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Die neue Welt · 1933-03-24 · Heft 289 (24.3.1933) · page 4

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Journal
Die neue Welt
Volume
7 (1933)
Issue
Heft 289 (24.3.1933)
Date
1933-03-24
Page
– (sequence 4)
Language
German
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DHC NEUE WELT Nr. m llluiion und Wirklichkeit in Palästina Vortrag Meir Großmann In den Festsaal des Hotel Continental waren Donnerstag, den 16. März, Hunderte Juden Wiens, Zionisten : aller Schattierungen, gekommen, um Meir Großmanns Darstellung der palästinensischen Lage zu hören. Der Vizepräsident der revisionistischen Weltunion, der gerade von einer mehrmonatigen Studien- und Informationsreise aus Palästina zurückgekehrt war, gab in gewohnt sachlicher und übersichtlicher Weise einen Querschnitt durch die politische und wirtschaftliche Situation,'wie sie sich einem kritischen und vor allem herzl-zidriistischen Auge darbietet. Meir Großmann führte in zweieinhalbstündiger Rede folgendes aus: In die Augen springend ist der wirtschaftliche Fortschritt., des Landes. Das Erreichte beweist, daß der Begriff der Aufnahmsfähigkeit des Landes ein lä'fci ler« ist. Denn das, was vom technischen Standpunkt als unmöglich erschien,, hat sich in der Wirklichkeit als möglich und } erreichbar erwiesen, dort, *wo es sich um eine nationale Notwendigkeit, um einen historischen Prozeß handelt: Beispielsweise die Installierung einer Industrie und die inten s i ve Wirtschaft als Basis der Landwirtschaft, wobei diese'als profittragender Zweig der Wirtschaft im allgemeinen aufscheint. . -t . Zu gleicher Zeit zeigt sich die Einseitigkeit, des neu«n Immigrationselernents, .das.sich auf Pardessim und Häüserbau konzentriert (hauptsächlich in Tel-Awi\y;und Saron), aller den- Unternehmergeist, der Pioniere vermissen läßt. Haifa mit seinen ungeheuren; Möglichkeiten wird /vernachlässigt, zumal da 'nicht' neue Industrien in genügend schnellem Tempo errichtet werden! Das Fehlen eines i entralen Aufbauplans macht sich ungünstig bemerkbar. Es wird gebaut, es kommen" Menschen, werden aber von niemand geführt. In dieser Beziehung spielen die Zionistische Exekutive und ihre Institutionen keine leitende Rolle. Politisch sieht sich die Situation günstiger an- Wenn an Stelle des barschen Tons nun eine angenehmere Atmosphäre dank des Benehmens des Oberkommissärs Wauchope herrscht, so sind,die Juden für diese Selbstverständlichkeit ' dankbar. Aber unbeschadet dessen zeigt die Palästina-Regierung kein besonderes Entgegenkommen, wenn es sich um grundsätzliche Dinge, handelt: Schutzder Industrie; Bau von Straßen in den für die Wirtschaft erschlossenen Gegenden; Vergrößerung der Beteüigung an den Ausgaben für jüdisches Erziehungs- und Gesundheitswesen trotz der ungeheuren Steigerung der Einnahmen; Beibehaltung der Passfieldschen Gesetzgebung bezüglich Landerwerbs; Tendenz, das Tempo der jüdischen Einwanderung zu verlangsamen; Versuch, das Parlament einzuführen usw. / Blicken'wir auf den jüdischen Jischuw! Die verhältnismäßige prösperity besonders des älteren Teils, das Gefühl des Sicherstehens macht sich überall bemerkbar, aber es besteht die Gefahr, daß die prösperity des Jischuw'als Selbstzweck betrachtet werden könne. Unter diesem Aspekt werden Stimmen laut, daß die Zionistische Organisation ausgespielt habe, daß man die große Politik nicht benötige und daß man mit der lokalen Regierung allein alle Streitfragen erledigen könne. Gegen diese