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Die neue Welt · 1933-03-17 · Heft 288 (17.3.1933) · page 3

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Journal
Die neue Welt
Volume
7 (1933)
Issue
Heft 288 (17.3.1933)
Date
1933-03-17
Page
– (sequence 3)
Language
German
Belongs to
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Nr. 288 DIE NEUE WELT Seit« S T sogenannte Freiheitswelle nicht wenige Elemente zur Höhe gespült worden sind, deren Aufstieg sich besser in einem längeren Zeitraum Schritt fUr Schritt vollzogen hätte. Wenn heute eine verständliche und nicht unberechtigte Rückwirkung einsetzt, werden durch sie unzweifelhaft auch manche Juden betroffen werden, die es persönlich nicht verdient haben." Wenn wir diesen Text (es ist ein Wahlaufruf) seiner schamhaften Phraseologie entkleiden, so steht das Denkgerippe der deutschnationalen Juden vor uns. Sie sind es, die sich nichts sehnlicher wünschen, als Einfluß zu haben im deutschen Geistesleben, und sie sind es, die den „jüdischen Einfluß" einzudämmen als gerechtfertigt ansehen. Welch heillose Verwirrung, welch fragwürdiger Anbiederungsversuch! Die Assbnilanten aller Couleurs reden und schreiben, suchen Probleme zu finden und zu lösen. Gewiß, das Schicksal der deutschen Judenheit ist schwer. Aber eben darum verlangt es Würde, Zurückhaltung, Beherrschung. Und eben darum ist es besser, würdiger, männlicher und für das Judentum zweckdienlicher, zu schweigen. Lieber schweigen* als sich durch hoffnungslose Loyalitatskundgebungen entwürdigen . . . Aus dem deutschen Regierungsblatte Aus Berlin wird berichtet: Der „Angriff" vom 1. März zeigt in seinem Inseratenteil eine von seinem Verlage zu beziehende angebliche UebersetzungdesTalmud (232 Seiten in 6 Heften) an und empfiehlt sie seinen Lesern mit folgenden Worten: „Was steht im Talmud? Neben langatmigen und haarspälterischen rituellen Regeln finden wir im Talmud verschiedene Anweisungen zum Betrügen, zur Beraubung und Ausbeutung der Nichtjuden; nach dem Talmud ist alles Eigentum der Juden; weiterhin ganz deutliche Lehren, nach denen die Nichtjuden keine Menschen, sondern Vieh sind, deren Leben und Seele gänzlich wertlos ist. Jeder Nichtjude muß den Talmud kennen!" Ist das nodh Zionismus? tfarl Marx gellt vor Theodor Herzl — Innere und äußere Gefahren der Korrumpierung des Zionismus durch den Marxismus Sinn des Zionismus ist die Zusammenfassung und Wiederaufrichtung der jüdischen Nation. Das hat Theodor Herzl, der Schöpfer des Zionismus, in einem Satze zum Ausdruck gebracht: „Die Juden sind ein Volk, ein Volk!" Alles, was der Zusammenfassung jüdischer Kräfte und Werte entgegengerichtct ist, ist unzionistisch. Die „nationale" Assimilationsbeweguug, welche die Juden dem jüdischen Volksverband zu entziehen und in fremde Volks verbände einzuordnen trachtet, zerstreut und zerstört jüdische Werte und Kräfte, ist daher unzionistisch. Auch jede soziale Bewegung, welche die Zerreißung des jüdischen Volksganzen zur Bedingung macht, ist unzionistisch. Der Marxismus, welcher den unüberbrückbaren politischen und seelischen Gegensatz von Gruppen (Klassen) innerhalb eines Volkes, also auch des jüdischen, proklamiert, ist gleichbedeutend mit Spaltung der jüdischen Nation, daher unzionistisch. Wenn in gewissen zionistischen Kreisen unter Aufwand ungc heuerlicher Bede- und Schreibseligkeit nachzuweisen versucht wird, daß Marxismus und