigter. im Halbschwergewicht, weiters Young Perez (Frankreich), Mozi Spakow (Rumänien), Seelig (Deutschland), Kid Berg (England), Jack Berlenbach (Amerika) usw. Weltmeister Sharkey stammt von einer litauischen Judenfamilie. Interessant ist die Tatsache, daß man in Deutschland einen Träger zweier Meisterschaftstitel, Seelig, seine Championate nicht verteidigen ließ, weil er Jude ist. Nun ist der Heros des deutschen Volkes. Schmelingi durch einen Juden aus der Reihe der Weltmeisterschaftsanwärter hinausbefördert worden. Schmeling hat vor dem Kampf bei Hitler um die Genehmigung angesucht, mit einem Juden zu kämpfen; und diese Genehmigung wurde ihm erteilt. Ganz Hitler- Deutschland schwelgte im Gedanken, den Juden Baer unter den deutschen Fäusten Maxens durch den Ring1 taumeln und die Judennase zerdroschen zu sehen. E s kam anders: Der Jude zerdrosch seinen Gegner derart, daß der Ringrichter sich seiner Hilflosigkeit erbarmte und, um ihn vor weiteren Schlägen zu schützen, ihn als wehrlos und besiegt erklärte. Der Erfolg Baers würde eine sportliche Sensation bedeuten, sonst nichts. Aber seine Bedeutung liegt darin, daß die Amerikaner diesen Sieg als nationale Großtat für sich reklamieren und in vielen Fachblättern mit besonderer Betonung bemerkt ist, daß Max Baer ein amerikanischer Jude ist. Der sportliche Werdegang Max Baers ist interessant. Baer stammt von einer jüdischen Farmerfamilie in Kalifornien. Die Landarbeit gefiel ihm nicht und er zog in die Stadt, um als Fabriksarbeiter Beschäftigung zu suchen. In der Fabrik wurde er vom Sohn des Chefs entdeckt und zum Boxer ausgebildet. Schon nach kurzer Zeit schaffte er sich durch den Sport ein Vermögen von 50.000 Dollar. Baers Rekordliste weist große Erfolge auf. Er hat viele berühmte Boxer knockout geschlagen. Nach dem letzten Erfolg sind aus aller Welt Sympathiekundgebungen an Max Baer gelangt, an den jüdischen Kämpen, durch dessen Faust die sportliche Hoffnung Hitler-Deutschlands auf die Bretter geschmettert wurde. Wir sind stolz darauf, daß Baer ein Jude ist und den Beweis erbringen konnte, für die Befähigung der Juden, zu den höchsten sportlichen Ehren zu gelangen. Ein neuer Weltmeister ist im Kommen — der Jude Max Baer. . Emanuel Fiscus. i Jüdi§dte Ingen dlldhe! Juiissdfte Spornet»! . Der 18. Juni. 1933 ist euer Tag, der „Tag der jüdischen Jugend, Tag des jüdischen Sports"! An diesem Tage wollen wir der breiten Öffentlichkeit vor Augen führen, daß alles, was unsere Gegner über die „körperliche Untüchtigkeit der Juden" sagen, Märchen ist. An Hand von Beispielen wollen wir das beweisen! Am 18. Juni, 3 Uhr nachmittags, wird auf dem Hakoah-Platz alles aufmarschieren, was in der jüdischen Sportbewegung Oesterreichs Rang und Namen hat. Von unserem Olympioniken Hirschl angefangen, über die gerade in letzter Zeit so erfolgreichen Hakoah-Leichtathleten, Handballer, Fechter, Ringer, Hockey- und Tennisspieler des gleichen Vereines, bis zu den Turnern des „Makkabi", und den ausgezeichnet ausgebildeten Wehrsportlern der „Haganah" und des Bundes jüdischer Frontkämpfer werden wir euch fast alle Variationen über das Thema „Körperliche Leistungsfähigkeit der Juden" vorführen. Die Teilnahme einer Mannschaft der hervorragenden Leichtathleten des „Hagibor"-Prag, mit dem Marathon-Olympioniken Hek§ an der Spitze, gibt dem Fest ein besonderes Gepräge. Helft uns durch eure aktive und passive Teilnahme an unserem Fest, dasselbe zu einer machtvollen Kundgebung zu machen, einer Kundgebung der körperlichen Ertüchtigung der jüdischen Jugend, einer Kundgebung gegen Haß und Ungeist unserer Gegner. Kreis Oesterreich im Makkabi-Weltverband — S.-C. Hakoah, Wien — „Haganah" — J. T. V. „Makkabi" — Bund jüdischer Frontkämpfer — Brith Trumpeldor. * Anschließend um 20 Uhr 30 im Prater, Erstes Kaffeehaus, geselliges Treffen mit Tanz. Hakoah in Rumänien und Polen Die Wiener Hakoah wird zwei Sommerreisen durchführen. Die erste wird anfangs Juli angetreten und führt nach Rumänien, wo neun Spiele ausgetragen werden. Im August wird die jüdische Mannschaft fünf Spiele in Polen bestreiten. Hasmonea-Makkabi siegte in der Meisterschaft gegen Hietzing 4:3. Die Grazer Hakoah bleibt erstklassig. Hakoah, die infolge Spielerverletzungen stark zurückgefallen war und Gefahr lief, in die zweite Klasse abzusteigen, siegte gegen den S. C. Südbahn 2:0 und sicherte sich durch diesen Erfolg die Erstklassigkeit. Makkabäa-Bratislava siegte gegen Ligeti 2:1. Dieses Ergebnis ist als große Ueberraschung zu werten. Die Hakoah-Hockey-Mannschaft spielte gegen Kritzendorf 1:1, während Bläu-Weiß gegen Währing 0:2 unterlag. Sportklub der zionistisch-revisionistischen Jugend gegen Radikale Jugend 6:0 (3:0). Nach einem überaus .schönen Spiel gelang es der revisionistischen Jugend, ihren Gegner verdient zu schlagen. In dem durchwegs überlegen geführten Kampf erzielten die Tore Kram (2), Hellmann, Garfunke 1, Kleinfeld und Weißbart. Die Siegermannschaft spielte gleichmäßig gut. Bei den Unterlegenen ist der Tormann Turner zu erwähnen, der eine ausgezeichnete Leistung bot. Die revisionistische Jugend stellte folgende Mannschaft: Weizenfeld; Rosenberg, Spiegel; Mondschein, Birnbaum, Säbel; Hellmann, Garfunkel, Kram, Kleinfeld, Weißbart. — Zionistischrevisionistische Jugend-Reserve—Brith Herzl 1:2 (1:0). Manneswort der Hakenkreuzler Vorige Woche tagte in Wien der Olympische Kongreß und beschloß, gegen den Willen der Sportler aller Welt, die Olympischen Spiele 1936 in Berlin durchzuführen. Die Herren Olympier haben es sich reichlich leicht gemacht. Die deutschen Delegierten gaben die Erklärung ab, daß „die Juden nicht grundsätzlich aus der deutschen olympischen Mannschaft ausgeschlossen werden". Im gleichen Augenblicke aber, da sie das versicherten, kam aus Berlin die Meldung, daß Deutschlands beste Fechter, Frl. Helen Mayer und Herr Casrair, nicht nach Budapest zu den Fechtmeisterschaften entsendet werden, weil sie jüdischer Abstammung sind. Keiner der in Wien versammelten internationalen Sportführer fand es für notwendig, die deutschen Dt*

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