Tendenz muß rechtzeitig aufgetreten werden. Denn noch nie war eine starke Zionistische Organisation und eine politische Offensive so wichtig wie jetzt, mit der zusätzlichen Feststellung, daß heute der politische Kampf nicht nur um Losungen, sondern um die Beibehaltung und Ausdehnung der in Palästina vorhandenen Positionen als der Vorstufe für die Bildung einer Majorität geht. Es ist ganz klar, daß die britische Regierung noch heute nicht entschlossen ist, das Mandat durchzuführen; daß sie vielmehr ihre Politik der Hemmungen und durch diese die Ermunterung der arabischen Opposition fortsetzt. Zwar scheint die Regierung bereit zu sein, die jüdische, neues Geld und neue Steuern ins Land bringende Einwanderung zuzulassen, aber die politischen Aspirationen dieser Einwanderung zu unterdrücken. Es sieht wie eine Art Nep-Politik aus, die darin besteht, daß man die Juden wirtschaften, bauen, Geld bringen, Werte aufhäufen läßt, um im geeigneten Moment selbst den Rahm abzuschöpfen. Die Araber haben wiederum eine Offensive begonnen, die an die von 1929 erinnert (nach dem bekannten Rezept) — Ueberfälle auf einzelne, Delegationen an die Regierung mit Warnungen, Depeschen an das Ausland und VQrbereitung einer direkten Attacke. Die Juden und die Regierung slind sich der Gefahr bewußt, aber mehr denn Je ist jetzt ein legaler jüdischer Selbstschutz erforderlich, schon als symbolisch und äußerlich wirksames Präventivmittel.. Die arabische Frage kann selbstverständlich nicht durch Schaffung eines Parlaments gelöst werden, das nur eine Quelle permanenter Reibungen und aufreizender Propaganda wäre. Von einem politischen Abkommen mit den Arabern kann heute keine Rede sein, wen die Vorbedingungen nicht vorhanden sind, aber das tägliche Leben bringt die beiden Völker einander nahe, insbesondere, auf ökonomischem Gebiet Ate Xorbedln-. gung für eine eventuelle Verständigung, die nur auf der Basis der jüdischen Priorität in Palästina erfolgen kann. Es geht umdieAnerkennungdeshistorischen Prozesses, der die Juden spontan oder unter dem Zwang der Verhältnisse nach Palästina bringt, wobei sie die Aufgabe haben, den Nahen Orient zu erschließen. ' * Meir Großmanns Referat, das wir in gedrängter Kürze wiedergegeben haben, fesselte das vielhundertköpflge Publikum bis zum Schluß und fand stürmische Anerkennung. Die Exekutive der zionistischen Organisation an die sdtekel» zahlenden Revisionisten Anläßlich der demnächst stattfindenden Tagimg der schekelzahlenden Revisionisten veröffentlicht die Exekutive der Zionistischen Organisation eine Erklärung, worin es u. a. heißt: Innerpolitische Sonderanschauungen und oppositionelle Strömungen haben in unserer Organisation vollste Möglichkeit, sich frei zu entfalten, solange an den konstitutionellen und organisatorischen Grundlägen unseres gemeinsamen Baues nicht gerüttelt wird. Von diesem Prinzip ausgehend, hat die Zionistische Organisation den Sonderverband "der Zionisten-Revisionisten. anerkannt. Als aber der Sonderverband es ablehnte, sich den Beschlüssen des Aktionskomitees in bezug auf zionistische Disziplin und das Verbot eigenmächtiger politischer Aktionen zu fügen, war das zionistische Ehrengericht gemäß diesem Prinzip gezwungen» seine Rechte zu suspendieren und bei der Exekutive die Auflösung des Sonderverbandes zu beantragen. Die-Exekutive richtet an die organisationstreuen Revisionisten hiemit die Aufforderung, daß sie ihre grundsätzliche Stellung zur Zionistischen Organisation überprüfen und insbesondere ihr