Die neue Welt
- Journal
- Die neue Welt
- Volume
- 7 (1933)
- Issue
- Heft 291 (7.4.1933)
- Date
- 1933-04-07
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 291 «h^M «kiHMflM^MI MMItt astt DHE NEUE WELT Settot [yiiiiniiatiüj I trnKunTB I j!i4ini(iiisir jmiimiin iniuuiißl | «ii«??oni lOWGI NM. HANAU Ti^^BsJfifiSü Immer wieder bisffltigt ifch'n Sehen nach den ertten Bestrahlungen mit der „Künstlichen Höhensonne" — Original Hanau— verschwinden all die großen und kleinen Beschwerden, die zumeist ihren Ursprung in einem Nachlassen der Nervenkraft haben. Der Mensch fühlt sich wieder frei, geht mit Lust und liebe an sein Tagewerk, er kann gut schlafen und steht körperlich wie geistig bald wieder auf der Höhe. Deshalb ist dl« „Könsfliche Höhensonne" — Original Hanau — für alle, die nicht Sklaven ihrer Nerven sein wollen, unentbehrlich geworden. PREISE) Für Wechselstrom 220 V, Jubiläumsmodell . . S 480.— für liü V, JubliAumtmodell.......S526.- PttrWecheei Strom, 250 V, vereinfacht.JuDi flumsmode.l.......S405.- für HO V, vereinfachtes Jubiläumsmodell ..S445.— Für Oleich8trom bisheriges Modell . . . S 271.— Diese Preise verstehen sich frei int Haus Inklusive allei Spesen „^Nervös" war-«früher ein Begriff Der fremd den meisten Leuten, geruhsam glitt das lebensscjijfl Durch glücklichere Zeiten, Doch heute, wo man ohne Ruhn» Durchs.Dasein mühsam hastet£ Da sind die Nerven schön 1m Nm Aufs schwerste überlastet^ Drum kröftige sie unentwegt Durch Höhensonnen-Stro'hleti^ Wer so den Organismus pflegt; t&poft sjcjiietausend Qoqlerj, Hanau a. M. Zweigt «brlk Linz a. d. D.. Poetf aoh 831 - Wer kauf «lag er für Wien 1i III. Kun dmanng. 12 Tefepnon IT-Ii 2 27 ErhÄlt lcti In allen medizinischen Fachgeschäften, bei der AEQ-Unlon, bei der Oes. für elektr. Bedarf, Wien VII, Ntubaugasse 5, und vlll, AUeretratte 23 ||; .^Künstliche Hohensonne-Oiiftinai Hanau- Zum Zusammenbrach der Judenassimilaifon Aus der Wiener Judengemeinde Interessenten für Bodenkauf in Palästina (erstklassiger Orangenboden) erteilt kostenlose Auskunft der Austro-Palästinensische Wirtschaftsdienst jeden Montag und Donnerstag von halb 5 bis 6 Uhr Im Sekretariat, IX., Berggasse 16. Die Juden in der palästinensischen Polizei Die palästinensische Regierung veröffentlicht jetzt einen Bericht über den Stand der Sicherheitskräfte im Lande sowie über das Verbrecherwesen im Lande. Laut dem Berichte zählt die palästinensische Polizei 142 Polizeioffiziere und 2442 Wachorgane. Von den 142 Offizieren sind 2 4 J u d e n, also kaum 16 Prozent. Dazu ist zu bemerken, daß unter den höheren Polizeioffizieren sich fast gar keine Juden befinden. Unter den 2442 Wachorganen gibt es nur 320 Juden, also 18 Prozent. Berücksichtigt man den Umstand, daß die Juden im Lande eine kolonisatorische Minorität bilden, also auf Schutz sehr stark angewiesen sind, so ist die Zahl der für ihren Schutz bestimmten Organe sehr gering. Zwar ist die Zahl der schweren Verbrechen in Palästina in den letzten Jahren gesunken. Die häufigen Ueberfälle auf jüdische Kolonien drängen jedoch zur Forderung nach erhöhtem Schutz, nach der Bildung eigener jüdischer, von der Regierung anerkannter Schutzkorps. Der neue Budgetvoranschlag der Stadt Tel-Awiw Aus Tel-Awiw wird der „Neuen Welt" berichtet: Das abgelaufene Jahr war ein Jahr der Blüte, nicht nur für die Einwohner, sondern auch für die G e m e i n d everwaltung von Tel-Awiw. Statt der präliminierten