Die neue Welt
- Journal
- Die neue Welt
- Volume
- 7 (1933)
- Issue
- Heft 290 (31.3.1933)
- Date
- 1933-03-31
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
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Bfeite S MÜ Nisfe WELT WER PROBT DER LOBT die seit vielen Jahren mit Recht so beliebten, besonders schmackhaften STRUM-MAZZOTH die von Tausenden allen anderen Marken vorgezogen werden. Oer verwöhnte ruf goniQften eschmack schätzt besonders die Wall* Biim#Ia fiTBIltti-M AT7ATllf< t, hervorragend delikate Spezialität: afKUllCIV 11 KVlflaPIMJaAlW I VI Auch das „Passechf«st 1M3" wird im Zfjlchcn d«r „IffifnV Hastolh" stehen. „Strum Maisotti" werden nach einem besonderen, Verfahren mit speziellen, patentamtlieh geschützten Maschinen (Oefen) auf elektrischem Wege* unter Bedienung von nur fachmännisch geschulten jüdischen Arbeitern erzeugt. Der gesamte Produktionsprozeß steht unter ständiger Aufsicht des ehrwürdigen Rabbinals der israelitischen Kultusgemeinde. Die genaueste Einhaltung der streng orthodoxen Kaachruth-Vorsehrllten wird von Sr. Ehrwürden Herrn Oberrabbiner Babad überwacht. Verlangen Sie daher überall nur STRUM- MAZZOTH -Grieß und -Farvel Marken Sla alch i Jedes Paket trägt die StamolgHe ,,H. Ilraw^ ^. u Wir garantieren für frische Ware, Erzeugung 1933. ÜÄ»xo,h." U ST DUM IIIIEM II Besonders gut munden ***** R. 31 KUH, WIEK II Vom „Strum" die runden! Rotensterngasse 11 /Tel.R-41-8-71 von Tatsachen belegen, ganz außerhalb des Rahmens der sogenannten Greuelmeldungen, die nicht den geringsten Zusammenhang mit der Weltjudenheit besitzen. Nachstehend die wesentlichsten Berichte: Der Judenboykott 45*e rVatibhalsöziallstiscne Korrespondenz Veröffentlicht einen Aufruf der Parteileitung, der an alle Parteiorganisationen der nationalsozialistischen Pfxtei gerichtet ist. In dem Aufruf heißt es unter anderem: Die kommunistischen und marxistischen Verbrecher und ihre jüdisch-intellektuellen Anstifter, die mit ihren , Kapitalien rechtzeitig ins Ausland ausrückten, entfalten nun'von .dort aus eine gewissenlose landesverräterische Hetzkampagne gegen das deutsche Volk überhaupt.. , Die nationalsozialistische Partei wird nunmehr den Abwehrkampf gegen diese Verbrechen mit den Mitteln aufnehmen, die, geeignet sind, die Schuldigen zu treffen. Es ergeht daher an alle Parteidiehststellen und ' Parteiorganisationen eine Anordnung, deren wichtigste Bestimmungen wie folgt lauten: -In jeder Ortsgruppe und OrgardsationsgÜederung der nationalsozialistische^, Partei sind sofort Aktionskomitees zu bilden zur praktischen planmäßigen Durchführungdes Boykotts jüdischer Geschäfte, jüdischer Waren, jüdischer Aerzte und jüdischer Rechtsanwälte. Die Aktionskomitees sind verantwortlich dafür, daß der Boykott keinen Unschuldigen, uitt. so stärker aber die' Schulden trifft. onsn,:v/HiV,Per /Boykott ..mußt ein allgemeiner, sein^ i ■;rIu.:?weifeUäUenrSQlJl: von, ^eine^'^y^P^^rung^ vpn , Geschäften solange abgesehen werden; 'bis' Vom 'Zentralkomitee in München eine Anweisung erfolgt. Vorsitzender des Zentralkomitees ist Streicher. .•r'ble..^4^^k.^^^s' Überwachen auf das schärfste öle Zeitungen', uawieweit sie sich an dem Aüfklärungsfeldzug gegen die jüdische Greuelhetze im Ausland beteiligen. , .Der Boykott setzt schlagartig Samstag, den 1. April, um 10 Uhr vormittags ein. Er wird solange fortgesetzt, bis eine Anordnung der Parteileitung die Aufhebung befiehlt." Die Aktionskomitees organisieren sofort in Zehntausenden! ybh Massenversammlungen die Forderung nach Entführung einer relativen Zähl für die Beschäftigung der Juden in allen. Berufen entsprechend ihrer Beteiligung an det deuteten Volkszahl. Das Ausland Washington, 28. März (Reuter.) Abgeordneter