Die neue Welt
- Journal
- Die neue Welt
- Volume
- 7 (1933)
- Issue
- Heft 292 (14.4.1933)
- Date
- 1933-04-14
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
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- Odesa 2× ep/1000834
- Haifa 1× ep/1047930
- Minsk 1× ep/1000754
- Safed 1× ep/1046078
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Nr. 292 DIE NEUE WELT Seite 7 StadtSafed, die in früheren Zeiten im jüdischen Leben eine große Rolle gespielt hat, zu einer modernen Stadt in die Wege zu leiten. Detaillierte Pläne für den Ausbau der Stadt und ihrer Umgebung wurden von hervorragenden Fachleuten fertiggestellt. Mitglieder des Komitees haben sich nach Safed begeben, um mit den Vertretern der dortigen Bevölkerung über die Durchführung der Ausbaupläne zu verhandeln. Eröffnung einer direkten Telephonverbindung zwischen Palästina und Deutschland Die Jüdische Telegraphen-Agentur führt das erste Probegespräch — Gruß an Deutschland und Europa Zwischen Palästina und Deutschland wurde eine direkte Telephon-Verbindung geschaffen. Das erste Probegespräch auf der neuen Linie erfolgte am Dienstag, den 4. April, 10 Uhr vormittags, zwischen dem Hauptbüro der Palestine Telegraphic Agency (Palästina-Abteilung der Jüdischen Telegraphen-Agentur) in Jerusalem und dem Büro der Jüdischen Telegraphen- Agentur in Berlin. Die Verständigung bei dem zwischen dem Jerusalemer Chefredakteur Gerson Agronsky und dem Leiter des Berliner J. T.-A.-Büros geführten Probegespräch war ausgezeichnet. Die Freigabe der neuen Linie sowie der gleichzeitig geschaffenen direkten Telephonverbindungen mit London, Paris und Rom für den allgemeinen Verkehr erfolgte am 7. April. Telephonverbindung England-Palästina eröffnet Der englische Minister für die Kolonien Sir Philip Cunliffe-Lister hat sich im Flugzeug nach Palästina begeben. Sir Philip beabsichtigt, sich drei Wochen in den Ländern des Nahen und Mittleren Ostens aufzuhalten. Vor seiner Abreise aus London eröffnete er die neue Telephonverbindung mit Palästina durch ein Gespräch mit dem High Commissioner Sir Arthur Wauchope und mit dem palästinensischen Generalpostmeister. Direkte telephonische Verbindung ist von London aus nicht nur mit Jerusalem, sondern auch mit Haifa, Tel-Awiw, Jaffa und Gaza möglich. Durchführung der Antipessach-Kampagne in die Umgebung von Odessa entstandt. Es werden besondere antireligiöse Ausstellungen veranstaltet werden, in denen „die Sabotage und der konterrevolutionäre Charakter der unter dem Deckmantel der Religion auftretenden Klassenfeindschaft" gezeigt werden soll, in allen Klubs und Institutionen müssen antireligiöse Versammlungen abgehalten werden. Der Rundfunk wird antireligiöse Ansprachen verbreiten, in den Kinos werden antireligiöse Filme gezeigt werden. Der Odessaer antireligiöse Stab hat die religionsfeindlichen Organisationen in Kiew und Charkow zu einem Wettbewerb in der Durchführung der antireligiösen Kampagne herausgefordert. Auch in Moskau, Minsk und anderen großen Städten treffen die antireligiösen Organisationen große Vorbereitungen für die jüdischen Pessach-Feiertage, Aus Rußland Die Kampagne der Apikorsim (Gottlosen) während der Pessach-Feiertage Aus Moskau wird berichtet: Die jiddisch-kommunistische Tageszeitung „Emess" hat die diesjährige Kampagne gegen die Beobachtung der Pessach-Feiertage durch die jüdische Bevölkerung Sowjetrußlands eröffnet. „Die jüdischen Klerikalen und Klassenfeinde", schreibt das Blatt, „bemühen, sich anläßlich des herannahenden jüdischen Pessach-Festes, die Mitglieder der Kolchose, die Handwerker und womöglich auch die Arbeiter für einige Tage von der Arbeit fernzuhalten. Ihre Kräfte wenden sich in diesem Jahre insbesondere gegen das jüdische Dorf, um die Mitglieder der Kolchose in der gerade für die Pessach-Tage festgesetzten Frühjahrsaussaat zu stören. In den Dörfern werden schon