Einnahmen von 125.000 Pfund wurden 135.000 Pfund an Steuern etagenommen. Also 10.000 Pfund mehr, als im Voranschlag angenommen wurde. Im abgelaufenen Jahre beteiligte sich die Regierung am Budget der Stadt mit nur 9000 Pfund. Der Voranschlag für das laufende Jahr wurde mit 167.000 Pfund erstellt und der Regierung zur Bestätigung vorgelegt. Ferner wird die Regierung aufgefordert, ihren Beitrag zum Budget wesentlich zu erhöhen. Die Gemeinde plant, eine Anleihe von 10 0.000 Pfund aufzunehmen, um wichtige Stadterweiterungspläne durchzuführen. Zwei neue große Aktiengesellschaften in Palästina Zum ersten Male in der Geschichte der palästinensischen Wirtschaft haben zwei Aktiengesellschaften ihr Kapital zur öffentlichen Zeichnung in Palästina aufgelegt. Die beiden Unternehmungen sind: Hamei Tiberia (Tiberias Hot Springs) Ltd. und „Kallia", Seaside and Health Resort Ltd. Die Gesellschaft „Hamei Tiberia" will die Konzession der heißen Bäder in Tiberias von den gegenwärtigen Eigentümern übernehmen. Die Konzession lautet auf 40 Jahre und erstreckt sich auf fünf Kilometer im Umkreis von dem Stadthaus in Tiberias. Das Kapital der Gesellschaft ist auf Pfund 55.000 festgesetzt, bestehend aus 3000 Gründeraktien zu je Pfund 5.— und 8000 7prozentige Vorzugsaktien zu je Pfund 5.—. Die Direktoren der Gesellschaft sind bekannte palästinensische Wirtschaftler: Bernhard A. Rosenblatt, Jacob Gesundheit, Bernard Joseph, Joshua Supraski, Louis Rosenblatt und Isac Rokach. Die Gesellschaft „Kallia" unternimmt die Schaffung eines Winterkurortes am Toten Meere. Die Gesellschaft besitzt einen Pachtvertrag mit der Regierung auf die Dauer von 49 Jahren (und einer Option auf weitere 49 Jahre) auf ein Gebiet von 966 Dunam, das sich zwei Kilometer entlang der Küste des Toten Meeres erstreckt und % Kilometer tief ist. Ein Restaurantgebäude wurde bereits errichtet, ein zweites Restaurant, Badehütten, Rudermöglichkeiten, ein Tennisplatz, eine Schießstätte sollen demnächst gebaut werden. Das Kapital der Gesellschaft beträgt Pfund 20.000 und setzt sich aus 6000 Gründeraktien zu je % Pfund und 19.700 gewöhnlichen Aktien zu je Pfund 1 zusammen. Zunächst werden 10.000 Aktien zur Zeichnung aufgelegt. Die Direktoren sind: Major G. T. Tulloch, Rechtsanwalt S. Horowitz, Harry S ache r, Ismail B e y e 1 Hussein! und S. A. van V r i e s 1 a n d. Man verspricht dem Unternehmen eine gute Zukunft, bemängelt aber, daß den Inhabern der Vorzugsaktien (mit einem Kapital von nur Pfund 300 vom Gesamtkapital von Pfund 20.000) 15 Prozent Xorzugsdividende zugesichert sind, Nach wochenlangen Beratungen würde der Budgetvoranschlag 1933 der Wiener Judengemeinde erledigt. Er weist Ausgaben in der Höhe von zirka 6 Millionen Schilling und ein Defizit von 410.000 Schilling auf. Die Erstellung des Finanzplanes oblag diesmal dem zionistischen Vizepräsidenten und Finanzreferenten Dr. Josef Löwenherz, welcher in Anbetracht der geschwächten Steuerkraft und Steigerung der an die Gemeinde gestellten Forderungen auf dem Gebiete der Fürsorge, des Kultus- und Unterrichtswesens usw. eine besonders schwere Aufgabe zu lösen hatte. Er hat unter Aufwand größter Mühe und mit Verständnis für die wichtigsten Pflichten der Gemeinde einen Plan erstellt, der allen sachlichen Einwänden standhält. Ueber den Inhalt des Budgets Im einzelnen wird noch zu sprechen sein. * Die Vertreter der liberalen, konservativen und sozialdemokratischen