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Die neue Welt · 1933-03-17 · Heft 288 (17.3.1933) · page 6

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Journal
Die neue Welt
Volume
7 (1933)
Issue
Heft 288 (17.3.1933)
Date
1933-03-17
Page
– (sequence 6)
Language
German
Belongs to
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Seite 6 Nr. 288 ELEKTRO- Insfallationen LUSTER UND GAS* APPARATE solid u. billig DRIMER/ WIEN II, Ob,Donau«traße 1/ Tel» A«41»8>82 Voranzeige Am 5. April wird Dr. Leopold Ehrlich-Hlchler, der Verfasser des bekannten Bomanes „Der Sohn des Moses Mautner" aus seinem neuen Romane „Helmweh nach Wien" das Seder-Kapitel lesen. Die Vorlesung wird um halb 0 Uhr abends im Revisionistenheim, IL, Untere Augartenstraße 38, stattfinden. Nähere Anzeige folgt zeitgerecht. Gratulation Die Leitung der Union der Zionisten-Revisionisten Oesterreichs gratuliert Ihrem Mitglied Dr. Salomon Wolf herzlichst zur erfolgten Vermählung. Geburts- und Sterbestatistik in Palästina Laut amtlicher Statistik wurden im Jahre 1932 in Palästina 5281 Juden und 34.505 Moslems geboren; in dem gleichen Jahre starben 1746 Juden und 18.542 Moslems. Anläßlich der Promotion des Herrn ADOLF LESER zum Doktor der Rechte gratulieren der Familie B. W. Leser herzlichst RABBINER DR. L. WEISSBERG und Frau Brod, Jugoslawien Zur Entwicklung der palästinensischen Landwirtschaft Das Wirtschaftsdepartement der Zionistischen Organisation in Palästina berichtet: Was die verschiedenen landwirtschaftlichen Erzeugnisse anbelangt, so wäre zu bemerken, daß, außer der glänzenden Lage der Citrusplantagen — Bowohl der Apfelsinen, wie auch der 1 Grape-fruits — auch andere Zweige der Landwirtschaft eine befriedigende Entwicklung aufweisen — namentlich die G e m ü s e k ul tu r, deren Export um 40 Prozent gegenüber dem Vorjahre (pal. Pfd. 11.099 gegen pal. Pfd. 8.159) gestiegen ist. — So sind u. a. Gurken für pal. Pfd. 702 gegen 277 im Vorjahre, Kartoffeln für pal. Pfd. 761 gegen 65, Eierfrüchte für pal. Pfd. 2526 gegen 1594 usw. ausgeführt worden. Auch in der Milchwirtschaft ist ein großer Erfolg zu verzeichnen. Seitens der „Tnuvah" sind 1932 4 Millionen Eier gegen 3,3 Millionen des Vorjahres, ferner 5 Millionen Liter Milch gegen 4*/2 Millionen Liter verkauft worden. Der Gesamtwert der durch diese Gesellschaft verkauften Produkte betrug pal. Pfd. 180.000 gegen pal. Pfd. 147.000 im Vorjahre. Das Wachsen der Eier-, Milch-, Bananenproduktion usw. macht die A bsatzfrage besonders wichtig, um so mehr als eine starke Konkurrenz in diesen Waren (Eier aus Syrien, Butter aus Australien, Lettland, Litauen usw.) zu beobachten ist. Die Organisation jüdischer Landwirte Palästinas beschäftigt sich zur Zeit mit diesem Problem. Ferner wäre noch auf das wachsende Interesse für einen neuen Zweig der jüdischen Landwirtschaft, nämlich der Schafzucht, hinzuweisen. In diesem Jahre sind fünf Kolonien zur Schaf- und Ziegenzüchtung übergegangen, so daß in Zukunft dieser Zweig nicht unbedeutend für die jüdische Wirtschaft sein wird. Arbeitermangel in Palästina •Jerusalem, 8. März. (J. T. A.) Um dem Mangel an Arbeitern in den jüdischen Kolonien abzuhelfen, hat der Waad Leumi die Rektoren aller hebräischen Schulen in Palästina ersucht, ab kommenden Sonntag bis nach den Pessachtagen sämtliche Schüler von 16 Jahren aufwärts vom Schulbesuch zu beurlauben, damit sie sich jüdischen Kolonisten als Arbeiter zur Verfügung stellen können. Auch die Lehrerseminare wurden geschlossen. Die Studierenden begaben sich als Arbeiter in die Kolonien. Ebenso haben viele Jeschiwoth Hunderte ihrer Zöglinge beurlaubt, damit sie sich in den Kolonien als Arbeiter betätigen' können. Belgien und Palästina Soeben ist eine Spezialnummer des offiziellen Organs des Handelsdepartements des belgischen Altrumänien und Transsylvanien fortge schienen, die den Handelsbeziehungen Belgiens mit Palästina gewidmet ist. Das Heft ist 100 Seiten stark und enthält Beiträge vom Präsidenten des belgischen zionistischen Landesverbandes Nahum Torczyner, von M. M. Ussischkin, vom Bürgermeister von Tel-Awiw Dizengoff, von den belgischen Konsuln In