Die neue Welt
- Journal
- Die neue Welt
- Volume
- 7 (1933)
- Issue
- Heft 280 (20.1.1933)
- Date
- 1933-01-20
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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ffr. 29g Dil NEUE WEM Seite T Palästina-Amf Organisation Hechalnz, Hechaluz Hantisrnehi, Revisionistische Jugend Samstag, den 21. Jänner, halb8Uhr abends, findet im Festsaal des Caf€ Kriegsministerium, III., Invalidenstraße 9, ein Abschiedsmeeting anläßlich der AI iah von 50 Chalu2im statt. — Eröffnung: Dr. Horowitz (Palästina-Amt). Bs sprechen: Dr. Desider Friedmann (Kultusgemeinde), Dr. Oskar GrUnbaum (Landeskomitee), Oberbaurat Robert Stricker (Zionisten-Revisionisten), Mendel Singer (Poale Zion-Hitachduth), Sophie Löwenherz (WlK>), Rabbiner Friedmann (Misracbi) sowie die Vertreter der Chaluz-Organisationen. Gründe, um die Selbstverständlichkeit einzusehen, daß wir Juden zusammenhalten müssen. Wir machen darauf aufmerksam, daß Herr Ing. Vogel unseren Mitgliedern eine 25prozentige Ermäßigung bei seinen Kursen gibt. Bs ist stets der gesamte Betrag einzuzahlen, die Ermäßigung bei uns im Verband zurückzuverlangen. J. A. Philosophenverein, Wien, EC., Zimmermannplatz 8. Amtsstunden täglich von 1 bis 2 Uhr. Es wurde ein Latein- und Griechischkurs unter Leitung unseres Präsidenten Dr. Israel Zwi Kanner eröffnet. Anmeldungen können noch entgegengenommen werden. Ferner werden die Herren cand. phil. et theol. Maier Meiseis und stud. phil. Gens er einen Hebräischkurs für Anfänger und Fortgeschrittene führen. Da die Teilnehmerzahl beschränkt ist, wird um baldige Vormerkung ersucht. Wir beabsichtigen, zu Purim einige Einakter anläßlich eines entsprechenden Festes aufzuführen. Künstler, die Studentenkreisen angehören, mögen sich in der Präsidialstunde (Dienstag zwischen 19 und 20 Uhr) vorstellen. Vereinigung jüdischer Hörer an der Hochschule für Welthandel, Uebersiedlung. Infolge Kündigung mußten wir unser bisheriges Heim, 'IX., Servitengasse 4 a, aufgeben. Das neue Heim befindet sich jetzt IX., Porzellangasse 5 3, Mezzanin, Tür 17 (Ecke Althanplatz). Amtsstunden: Bibliothek: jeden Dienstag von 19 bis 20 Uhr. Präsidialstunden: jeden Mittwoch von 19 bis 20 Uhr. Freitische. Die Hochschule für Welthandel stellt auch heuer im Rahmen der von ihr organisierten Winterhilfe für bedürftige und würdige Hörer Freitische zur Verfügung. Die in Betracht kommenden Kollegen müssen mindestens halbe Stundung als Inländer oder zwei Drittel Stundung als Ausländer genießen. Gesuche mögen unter Beilegung der Prüfungserfolge (Kolloquienzeugnisse usw.) bis längstens 20. Jänner 1. J. den Ausschußmitgliedern oder im Heim überreicht werden. Ausschußmitglieder: 1. Semester: Koll. Bleich und Eiger. 3. Semester: Koll. Schlängel. 5. Semester: Zimet, K. Singer, Herimg, Raber und Wand. Lese- und Redehalle jüdischer Hochschttler, . Wien, IX., Türkenstraße 9. In der heutigen Zeit der großen Judennot ist es Pflicht eines jüdischen Studenten, nicht ausschließlich seinem Studium zu obliegen, sondern sich auch mit den nationalen und wirtschaftlichen Interessen seines Volkes zu befassen. Dies ist nur dann möglich, wenn man Uber die politischen Ereignisse in der ganzen Welt genauestens unterrichtet ist. Darum bieten wir euch die allerneuesten Nachrichten aus allen Ländern der Erde. In unserem Lesesaal liegen 140 Zeitungen auf; er ist gut geheizt, bietet gute Studiermöglichkeit und ist täglich von dreiviertel 4 Uhr bis dreiviertel 8 Uhr geöffnet. An Sonn- und jüdischen Feiertagen geschlossen. Monatsbeitrag 50 