Sirovich hat dem Repräsentantenhaus eine Entschließung unterbreitet, die .beantragt, alle Verträge zwischen den Vereinigten Staaten und Deutschland 'aufzuheben, sofern nicht die rassischen und religiösen Verfolgungen aufhören und die deutsche Regierung die . Schuldigen bestraft und den Schaden wieder gutmacht. ,; New York,; 28. März. ,Gestern,$and in Madison äcjuäre Garden eine Massendemonstratibnsversammlung der New Yorker Juden gegen die Verfolgung der Juden durah die Nationalsozialisten in Deutschland statt. Der Zudrang war so groß, daß zwei ParaUelversammlungen unter freiem Himmel veranstaltet werden mußten. Unter" den Rednern trat der gewesene Gouverneur von New York AI Smith, Bürgermeister O'Brien, Senator Wagner; Bischof Manning und der Präsident des amerikanischen Gewerkacbaftsbundes Green auf. Tausend Polizisten hielten die Ordnung aufrecht. Jerusalem, 28. März. (Reuter.) In ganz Palästina . haben die Juden eine scharfe Boykottbewegung gegen deutsche Waren und deutsche Filme eingeleitet Die Hakenkreuz-Antwort V';, . Berlin, 28.'März. Heute ist es an vertohiedenen Teilen des'Reiches, so in Gleiwitz, Glogau, Schwerin- Warthe und Augsburg zu Boykottaktionen gegen jüdische Ge^haite gekommen. In allen Fällen wurden die, Inhaber vonL Warenhäusern, jüdischen. Geschäften und,-Rechtsanwaitsbliros' aufgefordert, ihre Betriebe zii schließen. Vor den Geschäften stehen SA.-Posten. Die Polizei nimmt von der-Aktion keine Notfcs. Schone Reden Associated Press veröffentlicht ein Interview, das ihr Berliner Chefkorrespondent mit , dem Reichsa^enmfnjster Freiherrn von Neurath gehabt bat. Freiherr .v$a Neurath, erklärte u. a,; Was die Juden anlangt, so kmn ich nur . sagen, daß ihre Propagandisten im Ausland Ihren Glaubensgenossen in Deutschland keinen Dienst erweisen, wenn sie durch entstellte und falsche Nachrichten über Judenverfolgungen/; Foltern usw. der deutschen Oeffentlichkeit den Eindruck geben, daß. sie tatsächlich vor keinem Mittel, selbst Vor . der Lüge und { Verleumdung, zurückschrecken, um, die Jetzige deutsche Regierung , zu bekämpfen. ' Hat nicht ein prominenter jüdischer . Bankiei' einem^ef amerikanischen Kollegen erklärt:'!- „Wir verbitten uns^euie ■ Einmischung des Auslahdes/Wir deutschen Juden sind Manns genug, um. uns selbst zu helfen." Tatsächlich muß doch jeder Besucher zugeben, daß. man bei.-emem Spaziergang .durch Berlin auf jeder Straße heute nodfct Juden begegnet — ärmlichen sowohl wie elegant gekleideten — die friedlich ihrer Beidhäfttgong nachgehen können. - Die Wahrheit ' ' 'D&r Kommissär für das bayrische Justizministerium, Dr. Frank, hat folgende Bekanntmachung erlassen: Dfe in der politischen Neuorpl- Billige Osterfahrt nach Polen KRAKAU, LEMBERG. STANiSLÄÜ usw. vom'9. bis 24. April- Ohne Paß und Visa, voi\ S 40— autwärts. Verlängerung des Aufenthaltes Sn Polen möglich Fahrterm^ßigung für ^fißchluBreiseijd? auch „nur in einer Richtung. Ahmerdu'n^n'uhd Atis'künite: ,FrknebpolV Wien III,' Rennweg 1, :TeI. U-1M-9Q «id ütiivereali Wie^ KärntneKing 12. Tel., li-ß-A-Ai: TfrY 999 " nung zum Ausdruck gekommene Volksmeinung macht ef erforderlich, daß Richter jüdischer Abstammung nicht mehr mit der Handhabung der Sfcrafrechtspflege und der Disziplinargerichtsbarkeit befaßt werden und daß Staatsanwälte und Amtaanwälte jüdischer Abstammung nicht mehr als Vertreter der AnWage In Gerichtssitzungen .tätig sein werden. Beginn der Selbsthilfe Im Rahmen der bekannten Perao.nalverÄnderungen innerhalb der Verwaltung . $roß- Berlins ist bei verschiedenen Bezirksämtern einer Reihe von Jtidiseben Aeraten die Kündigung zügestellt worden. Der Wirtsohaf tsausachuß des Preußischen Landesverbandes jüdischer .Gerne i n d en veranstaltete am