Tel-Awiw, Jerusalem und Beirut, ferner reichhaltiges Informationsmaterial Uber den Warenaustausch zwischen Belgien und Palästina. Rapides Anwachsen der Bevölkerung von Tel-Awiw Die Zahl der jüdischen Bevölkerung von Tel-Awiw ist allein In den letzten sechs Monaten von 46.000 Seelen auf rund 56.000 Seelen gestiegen; sie hat also in einem halben Jahre um 10.000 Seelen (Uber 20 Prozent) zugenommen. Die Hauptmasse der neuen Einwohner Tel- Awiws rekrutiert sich aus Angehörigen des bemittelten Jüdischen Mittelstandes, die aus Amerika, Polen und anderen Landern einwanderten und sich an verschiedenen Unternehmungen beteiligen. Die englische Versicherungsgesellschaft „Prudential Assurance Company" investiert in Palästina 750.000 Pfund Aus London: Der Jüdische Nationalfonds für England berichtet über die Vorteile der Verbindung zwischen Nationalfonds und der Prudential Assurance Company, die von ihren Kapitalien rund 75 0.0 00Pfünd in Palästina investiert und auf diese Weise zur Belebung der dortigen Wirtschaft beigetragen hat. Bei dieser Gelegenheit wird auf die guten Er fahrungen hingewiesen, die der Nationalfonds auch mit der Wiener Versicherungsgesellschaft „Phönix" seit 1923 gemacht hat. Die Zusammenarbeit zwischen Nationalfonds und Phönix erstreckt sich auf Oesterreich, die Tschechoslowakei, Deutschland, Palästina, Aegypten,- Nordafrika und, andere Länder. Dem Nationalfonds ist aus dieser Verbindung ein direkter Nutzen von 65.000 Pfund erwachsen. Lobet Taubes Zum 70. Geburtstag Der Name Löbel Taubes hat die Eigenschaft, Gedankenassoziationen mannigfaltigster Art hervorzurufen. Im Bewußtsein dessen, der den Namen Löbel Taubes hört, taucht die Gestalt eines hohen, langbärtigen, dunkeläugigen Juden unbestimmten Alters auf; eines Mannes, dem es vergönnt ist, wo er — in der Gesellschaft, auf dem Podium, in der Schrift — erscheint, einen Mittelpunkt zu bilden. Bei aller Popularität ist er biographisch fast unbekannt. Ein paar Daten seien hier gegeben: Als Sohn eines Rabbiners, als Enkel eines berühmten Gaons 1863 in Ottynia (Galizien) geboren, mütterlicherseits von Bai Schern Tow, dem Begründer des Chassidismus, abstammend, obliegt der junge Löbel ausschließlich dem talmudischen Studium, um sich in den Neunziger jähren der nationaljüdischen Tätigkeit hinzugeben. Ein neuer jüdischer Typ steht in Galizien auf:. Gründer der ersten jüdischen Zeitungen, Propagator des Bekenntnisses zur jüdischen Nation durch Angabe der Umgangssprache „Jüdisch", Organisator der nationalen und wirtschaftlichen Interessen der Juden. Ein Mensch dieses Schlages mußte natürlich an die Bestrebungen für die nationale Wiedergeburt der Judenheit durch den Zionismus Anschluß finden. Er übersetzt Herzls „Judenstaat" ins Jiddische, stellt sein in Czernowitz erscheinendes „Jüdisches Wochenblatt" in den Dienst des Herzl-Zionismus und der Landespolitik und seine Person in den Dienst einer zionistischen Propaganda (Galizien und Bukowina), die wieder nur durch die Eigenart eines Löbel Taubes möglich ist. Kolonialbank, Nationalfonds, Zionistische Organisation sind ihm geradeso wichtig wie seine Arbeiten für die jüdische Literatur, der er mit fanatischem Schwung den Boden bereitet. Im Jahre 1914 übersiedelt Löbel Taubes nach Wien. Jahre fruchtbarsten Wirkens liegen hinter ihm, aber dieser von Ernst und Humor in gleicher Weise durchpulsten Persönlichkeit tut beschauliches Ruhen nicht gut. Er schreibt, spricht, agitiert weiter. Eine Reihe folkloristischer Arbeiten (Abhandlungen über jüdische Namen, eine Studie, „Talmudische Elemente im jüdischen Sprichwort") zeigt ihn auf der alten Höhe. Bei allen schöngeistigen und politischen Aktionen ist Löbel Taubes zu sehen, mit einem launischwitzigen Wort oder tiefgründiger Kritik die Situation durchleuchtend — ein seltener Mensch, ein wackerer Kämpfer, ein Jude von Stolz und Rang. Sein 70. Geburtstag gibt uns Gelegenheit, der jüdischen Welt eine Uebersicht über das reiche Wirken eines Mannes zu geben, der als einer der ersten dem Rufe Theodor Herzls gefolgt ist und dem Judenstaatsgedanken unter Aufwand aller seiner Kräfte bis heute die Treue bewahrt hat. Die