Groschen. Kommt! Leset! Lernet! Nachklänge zu den Lemberger UiHversitätskrawallen Von Josef Fränkel Es ist richtig, daß die polnische Regierung bestrebt ist, Unruhen an den polnischen Hochschulen zu unterdrücken, und daß sie oft zu Maßnahmen greift, um Ausschreitungen gegen Juden zu verhindern. Aber äußere und vielleicht auch innere Maßnahmen einer Regierung sind zwecklos, wenn ihre Beamten angesichts von Auaschreitungen gegen die Juden plötzlich auf einem Auge erblinden und das andere zudrücken. Der Rektor der Lemberger Universität ist auch einer derjenigen, die nicht sehen wollen, was an der Universität vorgeht und wer an den Ausschreitungen Schuld tragt. Tatbestand: In Polen finden «war, im Vergleich «im Westen, weniger Universitätskrawalle statt; aber wenn, dann toben sich die antisemitischen Hochschüler gründlicher und für längere Zelt aus. Das gewöhnliche Schauspiel! Jüden werden in den Hörsälen verprügelt, aus den Bibliotheken, aus der Aula vertrieben. Studenten erscheinen, bewaffnet mit Stöcken, Messern und anderen wissenschaftlichen Instrumenten, und zeigen ihre Kenntnisse. Der jüdische Hochschttler wehrt sich gegen die Ueberzahl der „endekischen" (hakenkreuzlerischen) Studenten, muß aber schließlich die Universität verlassen. Wie tapfer und mutig auch der Jude sein mag, fast immer muß er den „glänzenden" Sieg den Messerhelden überlassen, da eine bewaffnete Mehrheit stärker ist als eine unbewaffnete Minderheit. Die Lemberger Ausschreitungen fanden ihre Fortsetzung auf der Straße und über hundert jüdische Bürger sind verletzt worden. Nach den beschämenden Szenen an der Lemberger Universität veranstaltete der jüdisch-akadem. Philosophenverein eine Versammlung, nahm eine Resolution an und erhob scharfen Protest gegen die Störer des Studiums. Diese Resolution wurde dem Rektor Gerstmann der Lemberger Universität überreicht. Und nun kommt das Unglaubliche. Der Rektor löste hierauf ohne Befragung des akademischen Senat« den AusRchuB des Vereines auf und machte auf diese Art und Weise Jede Tätigkeit desselben unmöglich. Nicht die Führer der „Endekes", die Über hundert Juden grundlos verletzt und die Aula zum Sammelplatz von Messerhelden gemacht haben, sind bestraft worden, sondern nur die jüdischen Studenten, weil sie es gewagt haben, eine Resolution, die „in beleidigender Form gegen ihre Kollegen" gehalten war. zu fassen. Die „Endekes" hielten in der Aula Versammlungen in Anwesenheit der akademischen Behörden ab, blutrünstige Haßreden wurden gegen die Juden gehalten. Ihre „Form" war gut und nichts geschah ihnen, dafür aber den jüdischen Studentenführern, weil sie gegen Ausschreitungen protestierten! Die Vertretung des Gesamtverbandes jüdischer Hochschüler Oesterreichs „Jud&a" hat in einer ihrer letzten Sitzungen eine Resolution gefaßt, in welcher den jüdischen Kollegen in Polen die Sympathie ausgedrückt und entschiedener Protest gegen das Vorgehen des Rektors Gerstmann erhoben wird. Ebenso hat der Weltverband der jüdischen Studentenschaft den jüdischen Philosophenverein in Lemberg seiner Sympathien versichert. AustroffPaläsffriensisdier Wirtsdiaftfdiengt_ Eine grandiose Kundgebung für Palästina Der Vortrag Ingenieur Rudolf Pflsters Der vom Austro-palästinensischen Wirtschaftsdienst veranstaltete Lichtbildervortrag des Herrn Ingenieur Rudolf Pfister über „Die moderne Entwicklung Palästinas" gestaltete sich zu einer grandiosen Kundgebung für das jüdische Palästina. Zweieinhalb Stunden lauschte ein hingerissenes Publikum im überfüllten Saale den Ausführungen des genialen Bauleiters des Ruthenberg sehen Kraftwerkes