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Die neue Welt · 1933-03-17 · Heft 288 (17.3.1933) · page 5

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Journal
Die neue Welt
Volume
7 (1933)
Issue
Heft 288 (17.3.1933)
Date
1933-03-17
Page
– (sequence 5)
Language
German
Belongs to
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Nr. 268 DIE NEUE WELT AUS PALÄSTINA IIIHIIIIIIHIIIIIIIIIIIIIIIW IIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIH Was ist illegal? Zur frage der jüdischen Einwanderung in Palästina Wie die „Neue Welt" aus Palästina berichtete, haben vor kurzem die Führer der palästinensischen Araber beim High Commissioner (Regierungschef) General Wauchope vorgesprochen und ein Verbot der jüdischen Einwanderung sowie ein Verbot des Verkaufes von Boden an Juden gefordert. Nunmehr liegt der amtlich bestätigte Text der Antwort, welche General Wauchope den Araberführern erteilte, vor. Er lautet: „Ich hoffe, die letzten zwölf Monate haben gezeigt, daß ich zu jenen gehöre, die eine freie und offene Sprache lieben. Man kann über die Methoden in der Behandlung dieser oder jener Frage verschiedener Meinung sein, Sie werden aber, denke ich, anerkennen, daß das Ziel, auf das ich hinarbeite, das Wohl des gesagten Palästina ist. Indem ich aber für dieses allgemeine Wohl arbeiten will, ist es meine Pflicht, die Bestimmungen des Mandats durchzuführen. Diesen Grundsätzen gemäß fühle ich mich nicht berechtigt, den Verkauf von Boden allgemein zu verbieten. Jeder Bodenbesitzer würde es als nicht fair empfinden, wenn die Regierung sich einmischen und ihm sagen würde, er begehe eine Ungesetzlichkeit, wenn er sein eigenes Be-; sitztum veräußert. Anderseits hege ich — wie Sie wohl wissen werden — große Sympathie für die Fei-, ' lachenpächter, die ihre Besitzer nicht daran hindern können, die Pachtböden zu verkaufen. Ich bin mir klar darüber, daß manchmal durch solche Ver- kaufe die Pächter die Mittel zu ihrem Lebensunterhalt verlieren. Die Lage dieser Pächter und die Auswirkung; der geltenden Protection of Cultivators Ordinance verdienen ernste Erwägung seitens der Regierung. Nun zur Frage der Einwanderung: Für die i Regierung gilt nach dieser Richtung als leitendes Prinzip die Aufnahmefähigkeit des Landes. Ich halte dies für ein faires Prinzip. In Zeiten, in denen eine starke Nachfrage nach Arbeiterhänden be- > steht, können mehr Einwanderer in das Land gelassen : werden. Wird die Nachfrage geringer, so müßten weniger Arbeiter einwandern. Ich bedauere es, daß viele Einwanderer ohne Erlaubnis der Regierung nach Palästina gekommen sind. Ich kann Sie ver- ' sichern, daß ich in der Zukunft bestrebt sein werde, .diese illegale Einwanderung hin tanz u- .hallen, wozu mir. die von der Regierung bereits erfolgreich ergriffenen Maßnahmen eine , Handhabe 1 bieten." Wie viele Regierungserklärungen, englische und andere, ist auch die vorliegende dadurch charakterisiert, daß sie hinter wohltönenden Worten von Loyalität, Gerechtigkeit unter Gesetzlichkeit Dinge verbirgt, die weder loyal noch gerecht sind. Wenn General Wauchope behauptet, daß die jüdische Einwanderung gemäß der Aufnahmefähig-, ke i t Palästinas geregelt wird, so ist das eine irreführende, der Wahrheit nicht entsprechende Behauptung. Die Palästina-Regierung hat auf die. mit statistischen Daten ordnungsgemäß begründeten Ansuchen der Zionistischen Organisation um Zuteilung der notwendigen Zahl von Zertifikaten für