Sönntag, den 26. Üftrz, Unter Hinzuziehung der in Betracht kommenden jüdischen Organisationen eine eingehende Beratung über die gegenwärtig die deutsche Judenheit bewegenden wirtschaftlichen und sozialen Sorgen. Insbesondere wurde; die Lage der freien Berufe (Aerzte, Rechtsanwälte, Schriftsteller) und der verschiedenem Beamtengruppen behandelt. Es wurde einstimmig beschlössen, den Wirtschaftsausschuß als Zentralstellefür jüdische Wirtschaftshilfe,— für wirtschaftliche und soziale Beratung — zu konstituieren. Die Zentralstelle für jüdische Wirtschaftshilfe hat ihren Sitz in Berlin, Charlottenburg 2> Kantstraße 158. Erste Maßnahme der Zentralstelle. Um den dringendsten Notständen zu begegnen, ist bereits eine Abteilung für Wirtschaftshilfe und eine weitere für. Rechtshilfe eingerichtet worden. Erklärung der deutschen Zionisten Die Zionistische Vereinigung für Deutschland hat den deutschen Pressestellen die folgende Erklärung Ubergeben: „Zu dem Mißbrauch, der,.im Auslandmit Nachrichten Uber die Lage der deutschen Juden zwecks deutschfeindlicher Propaganda betrieben wird, erklärt die Zionistische Vereinigung für Deutschland: Wir haben uns am 17. März in einer durch-die Jüdische Telegraphen-Agentur, an die gesamte jüdische Presse der Welt weitergegebenen Erklärung gegen jede deutschfeindliche Propaganda mit großer Entschiedenheit gewandt. Wir haben gegen alle der. Wahrheit nicht entsprechenden Greuelmeldungen und gewissenlosen Sensationsnachrichten Einspruch erhoben und wiederholen heute unseren Protest in aller Oeffentlichkeit. : Wir protestieren ferner gegen jeden Versuch, die jüdische Sache der internen Politik anderer Staaten oder Gruppen dienstbar, zu,, machen. Die Verteidigung der staatsbürgerlichen Rechte der Juden . und die Wahrung ihrer wirtschaftlichen Position kann und darf nicht verknüpft werden mit politischen Aktionen, die sichgegen Deutschland und die außenpolitische Geltung . des Deutschen Reiches . richten/' WF* fTi wwtäi * <•: v M M» rWd iii O. a £ « ''i. * i )i ii x tt •» •> < --J 'H: '5 •, >l ■■: ) <; m *, j «« ü~%~ •Tn-.t , ,:> ^ieder».einmal,,^ uns, ein Beispiel von der tragischen ,^ituatip|i, des jüdischen ,Volkes, in der Galuth.gegehen.* Ein Beispiel/Ur. die sachliche Erkenntnis, daß die' jüdische Existenz^, b|er eine, anormale ist und darum Erschütterungen» Entwurzelungen^ ..Entwürdigungen , ausgesetzt. Und. die Geschichte,hat uns gleichzeitig Winke für die- Aenderung dieser Schicksalslinia gegeben, dienoch immer von. vielen, hunderttausenden Juden nicht erkannt worden, ist.,. -\,\ .......^ Ein Jahrhundert deutscher Assimilationsbewegung ist das klassische Beispiel) fl^Vvdte Tragik^ jn der sich heute jene befinde^, müßsen, di^; ,ein ..restloses; Aufgehen in fremdem Volkstum als unumstößliche^ Tatsache, als, .den Schlußpunkt eines historischen Prozesses ansahen« Nicht die i üd i s c h e Schickealsg«me,inschaft, sondern., die, Verbundenheit mit dem d,e.utsJc h.e.n V o l k auf Gedeih und Verderb das wtar innerste Ueberzeugung. der , stärksten jildlschen Gruppe: in Deutschland. Die , T^ese vpm Verschwinden des (Antisemitismus bei fQrtschreitender Kultur hat ebenso. Schiff bruch gelitten wie der national jüdische, im Zionismus sichtbar gewordene Gedanke -täglich neue Nahrung/und* Bestätigung > erhält. Durch die deutsche ^Judenheit geht ein Ruck der Besinnung. Tausende sehen^ sich gezwungen, ihren Irrglauben abzuschwören,' und suchen Rettung bei ihren Brüdern in den anderen Ländern. Fuhlen sich plötzlich verbunden in der Schicksalsgemeinschaft mit ihren jüdischen Volksgenossen. Das;,3uda, verrecke" wandelte sich da und dbrtfin ein „Juda, "erwache" und-diese Wandlung gibt dem deutschen Juden' wieder Sinn und Hoffnung für