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Die neue Welt · 1933-01-27 · Heft 281 (27.1.1933) · page 7

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Journal
Die neue Welt
Volume
7 (1933)
Issue
Heft 281 (27.1.1933)
Date
1933-01-27
Page
– (sequence 7)
Language
German
Belongs to
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Nr. 281 DIR NETTE WELT Seite T Nordau-Gedenkfeler der Berliner Ortsgruppe. Anläßlich de» zehnten Todestages von Max Nordau veranstaltet die revisionistische Ortsgruppe am Sonntag, den 2 9. «Tan her, vormittags 1 VI) Uhr, im Festsaal der Synagoge Fasanen- Straße eine Nordau-Gedenltfeler, zu der alle Zionisten eingeladen slmf. Auftreten der Spieltruppe Menora und des Brith Trump<4or, Ünkostenlieitrag 0.50 bzw. 0.20 Itm. Brith Trumppldor Berlin Am 4. und 5. Februar 1933 finden bei Nowawcs die Winter-Geländespiele der Darja Gimmel und Betb. des Betar Berlin statt. — Roab-Betar Jabotinsky besichtigte bei seinem Hiersein den Bau des Segelflugzeuges des Betar sowie das Cheder Betari. Er drückte seine volle Zufriedenheit Uber die technischen Leistungen und das hebräische Können d«r Betarim aus. u <iese!lsdiaftS0 und Studienresse nadi Palästina 28. Februar bis 28. März 1933 Veranstalter: Auströ-palästinensischer Wirt* »chaftsdienst. Preis: Von Wien bis Wien — alles inbegriffen — S 500.— und engl. Pf. 18.—, Aegyptenarra?;gcment engl. Pf. 8.—. Aufenthalt in Palästina 17 Tage, in Aegypten VA Tage. Auskünfte und Prospekte kostenlos durch Austro-paJästineitsischen Wirfcsclmitstiienst, Wien, IX., Berggasse 16 (Handelsmuseum), Montag und Donnerstag von halb 5 bis 6 Uhr naehmittag3, Telephon A-17-5-40 Serie, oder durch die Reiseleitung: Frau Berta Taubas, Wien, II., Böcklinstraße 82, Telephon B-51-705, an allen Werktagen. Der „Neuen Welt" ist nachstehender Auszug aus den in palästinensischen Fachzeitschriften erschienenen Berichten Über den Stand der Industrie in Palästina übermittelt worden. Die Eisengießereien sind in Jaffa konzentriert. An der Spitze steht die Fabrik Wagner mit über 120 Arbeitern. Sie erzeugt hauptsächlich Maschinen für die Landwirtschaft, Steinbrüche, Bewässerungsanlagen usw. Eine gleichartige Produktion weist die „BarseT'-Fabrik auf, welche der Aglo- Palestine-Bank gehört. Dieses Unternehmen beschäftigt etwa 60 Arbeiter, hat seinen Absatz im Lande selbst und Export nach Aegypten. „Paamon" in Jaffa und „Sadan" in Tel-Awiw erzeugen ähnliche Artikel, auch Röhren aller Art, insbesondere für Wasserleitungen. „Aberle" führt in Jaffa und „Saxcnberg" in Tel- Awiw Eisengießereien. Sie produzieren Maschinen und Werkzeuge für technische Betriebe und Plantagen, verfügen über eigene, wenn auch noch primitive Schleifereien, Schweiß werke und Galvanisieranstalten. Palästina hat schon eine eigene Metallmöbelfabrikation (3 Betriebe in Tel-Awiw, 1 in Haifa), die seit Jahren schöne Erfolge erzielten. Schlechter und Friedmann haben vor zwölf Jahren ihre Tätigkeit in Tel-Awiw begonnen, beschäftigen gegenwärtig 20 Arbeiter und können den Inlandbedarf decken. 3 Fabriken erzeugen Eiskästen. Haifa ist der Sitz der ersten Nägelfabrik, die 300 t jährlich produzieren wird, also noch nicht in der Lage ist, die Nachfrage ganz zu befriedigen, da der Jahresbedarf Uber 1000 t beträgt. In Bamath-Gan wurde mit der Erzeugung von Drahtnetzen, Stacheldrähten usw. begonnen. In Tel-Awiw produzieren „Neohustan" und „Brlsker" Oefen für Baden hat alten und Badezimmer; diese Unternehmungen lassen die Bestandteile durch kleine Handwerker herstellen und beschäftigen ständig zahlreiche Werkstätten. A. Salzmann in Jerusalem befaßt sieh mit der Herstellung von Blechschach« teln, besonders für Konserven, die der Inländische Markt