in Palästina, des begeisterten nicht jüdischen Verkünders einer großen Zukunft des jüdischen Volkes im Judenstaate. Bilder, von' hier noch nicht erschauter Eindringlichkeit und technischer Vollendung ergänzten die Worte in vollendeter Weise. Die Beifallskundgebungen wollten kein Ende nehmen. Unter dem Eindruck des Vortrages wurde der Plan gefaßt, Ingenieur Pfister einzuladen^ in nächster Zeit in ganz großem Rahmen neuerlich zum Wiener Publikum zu sprechen. Gesellschafts- und Studienreise nach Palästina 28. Februar bis 28. März 1933 Wie wiederholt berichtet, veranstaltet der Austro-Palästinensische ä Wirtschaftsdienst in der Zeit vom 28. Februar bis 28. März 1ÖS3 seine erste große Gesellschaftsreise naoh Palästina, die von Wien aus über Triest, Brindisi, Larnaca (Zypern) nach Jaffa, Jerusalem, Tel- Awiw, Haifa, Tiberias, einem großen TeÜ der Siedlungen in Erer.-Israel und nach Wahl Uber Kairo und Alexandrien oder direkt von Haifa zurück nach Wien führt. Für den Aufenthalt in Erez Israel sind volle 17 Tage, in Aegypten zweieinhalb Tage vorgesehen. Diese Reise ist dazu bestimmt, den Teilnehmern die Möglichkeit zu bieten, einerseits die Sehenswürdigkeiten des alten Erez Israel und den Aufbau des modernen Judenlandes kennenzulernen, andererseits ist dafür gesorgt, daß die Reiseteilnehmer über die Entwicklungsmöglichkeiten sowohl auf industriellem als auch auf dem Gebiete des Häuserbaues, der OrangenPflanzungen u. dgl. möglichst genau unterrichtet werden. Zu diesem Zwecke stehen die fachlichen Berater des Austro- Palästinensischen Wirtschaftsdienstes in Erez Israel den Reiseteilnehmern mit allen nötigen Informationen zur Verfügung. Die Teilnehmerpreise von S 500 und 18 engl. Pfund, bzw. für das Aegypten-Arrangement weitere 8 engl. Pfund (bei Benützung der 2. Schiffsklasse entsprechender Aufschlag) sind in Anbetracht des Gebotenen außerordentlich billig. Die Teilnehmer haben von Wien bis Wien, sofern nicht Privatwünsche zu befriedigen sind, keine weiteren Ausgaben, da die Elsenbahn- und Schiffsfahrten, Unterkunft in gut bürgerlichen Hotels, reicliche Verköstigung, Führungen im Lande, Eintrittsgelder bei Besuch von Sehenswürdigkeiten, die Fahrten in modernen, bequemen Autocars sowie alle Trinkgelder in den Pauschalpreis einkalkuliert sind. Die Reiseleitung hat auf dem am 1. März 1988 von Triest abgehenden Eildampfer'des „L1 o y d T r i e s t i n o" eine Anzahl sehr gut gelegener Kabinen zweiter und dritter Klasse, ebenso auf dem für die Rückfahrt ab Alexandrien bestimmten Luxus-Expreßdampfer „Ausonia" reserviert. Mit Rücksicht auf die Kürze der Zeit und die beschränkte Zahl der noch vorhandenen Schiffsplätze empfiehlt es sich, die definitiven Anmeldungen unter gleichzeitiger Leistung einer Anzahlung ras ehestens vorzunehmen. Auskünfte und Prospekte kostenlos durch den Austro-Palästinensischen Wirtschaftsdienst, Wien, IX., Berggasse 16 (Handelsmuseum), an jedem Montag und Donnerstag zwischen halb 5 und 6 Uhr nachmittags, Telephon A-17-5-40 Serie oder durch die Reiaeleiterin Frau Berta Taubes, Wien, IL, Böcklinstraße Nr. 92/5, Tel. B-51-705, an allen Werktagen. Plan einer Eisenbahnlinie Aegypten—Palastina Das ägyptische Verkehrsministerium befaßt sich jetzt mit dem Plan der Erbauung einer Eisenbahn zwischen Aegypten und Palästina, die 240.000 Pfund kosten würde. Die Linie soll in Port Fuad beginnen und an die Linie Kantara — Palästina angeschlossen werden. Ein aus Vertretern der Suezkanal- Gesellschaft und des ägyptischen Eisenbahn- und Zolldepartements zusammengesetztes Komitee wird noch im Jänner zusammentreten, um die Einzelheiten des Planes auszuarbeiten. Wer katin sich in Palästina ansiedeln? Das von den Herren Newman und Farbstein geleitete Wirtschaftsdepartement der Zionistischen Organisation (Jewish Agency) in Jerusalem gibt allen jenen, die nicht im Besitz von Arbeiterzertiflkaten (ChaJtudm), sind, folgende Aufklärung: Der leichteste und praktischeste Weg» ein Visum für Palästina zu erhalten, Ist der Nachweis des Besitzes von Pf. St. 1000.