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Die neue Welt · 1933-05-19 · Heft 297 (19.5.1933) · page 6

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Journal
Die neue Welt
Volume
7 (1933)
Issue
Heft 297 (19.5.1933)
Date
1933-05-19
Page
– (sequence 6)
Language
German
Belongs to
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Seite Ä SIE NEUE WELT Nr. 297 IN ALLEN FARBEN UND KOMBINATIONEN [WEISS.odWEISShit LACK S 5SS1I Schiffmann ll.TABORSm.4d Am der zionistisch? revisionistischen Belegung Eine Erklärung Trotz meines in diesem Blatte erschienenen ausführlichen Artikels über die krisenhaften Vorgänge in der revisionistischen Organisation und. ihre notwendigen Folgen erhalte ich täglich viele Anfragen aus aller Welt. Ich sehe mich daher veranlaßt, neuerlich in möglicher Kürze den Standpunkt der von der letzten Weltkonferenz gewählten Exekutive, der auch ich angehöre, klarzulegen. Herr Jabotinsky strebt die Bildung einer „Unabhängigen zionistischen Organisation" (U. Z. O.) außerhalb der bestehenden Zionistischen Weltorganisation (Z. O.) an. Er will am bevorstehenden Zionistenkongreß wohl teilnehmen, aber dort die Forderung stellen, der Kongreß möge den Primat der revisionistischen Disziplin anerkennen, d. h. er möge selbst aussprechen, daß die Ziohisten-iievisionisten in erster Reihe der Disziplin der revisionistischen Union und nicht der Disziplin des Kongresses unterstellt sind. Wenn dieser Antrag abgelehnt wird — so fordert Herr Jabotinsky —, verlassen die revisionistischen Delegierten den Kongreß und bilden die U. Z. O. Da der Kongreß den Antrag ablehnen muß und ablehnen wird, führt die von Herrn Jabotinsky geführte Politik unausweichlich zum Autritt aus der Weltorganisation. Er führt die Revisionisten nur zum Kongresse, um sie dann demonstrativ wegzuführen. Das ist klar. Alle Mitglieder der Exekutive, d. h. Großmann, Soskin, Machower und ich, vertreten den entgegengesetzten Standpunkt. Wir wollen in der von Theodor Herzl geschaffenen, vom Völkerbunde und der Mandatarmacht als einzige Vertretung des jüdischen Volkes anerkannten zionistischen Weltorganisation bleiben. Wir wollen sie nicht verlassen, sondern wollen in ihr unser Programm, das Herzische Programm, zur Geltung bringen. Wir wollen die anderen Zionisten nicht verlassen, wir wollen sie zur Anerkennung unserer Postulate, d. h. zur Rückkehr zum Herzischen Judens taats-Zionismus bewegen. Aiich das ist klar. Nachdem es Herrn Jabotinsky trotz wiederholten Versuches nicht gelungen war, die Majorität der von ihm geführten Union zur Billigung seines Planes zu bewegen, nachdem auch der letzte, ordentlich gewählte und einberufene Parteirat (Kattowitz) mit überwiegender Majorität seinen Plan abgelehnt hatte, versuchte er eine gewaltsame Lösung. Ohne die geringste Befugnis zu einem solchen Schritte, setzte er die von der höchsten Instanz gewählte Leitung ab und ernannte aus eigener Machtvollkommenheit eine neue. Er hat damit das demokratische und konstitutionelle Prinzip, auf dem die Union aufgebaut ist, beseitigt und durch das Führerprinzip ersetzt. Das heißt: Was der Führer tut, ist gut getan. Meine Freunde und ich stehen zur Demokratie und Gesetzmäßigkeit. Wir wollen weder uns noch die anderen Revisionisten als willenloses Werkzeug handhaben lassen. Nicht nur aus prinzipieller Erwägung, nicht aus persönlichen Gründen, sondern aus der Erkenntnis heraus» daß die Uebertragung des Fuhrerprinzips, d. h. diktatorischer oder ähnlicher Methoden auf eine freiwillige Organisation widersinnig ist und zwangsläufig zum Zerfalle dieser Organisation führt. Diktatur ist dort möglich, wo dem Diktator Mittel der Gewalt zur Verfügung stehen, in einem Staate oder einer anderen Zwangsorganisation. Jeder Versuch, in einer freiwilligen Organisation eine Diktatur einzurichten, muß bald mißlingen, in einem Auseinanderlaufen enden. Welcher wertvolle und reife Mensch wird sich einer Organisation anschließen, in welcher seine Meinung und sein Wollen nichts gilt und der Führer und seine nächste Umgebung absolut herrschen. Wir lehnen daher die Diktatur im Revisionismus ab und beharren bei der Gesetzmäßigkeit. Das sind die