gern aufnimmt. Außer diesen Hauptbetrieben finden sich in Städten und Kolonien viele kleine Werkstätten, die sich mit der Fabrikation von Nähnadeln, Bestandteilen von Petroleumöfen, Türklinken, Kinderwagen, Schlosserware, elektrotechnischen Bedarfs* artikeln, Matrizen, Stanzen usw. befassen. Große Bedeutung kommt der Bauindustrie zu. Dafür kommen in erster Reihe Tel-Awiw und Haifa in Betracht. Die Erzeugnisse des Jahres 1929 veranlaßten die in der Altstadt Jaffa wohnenden Juden, ihren Wohnsitz nach Tel-Awiw zu verlegen. In letzter Zelt hat die Senkung des englischen Pfunds und damit der palästinischen Währung die Investition In Palästina rentabel gemacht. Nach der großen Einwanderung der vierten Alijah kam die bekannte Krise, die erst im Jahre 1931 die Bautätigkeit in Tel-Awiw wieder wachsen ließ. Dieses Jahr allein brachte 65.000 Quadratmeter neubebauter Flächen: neue Privatbauten, die Talpiot-Schule, das Makkabi-Heim, das Postgebäude, das städtische Schlachtbaus, die Kühlanlagen, mehrere genossenschaftliche Bauten, uamhafte Arbeitersiedlungen usw. In Half», das wegen des In Bau befindlichen I Hafens und der Oel-Leitung vor einer großen EntWiekj hing steht, zeigt sich merkwürdigerweise noch eine | geringe Baubewegung. Die jüdisch^ Vorstadt „Hadar Hakarmel" hat im Jahre 1931 16.000 Quadratmeter Neubauten jüdischer Bauherren bekommen. Die arabische Bevölkerung hat keine Bauten i aufgeführt Die Erzeugung von Baumaterialien hat der Hafenbau Im Lande fast gar nicht beeinflußt, weil die Regierung alles aus dem Auslande bezieht. Die jüdische Zementfabrik „Neteher" In Haifa beschäftigt 240 jüdische und 140 ambische Arbeiter. Sie erzeugt täglich 400 t Zement. Mehrere andere jüdische Unternehmer beschäftigen zum Uberwiegenden Teile Araber, da in diesem Fache Qualitätsarbeiter nicht erforderlich sind. Die jüdische Arbeiterschaft hat Ar» beiterkooperatlven gegründet und Steinbruch- und Zementarbelten Übernommen, um auch auf diesem Gebiete das Prinzip der jüdischen Arbelt durchzusetzen. In Tel-Awiw, welches Im Jahre 1981 über 800 Bauarbeiter beschäftigen konnte, erzeugen die Firmen „Silikat" und „Glücksmann" mit 45 bezw. SO Arbeltern Ziegel, letztere mit Unterstützung des „Halfer Nescher". In das Gebiet dieser Industrie gehört noch die Fabrik der Zementröhren in Ramath-Gan, das Marmorwerk „Mertc" In Tel-Awiw, die Stein« gutfabrlk „Sola", Kachelfabriken in Jerusalem. Grundstücke* und Häusermarht in Palästina Aus dem letzten Monatsbericht des Wirtschaftsdepartement der zionistischen Exekutive in Jerusalem: Unter den verschiedenen Anlagemöglichkeiten übt der Grundstücksmarkt die größte Anziehungskraft aus. Die Bautätigkeit in den drei größeren Städten Tel-Awiw, Jerusalem und Haifa hat ein exzeptionelles Tempo angenommen, das an die Boomperiode von 1924/25 erinnert. Die Tendenz des anlagesuchenden Kapitals nach einer normalen Rente wird hier noch unterstützt durch den Zustrom an Menschen, die einen gesteigerten Wohnbedarf mit sich bringen. Trotz des Bautempos gibt es keine Anzeichen dafür, daß ein Leerstand eintreten wird, und jedenfalls macht sich, vor allem in Tel-Awiw, noch ein Mangel an modernen Wohnungen bemerkbar. In Jerusalem wird die Urteilsbildung über den jüdischen Baumarkt dadurch erschwert, daß sich zwar eine Konzentrierung des jüdischen Wohnbedürfnisses an einigen wenigen Stellen (vor allem Rechawja) zeigt, daß aber andererseits auch von Arabern sehr viel neue komfortable Häuser errichtet werden, die auch einen Teil des jüdischen Publikums an sich ziehen dürften. In Haifa macht sich vor allem geltend, daß in der bevorzugten Hadar-Hacarmel-Gegend ein Mangel an Baufläche entstanden ist. Es entstehen dort infolgedessen unverhältnismäßig