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Die neue Welt · 1933-02-24 · Heft 285 (24.2.1933) · page 6

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Journal
Die neue Welt
Volume
7 (1933)
Issue
Heft 285 (24.2.1933)
Date
1933-02-24
Page
– (sequence 6)
Language
German
Belongs to
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Seite 6 DIE NEUE WELT Nr. 285 AUS DEUTSCHLAND Eine gute Lektion Es steht fest, daß die Überwiegende Mehrzahl der Nichtjuden an die Existenz eines die ganze Welt umspannenden jüdischen Einheitswillens glaubt. Die Legende von der „jüdischen Internationale" zieht sich, gleich dem roten Faden, durch alle Gespinste des Antisemitismus, Aber nicht nur die Antisemiten, auch die anderen sind ▼on dem Vorhandensein einer jüdischen Einheitsfront überzeugt. Leider gibt es eine solche jüdische Einheitsfront nicht, sondern nur eine Bewegung zu ihrer Bildung. Das ist die jüdischnationale Freiheitsbewegung, der Zionismus. Der Zionismus hat viel erreicht, aber die jüdische Einheitsfront noch lange nicht zustande gebracht. Die gegen das Judentum Sturm laufen, stoßen auf eine unorganisierte Masse, auf widerstandsunfähige Zerrissenheit. Mit bemerkenswerter Entschlossenheit ist ein Nichtjude an dieses Problem herangetreten. In seinem Buch „Und dennoch aufwärts" macht der ehemalige deutsche Reichsminister Erich Koch-Weser folgende Bemerkung: „Das Judentum weiß den Gefahren, die ihm drohen, nicht durch Bildung einer einheitlichen Front entgegenzutreten. Einig wird es höchstens bei den größten Ausschreitungen, die gegen seine Angehörigen begangen werden. Im übrigen aber Ist Innere Zerrissenheit und Uneinigkeit noch mehr das Merkmal jüdischer Geschichte als deutscher." Von dieser Feststellung ausgehend, kommt Koch- Weser zu dem Schluß, daß es vergebens ist, den Juden helfen zu wollen. Das Streben nach formeller Gleichberechtigung taugt wenig. Denn: „Auch beim Staate steht die Gleichberechtigung der Juden uuraufdemPapier. sagt er. Mit einer Gemeinschaft, unfähig zu einem Gemeinschafts-Willen zu gelangen, ist eben nichts anzufangen. Sie ist nicht zu halten. Koch-Weser lehnt Gewaltakte gegen die Juden als unethisch und nutzlos ab. „Es gibt kein Mittel, die Judenfrage mit Gewalt zu lösen!" Aber zu helfen ist den Juden auch nicht. Die Juden müssen verschwinden! Dann erst wird Buhe sein. Er sagt: „Die Lösung der Judenfrage liegt nur in der Assimilation der Juden . . ." Nicht erschlagen — aufsaugen . . . Der mit der Persönlichkeit des Verfassers nicht vertraute Leser könnte ihn danach für einen gemäßigten Antisemiten halten. Das stimmt aber nicht. Koch-Weser ist der langjährige Führer der „Demokratischen Partei" in Deutschland, der bekanntlich der Großteil der Juden Deutschlands angehört Er stand Jahrzehnte hindurch mit Juden In engstem, freundschaftlichem politischem Verkehr. -< Sowohl mit den Juden seiner Partei als auch mit den Juden der ihm verbündeten deutschen Sozialdemokratie. 