Zionismus keine Gegensätze» also vereinbar sind, so ist und bleibt das ein Versuch, sowohl den Zionismus als auch den Marxismus zu verfälschen. Im jüdischen Sinne ist Marxismus gleich Äntizionismus. Das soll hier nicht theoretisch nachgewiesen werden. Leider ist das auch nicht mehr so notwendig, denn allzuviele praktische Beispiele liegen bereits vor, dafür, wie sehr der Zionismus durch marxistischen Einschlag gelitten hat. Innerlich und äußerlich. Der Marxismus, auch wenn er zionistische Anschrift trägt, führt vom Judentume weg, ist Assimilation. Auch wenn er sich in hebräische oder jiddische Tracht hüllt; auch wenn er palästinensische Tendenz zeigt. Marxismus ist mit jüdischnationalem Ehrgefühl nicht vereinbar, erzieht das jüdische Individuum zur knechtischen Anbetung fremder Werte und zynischer Verachtung jüdischer Werte, wie die liberal-nationale Assimilation. Herzls Zionismus betont entschieden jüdisches Recht und jüdische Würde und lehnt ebenso entschieden jeden jüdischen Eingriff in das gesellschaftliche Leben anderer Völker ab. „Marxistischer" Zionismus ist in beiden Belangen gegensätzlich gerichtet. Darum flößt der Herzl'sche Zionismus der Umwelt, bis tief hinein ins Antisemitische, Achtung ein, schützt also das Judentum. Der „marxistische" Zionismus muß notgedrungen die Haß- und Furchtgefühle der Umwelt verstärken, er gefährdet das Judentum und seine nationale Wiederaufrichtung. * Bei der letzten Tagung der nunmehr vereinigten sozialistisch-zionistischen Parteien in Galizien gab es auch einen Wandschmuck in Bildern. Ein Organ dieser Partelen berichtet stolz und freudig, daß oben und unten Bilder von Herzl und Führern der Zionistensoziallsten zu sehen waren . . . „Aber in der Mitte Karl Marx!" Auf einem Marx-Feste der zionistisch-sozialistischen Juden in Prag sagte der Festredner: „Wir sind stolz, daß er Jude ist und wir Juden in ihm der Welt nach Jesus noch einen großen Geist geschenkt haben! ..." Wen betet diese jüdische, sich zionistisch nennende Jugend an? Wen setzt sie über Theodor Herzl? Der von diesen Zionisten vergötterte Karl Marx schrieb nach seiner Taufe das Buch „Zur Judenfrage". In dem Vorworte sagt der Herausgeber: Dummköpfe und Bösartige, die über den „Juden Marx" schwatzen, können aus diesem Buche lernen, wie kritisch Marx dem Judentume gegenüberstand." Kritisch? Karl Marx schreibt in diesem Buche: „Welches ist der weltliche Grund des Judentümer? Das praktische Bedürfnis, der Eigennutz. Welches ist der weltliche Kultus der Juden? Der Sehaeher. Welches ist sein weltlicher Gott? Das Geld! Die Emanzipation vom Schacher and vom Geld, also vom realen Judentum, wäre die Serostemanzipation unserer Zeit. Wir erkennen im Judentum ein allgemeines anti- •Oftiales Element. Die Judenemanzipation in Ihrer letzten Bedeutung ist die Emanzipation der Menschheit vom Judentum. Welches war an und für sich die Grundlage der jüdischen Religion? Das praktische Bedürfnis, der Egoismus. Das Geld ist der eifrige Gott Israels, vor welchem kein anderer Gott bestehen darf . . . Die Nationalität des Juden ist die Nationalität des Kaufmanns, des Geldmenschen. . . Sobald es der Gesellschaft gelingt, das empirische Wesen des Judentums, den Schacher und Wucher aufzuheben, ist der Jude unmöglich geworden, weil sein Bewußtsein keinen Gegenstand mehr hat. Die gesellschaftliche Emanzipation der Juden ist die Emanzipation der Gesellschaft vom