Einwanderer früher mit Sperre der jüdischen Einwanderung, jetzt mit einer ganz unzureichenden Zuteilung reagiert. Wie rücksichtslos die jüdische Einwanderung in Palästina behindert wird, geht daraus hervor, daß in einer Zeit katastrophaler Arbeitslosigkeit in der ganzen Welt in Palästina ein lähmender — Mangel an Arbeitern herrscht und Landwirtschaft und Industrie in ihrer Entwicklung hemmen. Wie groß die Zahl freier Arbeitsplätze ist, geht aus folgender Meldung hervor: Aus Jerusalem wird berichtet: „Um dem Mangel an jüdischen Arbeitern teilweise zu begegnen, wurden die Schüler der höheren Klassen der jüdischen Schulen in Palästina vom Unterricht befreit und zu landwirtschaftlicher Arbeit in die Kolonien und Pflanzungen geschickt." Kann es noch einen schlagenderen Beweis dafür geben, daß die Behauptungen des Gouverneurs der Wahrheit nicht entsprechen, daß trotz größter Aufnahmsfähigkeit die Juden nicht in entsprechender Zahl zur Einwanderung zugelassen werden! Und was ist es mit der „illegalen" jüdischen Einwanderung, welche General Wauchope energisch zu unterdrücken verspricht? Es ist Tatsache, daß einige tausend Juden ins Land gekommen sind und sich dort ohne die geringste Störung des Wirtschaftslebens eingeordnet haben, allerdings ohne im Besitze eines Zertifikats zu sein. Sie haben wohl der Form nach das Gesetz umgangen, illegal gehandelt. Aber wahrlich nur der Form nach. Denn das oberste Gesetz in Palästina ist das Mandat. Dieses Mandat macht die Förderung des Aufbaues des jüdischen Nationalheimes, also die Oeffnung des Landes für jüdische Einwanderung, der Regierung zur Pflicht. Wer handelt also gegen das Gesetz, illegal? Gewiß die Regierung, welche den Juden ein durch das Mandat als das oberste Gesetz gewährleistetes Recht versagt! Nicht die Juden, welche gezwungen werden, auf Schleichwegen ihr gutes Recht zu suchen. Au§tro* Palä§tinen§fl§cher Alle Informationen über Palästina, Anbahnung YVirfcschaftlicher Beziehungen, Vermittlung von brahenekundigen und eingeführten Vertretern für Palästina so-, wie alle sonstigen wirtschaftlichen Aufklärungen erledigt kostenlos der „Austro-Palästinensische Wirtschaftsdienstf', Wien, IX., Berggasse 16 (Handelsministerium), Tel. A-17-5-40. Sprechstunden des Sekretariats:' Montag lind Donnerstag von halb 5 bis 6 Uhr nachmittags. Interessenten für Palästina gesucht! Fachmann, auf dem Gebiete des gesamten Maschinen- und Apparatebaues, beherrscht vollkommen die modernsten Arbeitsmethoden der eisen- und metallverarbeitenden Industrie, mit 15jähriger Praxis als Betriebsleiter und Konstrukteur, gut hewandert in den manuellen Arbeiten des Betriebes, sucht Unternehmer mit Kapital zwecks Gründung eines Unternehmens In Palästina. Auskünfte erteilt der „Austro- Palästinensische Wirtschaftsdlenst". Interessenten für palästinensische Spiels warenincliistfrae gesucht! Dem Austro-Palästinensischen Wirtschafts dienst würde von einem der bedeutendste n W i r t s c h af t s f ü h r e r Palästinas die Anregung gegeben, für die Errichtung einer Spielware ni u dustrie in Palästina Propaganda und jüdische Unternehmer auf die Erfolgsmöglichkeiten einer solchen Industrie aufmerksam zu machen. Angesichts der Tatsache, daß die jährliche Einfuhr an Spielwaren im Jahre 1930 . , . 15.877 Pfund nach Palästina „ Aegypten „ Syrien . 