'Vondieser Seite her hat er das Judentum kennengelernt ' und aus dem Verkehr mit diesen Juden hat er den 1 Schluß gezogen, daß den Juden nicht zu helfen ist. Eine zerrissene, keines jüdischen Einheitswillens fähige Gesellschaft. Ganz nette Leute, man soll ihnen beileibe nicht Gewalt antun, sie nicht erschlagen. Aber sie müssen verschwinden. Er sagt, sie müssen sich assimilieren. Nun halten 1 sieh die Juden von der Demokratie und Sozialdemokratie als bereits assimiliert. Wohl deshalb, weil sie auf ihr Voll-Deutschtum schwören, demokratische oder sozialdemokratische Parteiabzeichen tragen und auf die Jüdischnationalen schimpfen. Koch-Weser aber erteilt seinen jüdischen Freunden eine mit herber Enttäuschung verbundene Lektion. Er sagt ihnen: Assimilation heißt was anderes, als was Ihr bisher getan habt. Assimilation heißt — Verschwinden! Berliner Nachrichten Der Vortragsabend am 13. Februar unserer Gruppe „West" im Restaurant Rubinstein gestaltete sich zu einem Propagandaabend erster Ordnung. Bis auf den letzten Platz war der Saal gefüllt, immer mehr Zuhörer erschienen, ja, sogar die speisenden Gäste ließen Essen und Trinken im Stich und gesellten sich zu uns. Unter anderen hatten sich Anhänger des Öffentlichen Zionismus eingefunden. Sie trugen dazu bei, daß steh an das Hauptreferat des Abends eine außerordentlich heftige DiBkuasiön anschloß, d e bis Mitternacht die Gemüter erhitzte, so daß sich auf dem Helmweg Gruppen bildeten und die Debatten nicht enden wollten. Wir alle hatten an diesem Abend das Gefühl, dem Revisionismus gute Dienste geleistet zu haben dadurch, daß wir auch ' Andersdenkende zu Wort kommen ließen und im Wortstreit ihre Argumente vollkommen entkräften konnten. Anlaß dazu gab der Vortrag von Herrn Dr. Kurt F. F rl e d 1 ü n d e r „Judentum in Gef ah r". Drei Momente sind es, die das Judentum gefährden: Antisemitismus. Assimilation und nicht zuletzt der Kommunismus. Antisemitismus auf der ganzen Welt, er tobt Bich nicht Immer in blutigen Pogromen aus. In Deutschland zum Beispiel ist man zu der Methode des Sa^"uM?rde?s, übergegangen, eine Methode, die mit dem Schlachtruf „Juda verrecke" sich Geltung verschafft. Man läßt durch nationale Verbünde aller Fa 1mltäten die Juden aus Stellungen und Berufen verdrängen und schreit im Chorus: Kauft n i c h t b e l J u d e n! Wie stark suggestiv diese Maßnahmen auf das Gastvolk wirken, beweist der Erfolg. Verarmung, Verzweiflung auf der ganzen jüdiwehen Linie. Die Assimilation ein Gefahrenzentrum von allergrößter Bedeutung. Begonnen bei dem in P a p I e r g e w i c k e 11 e n Gebetbuch am Schabbos, endet sie oft mit dem letzten Versuch, der Taufe. Besonders bedroht war das Judentum, in Deutschland während der sozialdemokratischen Aera. Alle Menschen waren vor dem Gesetz gleich und ohne Widerstände seitens ihrer Umwelt verlor man vollkommen das jüdische Nationalgefühl. Es gab keinen öffentlichen Antisemitismus und so hatte man nicht nötig, Bein Judentum auch öffentlich zu bekennen. Man rückte weit ab von seinen Brüdern im Osten, unterschied scharf Ostu n d W e a t j u d e n und Mischehen waren an der Tagesordnung. Noch nicht genug gefährdet, streckt auch der Kommunismus seine Fangenne aus, er fordert schonungslose Ausrottung aller jüdischen Regungen und ist mit seiner Lehre von der absoluten Gleichstellung aller Staatsbürger ein besonderer Anziehungspunkt unserer Jugend, die auf diese Welse ihr Judenproblem gelöst sieht. Alle .Gefahren, denen daB Judentum ausgesetzt ist, werden ihm Kräfte entführen, aber drübtm In unserem Judenstaat In Palästina wird ein Volk auterstehen, seelisch gefestigt, körperlich gestählt, das die Beaten in seinen Reihen finden wird. Stark In Orr Verteidigung