Die neue Welt
- Journal
- Die neue Welt
- Volume
- 7 (1933)
- Issue
- Heft 283 (10.2.1933)
- Date
- 1933-02-10
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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Kr. 388 DIE NEU» WELT Mtlf Feier Im Süden Berlins Der Brith Trumpeldor Berlin veranstaltet eine Werbefeier im Süden am Sonntag, den 12. Februar, Um halb 16 Uhr in den Prachtsälen „Süd-Ost", Waldemar- Btraße 75 (am Görlitzer Bahnhof). Die Ansprache hält Herr Direktor Georg Rar es kl. Vorführungen der Betarschule. Es spielt das Marsch* Orchester des Betar Berlin. Eintritt 60 bzw* 25 Pfennig. Alle Zionisten sind eingeladen! Au§trosPaIäsfmen§i§dier Wirfedtafodiens* Gesellschaft* und Studienreise nach Palästina Vom 28. Februar bis 28. März 1933 Wie bereits mehrfach mitgeteilt, wurde die vom Austro-Palästinensischen Wirtschaftsdienst geleitete Reise nach Palästina für die Zeit vom 28. Februar big zum 28. März 1933 festgesetzt. Diese Reise wird den Teilnehmern die Gelegenheit geben, das jüdische Land in allen seinen Teilen zu sehen. Die Leitung hat ein Programm zusammen gestellt, innerhalb welchem alle Schönheiten des Landes (Landschaft, Städte, Kolonien, technische und kulturelle Errungenschaften) kennengelernt werden. Die 17 Tage in Palästina, darunter der phantastische jüdische Karneval (Purim in Tel-Awiw) sollen den Touristen In ewigem Gedächtnis bleiben. In Palästina selbst sind bereits alle Vorbereitungen für den Aufenthalt getroffen. Gut bürgerliche Hotels mit entsprechender Verpflegung und die nötigen Auto busse für die einzelnen Touren innerhalb des Landes stehen bereit. Pauschalpreis von Wien bis Wien (alles inbegriffen) 500 Schilling und 18 Pfund Sterling. Im An Schluß an den Aufenthalt in Palästina Besuch Aegyp t e n s gegen Aufzahlung von 8 Pf. St. Hinreise ab Triest: Ozeandampfer „Martha Washington" (12.500 t), Rückfahrt ab Alexandrien: Luxusexpreßdampfer „Ausonia". Auskünfte und Prospekte: Austro-Palästinensischer Wirtschaftsdienst, Wien, IX., Berggasse 16 (Handels museum), jeden Montag und Donnerstag von ^5 bis 6 Uhr, Tel. A-17-5-40 Serie, oder Reiseleiterin Frau Berta Taubes, II., Böcklinstr. 92, Tel. B-51-705, an allen Wochentagen. Anlage- und Warenmarkt in Palästina Der letzte Bericht des Wirtschaftsdepartements der Zionistischen Exekutive in Jerusalem: Auf dem Anlage- und Warenm-arkt hält die preistreibende Tendenz an. Die neuerliche Abschwächung des Pfundes auf der einen Seite, die immer noch neu hereinströmenden flüssigen Kapitalien auf der anderen Seite (man schätzt die Depositen im Lande bereits auf 5 bis 7 Millionen Pfund) verstärken den Druck auf dem Anlagemarkt. Guttragende Orangengärten wechseln zu Preisen zwischen 150 bis 180 Pfund per Dunam ihren Besitzer. Die Nachfrage nach Pflanzungsboden kann nicht befriedigt werden. Die Preise für solchen Boden in der Nähe der alten Kolonien haben eine phantastische Höhe erreicht und können nur durch den Wunsch der neuen Siedler, gerade in solcher Nähe zu bleiben, erklärt werden. In weniger bevorzugten Gegenden steigen die Preise zwar auch, aber in erheblich langsamerem Tempo, und auch dort ist es schwer, größere Flächen (von 500 bis 2000 Dunam), wie sie häufiger verlangt werden, zu erwerben. Es ist schwer, ein Urteil darüber