82.580 »1.1»» betrug, bestehen für eine palästinensische Industrie gute Aussichten, um so mehr, als ja einen Teil dieser Industrie die Heimarbieit bildet, für, welche* in Palästina genügend geschickte und tüchtige Arbeitskräfte zur Verfügung stehen. Nicht minder wichtig ist der Umstand, daß in Palästina das Kunstgewerbe eine große Bolle im Wirtschaftsleben spielt und eine Verbindung dieser beiden Wirtschaftszweige dank ihrer besonderen lokalen Eigenart viel Erfolg hätte. Der Austro-Palästinensiche Wirtschaftsdienst erteilt kostenlose Auskünfte jeden Montag und Donnerstag zwischen halb 5 und 6 Uhr im Büro, Berggasse 16. _ Bericht über die erste Gesellschafts- und Studienreise des Austro-Palästinensischen Wirtschaftsdienstes Dem Sekretariat des Austro-Palästinensischen Wirtschaftsdienstes kommt soeben der erste Bericht der Reiseleiterin, Frau Berta Taubes, zu, dem zu entnehmen ist, daß nicht nur die Reise, sondern auch die Ankunft glatt und zur vollsten Zufriedenheit aller Teilnehmer vonstatten ging. Nach angenehmer Eisenbahnfahrt bis Triest ging die Einschiffung reibungslos vor sieli und die Seereise war für die Reiseteilnehmer eine Erholung. Komfortabler Dampfer und prächtig schönes Wetter bewirkten, daß die Reisenden von der so gefürchteten Seekrankheit verschont blieben. Auf dem vollkommen ausverkauften Dampfer fanden Vorträge und Debatten statt, die sich mit allen Fragen der Judenheit einerseits, der künftigen Gestaltung Palästinas andererseits befaßten. Der Bericht hebt besonders den Empfang unserer Gesellschafts- und Studienreise in Palästina hervor und der Repräsentant des Austro-Palästinensischen Wirtschaftsdienstes in Palästina, Herr Joshua Gordon, war im Verein mit der Reiseleitung eifrigst bemüht, die Landung so angenehm wie möglich zu gestalten. Bereits am ersten Tag ihrer Anwesenheit wurde die Gesellschaft, die in Jerusalem im Goldsmith-Hous zu aller Zufriedenheit untergebracht ist, vom Präsidenten des JUWELIER ÖSTERREICHER hat seine Verkaufsräume nach GRABEN 7 verlegt Im Lokale Wipplingerstraße 29 gelangen bis auf weiteres zurückgesetzte Waren zu RÄUMUNGSPREISEN zum Verkauf Jüdischen Nationalfonds, Herrn M. Ussischkin, empfangen. Bei prächtigem Landwetter nimmt die Reise ihren Verlauf, über den wir in der nächsten Nummer der „Neuen Welt" einen weiteren Bericht veröffentlichen werden. Zweite Gesellschafts- und Studienreise des Austro- Palästinensischen Wirtschaftsdienstes Die überaus rege Beteiligung an der ersten Gesellschafts- und Studienreise des Austro-Palästinensischen Wirtschaftsdienstes, zu der sämtliche verfügbaren Plätze vergriffen waren und an der zirka 100 Personen aus dem In- und Ausland teilnahmen, veranlassen die Leitung des Austro-Palästinensischen Wirtschaftsdienstes, eine zweite Gesellschafts- und Studienreise zu arrangieren. Gab die erste Reise den Teilnehmern Gelegenheit, die Purimfeiertage in Palästina zu verleben, so fällt die zweite Reise, deren Teilnehmer am 3. April Wien verlassen, in die Pessachzeit, deren Feiertage teils in Tel-Awiw, teils in Jerusalem verbracht werden. Eine besondere Bereicherung erfährt das Programm dieser Reise durch die Gelegenheit, nicht nur Palästina, sondern auch Italien, Griechenland und Aegypten zu besichtigen. Selbstverständlich hat die Leitung des Austro- Palästinensischen Wirtschaftsdienstes sofort alle Vorkehrungen getroffen, den Teilnehmern — so wie bei der ersten Gesellschafts- und Studienreise — auch Einblick in die wirtschaftlichen Verhältnisse Palästinas zu gewähren, und durch eine Reihe von Vorträgen, die von berufenen Kennern der palästinensischen