Minjanim organisiert, durch die die Mitglieder der Kollektivwirtschaften von der Feldarbeit abgezogen werden sollen. Deshalb muß die Parole ausgegeben werden: Kein Kustar, kein Kolchose-Mitglied, kein: Arbeiter darf während der Pessach- Tage seinen Arbeitsplatz verlassen! Die Organisationen der militanten Apikorsim haben die Aufgabe, den konterrevolutionären Charakter der religiösen Feiertage und die Taktik der Klassenfeinde zu enthüllen." „Emess" führt Klage darüber, daß die jüdischen Zeitungen, mit Ausnahme der Hauptorgane „Emess", „Stern" und „Oktiabr" sich gar nicht mit der Anti-Pessach-Kampagne befassen, und richtet an die in Stadt und Land erscheinenden jüdischen Zeitungen den Appell, dessen eingedenk zu sein, daß durch die Eutfaltung einer großangelegten Anti-Pessach-Kampagne wichtige politische Arbeit geleistet und ein vernichtender Schlag gegen die die proletarische Diktatur bekämpfenden Klerikalen und Klassenfeinde geführt werde. * Eine weitere Meldung aus Moskau besagt: Die Antipessach-Kampagne hat ihren Höhepunkt erreicht. In Leningrad wird die Kampagne in diesem Jahre auch in den Betrieben der Schuh- und Kleiderindustrie durchgeführt. In allen Fabriken werden antireligiöse Abende und antireligiöse Mittagstunden veranstaltet. Die Schüler der Leningrader Schule werden als Agitatoren in der antireligiösen Kampagne mobilisiert. Man verlangt von ihnen insbesondere, daß sie ihre Eltern von der Beobachtung der Pessach-Feiertage abhalten. Zwei Arbeitsbrigaden werden aus Leningrad in die jüdischen Kollektivfarmen dirigiert, um dort die Antipessach-Kampagne durchzuführen und sich an den während der Pessach-Feiertage durchzuführenden Säearbeiten zu beteiligen. In Odessa wurde die Führung der anläßlich des bevorstehenden Pessach-Festes angeordneten antireligiösen Kampagne vom Stadtkomitee der Kommunistischen Partei übernommen. Es wurde ein besonderer Stab eingesetzt, der Pläne für die Durchführung der Kampagne in den einzelnen jüdischen Wohnbezirken ausgearbeitet hat. 30 Studentenbrigaden wurden zur Unter- . Stützung der atheistischen Klubs bei der Durchführung der Kampagne in Werkstätten, Fabriken, Schulen» Wohngemeinschaften, RegierungsinstituUonen, Organisationen usw. organisiert, Drei Brigaden wurden zur i Nur eine einzige Mazzoth-Bäckerei für Moskau zugelassen Aus Moskau: Der Moskauer Sowjet hat nach längeren Verhandlungen und nach Intervention der Kommission für religiöse Angelegenheiten beim Zentralexekutivkomitee der Jüdischen Gemeinde erlaubt, eine Mazzoth-Bäckerei zu eröffnen. Die Gemeinde hat sofort 30 Bäcker in den Betrieb eingestellt, um im Hinblick auf die Kürze der noch zur Verfügung stehenden Zeit und die Tatsache, daß für ganz Moskau nur eine einzige Mazzoth-Bäckerei zugelassen wurde, der Nachfrage nach Mazzoth genügen zu können. Man hofft, daß dies gelingen wird, da die Mehrheit der Gemeindemitglieder infolge der hohen Kosten der Mäzzoth nur geringe Mengen kaufen will. In der Provinz begnügt man sich mit hausgebackenen Mazzoth, die auf kleinen Petroleum Öfen gebacken werden, da die Einrichtung besonderer Mazzoth-Bäckereien auf große technische Schwierigkeiten stößt. Lord Beading legt den Vorsitz der Deutsch-Englischen Vereinigung nieder Aus London: Der frühere Minister und Vizekönig von Indien Lord R e a d i n g hat das Amt eines Präsidenten der Deutsch-Englischen Vereinigung niedergelegt und ist aus der Vereinigung ausgeschieden. Er begründet diesen Schritt damit, daß er sich als Jude mit der Politik der deutschen Regierung gegenüber der jüdischen Bevölkerung nicht einverstanden erklären könne. Ein englisches Parlameni^komitee, zur . Beobachtung der Lage der Juden in Deutschland Aus London: Mitglieder des Unterhauses haben ein Komitee gebildet, das sich die Aufgabe gestellt hat, die Entwicklung der Lage d e r ,J u d e n in Deutschland zu beobachten. Der