Verhältnis zu den Beschlüssen des Aktionskomitees revidieren. Gleichzeitig stellt die Exekutive gegenüber weitverbreiteten irrigen Ansichten, zur Aufklärung der öffentlichen Meinung fest, daß bei der jetzt beginnenden Schekelaktion, die dem 18. Kongreß vorangeht, den Zionisten- Revisionisten, die der Zionistischen Organisation angehören wollen, gemäß der zionistischen Verfassung jede Gelegenheit zum Erwerb des Schekels gegeben werden wird. Selbstverständlich erwirbt jeder Schekelzahler mit der Entrichtung des Schekels nicht nur das höchste zionistische Recht der Teilnahme an den Kongreßwahlen, sondern übernimmt auch alle Pflichten, die sich aus der Zugehörigkeit zur Zionistischen Organisation ergeben. Sir Philip Cunliffe-Lister über Palästina | Der britische» Minister für, die' Kolonien Sir Philip;Cunliffe-Lister. hat auf;dem Jajhr.es,^Dinner des Anglo- Palestine Club zu London einet;'Redeüber die englische Palästina-Politik gehalten, worin "er u. a. sagte! , Als ich in das Koloriiäian|t kani? jWar «ich,' gerade was Palästina betrifft,' unbeschwert von Kenntnissen und Erfahrung, obwohl Ich/ imganzen genommen, dem Zionismus nicht völlig fremd gegenüberstand. Der verstorbene Lord Balfour selbst war es, der mich in die Bewegung eingeführt hat. Wenige Schöpfer eines großen Werkes, das auf seiner wirtschaftlichen Seite Landwirtschaft, Industrie, Seßhaftmachung von Menschen und Entwicklung des Handels einschließt, können mit der gleichen Genugtuung auf die Gegenwart und mit dem gleichen Vertrauen in die Zukunft blicken wie die Schöpfer des Palästina-Werkes. Wäre jedes Land in der Welt in der Lage Palästinas, die wirtschaftlichen Probleme würden einfach zu lösen sein und wir könnten einer Weltwirtschaftskonferenz entraten. Palästina prosperiert nicht nur in relativem Betracht, sondern auch absolut. Die Hauptproduktion, die L a n d w i r t s c h a f t,' behauptet sich durchaus. Wir sehen eine ausbalancierte Oekonomie von Landwirtschaft und Industrie. In Tel-Awiw sehen wir Seite an Seite Handel, Industrie und Wohnungskultur. Die Stadt Haifa kommt empor, ohne daß Jaffa darunter zu leiden hat. Der Kapitalist geht nach Palästina, weil sich ihm dort gesunde Investierungsmöglichkeiten bieten. Wir sehen in Palästina eine \ glückliche Kombination von Kopf, Herz und Mitteln. Die Regierung wird die ihr in der Verwaltung dieses alten Landes gestellte große Aufgabe stetig erfüllen. An§ der jüdisdhen Welt i.Woche der Hilfe an die Judenheit in der Sowjetunion". In Palästina wurde eine „Woche der Hilfe an die Judenheit in der Sowjetunion" proklamiert und auch in allen Synagogen ausgerufen. Ueberau wurden Geldsammlungen veranstaltet, die zur Anschaffung von Nahrungsmitteln für die hungernden Juden in Sowjetrußland durch die Gesellschaft „Torgsin" verwendet werden. In Tel-Awiw wurden zu diesem Zweck 1000 Dollar aufgebracht. Ungarische Gastvorträge an der Universität von Jerusalem. Die Professoren Dr. Karl Goldzieher und Dr. Josef Patai erhielten durch den Kanzler der Jerusalemer Universität eine Einladung des dortigen Universitätssenats zur Abhaltung von Gastvorträgen. Professor Goldzieher wird am dortigen Einstein-Institut Uber Mathematik und Dr. Josef Patai über die Geschichte der hebräischen Dichtung im ungarischen Mittelalter an der Philosophischen Fakultät der Universität sprechen. Ritualmordlegenden. Das Herannahen des Fessachfestes hat die Ritualmordlegende wieder aufleben lasseh. In dem Städtchen Landworowo bei Wllna verschwand die bei der