zu gewinnen, inwieweit diese ganze Entwicklung innerlich gerechtfertigtist oder ob sie bereits in eine inflationistische Uebersteuerung hineinmündet, die zu Rückschlägen führen muß. Es erheben sich warnende Stimmen, die an die Vorgänge in den Krisenjahren 1925 und 1926 erinnern. Die Analogie ist falsch, denn einerseits ist die Palästina-Wirtschaft heute ungleich aufnahmefähiger für Anlagekapital als damals, außerdem aber spielt heute im Gegensatz zu damals die Pfundfrage eine entscheidende Rolle. Die damalige Ueberteuerung war ausschließlich darauf zurückzuführen, daß übermäßig vorhandenes Kapital zu ungestüm nach Anlagen drängte und die Kalkulation vernachlässigte. Außerdem waren damals die Weltpreise für alle Investierungskosten auf ihrem Höhepunkt. Heute stehen diese Weltpreise auf einem Tiefpunkt, und außerdem ist ein großer Teil der Verteuerung nur eine Anpassung der Pfundpreise an die Goldbasis. Bleibt es bei dem heutigen Pfundkurs oder sinkt er noch weiter ab, so braucht sich die Preissteigerung nicht als Ueberteuerung auszuwirken. Darin liegt natürlich ein sehr spekulatives Element, und schon aus diesem Grunde —- auch wenn es nicht genug andere Gründe gäbe — ist es «Icherlich notwendig, zur Vorsicht und Besonnenheit zu mahnen und vor jeder überstürzten Anlage auf Grund unzulänglicher Sachkenntnis und Nachprüfung der Kalkulationen zu warnen. Palästina wünscht volle Zollautononiie Gemäß den Mandatsbestimmungen muß Palästina die Einfuhr aus allen Staaten, die Mitglieder des Völkerbundes sind, gleichmäßig behandeln. Damit ist Palästina verhindert, Gegenseitigkeits- Oder Präferenzverträge abzuschließen. Eine Tagung der jüdischen Bauern Palästinas hat nun beschlossen, Großbritannien und den Völkerbund zu ersuchen, Palästina volle Zollautonomie zu ge- Sie müssen schon Jetzt daran denken daß es für den Kenner und Feinschmecker zu Pesaach nichts B«ft«r«i gibt, als die auf höchster Stufe stehenden, in Hygiene der Erzeugung, Geschmack* Bekömmlichkeit und Kaschruth unübertrefflichen Seit 40 Jahren sind „Schmidl-Mazzoth" als das best« und bezüglich Kaschruth durchaus einwandfreies Erzeugnis bekannt und beliebtl Ein Versuch wird Sie begeistern I Erzeugt unter streng orthodoxer Aufsicht Sr. Ehrwürden Herrn Oberrabbiner Babath — Die Mazzoth werden aus dem feinsten Mehl erzeugt! Verlangen Sie die neue, besonders schmackhafte S^hniidr I Mazzoth j SPEZIAL-MARKE »»N■ B■ ÖRiess'u'fonvu! Zentrole: N. BrodetZkl« II, Leopold$gai$e 43 Tel. A-46-1-90 A*60-2'63 A-41-9.32 In allen besseren Geschäften erhältlich I währen, um mit Großbritannien einen Handelsvertrag abschließen zu können, der britischen Erzeugnissen eine Vorzugsbehandlung gewährt gegen eine Erleichterung für die Einfuhr von Orangen nach England. Falls Palästina Vorzugsbehandlung innerhalb des britischen Reichs genösse, könnte die P a 1 ä s t i n a-0 ränge den Platz der spanischen auf dem englischen Markt einnehmen. Auch England würde davon Nutzen haben; denn heute stammen von den etwa sieben Millionen Pfund Waren, die nach Palästina jährlich eingeführt werden, nur etwa anderthalb Millionen Pfund aus England. Grapefruits aus Palästina Das offizielle Organ des deutschen Früchtehandels, „Der Früchtehändler", Düsseldorf, schreibt: Eine Uberraschende