seines Judentums, ausdauernd In der Erlösung seines Bodens und stolz auf die uralte Kultur und das Aristokratentum seines VoIrCGS 'Am Montag, den 27. Februar, findet eine Versammlung der Zlonisten-Revislonlsten der Gruppe „Zentrum" im Gemeindehaus, Rosenstraße 2/4, statt. Die Veranstaltung beginnt um 8</a Uhr. Referent: Naziw des Deutschen Brith Trumpeldor, Herr Pessach Feiwel. Diskussion. Gäste herzlich willkommen. Die „Jüdische Spieltruppe Menorah" beflnnt mit den Proben zu einem neuen Stück In den nächsten agen. Anmeldungen sind schriftlich zu richten an Paul Drlesen, Berlin-Steglitz, Hackerstraße 22. Gruppe Zentrum. Am 27. Februar Im G emeindehaus, Rosenstraße, 2/4, pünktlich um 8% Uhr. Große Werbeveranstaltungen. Die Gruppe „Zentrum" der Zlonlsteu-Revisionlsten, Ortsgruppe Berlin, veranstaltet am Montag, den 27. Februar, abends 8 Uhr, in den Musikersälen Kaiser-Wilhem-Straße 31, eine Kundgebung. Es spricht Herr P. Feiwel, Nazlw des Brith Trumpeldor Deutschland, über das Thema: „Der einzige Ausweg: Herzl-Zlonlsmub", „Freie Einwanderung nach Palastina!" Es tritt die Spieltruppe „Menorah" mit neuen Sprechszenen auf. Außerdem spielt das Marschorchester des Brith Trumpeldor. Unkostenbeitrag 20 Pfennig. Gäste herzlich willkommen. _ Am Mittwoch, den L März, findet im Westen Berlins wiederum eine Ortagruppenversammlung der Revisionisten statt. Es spricht Herr Dr. Justus Schloß „Der Antisemitismus unserer Zeit". Der Vortrag findet im Restaurant Rubinstein, Joachimsthalerstraße 14, statt und beginnt um 8Mi Uhr. Frankfurt a. M. Am 3. März Vortrag des Herrn Dr. S. E. Soskln. Herr Dr. Soskin ist Vizepräsident der re Vision i.stischen Weltunion. Danzlg Am 4. Februar veranstaltete die neugegründete „Revisionistische Studentenvereinigung" eine Max- Nordau- Gedenkfeier in den Räumen des revisionistischen Klubs „Menorah". Die Veranstaltung war gut besucht. Es wurden in Hebräisch, Jiddisch und Deutsch Referate gehalten, die Max Nordaus Leben, Bedeutung und Persönlichkeit zum Gegenstand hatten. Hervorgehoben wurde, daß die Revisionisten heute die Träger des Judenstaatgedankens seien, den Max Nordau von Herzt Übernommen hatte und dus Nordau gewissermaßen der Revisionist ohne Organisation war. Der Abend war das erste öffentliche Auftreten der jungen revisionistischen Studentenschaft Vom jüdischen Wellkongreß Aus Berlin wird der „Neuen Welt" berichtet: Am 19. und 20. Februar tagte in Berlin unter Vorsitz von Dr. Nachum Goldmann das vorbereitende Exekutive-Komitee des Jüdischen Weltkongresses. Es nahmen an der Sitzung teil die Herreu: Dr. Eber-Cernauti, Dr. N. Goldmann-Berlin, I. Grünbaum-Warschau,. Dr. E. Jochelmann-London, G. Kareski-Berlin, M. Kreinin-Paris, Dr. E. Margulies-Leitmeritz, L. Motzkin-Paris, Dr. Nurock-Riga, R. Stricker- Wien, B. Zuckermann-New York. In der Sitzung erstattete Dr. Goldmann namens des Zentralbüros sowie die verschiedenen Vertreter der einzelnen Länder Berichte über den Stand der Weltkongreß-Bewegung. Bs ergab sich aus diesen Berichten, daß die Vorbereitung der Landeskomitees in. den einzelnen Ländern bereits überall wesentliche Fortschritte gemacht hat und in den nächsten Wochen in den meisten Ländern die Komitees gebildet sein werden. In Frankreich und einigen anderen Ländern sind die Komitees bereits konstituiert. In der Generaldebatte wurde dann