Wirtschaft gehalten werden, sowie durch persönliche Auskünfte und Informationen werden die Teilnehmer Gelegenheit haben, ihr persönliches Interesse in wirtschaftlichen Fragen zu befriedigen. Ganz besonders aber machen wir darauf aufmerksam, daß die Teilnehmer dieser Reise alle Bequemlichkeiten genießen werden, da die Ueberfahrt auf; dem 36.000 Tonnen großen Luxusdampfer „Vulkania" vor sich geht, der mit einer großen Gruppe amerikanischer Aerzte und anderer Reiseteilnehmer in Neapel die Wiener Reiseteilnehmer aufnimmt, und die Tatsache, daß der Austro-Palästinensische Wirtschaftsdienst diese Reise zusammen mit dem bestbekannten Reisebüro „C ompass Tours" unternimmt, dessen Führung sich eine Gruppe Wiener Bene-Brith-Brüder, ferner Bene-Brith- Gruppen aus der Tschechoslowakei und Rumänien angeschlossen haben, bürgen, daß auch vom gesellschaftlichen Standpunkt diese Reise bedeutungsvoll ist. Nicht minder wurden alle Vorkehrungen für einen komfortablen und bequemen Aufenthalt im Lande getroff en und hat es die Leitung der ersten Studien- und Gesellschaftsreise des Austro-Polästinensischen Wirtschaftsdienstes, die sich gegenwärtig mit dieser Reisegesellschaft im Lande befindet, übernommen, in Palästina und Aegypten für die beste Unterbringung in den Hotels und Pensionen sowie die bequemste Beförderung während der Besichtigung Vorsorge zu treffen. Für jene Teilnehmer, die die Rückreise über Aegypten bewerkstelligen, bietet sich der besondere Vorteil, daß sie ohne jeden Preisaufschlag in der zweiten Klasse auf der „Ausonia" rückbefördert werden. Der Preis der Ueberfahrt mit Aufenthalt und Besichtigung in Palästina beträgt S 640 und 15 englische Pfund für die Touristenkarte, für den Aufenthalt in Aegypten 9 englische Pfund Aufschlag und S 340 plus 15 englische Pfund für die dritte Klasse. Da nur mehr ganz wenige Plätze verfügbar sind, wird empfohlen, so rasch wie möglich die Anmeldungen vorzunehmen. Anmeldungen und Auskünfte werden täglich von 5 bis 7 Uhr nachmittags im Austro- Palästinensischen Wirtschaftsdienst, IX., Berggasse 16, Tel. A-17-5-40, sowie ganztägig im Reisebüro „Compass Tours", IX., Spitalgasse 3, Tel. B-52-5-38, erteilt. Hebräisch-Kurse des Austro-Palästinensischen Wirtschaftsdienstes Einem vielfach geäußerten Wunsche Rechnung tragend, veranstaltet der Austro-Palästinensische Wirtschaftsdienst Hebräisch-Kurse. Dem Wirtschaftsdienst ist es gelungen, für diese Kurse, die jeden Dienstag und Donnerstag von 7 bis 9 Uhr abends stattfinden, Herrn Dr. Nahum Samonsky zu gewinnen, der sich in liebenswürdigster Weise bereit erklärte, diese so wichtigen Hebräisch-Kurse zu leiten. Um die Teilnahme an diesen Kursen den breitesten Schichten der jüdischen Bevölkerung zugänglich zu machen, wurde die Kursgebühr zu niedrigsten Preisen festgesetzt und beträgt pro Monat pro Person S 5.—. Anmeldungen, bzw. Auskünfte erteilt der Austro-Palästinensische Wirtschaftsdienst schriftlich, bzw. in seinen Sprechstunden jeden Montag und Donnerstag von 5 bis 6 Uhr im Sekretariat, IX., Berggasse 16, Telephon A-17-5-40, Ardiitektenverein, 27* Marx 1933/ 8 Uhr OSKAR TELLER ^Jüdische Dichtungen u. a. Werke von Bt«r*Hofmann, Biallk, Brod, Lasker- Schüler,Jabotlnsky/Reii«n, TorberSfTiqifmkhowsky« Stephan Zweig Karten von S1.— bis S 4.— zu haben: 1. Jordans. 7; II. Untere Augartenstraße 38; II. Praterstr, 13; IX, Liechtensteins^, 23 u, an der Abendkam

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