Judentum." Das Bild dieses Mannes wird neben, wird vor Theodor Herzls Bild gehängt. Von Menschen, die sich Zionisten nennen. Und eine von diesen Menschen zum „Freiheitsgedanken" erzogene „zionistische" Jugend ver- Rasiere dich besser! Nimm die einzige schwedische Weitmarke göttert den Schreiber von Worten, neben welchen die giftigsten Denunziationen verbissenster Judenfeinde matt klingen. Eine verführte Jugend, die sich an der Schmach des eigenen Volkes ergötzt. Im Ghetto und in der Zeit nach der Emanzipation gab es Knechtseligkeit, aber immerhin genug Selbsterhaltungstrieb, Kraft und Würde, um einen schwarzen Pfefferkorn, einen antisemitischen Judenrenegaten zu hassen und zu verachten. Hier gibt man dem roten Pfefferkorn den Ehrenplatz neben, vor Theodor Herzl. Ist das noch Zionismus? * In Palästina fand vor kurzem eine Manifestation des Haschomer Hazair, der zionistisch-sozialistischen Jugendorganisation, statt. Auf dem Podium war unter anderen auch eine Fahne in den jüdischen Nationalfarben „Blau-Weiß" angebracht. Es erhob sich Protest. Unter dem Beifall des Publikums wurde die blau-weiße Fahne (In Palästina! Im Jüdischen Nationalheim!) herunter geholt und durch eine rote Fahne ersetzt, vor welcher dann die Redner für Verbrüderung mit den arabischen Klassengenossen zwecks gemeinsamen Kampfes gegen die jüdische und arabische Bourgeoisie eintraten. Uebrigens — existiert diese Verbrüderung nur in der Phantasie der zionistischen Marxisten. Die arabischen Arbeiter haben bisher jede Art gemeinsamer Organisation mit den jüdischen nachdrücklich abgelehnt, und haben es vorgezogen, gemeinsam mit der arabischen Bourgeoisie Pogrome gegen alle Juden zu veranstalten. Das jüdische Sportwesen in Palästina ist gespalten, denn der sozialistisch-zionistischen Jugend ist es verboten, zusammen mit nichtmarxistischen Jungen und Mädels Sport zu treiben. Dafür hat der poale-zionistische Sportverband den Arabern vorgeschlagen, einen arabisch-jüdischen Arbeiter-Sportverband zu bilden. Der verdiente Fußtritt ereignete sich. Die Araber haben brüsk abgelehnt. In den Mitteilungsblättern der Poale-Zion (Berlin, Jänner 193)3) Ist zu lesen: „Der illusionären Vorstellung ein Volk entspricht die andere: Wir wissen, daß Nation nur ein Deckbegriff und daß das Ursprüngliche und Entscheidende nicht das Volk, sondern seine Klassen mit ihren Interessen sind. Es existieren keine allgemein nationalen Interessen, es existieren nur nationale Interessen der besonderen' Klassen des Volkes. In jeder Klasse sind sie besondere, Im Grunde verschiedene von den anderen Klassen." Ist in all diesen Dingen noch eine Spur jüdischer nationaler Solidarität zu finden, ohne welche doch der Zionismus zur Farce wird?. Noch eine Gesunde Mütter — Gesunde Kinder Wissenschaftlich ist trwiesen: Regelmäßige Bestrahlungen mit d. „Höhen, sonne" während der Schwan n erschaft erlei cutern die Ueburt d. Kindes u. verhüten vorzeitiges Altern der Mutter. Die Stilllähigkeit und der Vitamingehalt der Muttermilcn wird erhöht. Die gefürchteten Kinderkrankheiten Rachitis und Skrofulöse bleinen aus. Das Kind wird auch für andere Krankheiten weniger empfänglich auarzlampen.Gesellschaft m. b. H„ Hanau a. M. Zwelgffnbrlk Linz a. d. D., Postfach 731 VerkaufslagerfUp *len, III, Kundmanngasse 12, TeJnphon: IM 1-2-27 Erhältlich in allen medizinischen Fachgeschäften, bei der AEO-Union, bei der Gesellschaft für elektrischen