eingehend über die weiteren Methoden zur Fortsetzung und Verstärkung der Propaganda für den Weltkongreß-Gedanken gesprochen, auch von den amerikanischen Mitgliedern des Exekutive-Komitees lagen eingehende Berichte über die Arbeit in . Amerika vor. Es wurde beschlossen, bis zum Frühsommer die Bildung der Komitees in allen Ländern durchzuführen. Ende August wird eine Konferenz stattfinden, an der neben den Mitgliedern des Exekutive- Komitees auch die Vertreter der verschiedenen Landeskomitees teilnehmen werden und die endgültig über Zeitpunkt und Ort des Weltkongresses, Modalitäten der Durchführung der Wahlen, Tagesordnung usw. Beschluß fassen soll. Aus allen Berichten ergab sich, welch starkes Echo der Gedanke des Weltkongresses in den großen jüdischen Massen erweckt hat und in welch hohem Maße sich die Erkenntnis von der Notwendigkeit der Organisierung des jüdischen Volkes in der Form des aus demokratischen Wahlen zu büdenden Weltkongresses durchzusetzen beginnt. Es wurden auch verschiedene Beschlüsse bezüglich der Veröffentlichung von Schriften über Probleme der Weltkongreß-Bewegung gefaßt. Unmittelbar nach der Konferenz im August soll dann eine sehr intensive öffentliche Propaganda einsetzen, damit im Verlaufe des Winters 1933-34 die Wahlen zum Weltkongreß zur Durchführung gebracht werden können. Die übereinstimmende Meinung der Mitglieder des Exekutive-Komitees ging dahin, daß die Propaganda sich in erster Reihe an die jüdischen Massen selbst zu wenden habe und nichtinderFormvonVerhandlungen mit einzelnen Körperschaften, Organisationen und Parteien durchzuführen sei. Es wurde auch eingehend die Stellungnahme zu der von der Federation of Jewish Charities in Wie ein Lauffeuer verbreitet hat sich in den letzten 14 Tagen die Nachricht von der unerreichbaren und unvergleichlichen Meisterleistung, von Schiffmanns „Weiße-Wunder-Woche". Der Massen-Ansturm auf Schiff mann hält unvermindert an. Jeder will diese einmalige, großartige Kaufgelegenheit ausnützen ... und durch günstigen Einkauf sparen. Wien kauft jetzt bei Schiffmann Weißwaren ... vielfach über den dringenden Bedarf hinaus. Diese Qualitäten zu diesen Preisen zwingen alle Sparsamen zum Kauf auf Vorrat. Von wirklicher Billigkeit erhält den richtigen Begriff man ... jetzt bei Schiffmann, II., Taborstraße 48. E Oerein der Buczoczer in Wien Einladung zu der Sonntag, den 26. Februar 1933, in den Fesisälen des Hotel Continental stattfindenden AKADEMIE mit TANZ Hervorragende Kunst räfte / Jazzkapelle Prof Wolfsthal / Karten bei allen Vorstandsmitgliedern erhältlich London angeregten internationalen jüdischen Wirtschaftskonferenz erörtert, wobei einheitlich der Gesichtspunkt zum Ausdruck kam, daß eine wirkliche Klärung der ökonomischen Frage der jüdischen Galuthsituation nur im Zusammenhange mit einer Analyse der politischen Lage vorgenommen werden könne. Es wurden die Richtlinien einer Resolution bezüglich der Stellungnahme zum Gedanken einer Wirtschaftskonferenz beschlossen, die dieser Tage veröffentlicht werden wird. Unter dem Drucke ungeheurer Not Die jüdischen Abgeordneten in Polen stimmen gegen das Budget Die derzeitige Regierung Polens hat mit der erbitterten Opposition der nationaldemokratischen Partei zu kämpfen. Die Nationaldemokraten sind seit jeher Judenfeinde schärfster Art. Alle Ueberfälle auf Juden, die