viel Hochbauten (drei- und vierstöckig) und zur Zeit wird lebhaft darüber verhandelt, ob man die Zahl der Stockwerke gesetzlich beschränken soll oder nickt. Das Kapital, soweit es zum Grundstücksmarkt tendiert, zieht es vorläufig vor, leere Plätze zu erwerben und selbst zu bauen, statt fertige Häuser zu kaufen. Infolgedessen sind die B o d e n p r e i s e für Bauparzellen unverhältnismäßig mehr gestiegen als für Häuser. Speziell in Tel-Awiw sind die Preise in den letzten drei Monaten je nach der Lage um 50 bis 100 Prozent gestiegen. In Haifa und in Jerusalem ist die Entwicklung weniger sprunghaft, aber dennoch bemerkenswert. Die Baukosten, die im Laufe der letzten Jahre insbesondere durch technische Fortschritte usw. stark rationalisiert wurden, so daß ihre Niedrigkeit einen Anreiz zum Neubau gegenüber dem Erwerb alter Häuser bot, werden sich zumindest teilweise der allgemeinen Aufwärtsbewegung anschließen müssen, und es wird dann wieder ein Zeitpunkt eintreten, wo die Nachfrage nach vorhandenen Häusern mit derjenigen nach Bauplätzen Schritt hält. Neue Unternehmungen In Palästina Von Ende Oktober bis Ende November wurden in der „Official Gazette" 22 Teilhabergeschäfte notiert (darunter 15 jüdische), 9 Kooperativen (alle jüdisch) und 5 Gesellschaften. Unter den Teilhabergeschäften sind 6 Fabriken, 6 Verkaufsfinnen, 2 Transportfirmen und 1 für Touristik. Von den neuen Fabriken, die im letzten Monat gegründet wurden, befindet sich eine Fabrik für Orangenkisten, deren Produktionskapazität bis 800.000 Kisten pro Jahr beträgt; ferner eine Fabrik für Zementröhren (Kooperative) in Ramataim; eine Fabrik für O e 1, das aus Orangenschalen gewonnen wird, in Rehoboth (ein neuer Industriezweig im Lande). In der Seidenbranche muß die Wiederaufnahme der Arbeit in der Seidenweberei von D e 1 p h i n e r vermerkt werden; der Bau der Kunstseidenfabrik von Sachs in Ramat-Gan geht seinem Ende entgegen. Eine jüdische Nägelfabrik in Haifa ist im letzten Monat in arabischen Besitz übergegangen. Aber es heißt, daß satt ihrer eine neue Fabrik von jüdischer Seite gebaut werden wird. Unter den neuen Unternehmungen muß ferner der Ankauf eines Schiffes von 300 Tonnen vermerkt werden, das dem Warentransport zwischen den Häfen von Aegypten, Patastina, Syrien und Zypern dtoueu aoil. Die Unternehmer sind Juden und zwei Belgier. Ä Der Verein der BiKzaczer in Wien gratuliert herzlichst seinem Präsidenten, Herrn Chaskel Ed er er u. Frau anläßlich der Vermählung seiner Tochter CIIII mit Herrn Leo Genser und wünscht herzlichst yfo ^jjft Geschäft ntif Amerika Billige Amerikareisen Es handelt Bich um außerordentlich billige Amerikareisen, welche die Wiener englischsprachige Wochenzeitung „T h e Vienna Herald" (Wien, I., Tegetthoffstraße 7-9) mit der „Canadian Pacific RaÜway Comp." zur großen Weltausstellung nach Chikago veranstaltet. Diese besonders günstigen Pauschalreisen finden Im Mal und Juli dieses Jahres statt und können Uber Wunsch auch mit einer Erholungsreise (Mittelmeer) kombiniert werden. Reisedauer 31 bis 41 Tage. Der besondere Vorteil dieser Reisen liegt vor allem darin, daß während des lCtäglgen Aufenthaltes in aen Vereinigten Staaten und Kanada den Reiseteilnehmern genügend Zeit zur A nbahnung und Ausweltunggeschäftllcherlnteressen geboten ist. Der Preis dieser Pauschalreisen ist Uberaus niedrig, schon von 810 Dollar aufwärts können derartige Reisen unternommen werden. Dio Dollarpreise können in österreichischen Schillingen zum offiziellen Tageskur« der Oesterreichischen Nationalbank eingezahlt werden. Die Reisen (Hinfahrt mit der „Empress of Britain", dem schnellsten Schiff der Welt) umfassen- Landreise Schnellzug einschließlich Schlafwagen