Entwicklung hat die Grapefruit (Pampelmüse) durchgemacht. Der Verbrauch dieser bis in die letzten Jahre noch verhältnismäßig wenig bekannten Zitrusfrucht ist in England von 0,4 lbs. im Jahre 1925 auf 2,1 lbs. per Kopf gestiegen und hat in diesen wenigen Jahren viele andere Früchte, wie Erdbeeren, Himbeeren, Stachelbeeren, Kirschen und Johannisbeeren, überflügelt und steht fast auf gleicher Linie mit Trauben. Aber trotz der starken Zunahme in der Grapefruit-Einfuhr ist dieser Artikel auf dem Markt noch immer selten, so daß die Möglichkeiten für eine weitere Ausdehnung vorläufig noch sozusagen unbegrenzt sind. In der Nachkriegszeit hat die Einfuhr von Jahr zu Jahr zugenommen. So stieg der Grapefruit-Import Englands in den Jahren 1921 bis 1925 von 21.000 cwts. auf 168.000 cwts. 1930 wurden bereits 575.000 cwts. erreicht und 1931 stieg die Zahl weiter auf 897.000 cwts.; in einem einzigen Jahre ist die Einfuhr also um mehr als 6 0 Prozent angewachsen. Der Einfuhrwert betrug 1931: 1,235.000 Pfund Sterling, das ist das Vierfache von 1926. Die Grapefruit-Einfuhr Englands stammt zu 81,6 Prozent aus U. S. A., Jamaika, Portoriko und Kuba. 1931 erreichten aber auch die Zufuhren aus Palästina und Südafrika einen bisher noch nicht dagewesenen Umfang. Zumal der Grapefruit- Export Palästinas hat sich ganz ungewöhnlich entwickelt, und zwar von weniger als 500 cwts. im Jahre 1928 auf 36.000 cwts. 1929. In derselben Zeit stieg die Einfuhr aus Südafrika von 19.000 cwts. auf 65.000 cwts. Brith Trumpeldor (Vom Büro des Shilton in Paris) Polen. Die Zertifikatenverteilung für Polen (außer Galizien) ist abgeschlossen: der Betar erhielt 82 Zertifikate (zirka 18 Prozent der Gesamtziffer). Lettland. Am 11. Februar verläßt die Olim- Gruppe (in diesem Jahr) Lettland. Die Netzlvut organisiert eine Reihe von Geldsammlungen zwecks Beschaffung der Alija-Mittel. Rumänien. Am 11. Februar verläßt die erste Olim-Gruppe Konstanza. — Das zentrale Büro für Alija des Betar in Rumänien, das von Herrn J. Schieber (Czernowitz) geleitet wird, tritt bereits an die Organisierung der Frühjahrs-Hachshara des Betar in Rumänien heran. — Die Mifkada Gelilit in Transsylvanien, unter Leitung von Frau Dr. O. Abraham (Petroseni), Gustav Wilder Wien IV/ Rainerg« 31/ Tel« 11-49*4*84 empfiehlt: JAFFA.ORANGEN pro Kiste (80 bis 150 Stück) S itr^ JAFFA»GRAPEFRUIT pro Kiste (80 bis 96 Stück) S I4*T Auf Wunsch auch halbe Kisten entfaltet starke Tätigkeit. Es ist eine Belebung der Kenahim zu verzeichnen. Die von der Mifkada Gelilit eingeleitete Totzeret-Haaretz-Aktion entwickelt sich erfolgreich. In einer Woche wurde eine Kiste Palästinaseife verkauft; eine zweite Kiste wurde bestellt. Belgien. Leutnant Bukenholz Übernahm die Leitung des Ben Ketar in Antwerpen. Der Neue Ken in Liege, unter Leitung des Herrn A. Witkowsky, entwickelt sich zufriedenstellend. Ungarn. Am 22. Jänner wurde in Budapest ein wehrsportlicher Instruktorenkurs mit zehn Teilnehmern eröffnet. Der Kurs wird von einem im zentraleuropäischen Sommerlager (Auen, Oesterreich) von Katzin Halpern ausgebildeten Instruktor geleitet. Vereinigte Staaten. In der Provinz bestehen Kenanim in New-Jersey, Worcester und Corona. — Aus Amerika trafen beim Shilton die ersten Geldsendungen für die „Ros-Betar-Aktion" (Chanukka 5693) ein. Die „Liga für den nätionälen Arbeiter in Palästina" beschloß, an der Kapitalsbeschaffung für den „Otzar-he-AmeT1 aktiv teilzunehmen. China. Es erschien „Hadegel", Nr. 1 (12). — In Charbin wurden Kurse für Erste Hilfe unter Leitung von Dr. M. Monossohn eröffnet. Der Boxkurs macht gute Fortschritte. Am 25. Dezember fand im Betar-Heim ein „Yom ha Nesharim" (Tag der Jüngsten) statt. 