in den letzten Jahren in Polen stattgefunden haben, sind aüf ihr Betreiben zurückzuführen. Gerade jetzt predigen ihre Zeitungen ganz unverhüllt den Pogrom. Es ist auch festzustellen, daß sich demgegenüber Vertreter der Regierung, Minister und Gesandte, wiederholt zur Gleichberechtigung der jüdischen Staatsbürger als unantastbare Grundsätze der polnischen Republik bekannt haben. Man sollte also meinen, daß die parlamentarischen Vertreter der polnischen Judenschaft, welche wahrlich nie durch Regierungen verwöhnt wurde, eine solche Regierung stützen sollten. Aber der Schein trügt. Die schönen Worte dieser „nichtantisemitischen" Regierung verhüllen eine Wirtschaftspolitik gegenüber den Juden, die an Grausamkeit der nationaldemokratischen Pogrompolitik gleichkommt, sie in der Wirkung noch übertrifft; Die „Neue Welt" hat erst vor kurzem berichten müssen, daß unsägliches Elend jüdische Mütter dazu treibt, Ihre Kinder wegzulegen, um sie nicht in ihren Armen verhungern zu sehen! Jüdische Mütter! Die Regierung geht an der Tragödie nicht nur achtlos vorbei, sondern vertieft sie durch Austreibung der Juden aus den letzten ihnen gebliebenen wirtschaftlichen Positionen. So müssen denn die jüdischen Abgeordneten gegen diese „gute, nichtantisemitische" Regierung stimmen. Und der Obmann des Jüdischen Klubs im polnischen Parlament, Dr. Osias Thon, gab vor der Abstimmunf über das Budget folgende Erklärung ab: Im Namen des Jüdischen Klubs erkläre ich: ' Die Sprecher des Jüdischen Klubs haben im Verlauf der Budgetaussprache den Klagen und Anklager dar jüdischen Bevölkerung gegenüber der Regierung Ausdruck gegeben. Seit Jahren weisen wir auf die ungeheure Verarmung der jüdischen Bevölkerung aller Schichten hin. Heute ist et so weit, daß sich der Judenheit Polens Hoffnungslosigkeit und Verzweiflung bemächtigt, da sie keine Möglichkeit einer menschlichen Existenz in der Zukunft vor sich sieht. Juden werden systematisch aus allen wirtschaftlichen Positionen hinausgestoßen, Juden werden all« .Verdienstmöglichkeiten abgeschnitten, der jungen jüdischen Intelligenz werden bei Eintritt in die Hochschulen größte Schwierigkeiten in den Weg gelegt. Der Teil der Jugend, der es erreicht, in die Hochschulen hineingelassen zu werden, ist brutalen Ueberfällen seitens der nationaldemokratischen Jugend ausgesetzt und genießt in einem nur allzu geringen Maße den Schutz der Universitätsbehörden und Regierungsorgane. Das haben die letzten Geschehnisse in Lemberg klar erwiesen. Die jüdischen Postulate sind nicht nur nicht erfüllt worden, sie begegnen auch noch einer merkwürdig anmutenden stumpfen Gleichgültigkeit, die am besten dadurch charakterisiert wird, daß die Regierung im Verlauf der Parlamentsdebatte nicht mit einem Worte auf unsere Forderungen und Klagen reagiert hat. Jahrelang gab sich der Jüdische Klub der Hoffnung hin, daß es ihm mit der Zeit gelingen wird, die Mauer der Gleichgültigkeit zu durchbrechen und die Regierung dazu zu bringen, über die Lage der jüdischen Bevölkerung nachzudenken und nach dieser Richtung hin eine Aktivität zu entfalten. Wir stimmten in früheren Jahren nicht für das Budget, weil es eine Ueberbelastung der jüdischen Bevölkerung bei gleichzeitiger Ignorierung ihrer, Bedürfnisse seitens der Regierung bedeutete, aber.

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