Ursachen der augenblicklichen Krise im Revisionismus. Herr Jabotinsky und sein nächster Anhang wollen die Zionistische Weltorganisation verlassen und verhüllen diese Absicht nur sehr dürftig, in dem sie ihr Verbleiben von der Annahme unmöglicher Bedingungen abhängig machen. Die Männer der legal gewählten Exekutive wollen als Herzl-Zionisten die von Herzl geschaffene Zionistische Weltorganisation nicht verlassen und sprechen das eindeutig aus. Herr Jabotinsky und seine nächste Umgebung wollen das uneingeschränkte Führerprinzip, die Diktatur im Revisionismus etablieren. Die Männer der Exekutive lehnen die Diktatur ab. Jeder Revisionist muß jetzt die Entscheidung treffen und sich dorthin stellen, wo er seiner Ueberzeugung nach hingehört. Robert Stricker. Vom Revisionismus in Deutschland Der „Verband Deutscher Zionisten-Revisionisten" ersucht um Veröffentlichung folgender Kundmachung: „Die Deutschen Zionisten-Revisionisten haben sich neu konstituiert. Der Vorstand des „Verbandes Deutscher Zionisten-Revisionisten" besteht aus den Herren Richard Lichtheim als Vorsitzenden, Dr. Justus Schloß und Ernst Hamburger. Das Büro befindet sich nach wie vor Berlin-Oharlottenburg 2, Joachlmsthalerstraße 3, n. Die Neuorganisierung erfolgte, nachdem die bekannten Differenzen innerhalb der Union praktisch zu einer Trennung der beiden Richtungen geführt haben. Der „Verband Deutscher Zionisten-Revisionisten" teilt mit, daß er allein berechtigt Ist, namens der legal gewählten Instanzen der Revisionisten zu handeln, und insbesondere auch den anerkannten Sonderverband der Zionisten-Revisionisten (mit dem er praktisch identisch ist) zu vertreten. Die Deutschen Zionisten-Revisionisten, welche als Vertreter des Verbandes: im Palästinaamt und in der Schekelkommission sitzen, erhielten ihre Mandate auf Beschluß des obengenannten Vorstandes und können von diesem, wenn es erforderlich sein sollte, auch wieder abberufen werden.;-,. J Alle Deutschen Zionisten-Revisionisten werden ersucht, ihre Korrespondenz ausschließlich an den obengenannten-'Verband zu . richten und ihre Beiträge dorthin zu entrichten. Der „Verband Deutscher Zionisten-Revisionisten" fordert alle Zionisten, welche auf dem Boden seines Programms stehen, auf, Beitrittserklärungen und sonstige Mitteilungen an das Büro des Verbandes zu richten. Der Verband erklärt, daß-er nach wie vor' in Deutschland für die Grundsätze des Revisionismus kämpfen wird, und zwar im Rahmen der Zionistischen Weltorganisation/' Brith Tfalca.ntk.iin In der Vorwoche fand in Tel-Awity die Grundungsversammlung der zionistisch-revisionistischen Jugendorganisation „Brith-Hakanaim" statt. Ah der Gründungsversammlung nahm Herr Meir G r o ß m a n n, Vizepräsident der Welt-Union der Zionisten-Revisionisten, teil. 16 Jugendgruppen aus allen Teilen Palästinas traten dem Bunde bei. Der Brith Hakanaim übernahm im Verein mit dem Sonderverbande der revisionistischen Union die Durchführung der Arbeiten im Zusammenhange mit den bevorstehenden Wahlen zum Zionistenkongreß. Maßnahmen gegen die anwachsende antisemitische Hetze in Rumänien Aus Bukarest wird gemeldet: Infolge der verstärkten Tätigkeit der antisemitischen „Eisernen Garde" hat sich die Regierung veranlaßt gesehen, neuerlich strenge Weisungen an die Präfekten der einzelnen Departements ergehen zu lassen, jeder weiteren Agitation der. „Eisernen Garde" schärfstens entgegenzutreten. In den letzten Tagen; war es in einem Dorfe bei Suczawa in der Bukowina, wo die Gendarmerie eine von der „Eisernen Garde" einberufene Versammlung verhindern wollte, zu einem schweren Zwischenfall gekommen. Bauern, die zu der Versammlung gekommen waren, griffen die Gendarmen an, wobei ein Gendarm tödlich, ein anderer sehr schwer verletzt wurde. Mehrere Bauern wurden verhaftet. In Klausenburg waren Polizeiorgane, die im Lokal der „Eisernen Garde" eine Haussuchung vorgenommen und Dokumente beschlagnahmt hatten, von Studenten entwaffnet und eine Stunde lang festgehalten worden. Am Abend des 8. Mai kam es in Klausenburg neuerlich zu Studentenunruhen, wobei 31 Studenten verhaftet wurden. Im Badeort Snadov bei Bukarest veranstalteten 500 Studenten eine