Assimilationsjuden, welche bisher die Gemeinde geleitet hatten, Ubernahmen diesmal die Bolle der Opposition. Die Art, wie sie diese Bolle spielten, bewies, daß die ihnen zugefügte Wahlniederlage nicht gerecht war. Um gerecht zu sein, hätte sie zahlenmäßig unendlich größer sein müssen! Die Herren haben nichts, aber gar nichts gelernt. Die von ihnen vorgebrachten Argumente waren unsinniger, bösartiger und würdeloser als je zuvor. Ihre „sachliche" Opposition beschränkte sich auf die Posten: Palästina, Unterricht und Jugendfürsorge. Sie forderten die Streichung des Postens von 15.000 Schilling für den Aufbau des jüdischen Palästina. In einer Zeit, da der Drang nach Palästina und die Sehnsucht der Juden — weit über den Rahmen der zionistischen Bewegung hinaus — elementare Formen angenommen hat, widmet die zweitgrößte Judengemeinde Europas sage und schreibe ein Viertel Prozent ihres Budgets dem größten jüdischen Werke aller Zeiten. In einer Zeit, da die jüdische Jugend in Arbeitslosigkeit und schmachvoller Bedrängnis seelisch und körperlich zu verkommen droht, unterstützt die Wiener Judengemeinde — leider nur in ganz unzureichender Weise — die Wanderung dieser Jugend nach Palästina. Und die Herren Assimilanten aller Schattierungen, die kapitalistischsozialdemokratische Opposition fordert unter heuchlerischem Hinweis auf die Not der „heimischen" Judenschaft die Streichung dieser winzigen, wirklich nur symbolischen Charakter tragenden Palästina-Posten. In einer Zeit, da jüdische Kinder in den allgemeinen Schulen ein Martyrium erleiden, fordert diese Opposition die Streichung der Posten für das einzige jüdische Gymnasium mit 460 Schülern, für das Pädagogium, für jüdische Jugendkurse, für jüdische Turn- und Sportvereine, für Verbesserung des bisher von ihnen geleiteten, daher im ärgsten liegenden jüdischen Bellgions-, Sprach- und Geschichtsunterrichtes. Alle diese vorgeschlagenen Zusatzposten, Palästina mitinbegriffen, machen nicht ganz 1 Prozent des Budgets, 50.000 Schilling, aus. Die Opposition aber schreit von Verrat an der notleidenden Wiener Juden schaft. Das nennen die Herren „sachliche" Opposition. * Ihre „politische" Opposition treibt womöglich noch häßlichere Blüten. Angesichts des Zusammenbruches der Judenassimilation in Deutschland und Uberall entblödeteen sich die liberalen Unionisten und sozialdemokratischen „Werktätigen" nicht, dem nationalen Zionismus vorzuwerfen, er sei die Ursache des Antisemitismus, In einer Zeit, da ihre ungetauften, getauften und halbgetauften Führer Uberall hinausgejagt werden, wo andererseits der zionistischen Bewegung allseitig tiefe Achtung gezollt wird, wagen sie die Behauptung, der Zionismus entfremde die Juden ihrer nichtjüdischen Umgebung. Ja — sie steigen so tief, ohne Angabe irgend eines Grundes, ihre zionistischen Mitbürger als „schlechte Patrioten" zu denunzieren, heute, in der Zeit des ärgsten Antisemitismus. Sie machen das Maß an Bosheit, Würdelosig und Engstirnigkeit Übervoll. Ihre Wahlniederlage Ist nicht greebt. Sie hätte unendlich größer sein müssen! Die Sprecher der Opposition erklärten, namens ihrer 15 Genossen gegen das Budget zu stimmen. Aber das Budget wurde mit allen gegen nur 8 Stimmen angenommen. Was hatte das zu bedeuten? Den Anfang des völligen Zerfalles der kapitalistisch-sozialdemokratischassimilatorischen Gruppe in der Judengemeinde! Das Vorgehen der Wortführer dieser Gruppe hatte nicht nur bei den