— (österr. S 30.000.—) (Kategorie A, I). Andere Wege sind: a) Für Personen, die einen freien Beruf ausüben, der Nachweis eines Vermögens von Pf. St 500.^- (Kategorle A, II); b) für Personen, die ein Handwerk oder einen kaufmännischen Beruf ausüben, der Nachweis des Besitzes von Pf. St. 250.— (Kategorie A, II). Bei den beiden letzteren Kategorien (A, U) steht dem Leiter des Einwanderungsdepartements das Recht zu, zu entscheiden, ob die wirtschaftliche Lage in diesem Beruf eine Aufnahme von weiteren Einwanderern, die dieser Berufsgruppe angehören, zuläßt. Die Exekutive der Jewish Agency ist beim Oberkommlssär vorstellig geworden und hat Ihn ersucht, dieses Entscheidungsrecht des Direktors des Einwanderung^ departements zu begrenzen. o) Personen mit einem gesicherten Einkommen von Pf. St. 4.— monatlich (Kategorie A, IV). Amerikaner, die ihre europäischen Verwandten nach Palästina bringen wollen, haben in letzter Zeit von den Bestimmungen für diese Gruppe Gebrauch gemacht. d) Personen mit einem Vermögen von Pf. St. SOOt— (Kategorie A, V). Hiebe! handelt es sich um eine neufestgesetzte Kategorie laut der VerÖffenttiohung vom 15. September 1982. Diese gibt ebenfalls dem Direktor des Einwanderungsdepartements bei seinen Entscheidungen weiten Spielraum und fordert die Erfüllung nachstehender Bedingungen: ,,a) Die Niederlassung des betreffenden Einwanderers in Palästina darf nicht zu einer schädlichen Konkurrenz in dem Beruf führen, in dem die betreffende Person tätig sein wird; b) das Kapital des Einwanderers muß ausreichen, um ihm genügenden Erfolg In seinem Beruf an gewährl&lft^Gii * o) die persönliche und körperliche Fähigkeit für diesen Beruf muß nachgewiesen werden." Auch hier führt die Exekutive mit der Regierang Unterhandlungen, um eine Begrenzung der Vollmachten des Direktors des Einwanderungsdepartements zu erreichen. Der Generalsekretär der Regierung hat die Aufstellung einer Liste von Berufen zugesagt, deren Angehörige ohne irgend welohe Beschränkung das Visum erhalten können, wenn sie Im Besitz von Pf. St. 500.— sind. Sobald diese Verhandlungen abgeschlossen sein werden, wird diese Kategorie eine beträchtliche Bedeutung erhalten. Derzeitiger Zinsfuß in Palästina Nach Angaben des WirtschaCtsamtes der Zionistischen Palästina-Exekutive: Die Banken verzinsen zuraeit Kontokorrent-Guthaben mit i bis 3% Depositgelder mit 2 bis 4%. Kooperative Volksbanken zahlen für Depositen 2 bis 5%. Handels- und Industriekredite bei Banken werden mdt 6 bde 8%. bei den Bankkooperativen mit 8 bis 9% (plus Kommission) verzinst. Hypothekarkredite kosten bei Banken 8 bis 9% bei Privatpersonen 8 bis 12%, Die Juden Palästinas leisten mehr als 40 Prozent der Gesamtsteuern Der Direktor des Statistischen Departements der Jewish Agency, D. Gurvich, hat festgestellt, daß die Juden Palästinas im Jahre 1930, als sie noch 18 Prozent der Gesamtbevölkerung bildeten, nicht weniger als 40 Prozent zu dem Einkommen der Palästina-Regierung beigetragen haben. Heute, wo sich die Zahl der jüdischen Bevölkerung absolut und prozentuell erhöht hat, hat sich auch der Anteil der Juden