Fahnenweihe. Bei der Rückkehr nach Bukarest wurden 70 Studenten wegen Tragens, der verbotenen Uniform der „Eisernen Garde" verhaltet. Der für den 14. Mai einberufene Kongreß der Cuzisten-Liga ist vom Innenminister verboten worden. inTRIEST bietet ihnen das HOTEL CENTRALE VIA ROMA 9 einen augenehmen Aufenthalt, erstklassiges Haus, modernster Komfort, fließendes Kalt* und Warmwasser, mäßige Preise Der Senat der Universität Jassy gegen antfsemitische Ausschreitungen — Er ruft Polizei in die Universität Aus Bukarest: Der Senat der Universität Jassy hat scharfe Maßnahmen zur Verhütung weiterer antisemitischer Ausschreitungen an der Jassyer Universität getroffen. Die Rädelsführer der vor kurzem in Jassy stattgefundenen antijüdischen Exzesse, die Studenten V1 a d und A r d e 1 u wurden von sämtlichen Hochschulen Rumäniens für immer ausgeschlossen* Mehreren Hörern wurde die Teilnahme an den diesjährigen Prüfungen verboten. Die Polizet wurde ermächtigt, im Universitätsgebäude eine ständige Abteilung zur Sicherung der Ordnung zu halten. Das Tragen von Uniformen der Eisernen Garde und der cuzistischen Sturmabteilungen auf dem Boden der! Universität wurde verboten. Die Professoren wurden angewiesen, in Fällen, in denen jüdische Hörer am Betraten der Hörsäle verhindert werden sollten, ihre Vorlesungen abzubrechen. — Die antisemitische Studentenschaft hat eine Protestversammlung gegen diese Beschlüsse des Universitätssenats abgehalten und bereitet eine Denkschrift an die rumänische Regierung vor, in der der Numerus nullus für Juden an den rumänischen Hochschulen gefordert werden soll. Die Vertreter aller christlichen Kirchen Amerikas und Professoren aller amerikanischen Universitäten gegen den Antisemitismus Aus New York: Die „National Conference of Jews and Christians", eine zur Förderung von Freundschaft und Zusammenarbeit unter den Bekennen der verschiedenen Religionen in den Vereinigten Staaten gegründete Organisation, hat Gruppen führender Geistlicher der verschiedenen christlichen Bekenntnisse und bekannter Hochschullehrer gebildet, die die Aufgabe übernommen haben, Kundgebungen von Führern aller christlichen Kirchen und Vertretern aller amerikanischen Universitäten gegen die antisemitische Strömung in Europa zu veranlassen. In der letzten Zeit haben bereits einige der hervorragendsten Vertreter der christlichen Geistlichkeit Amerikas, unter-ihnen Kardinal Hayes und der anglikanische Bischof Mann in g, ferner der Sekretär des kirchlichen Friedensbundes und der Weltvereinigung für internationale Freundschaft, Henry A. Atkinson, sowie Rev. Theodor A. Greene als Vertreter der Kommission für internationale Beziehungen beim Generalrat der christlichen Kirchen, der 6670 Kirchengemeinden in den Vereinigten Staaten repräsentiert, öffentlich ihre Stimme gegen den Antisemitismus in Deutschland erhoben. Die jüdische Bevölkerung in Frankfurt a. Bf. Aus Frankfurt a. M.: Der Direktor des Statistischen Amtes, Dr. Busch, stellt in seiner neuesten Veröffentlichung aus seinen Forschungen über die Bevölkerungsbewegung in Frankfurt a. M. fest, daß die konfessionelle Zusammensetzung der mittleren Jahresbevölkerung von 533.500 unter Annahme des gleichen Verhältnisses der Aufteilung wie zur Zeit der letzten Volkszählung sich folgendermaßen darstellt: 303.500 Protestanten, 178.200 Katholiken, 2 9.3 00Juden, 22,500 Angehörige anderer Religionsgemeinschaften und Dissidenten. Bei 198 jüdischen Eheschließungen im Jahre 1982 waren 56 Mischehen, also 30,8 Prozent. 169 jüdischen Geburten standen 351 Todesfälle gegenüber. Die Zahl der Geburten aus Mischehen betrug 11. Zahlreiche deutsche Juden in Palästina eingetroffen Aus Jaffa: In Jaffa ist der Dampfer der Lloyd Triestino „Martha Washington" mit 1200 Passagieren, größtenteils Einwanderer und Touristen aus Deutschland, eingetroffen. Unter den Einwanderern befinden sich viele Aerzte, Ingenieure und andere Intellektuelle. Direktor HIB EIN IUP. GYMNASIUM GESUCHT Kenntnis der übraika und der deutschen Sprache erforderlich. Angebote und Anfragen zu richten: Estonle, Tartu, Kultuurhoolekogu* Lao ist, t%

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