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Die neue Welt · 1933-05-19 · Heft 297 (19.5.1933) · page 5

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Journal
Die neue Welt
Volume
7 (1933)
Issue
Heft 297 (19.5.1933)
Date
1933-05-19
Page
– (sequence 5)
Language
German
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Nr. 297 DIE NEUE WELT Seite 5 AUS PALÄSTINA Baukosten in Palästina Man hört oft die Frage nach den Baukosten in Palästina. Zwecks Beantwortung dieser Frage hat das Büro des American Economic Committee in Jerusalem eine Rundfrage bei einer Reihe von Architekten und Bauunternehmern in Tel-Awiw und Haifa über Baukosten veranstaltet. In der folgenden Tabelle sind acht Antworten vereinigt. Fast alle Antworten wurden an Hand tatsächlich ausgeführten Bauten gegeben, so daß man ein ziemlich genaues Bild über die Baukosten in diesen beiden Städten während der letzten Monate gewinnen kann. Alle Bauten wurden in Silikate-Ziegeln, Zement-Ziegeln oder Eisenbeton ausgeführt und weisen alle moderne Einrichtungen auf. Es versteht sich, daß die folgenden Preise den Boden nicht einschließen. u u 2 3 3 3! 3 i Z! .1 I .1;> 2 : 3 4 6 8 6 3 18 1 1 2 : 6 o> •» ZI 3.5 NN 14 18 26 22 12 60 3 3 8 18 LP 1550 2600 3200 2550 1680 7500 300 300 1600 2500 2 B SsS & QN LP 110 144 123 116 140 125 100 116 200 139 5 8 LP 3 bis 5 4,300 4,750 4,250 3,750 5,200 4,000 4,100 4,100 ' Obwohl Preise je nach Art des Bodens, Größe der Zimmer und Bauart stark variieren, können wir folgende Schlüsse ziehen: 1. Die Kosten per bebauten Quadratmeter in guter Ausführung sind auf 4,500 ägypt. Pfund zu berechnen. 2. Die Kosten per Wohnraum, einschließlich des Anteils an Nutzräumen, belaufen sich etwa auf 140 ägypt. Pfund. Für Industriegebäude muß man 3 bis ägypt, Pfund Baukosten per bebauten Quadratmeter in Rechnung ziehen. Forderung der Landwirtschaft in Palästina Aus Jerusalem wird berichtet: In der Lehrfarm Akko fand eine vom Regierungschef Arthur Wauchope einberufene Versammlung palästinensischer Landwirte und Beamten der Regierungsabteilung für Landwirte statt, an der über 200 Personen, unter ihnen 40 Vertreter der jüdischen Siedlungen, teilnahmen. Der High Commissioner gab einen Ueberblick über die von der Regierung im abgelaufenen Jahre getroffenen Maßnahmen zur Förderung der palästinensischen Landwirtschaft und über die weiteren Absichten der Regierung auf diesem Gebiete. Insbesondere behandelte der High Com^ missioner die Frage der Produktion von Saatgut in. den verschiedenen landwirtschaftlichen Stationen, die Maßnahmen zur Hebung der Viehzucht durch Einfuhr von Zuchttieren und Errichtung von fünf neuen Geflügelzuchtfarmen in Gaza, Hebron, Beerschewa, Nablus und Safed, die Förderung des O r a ngenbaus und des Genossenschaftswesens. Die Versuchsstation für Citruspflanzung (Orangen, Grapefruit, Zitronen) in Rechowoth, über deren Leistungen der High Commissioner mit besonderer Anerkennung sprach, soll in diesem Jahre erweitert und ihr fünf Jahre hindurch ein Regierungszuschuß gewährt werden. Zur Erprobung der in den Laboratorien erzielten Resultate will die Regierung ein V e r s u c h s f e 1 d f ü r Citrusbau bei Sarafan anlegen. Von dieser Einrichtung erwartet der High Commissioner großen Nutzen für alle Citrusfruchtzüchter Palästinas. Der Obstbau wurde im vergangenen Jahre durch Errichtung von Obstbauabteilungen an den landwirtschaftlichen Versuchsstationen in Mejdel und Ferradi sowie durch Erweiterung der Stationen in Jerusalem und Jericho gefördert. Infolge dieser Erweiterung war es möglich, im Jahre 1932 1&00Ö Obstbaumsetzlinge und 10.700 Pfropfzweige aus den Obstbauabteilungen der staatlichen landwirtschaftlichen Stationen abzusehen. Ferner winden 51.000 Olivenbaumsprößlinge im letzten Jahre verteilt gegenüber bloß .11.500 im vorangegangenen Jahre. Im kommenden Winter sollen insbesondere im Kreis Safed 30.000 gepfropfte Reben zur Ausgabe gelangen. Der High Commissioner gab der Ansicht Ausdruck, daß die Obstzucht in Palästina, abgesehen vom Citrusbau, sehr große Aussichten habe. Die Regierung habe deshalb 350 Versuchsfelder für Obstbau angelegt. Die Bienenzucht wurde durch Ausgabe einer Anleihe von 500 Pfund zwecks Anschaffung moderner Bienenkörbe, die einen erhöhten