9a§ neue Jüdische Museum in Berlin Ende Jänner wurde im Hause Oranienburgerstraß« Nr. 31, Berlin, das Jüdische Museum eröffnet. Das Jüdische Museum enthält hauptsächlich eine Bildergalerie, ein Kupferstichkabinett, eine Kunstgewerbeabteilung und eine Bibliothek in einer guten Anordnung, die Dr. Karl Schwarz zu danken ist. Der Hauptteil der Sammlung stammt vom verstorbenen Dresdener Kunstsammler Albert Wolf, die er der Jüdischen Gemeinde Berlin vermachte. Der Eingangsraum gibt einen feierlichen Auftakt durch drei große Gemälde: zwei Urys, der großartige Jeremias unter dem Sternenhimmel und der ins Gelobte Land hinabblickende Moses (1928), dazu die im Geist der jüngeren Malerei mit prachtvoller Wirkung entworfene Prophetengestalt von Jakob Steinhardt. Die edle nackte Figur eines jungen David in der Mitte des Raums von Arnold Z a d i k o w ist ein bezeichnendes Werk des Münchener Bildhauerstils. Im Korridor, der zu den vorderen Räumen führt, hängen impressionistische Studien von Pissarro, Israels und Liebermann, das von Julius Jakob aquarellierte „Palais Ephraim" ist ein Kabinettstück, nicht minder Friedrich F e i g 1 s „Alter Friedhof in der Großen Hamburger Straße". An Helene Fischbein, die eine der begabtesten Schülerinnen Corinths war und 1919 im jugendlichen Alter ge« storben ist, erinnert ein „Lesendes Mädchen" von gewinnender Lebhaftigkeit. Auch Minkowski, der taubstumme Maler, ist nicht mehr unter den Lebenden. In der Porträtgalerie gruppieren sich um das sehr schöne Ludwig-Börne-Bildnis von Moritz Oppenheim die schon aus der Kunstsammlung bekannten historischen Porträts der Mendelssohn, Zunz usw. Unter den Werken der lebenden Künstler hängt das jüngste Selbstbildnis Max Liebermann« (1933). Der Altmeister hat es für das Jüdische Museum gestiftet. Ein brillantes Bildnis ist das des Dr. J. Kastan, das Josef Oppenheimer zum 90. Geburtstage des unvergeßlichen Journalisten gemalt hat, und von gleicher künstlerischer Bedeutung scheinen die Bildnisse „Ludwig Hardt" von Eugen Spiro, „Jakob Wassermann" von Susanne C a r v a 11 o-Schülein und „Dr. Baeck" von Ludwig Meidner. Das erschütternde Selbstbildnis des kranken Ury (1928) hat rembrandteske Züge. Nebenbei sind die Pariser Max Band, Chagall und Zygmont Menkes gut vertreten, ebenso die Berliner Maler Rudolf Lewy, Budko, der Bildhauer Isenstein. In ganz andere Gebiete weisen die rückwärtigen Säle. Hier bauen sieh, von Dr. Schwarz mustergültig; angeordnet, die Kultgeräte auf. In Wandvitrinen mit Innenbeleuchtung die kimstreichen Silbersachen, vor allem die merkwürdigen, zierlichen )lBsomira"-Büchsen, in denen sich durch die Jahrhunderte die Erfindungslust der jüdischen oder fUr Juden arbeitenden christlichen Goldschmiede nicht genug tun konnte — eine i$chst> interessante Zusammenstellung ist die als Leihgabe überlassne Sammlung des vor zwei Jahren verstorbenen