Bedarf, Wien VII, Neubaugasse 15, und IX, Alserstr.23 Es gibt nur eine Höhensonne-Original Hanau Spur nationalen Empfindens und nationaler Würde? Die Assimilationsjuden in Europa leugnen die jüdische Volkseinheit und biedern sich fremden Nationen an, um geringschätzende Ablehnung zu erfahren. Im Kampfe gegen diese verächtliche und nutzlose, das jüdische Volkstum zerstörende Tendenz ist der Zionismus entstanden. Was sich unter der Marke „marxistisch" im Zionismus jetzt entwickelt, gleicht haargenau dem alten Assimilantentum. Darin liegt doch kein wesentlicher Unterschied, ob der Fußtritt ein deutscher, polnischer oder ein arabischer ist. Die alte „bürgerliche" Assimilation lehnt es wenigstens ab, ihr faules, unjüdisches Geschäft unter jüdischer Firma zu treiben. Die in den Zionismus eingeführte marxistische Assimilation aber nennt sich jüdisch, nennt sich zionistisch, wirbt um nationale Unterstützung und nationales Geld, treibt also ein faules, unjüdisches Geschäft unter jüdischer Firma. Das ist tausendmal unwürdiger. « Die schädliche Wirkung der unnatürlichen Verbindung von Marxismus und Zionismus ist nicht nur innerlich, sondern auch bereits äußerlich in Erscheinung getreten. Sie hat dem Zionismus feindliche Stimmungen dort ausgelöst, wo sie bis nun nicht vorhanden waren. Der Zionismus genießt Achtung und Toleranz seitens der jüdischen Umwelt vor allem darum, weil er als ehrlich-jüdische Bestrebung betrachtet wird, die ein jüdisches Ziel anstrebt und nicht in das gesellschaftliche Leben der anderen Nationen eingreift. Der Marxismus aber bedeutet umwälzenden, gewaltsamen Eingriff in das Leben aller Völker. Er hat daher bei den betroffenen Nationen erbitterte Feindschaft hervorgerufen. Unter solchen Umständen war nicht schwer vorauszusehen, daß sich Mißtrauen und Feindschaft gegen den Zionismus regen muß, wenn er in Verbindung mit dem Marxismus in die Erscheinung tritt. Ein großer Teil der zionistischen Jugend gebärdet sich marxistisch. Die wichtigsten Ressorts der zionistischen Leitung sind Männern anvertraut, welche sich zum Marxismus bekennen. (Daß dieses Bekenntnis oft kein konsequentes ist, sondern eher ein der Zeitmode huldigendes Lippenbekenntnis, macht die Sache nicht besser.) Ist es dann erstaunlich, daß speziell dort, wo sich die Führung einer Nation oder eines Staates mit Aufwand aller Kräfte gegen den Marxismus wehrt, der Zionismus als Schildträger des Marxismus verdächtigt, denunziert und verfolgt wird? . Ein warnendes Beispiel bietet Rumänien, bisher haben die Regierungen dieses Landes, wenn sie auch nicht judenfreundlich eingestellt waren, dem Zionismus gegenüber offiziell und faktisch eine freundliche Haltung eingenommen. Auch wurde der zionistischen Betätigung im Lande kein Hindernis in den Weg gelegt. Nun hat sich gerade in Rumänien der marxistische Zionismus stark bemerkbar gemacht. Das hat zu einem plötzlichen Wechsel der Haltung der führenden rumänischen Kreise zur Frage des Zionismus geführt. Die Pariser Zeitung „Le Journal" bringt' Auslassungen des rumänischen Ministerpräsidenten Dr. Alexander Vaida-Voivod, in Weins Einkauf ist Vertrauenssache! Verlangen Sie ausdrücklich: PALÄSTINA-WEINE PROPR. BftRON ROTHSCHILD "Die Zusendung von Preislisten erfolgt über Wunsch durch den autor. Vertreter für Oesterreich i Gusfav Wilder/ Wien IV/ Rainerg* 31 Telephon U»48-4>84

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