in Amerika, Einzelzimmer, Besichtigungen größter Städte in Kanada und in den Vereinigten Staaten von Nordamerika, wie Quebec, Montreal, Ottawa, Toronto, Niagara- Fälle, Detroit (Führung durch dio Ford-Werke), längerer Aufenthalt in Chikago, Washington, Philadelphia, New York), weitem Aufenthalt nach Wahl in Paris, London, Brüssel oder auch kombiniert mit Mittelmeerreise auf der Rückfahrt: Azoren, Lissabon, Gibraltar, Cannes, Neapel, Palermo, Patras (Griechenland), Ragusa, Venedig, Triest. Auskünfte und Prospekte: Canadian Pacific Railway, Wien, I., Opernring 6; „The Vienna Herald", L, Tegotthoffstraße 7-9; Buchhandlung Berger & Fischer, I., Kohlmarkt 3; Galerle Arnot, l.t Kltrntnerstraße 53-55, und Atelier Fayer, Wien, I., Opernring. Der Arbeitsmarkt in Palästina Der Prozentsatz der Arbeitslosen in den Kolonien ist bis 1 Prozent gesunken (Gesamtziffer 100 Arbeitslose). Die Orangenernte wird schätzungsweise in diesem Jahr 100O Arbeiter mehr als im Vorjahr beschäftigen. In den Städten ist ein Mangel an Facharbeitern bemerkbar, vor allem Bauarbeitern (Tischler, Maurer, Fußbödenarbeiter etc.). In diesem Arbeitszweig haben sich auch die Arbeitsbedingungen verbessert. Ueberhaupt sind die Arbeitslöhne im Ansteigen begriffen. In Tel-Awiw wird eine Industriezone geschaffen Der Bürgermeister von Tel-Awiw> Meier D i z e ngoff, tiegibt sich demnächst nach England, wo er am 1. Februar eintreffen wird. Sein Besuch dort steht in Zusammenhang mit dem Plan der Schaffung einer Industrie-Zone inT;el-Awiw, die den wachsenden Bedürfnissen dieser Stadt entsprechen soll. Heute befinden sich mehrere Fabriken im Herzen der Stadt, was dem Stadtbild Abbruch tut. Diese Fabriken sollen in die neue Zone verlegt werden, die außerhalb der Stadt angelegt werden soll. Eine Verwirklichung dieses Planes wird auch eine Entspannung in den Bodenpreisen mit sich bringen. Dizengoff hofft, maßgebende englische Juden für seinen Plan zu gewinnen. Verkehrsfragen Durch eine Vereinigung sämtlicher jüdischen Chauffeure der Linie Jaffa —Jerusalem wurde eine Kooperative geschaffen, die 157 Chauffeure mit 75 großen und 50 kleinen Automobilen umfaßt. Der Fahrpreis wurde nunmehr einheitlich auf 80 Mils (zirka 2 österr. Schilling) festgesetzt. Ferner werden feste Fahrzeiten und eine Vermehrung der Fahrgelegenheiten geschaffen werden, was dadurch ermöglicht wird, daß die Konkurrenz ausgeschaltet wird. Die palästinensischen Zeitungen klagen über die unzulängliche Einrichtung des Hafens von Jaffa, der die gesteigerten Anforderungen nicht mehr bewältigen kann. In der vergangenen Woche mußte eine ganze Reihe von Schiffen abfahren, ohne ihre Ladung ganz oder teilweise in Jaffa abladen, bzw. aufnehmen zu können. Die Jaffaer Schiffsagenturen haben sich an die Regierung mit der dringenden Forderung gewandt, für eine Verbesserung der Hafeneinrichtungen Sorge zu tragen, da sonst dem Geschäftsleben schwere Schädigung droht. Der Palästina-Regierung sind die Gehälter der hebräischen Lehrer zu hoch Die Palästina-Regierung teilte dem Waad Leumt (Jüdischer Nationalrat), der jetzt Verwaltung und Kontrolle der hebräischen Schulen in Palästina innehat, mit, daß sie die Gehälter, die den Lehrern an den hebräischen Schulen in Palästina gezahlt werden, für „zu hoch" hält und daß sie deswegen einen Teil der Subventionssumme, die sie dem hebräischen Schulsystem gewährt, zurückbehalten und zur Beschaffung zusätzlichen Inventars für die jüdischen Schulen verwenden wolle. In der Mitteilung heißt es weiter, auch die Gehälter der Schul dien er an den habrajfchen schulen erscheinen der Regierung zu hoc h. In der letsten Sit zun? d<*s Waad Leuml fand über

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