Geistigen Entsetzlich! „In Deutschland gibt's keinen Geist mehr." Das will sagen, daß das bißchen Geist, das dort geblieben ist, nicht zählt; denn das geistige Deutsehland, bo melden einige Wiener Zeitungen, ist nach Wien Ubersiedelt, gefluchtet, gejagt worden. Nun kann man, so berichten dieselben Wiener Zeitungen, dieses „geistige Deutschland" in einzelnen Cafös und Bierschenken sehen, zu mitternächtlicher Stunde, mit dem Schicksal hadernd, das ihnen ob des politischen Umschwungs in Deutschland zuteil wurde. Das geistige Deutschland, das sich heute in Wien aufhält, das sind die seinerzeit aus Wien nach Berlin gegangenen „Gelstigen". In den Jahren, da das arme Wien im verarmten Nachkriegsösterreich sich höchst kummerlich ernährte, unter größter Anspannung sein Dasein fristete, für „kulturelle und künstlerische Leistungen" nur geringe Honorare zahlen konnte, für die schöngeistigen Leistungen der Moderne nur wenig Atem übrig hatte —, damals wurde in den Wiener Literatencafes der Ruf nach Berlin laut. Er hatte Erfolg. Neben einer Schar von AllerweltverbrUderern waren es ein paar Dutzend schäbiger, dem Judentum entlaufener Gesellen, Abfallprodukte der judischen Großstadtgesellschaft, Wurzel- und Heimatlose, denen der Zug nach Berlin zu langsam fuhr. Hier in Wien, riefen sie kokett, erstickt ein freier Mensch; hier gibt es keinen Baum für schöpferisches Tun, keine Resonanz. Hier gibt es nur Schnorrer; hier gibt es nur Lodenpolitiker, die Wien verdorfen wollen; hier ist alles Provinz, alles Moder, Barockträgheit — nur kein Tempo! Tempo war das Lieblingswort der Berlinsüchtigen. Und sie gingen nach Berlin. Schmierten sich am Theater, Kabarett, an Literatur und Pseudollteratur, an Kritik und Magazin und all dem, was die revolutionärkonservativen Kreise in Deutschland „Kulturbolschewismus" nennen. Das Hakenkreuz, das Geist und Ungeist ohne Wahl austreibt, hat uns die Herrschaften zurückgespült. Das. geistige Deutschland ist wieder in Wien. So lauten Nachrichten Wiener Blätter. Zufällig fliegt uns eine Nachricht über „Geistige" aus Jerusalem auf den Tisch. Die Jüdische Tele* graphenagentur meldet, daß die jüdischen Studenten Palästinas (die genaue Nachricht findet sich an einer anderen Stelle des heutigen Blattes) vom Schulbesuch beurlaubt werden, um sich den jüdischen Kolonien als Arbeiter zur Verfügung zu stellen. Geistige Menschen, Hörer der Universität, Studenten der Philosophie und Geschichte» künftige geistige Führer, verlassen die Studierstube, um am Aufbauwerk des jüdischen Volkes tätig zu sein. Auch sie stammen aus europäischen Großstädten, aus Wien und Warschau und Riga und Bukarest. Aber es sind nicht dem Judentum Entlaufene. Es sind nicht Abfallprodukte der jüdischen Großstadtgesellschaft. Es sind nicht Träger des sogenannten Kulturbolschewismus. Sie wählten sich einen Raum für schöpferisches Tun, aber nicht in den Berliner Cafes und Kabaretts, sondern in der legalen Heimat Palästina. Sie; werden nicht zurückgespült ... Hier Ghetto, dort Volkstum. Hier Wurzellosigkeit, dort Zionismus. Jetzt wird man die nationaljüdische These verstehen: Jede Assimilation führt zum Debakel, jedes jttdisehes Bekennen zu Würde und Aufstieg, Jüdische Kreditkassa Die 10. ordentliche Generalversammlung der Kreditkassa für Kleingewerbe und Kleinhandel in Wien findet Donnerstag, den 25. März 19SS, um halb 7 Uhr abends in den eigenen Büro* räumen (H., Fraterstraße 9/5) statt. Zu n D B benützt man in jedem jüdischen Haus ^MJ|n^JM?|kf feinstes Palästina-Olivenöl z/911 Er Irl Er nl pidd bv -wa y m pv zum Kochen, Braten, Backen und Salat sehr ausgiebig, leicht verdaulich, In 25-, 5-, 21/,-, 1-» '/«-kg- Dosen „ADIN11- Luxus-Olivenölselfe „HADAR-HACARMEL", Carmei Flowers, Gallll, Babyseife „O R A" - Olivenöl-Seifenflocken Generalrepräsentanz und Alleinvertretung für Oesterreich nur S. RABINOW1TSCH Wien II, Zirkusgasse 10, Telephon R-47-0-50 ACHTUNG I Frisches Olivenöl DDD bv *W3 ist mit speziellen Hechscher-Zetteln und einem besonderen Hechscher des Palöstina-Rabbinates versehen und nur an meine Firma geliefert worden

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