Honigertrag gewährleisten, sowie durch Einrichtung von Bienenzuchtkursen in Akko gefördert. DIESER WOCHE KREUZ'KINO ^""Telephon R-24-2-1« Auf dem Wege zum Arbeits* frieden Aus Tel-Awiw wird gemeldet: Der Stadtrat von Tel-Awiw hat ein am 2. Mai von der Exekutive des Stadtrats mit der Vereinigung der Bauunternehmer, der Allgemeinen Jüdischen Arbeiterorganisation (sozialdemokratische), der revisionistischen Arbeiterorganisation, der Handwerkervereinigung, dem Hapoel Hamisrachi und der Vereinigung der yemenitischen Arbeiter getroffenes Abkommen über die Aufteilung aller in Tel-Awiw auszuführenden Bauarbeiten ratifiziert. Das Abkommen sieht die Einsetzung eines ständigen vereinten Komitees vor, das die Arbeiten unter den bestehenden Arbeiterorganisationen und den nichtorganisierten Arbeitern aufteilen soll. Arbeitsbedingungen und Lohnsätze sind in dem Vertrag genau festgelegt. 66 Prozent der Arbeiter sind von der Allgemeinen Jüdischen Arbeiterorganisation, 11 Prozent vom Hapoel Hamisrachi, 11 Prozent von den Revisionisten und 11 Prozent von den Yemeniten beizustellen., Streitfälle sind zunächst der ständigen Kommission und, falls diese zu keiner Entscheidung gelangt, einem von den beteiligten Parteien zu wählenden Schiedsgericht vorzulegen. Dem Abkommen wird große Bedeutung für die Erhaltung des Arbeitsfriedens in Tel-Awiw beigemessen. * Bisher hatte die sozialdemokratische Arbeiterorganisation (Histadruth) — gewöhnlich mit Mitteln brutalster Gewalt — verhindert, daß andere als die bei ihr organisierten Arbeiter eine Beschäftigung im Lande finden. Die von ihr organisierten Stx-eiks, Ueberfälle und Sabotageakte hatten, das Land in ständiger Aufregung gehalten. National gesinnte, Arbeiter, die sich nicht „klassenkämpferisch" organisieren wollten, wurden brotlos gemacht und zur Verzweiflung getrieben. Nun ist wenigstens in Tel-Awiw das Monopol der Histadruth auf Arbeit gebrochen. Wenn auch die Aufteilung nicht ganz entsprechend ist, 80 tet.Jmm,er||in ein guter Anfang gemacht worden. Man wird jetzt nicht mehr so viele Arbeiter unter Androhung von. Stellenlosigkeit und Hunger in die Histadruth zwingen können. Vom 19 bis 22. Mai Lachkabinett mit S an Laurel u. Oliver Hardy Vom 23 bis 25 Mai: Zu erfragen unter Tel. f>»24-2»16 Sonn- und Wochentags: 4, 5.45, 7.30, 9.15 Uhr SCHWEDEN - KINO VÄSe1 Ab 19 Mai ffPEMflf Der Romati einer großen täglich I KCfll I\ Liebe von Biuno Franck Bühnen schau: Eine Sensation für Wien! Chevalier Arcano, der große Magier Wochentags: 5, 7, 9 Uhr. Sonntags ab 3 Uhr SCHAFFER-KINO Vom 19. bis 22 Mai: Das IH mit dem blauen fleck mit Paul Hartmann und Mady Christians Sonn- und Wochentags: 3.30, 5.15, 7.15 und 9 Uhr mit Georg Alexander und Felix Bres art VI, Mariahilferstr. 37 Telephon B-20-2U3 Vom 23 bis 25. Mai: Salon Dorn Green Die Palästina-Regierung erhöht die Zuschüsse für jüdische Institutionen Jerusalem, 15. Mai. (J. T. A.) Wie die Jüdische Telegraphen-Agentur erfährt, hat die Palästina- Regierung beschlossen, die Zuschüsse für die jüdischen Institutionen in Palästina, einschließlich des hebräischen Schulwerks, im Finanzjahre 1933/34 um 16.000 Pfund zu erhöhen. Von diesem Betrag sind 6000 Pfund zur Subventionierung des jüdischen Schulwesens bestimmt. Ein neues Wohnviertel in Haifa Aus Haifa: Die Haifaer Mittelstandsvereinigung hat mit der Errichtung eines neuen Wohnviertels auf Nationalfondsboden an der Haifa- Bucht begonnen. Es sollen hier mehrere hundert Häuser errichtet werden. Eine Siedlung von Judenchristen in Palästina Aus Jerusalem: In Südpalästina soll demnächst eine landwirtschaftliche Siedlung von Judenchristen geschaffen werden. Im Auftrag der Hebrew Christian Alliance hat Sir Leon Levison soeben einen Kaufvertrag über ein Gebiet von etwa 2000 Dunam, das zwischen der Stadt Gaza und dem britischen Lufthafen gelegen ist, abgeschlossen. Das Grundstück wurde an die Hebrew Christian Alliance von Fahmi Effendi Husseini verkauft. Verhandlungen wurden auch über den Ankauf anderer, Grundstücke gepflogen, doch beabsichtigt Sir Leon .Levison, erst dann neue Käufe zu tätigen, sobald sich solche für den Ausbau der neuen Judenchristensiedlung als notwendig erweisen sollten. SCHIFEMANN

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