Zuhörern Widerwillen erregt, sondern auch Inden eigenen Reihen. Fast die Hälfte der Gruppe hat ihren Führern im letzten Augenblicke die Gefolgschaft versagt und sich der Abstimmung enthalten. Der Anfang vom Ende. Am der revisionistischen Bewegung Das Exekutivkomitee der Weltunion der Zionisten-Revisionisten veröffentlicht folgende Erklärung: Herr Jabotinsky setzt die Herausgabe von Manifesten und Verordnungen fort. Nachdem er sich zum Chef der Partei erklärt hatte, hat er ein eigenes „Exekutivsekretariat" bestimmt. Jetzt wird von den zwei Instanzen — von Herrn Jabotinsky und vom Sekretariat — eine Art „Plebisz i t" unter den Revisionisten organisiert, zum Zweck, den „Putsch" zu legalisieren. Am 31. März ist aus Warschau ein von Herrn Jabotinsky und einigen Herren gefertigtes Zirkular ausgeschickt worden, worin die revisionistischen Landesorganisationen aufgefordert werden, unter den Revisionisten und den Betarim ein „Plebiszit" über die Frage durchzuführen, ob Herr Jabotinsky legal gehandelt habe. Das Exekutivkomitee fühlt sich gezwungen zu er-. klären, daß diese Manipulation, die sich „Plebiszit" nennt, nicht legal, für niemand bindend ist und nicht den. geringsten juridischen oder moraiischen Wert hat. Die gewählte Körperschaft der Partei wird niemals ein „„Plebiszit" anerkennen, das ungesetzlich durch Privatpersonen unter abnormalen Umständen durchgeführt wird. Niemand darf sich durch die etweige Möglichkeit, mit „Nein" zu antworten, irreführen lassen. Weder die ,,Ja-" noch die „Nein-"Antwort haben in diesem Fall irgendeine Bedeutung. Alle Revisionisten werden aufgefordert, nicht den geringsten Anteil an einem „Phebiszit" zu nehmen, das die Bewegung in den Augen der Oeffentllchkeit'bloß kompromittieren könnte. Das Exekutivkomitee: M. Großmann. J. Machower. S. Soskin. R. Stricker. Neue Dlnarim. Das Exekutivkomitee des Weltverbandes der Zionisten-Revisionisten gibt bekannt, daß im Laufe der nächsten zwei Wochen die neuen, in Palästina gedruckten Dinar im ausgeschickt werden. Laut Beschluß der Wiener Konferenz beträgt der Preis des Dinar 1 Schweizer Franken. Rayon-Konferenzen. In der zweiten Hälfte des Monats April wird eine Reihe von Rayon-Konferenzen »in ganz Polen abgehalten, an der sich Meir Großmann» Weinstein und andere revisionistische Führer Polens beteiligen werden. Die neue revisionistische Jugendgruppe in Warschau Am 5. April fand in Warschau die Gründungsfeier der neuen revisionistischen Jugendorganisation' Brith Haknajim statt. Gleichzeitig werden solche Organisationen in Litauen, Lettland, Estland und Oesterreich gegründet. Die deutschen Revisionisten für Jabotinsky Aus Berlin wird gemeldet: Der Landesverband der Zionisten-Revisionisten in Deutschland stellt sich, eindeutig hinter die Führung Jabotinskys und hat in seiner Sitzung vom 27. März 1933 mit überwiegender Mehrheit beschlossen, entsprechend dem Aufruf Jabotinskys vom 23. März 1933 die politische Arbeit aufzunehmen. Die Mitglieder wurden verpflichtet, den Schekel zu kaufen. Der Landesvorstand leitete die Schekelkampagne und führt die Wahl durch. Die Schweizer Revisionisten gegen Jabotinsky Aus Bern: Das Zentralkomitee der Schweizerischen Zionisten-Revisionisten hat in einer außerordentlichen Sitzung eine Resolution gefaßt, in der die Absetzung der Mitglieder der revisionistischen Exekutive durch den Präsidenten der revisionistischen Weltunion, Wladimir Jabotinsky, als illegal