seih Leben. ' Da und dort! Aber *da und dort kann man auch andere Erscheinungen verzeichnen. Bs erübrigt sich wohl heute, den Vernichtungsfeldzug des nationalsozialistischen Regimes gegen die deutschen Judenschaft mit einzelnen Fakten zu - belegen. Die Entfernimg jüdischer Richter, Staatsanwälte- und. anderer Beamten, die Beschränkung der jüdischen-Rechtsanwälte als Vertreter vor deutschen Gerichten, die Eliminierung der' jüdischen Aerzte und städtischen Funktionäre, die Bedrohung am Leben und, Eigentuin, die,Einschüchterung der, jüdischen Kautteute und Gewerbetreibenden, die Verjajgung der Juden :aus dem Kunst-, Theater-, Literatur- und Musikleben, all dasr bedarf heute keinerlei Bestätigung mehr. Es ist lächerlich, darüber auch nur eine Zeile zu verlieren. Zehn Jahre Erziehung zum blutigsten Judenhaß, Eindrillen der Chöre mit dem Inimanen Text „Wenn's Judenblut vom Hesser spritzt" und ähnliche Ergüsse schöner;Seelen wären, vertan,, ^wiirde diegegenwärtige, deutsche; Obrigkeit ihren Millionen Anhängern nicht die Möglichkeit der prakt i s c h e n „Betätigung solcher Wunschträume gewähren. Die . Zumutung, daß die Hakenkreuzler. ihr „Juda, verrecke" ja garnicht ernstnehmen, und. darum auf dessen Realisierung .verzichten, müßte jeder ehrliche Nationalsozialist als persönliche Beleidigung empfinden. -Die zivilisierte Welt reagierte, bekanntlich ay£.den kalten, stillen, kontinuierlichen,;, sachlichexi Pogrom. In London, New York., in . Paris, im französischen Tunis, in Holland, ja sogar in Polen wurde von jüdis^ePr und nichtjüdischer, von katholischer, und niohtkatholischer Seite der. von der deutschen. •Rpichsregierung teils inspirierte, teils legalisierte, teils geduldete yemichtungsftel^zug.^it der Aufforderung .quittiert, dur.ch,. den B,oy,jj_ott deutscher Waren den deutschen Machthabe rn die Gewalttätigkeit ihres Regimes den Juden, gegenüber uijter die Nfs.e zu reiben; den deutschen. M,achthabern,'.zu_ apigen^, daß zwar der „Weltjudenheit". gegen ,die. Hakenkreu^zesse, gegen das Pogrom-Programm »keine „schimmernde Wehr" zur Verfügung stehe, .keine. Kanonen, keine ^Kriegsschiffe, keine Aeroplane. und auch, kerne, Goldbarrep, da& aber dieser Weltjudenheit.etwas,and?res zur Seite stehe:^Solidarität in höchster, Not, Abwe.hrwille. und die Sympathie der. Kulturvölker. . J^ur in diesem Sinne ist die. antideutsche .Boykottbewegung in Frankreich, England, Amerika ,.-undi anderswo zu. verstehen — als natürliche, spontane, gerechte Reaktion auf die ungeheuerlichen Brutalitäten physischer und seelischer Natur auf offener Straße unter dem wohlwollenden "Auge der Staatsautorität. " Es handelt sich hier nicht um etwaige Greuelmeldungeh, die vielleicht in angelsächsischen' Ländern «ine gewisse' Boulevardpfesse ihren1 wollüstigen Lesern zum Morgenkaffee: serviert, sondern gerade um die Bekanntmachung dessen, 'wofür ja das deutsche Hakenkreuz ein Jahrzehnt lang kämpfte: der'Mittel zur Ausrottung der in Deutschlandlebenden Juden. Ueber die Tataachen, die das illustrieren, braucht man, wie gesagt, keine Zeile zu verlieren. Der zur Macht gelangte Nationalsozialismus hat an meinem Programm keinen Verrat geübti. Er ist konsequent. Er tut, was er kann. Aber da und dort... - '■ ■:<■ „Jüdisches Schixjksal^ sagten wir an der Spitze unserer Betrachtung. Aber da und dort gibt es noch Elemente; die ihr Auge vor diesem Schicksal schließen, ja es besohönigen wollen. Der Central- Was bringt die kommende Woche £ Hin«' angenehme Ueberratohung Jeden-, feil« — Sohlf/mann« lefete ,ß o InU\l n g- Wpoha«' mit vielen neuen Seneatlons- Angeboten. Wer durch gOnttlgen'Einkauf von, OualltÄt8waren viel aiepaien wül, nütze die letzten Tage und eile m Sdii'ffmann II, Taborstraßa k%