Schlächtermeisterin Sara Butriraowicz bedienstete Stephanie Rutowicz. Dies gab Anlaß zu der Legende, daß das Mädchen das Opfer eines Ritualmordes geworden Ist. Agitatoren hetzen gegen die jüdische Bevölkerung. — In Popolian bei Kowno wurde eine Jüdin mit ihrem Kind von der Polizei angehalten, weil sie nicht , ttbei die a&tlgen Pokiyneiite verfügte, Sofort verbreiteten \ Agitatoren das Gerüöht,. daß ein christliches Kind von Juden gestohlen wurde und zu Pessachzwecken geopfert werden soll. Beruhigung trat erst ein, als die Polizei die Identität von Mutter und Kind festgestellt hatte, Drei Juden in Sowjetrußland hingerichtet. Unter der Beschuldigung, einer gegenrevolutionären Organisation von „Saboteuren" anzugehören, die das Ziel verfolgt, die russische landwirtschaftliche Arbeit zu behindern, um Hungersnot und Unzufriedenheit unter den Massen hervorzurufen, wurden 35 Beamte des Ministeriums für Landwirtschaft und des Ministeriums für Kollektivisierung von der Ogpu (Politische Polizei) zum Tode Verurteilt und hingerichtet und 40 Beamte zu 10, bzw. 8 Jahren Gefängnis verurteilt. Unter den Hingerichteten befinden sich drei Juden, nämlich Moses Wolf, einer der Schöpfer des Kollektivisierungsplanes, Michael Kovansky und Jakob Fabrikant. Unter den zu Gefängnisstrafen Verurteilten befinden sich die Juden Gregory Stern, Viktor Chernomordik, Max Lebschin, Samuel Orschahsky, Abraham Dolt und Samuel Pupko. 15 Jahre jüdische Telegraphenagentur. Der 15. Jahrestag des Bestehens der jüdischen Telegraphenagentur wurde am 15. März abends mit einer Feier begangen, der etwa 700 der prominentesten Persönlichkeiten der Vereinigten Staaten, Männer und Frauen, beiwohnten. Hauptredner des Abends war Professor Albert Einstein. J. I. Straus Botschafter der Vereinigten Staaten in Frankreich. Präsident Franklin D. Roosevelt hat Herrn Jesse Isidor Straus zum Botschafter der Vereinigten Staaten in Frankreich ernannt. Jesse Isidor Straus ist ein Sohn des bei der „Titanic"-Katastrophe ums Leben gekommenen Isidor Straus und ein Neffe des verstorbenen Diplomaten Oskar Straus und des verstorbenen großen jüdischen Philanthropen Nathan Straus. .Ein polnischer Jude amerikanischer Gesandter in Polen. Die jiddische Tageszeitung „Moment"' erfährt aus autoritativer Quelle, daß die amerikanische Regierung der polnischen Regierung mitgeteilt habe, sie beabsichtige, den Vorsitzenden der außenpolitischen Kommission im amerikanischen Senat Sol Bloom zum amerikanischen Gesandten in Warschau zu ernennen. Bloom ist Jude und stammt aus Polen. Die Zahl der Juden in der Türkei. Laut der neuesten Mitteilung des staatlichen statistischen Amtes der Türkei wohnen in der heutigen Türkei 81.872 Juden. Die größte jüdische Gemeinde in der Türkei, die in Konstantinopel zählt 46.698 Seelen, die zweitgrößte, die in Smyrna, 16.501, die drittgrößte, die in Adrianopel, 6098 Seelen. Jüdische Privatgymnasien in Lettland. Der Volksbildungsminister Lettlands hat ein Gesetzesprojekt ausgearbeitet, das, falls es durch den Sejm zum Beschluß erhoben werden sollte, die Wirkung haben müßte, daß sämtliche Mittelschulen der nationalen Minderheiten, die zum Teil von Zuschüssen des Staates und der Stadtverwaltungen, zum anderen Teil von Beiträgen der Eltern der Schüler erhalten werden, aufgelöst werden müßten. Laut der bestehenden Ordnung bewilligt die Budgetkommission des Sejm Zuschüsse für die Mittelschulen der Minderheiten proportioneil zur Stärke der Minderheiten innerhalb des betreffenden Distrikts. Laut der