Sekretär des Komitees ist der rechtsstehende Abgeordnete Commander Oliver Locker-Lampson, zu den Mitgliedern gehören Lord Hartington, Lord Elmley, Major Hills, Reginald Denman, Admiral Sueter, Colonel Buchan und Dingle Foot. Es ist zu erwarten, daß zu den bekannten Anträgen betreffend die Lage der Juden in Deutschland nach den Osterferien eine Aussprache im englischen Unterhaus.angesetzt wird. Aus der rewsioimtisdhen Bewegung Aus Warschau wird der „Neuen Welt" berichtet: Das Sekretariat für Polen, das vom Exekutivkomitee der Weltunion der Zionisten-Revisionisten ernannt wurde, um das aufgelöste Zentralkomitee zu ersetzen, hat die Arbeit in vollem Umfange aufgenommen. Das Sekretariat besteht aus folgenden Herren: Redakteur B. Weinstein, Mitglied des A. C. und des Waad Leumi, Dr. B. Joz, ehemaliges Mitglied des polnischen Zentralkomitees, Dr. M. Markus, Redakteur des „Nayer Weg", Redakteur M. Leise ro wie z, der ehemalige Sekretär der polnischen Organisation, und Herrn Galewski. Das Sekretariat erfreut sich der aktiven Mitarbeit des Dr. Jakob Kahan, Präsident des Oberrates der polnischen revisionistischen Organisation. Die Instruktoren des aufgelösten Zentralkomitees, die Herren Lippmann und Belobroff haben sich zur Verfügung des Sekretariats gestellt und beginnen Ende nächster Woche mit einer größeren Propagandareise. Das Sekretariat hat im Laufe einer kurzen Zeit die Verbindung mit dem größten Teil der Organisation hergestellt. Eine große Anzahl von Briefen und Depeschen treffen täglich ein, aus denen man ersehen kann, daß nach der ersten Erschütterung, die die Krise in der Bewegung hervorgerufen hat, eine Beruhigung eintrat. Die größte Zahl der Zuschriften bekundet Loyalität gegenüber dem legalen Exekutivkomitee und zu den demokratischen Prinzipien des Revisionismus. Obzwar der Wunsch zu einem Ausgleich in der Bewegung zum Ausdruck kommt, wird gleichzeitig klargemacht, daß die Majorität der polnischen Revisionisten, mit Ausnahme des Betar, entschlossen ist, das Exekutivkomitee in jeder Weise zu unterstützen und seinen Weisungen zu folgen. Die Gründung des B r i t h Hakanaim, einer neuen revisionistischen Jugendorganisation, wird durchaus bdgrüßt und bisher sind Uber 75 Meldungen verschiedener. Gruppen eingetroffen. UFA-TON-KINO fcjasttfUf Samstag, den 15. bis Donnerstag, den 20. April 1933 Das Mädel mit dem blauen Fleck Mit Felix Bressart. Marlon Taal, G. Alexander An Wochentagen: 5, 7 u. 9 Uhr / An Sonnu. Feiertagen: 3, 5,7 u. 9Uhr Zur Aufklärung! Die Leitung der „Union der Zionisten-Revisionisten Oesterreichs" gibt bekannt: Seit einigen Tagen worden in Wien und der Provinz; Drucksorten und Aufrufe versendet, welche die Bezeichnung „Landesunion der Zionisten-Revisionisten Oesterreichs" tragen. Es wird festgestellt, daß es sich \a«t um einen auf Täuschung der Oeffentllchkeit hinzielenden Mißbrauch handelt^ gegen dessen Urheber bereits eingeschritten wurde. Zuletzt wurde unter dieser falschen Bezeichnung ein Aufruf versandt, der die Zionisten-Revisionisten zur / Beteiligung an einem „Plebiszit" auffordert. Die Leitung; der „Union" gibt bekannt, daß sie mit dieser, von einigen ausgeschiedenen Mitgliedern der „Union" unternommenen und gleichfalls auf Irreführung der zionistischen Oeffentllchkeit hinzielenden Abstimmungsveranstaltung nichts zu tun hat und warnt vor Beteiligung an derselben. Mitteilung des Sekretariats der Weltunion Das Warschauer Sekretariat der revisionistischen Weltunion erklärt: 1. Die revisionistische Bewegung Polens hat im gegenwärtigen schweren Moment ihren gesunden Geist bezeugt und die Lage im Revisionismus richtig abgeschätzt. Mit wenigen Ausnahmen haben alle unsere Gruppen den „Putsch" des Herrn Jabotinsky abgelehnt, sich an die Seite der Legalität gestellt und ihrer Treue zur demokratisenen Organisationsform Ausdruck gegeben. Die legale Exekutive und ihr Sekretariat in Polen haben bei der ganzen revisionistischen Anhängerschaft volle Unterstützung und Anerkennung für die energischen Bemühungen zur Erhaltung der Geschlossenheit der P&rtci £f6f uiicicn Wir hoffen, daß es nicht zu einer Spaltung der Bewegung kommen wird, da die überwiegende Mehrheit der Revisionisten die von ihr gewählte Exekutive unterstützt. Wir machen darum alle Freunde aufmerksam, daß der sogenannte „Waad Haraschi" (Zentralleitung) in Warschau von der WeltexeKutive aufgelöst wurde. 2. In einem schicksalsschweren Moment, bei Beginn der Schekelaktion usw., sollen unsere Kräfte durch die unproduktive Spielerei des „PI e b i s z i t s" absorbiert werdc i. Zuerst ein „Putsch", um die Bewegung zu spalten, jetzt ein „Plebiszit", um den traurigen und lächerlichen „Putsch" zu decken, bzw. eine Ausrede für ihn zu finden. Nehmt keinen Anteil an einem Plebiszit, welches von vornherein jede Objektivität vermissen läßt und zum Scheitern verurteilt ist. Boykottiert das Plebiszit, das unlegal ist und uns nur kompromittieren kann. 3. Es ist bekannt, daß Meir Großman beim Vorsitzenden der Zionistischen Exekutive dahin interveniert hat, daß dieser den S c h e k e 1 k o m m i s s ä r für Polen abberufe. Zusammen mit dem „Misrachi" hatten wir die Mehrheit in der Schekelkommission. Das konnten die ■Herren der Zionistischen Exekutive nicht ertragen und ernannten, sich auf das Urteil des Berliner Gerichts stützend, einen Schekelkommissär.. Herrn Großman ist es nun gelungen, den legalen Zustand wiederherzustellen* Wir fordern daher alle unsere Gruppen auf, sich an der Schaffung und Wiederherstellung der lokalen Schekelkomitees zu beteiligen. 4. Alle Reflektanten auf Zertifikate haben sich an uns wegen Anweisungen und Instruktionen zu wenden. 5. Soeben ist aus der Feder von Dr. H. R o s e hb 1 u m (London) ,eine Broschüre unter dem Titel „Die Liquidierung des Zionismus als politische Richtung" erschienen* Preis 50 poln. Groschen. Im Warschauer Sekretariat, Warschau, Leszno'50, m. 7, erhältlich. und! tiegenwidit Von Meir Großmann (London-Tel-Awiw) Haben Sie sich schon den Geschmack von Prumina Biskuit zu Gemüte geführt? Wenn nicht, dann kann es Ihnen leid tun. Die Erzeugnisse, die in Jerusalem her? gestellt werden, sind vor allem sehr geschmackvoll. Sie sind aber gleichzeitig auch ein Symbol jüdischer. Initiative und ein ewiges Mahnzeichen eines lehrreichen Arbeitskonflikts in Palästina. Eine Menge Zionisten, die aus der Galuth kommen, fühlen es histinktiv. Nicht umsonst sagen; sie bei der ersten Gelegenheit: „Bitte, geben Sie uns Biskuit Frumin!" . Sie wissen gar nicht, die unschuldigen Menschen, daß hinter den sechs Wörtern, die den natürlichen Wunsch' der Förderung von Palästinaprodukten beinhalten, fast ein ganzes Programm steckt, urn das herum man leicht die bürgerliche Gesellschaft Palästinas und vielleicht auch einen Teil der Arbeiter zusammenschließen könnte. Denn die Wörter „Biskuit Frumin" haben schon lang ihre ge> wöhnliche Bedeutung verloren. Sie bedeuten nicht nur ein Fabrikat und den Namen eines Fabrikats, vielmehr einen Wendepunkt in dem besonderen Kampf, der sich im Jischuw abspielt, einen Widerstand, der sich zum erstenmal im Jischuw gegen «ine Macht gezeigt hat, die heute — offen und dreist — über das jüdische Palästina herrscht. Der Konflikt in der Fabrik Frumin an sich — einige haben von Streik und Streikbrecherei gesprochen* andere wieder von der Erfüllung einer nationalen Pflicht gegenüber der jungen. Industrie — ist heute schon erledigt* Es ist nicht wichtig, wer hier den kürzeren gezogen bat, Wie bei jedem Krieg, haben auch in diesem zunächst einmal alle gelitten. Einige hat man tüchtig gesohlagen; die anderen hat man bestraft und in den Arrest gesperrt. Die Gemüter haben sich hiebei überaus erregt. Und in de» Aufregung haben sich plötzlich die wahren Gesichter d9f