Aufstellung der jüdischen Volkbildungsabteilung sollten die 15 jüdischen Privätgymnasien .in .Lettland insgesamt .50.000 Lat. an Zuschüssen jährlich bekommen. Minister Keninsch aber beabsichtigt die Streichung aller Zuschüsse für die privaten jüdischen und russischen Mittelschulen.' Konferenz für geistige Abrüstung. Vom 31. März bis zum 2. April 1933 findet in Genf eine Konferenz von Akademikern zürn Studium der Frage der geistigen Abrüstung (Conference Universitaire pour l'Etude du DSsarmement moral) statt, Die: Manifestation wird von sieben großen internationalen Studentenorganisationen einberufen, unter den Initiatoren befindet sich auch der Weltverband der Jüdischen Studenten. Ein jüdischer Lehrstuhl an der Universität Dorpat. Die Regierung von Estland, die den in Estland lebenden etwa 5000 Juden eine eigene Kulturautonomie gegeben hat, gewährt nun auch der jüdischen Wissenschaft ein Asyl, indem sie der Errichtung eines Lehrstuhls für judaistische Wissensch a.ften an der Universität Dorpat zustimmte. Der Lehrstuhl wird eröffnet werden, sobald die entsprechenden Geldsummen von jüdischer Seite aufgebracht sein werden. Da die kleine estnisch-jüdische Gemeinschaft hiezu allein nicht in der Lage ist, wird geplant, sich ah die Judenheit in anderen Ländern um teilweise Finanzierung des Lehrstuhls zu wenden. Man hofft auf Zuzug jüdischer Studenten aus dem Auslande, da in Estland die Lebenshaltung sehr billig ist und ausländische Studenten gern gesehen werden. In den größeren europäisch-jüdischen Zentren haben sich bereits Hilfskomitees zur Unterstützung des jüdischen Lehrstuhls in Dorpat gebildet. Niederkämpfung antijüdischer Ausschreitungen in Polen. In dem polnischen Kreis Zywiec bei Bielitz im früheren Oesterreichsch-Schlesien kam es am 15. März in verschiedenen kleinen Städten zu Ausschreitungen rechtsradikaler polnischer Nationalisten gegen jüdische Geschäfte. Polnische Polizei ging mit großer Schärfe gegen die Demonstranten vor, von denen einer getötet und drei schwer verletzt wurden. Ueber 80 Teilnehmer der antisemitischen Demonstrationen sind verhaftet worden. Die Warschauer Regierungspresse erklärt heute in sehr scharfen Ausdrücken, daß ein Uebergreifen der antisemitischen Agitation nach Polen von der Regierung auf jeden Fall verhindert werden würde. Die Vorstellung, daß die nationale Größe durch das Zerschlagen jüdischer Läden begründet werden könnte, hätte in der freien polnischen Republik keinen Platz. Eine Frau zur Vorsitzenden einer jüdischen Gemeinde gewählt. In Duisburg wurde bei der Wahl des Vorstandes der Synagfogengeraeinde die Zionistin Frau Anna Levy zum ersten Vorsitzenden gewählt. Das ist wohl der erste Fall, daß eine Frau an die Spitze einer jüdischen Gemeindekörperschaft gestellt wurde. Eine Synagoge aus dem 6. Jahrhundert aiif dem Karmel ausgegraben. Wie offiziell mitgeteilt wird, wurde soeben unter der Aufsicht des .Altertums-Departements der Palästina-Regierung auf dem Berge Karmel in Haifa eine SynagogeausdemsechstenJa h rhundert ausgegraben. Zwei Drittel der Grundmauern konnten bereits freigelegt werden, der Rest liegt unter neuerbauten Häusern. Es wurde ein Stück des Mosaikbodens freigelegt, auf dem Darstellungen eines Tierkreises,'zweier siebenarmiger Leuchter, umgeben von anderen Gegenständen des Rituals, und zwei Inschriften in hebräischer Sprache zu sehen sind. Die Hebräische Universität .leistete der Regierung bei ihrer Arbeit Unterstützung.

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