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Die neue Welt · 1933-01-13 · Heft 279 (13.1.1933) · page 4

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Journal
Die neue Welt
Volume
7 (1933)
Issue
Heft 279 (13.1.1933)
Date
1933-01-13
Page
– (sequence 4)
Language
German
Belongs to
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Bette 4 DIE NEUE WfiLT Nr. 270 Gustav Will Wien IV, Rainerg. 31, Tel« II- 1er 42*4*84 empfiehlt: JAFFA,ORANGEN pro Kiste (80 bis 150 Stück) S 32- JAFFA 0 GRAPEFRUIT pro Kiste (80 bis 96 Stück) S 34- Auf Wunsch auch halbe Kisten Einheit unserer Gemeinde gesetzlich festgelegt. Eine stärkere Bürgschaft für'die Einheit der Gemeinde haben wir seit jeher darin erblickt, daß in ihrer Führung und Verwaltung keine der bestehenden positiven Richtungen im Judentum eine Zurücksetzung oder Benachteiligung erfahren darf. Der auf allen Gebieten der Gemeindetätigkeit zu beachtende Grundsatz der gerechten und angemessenen Berücksichtigung in der Wiener jüdischen Bevölkerung vorhandenen Bestrebungen, wird es unserer Gemeinde auch zur Pflicht machen, das Aufbauwerk in Palästina, die schöpferischen von aller Welt bewunderten Leistungen jüdischer Arbeitund jüdischen Geistes in Erez Israel in einer ihrem Range und ihrer Bedeutung entsprechenden Weise zu ermutigen und zu unterstützen, insbesondere wie bisher jenen jüdischen .Menschen, die in sich den Beruf fühlen, als Pioniere der Arbeit an dem Aufbau des Landes unserer Väter teilzunehmen, bei ihrer Vorbereitung für ihren neuen Lebensberuf behilflich zu sein. Die jüdische Bevölkerung wird mit Aufmerksamkeit unsere Tätigkeit verfolgen. Sie wünscht, daß unsere Gemeinde ihr in ihrem Existenzkampf einen festen Rückhalt bietet, sie gewärtigt von uns den Schutz ihrer ständigen Angriffen ausgesetzten bürgerlichen und pol itischenR echte. Sie ist berechtigt, von uns zu verlangen, daß wir unsere Gemeinde in ihrem Ansehen erhalten und daß wir sie zum wahrhaften Mittelpunkt des Wiener jüdischen Lebens gestalten. Lassen Sie uns über alle Parteiunterschiede hinweg dem gemeinsamen Ziel, dem Wohle unserer Gemeinde und unserer jüdischen Mitbürger, dienen. (Böifail.) ' ' ' Es gelangt sodann folgender, von sämtlichen Mitgliedern der Zionistischen Liste und der Sozialistischen Liste gefertigter . Dringlichkeitsantrag der Kultusvorsteher Dr. Jakob Ehrlich, Dr. Rudolf Glanz und Genossen zur Verlesung. „Die Unterzeichneten stellen den Dringlichkeitsantrag; Der Kultusvorstand wolle beschließen, die bestehende Wahlordnung dahin abzuändern: a) Daß das aktive Wahlrecht allen eigenberechtigten Angehörigen der Israelitischen Kultusgemeinde in Wien ohne Unterschied des Geschlechtes und ohne Rücksicht auf die Steuerleistung einzuräumen ist; An die Zioni§ti§dte Jugend Zum Jugendtag Wo auch immer der junge jüdische Mensch sich befindet, h\. Schule, Hochschule, Haus, öffentlichem Leben, Uberall sieht er sich von wichtigen Fragen umgeben. Fragen bedrängen ihn und verlangen Antwort! Er spricht mit dem Freund und findet nicht das volle Verständnis. Er spricht mit dem zionistischen Führer und kann ihm seine geistige und soziale Not nicht erklären. Er wendet sich an den jüdischen Volksgenossen und fühlt plötzlich, daß diesem das Verständnis für die Bedürfnisse der Jugend fehlt. Eine Aussprache tut not! Junge Zlo nisten! Sprecht euch gegenseitig aus! Sagt euch, was euer Herz bewegt, wohin euer Streben «Ich richtet! Eine gründliche, gewissenhafte und freie Aussprache wird euch einander näherbringen. Ihr werdet euch verstehen lernen und eine Brücke des Verständnisses, der Treue und Freundschaft bauen. Junge Zionisten! Kommt zum zionistischen Jugendtag! Die Union der Zlontsten-Revislonisten Österreichs hat für den 28. und 29. Jänner 1983 einen Zionistischen Jugehdtag einberufen. Hier wird der Platz sein, wo der junge Zionist mit gleichgeslnnten Freunden eine Aussprache, eine geistige Auseinandersetzung herbeiführen kann. Es werden Referate gehalten über das soziale Problem der jüdischen Jugend, die politischen und wirtschaftlichen Ziele des Zionismus, Kulturprobleme des Zionismus. Teilnahmsberechtigt sind alle zionistischen Jugendlichen ohne Rücksicht auf Parteigruppierung, die auf dem Boden des Judenstaats Zionismus stehen und den Klassenkampf im jüdischen Palästina ablehnen. Teilnehmerkarten (unentgeltlich) sind im Sekretariat des Jugendtags, Wien, II., Untere Augartenstraße 88, täglich von halb 7 bis 8 Uhr abends erhältlich. ,b) daß die Wählbarkeit auch auf Personen weiblichen Geschlechtes ausgedehnt wird; c) . daß die in der geltenden Wahlordnung hinsichtlich der Wahlberechtigung\noi^ier4ten._ Ausnahmen, . soweit sie nicht in den staatlichen Gesetzen begründet sind, aufzuheben sind." Der Präsident, gab bekannt, daß er den Gegenstand auf die Tagesordnung der nächsten Plenarsitzung setzen werde. Ueber Antrag der Kultusvorsteher Doktor Glanz und Genossen, den Dichter Chaim Nachman Bialik anläßlich seines 60. Geburtstages gebührend zu ehren, gab der Präsident bekannt, daß eine Beglückwünschung des Dichters durch das Präsidium vorgenommen und in der nächsten Sitzung wegen einer besonderen Ehrung Antrag gestellt werden wird. Hierauf wurde die Sitzung; geschlossen, Worte für Ch* Zum 60* Geburtstag des Dichters Einer geistigen, dichterischen, schöpferischen Erscheinung gerecht zu werden, die seit Jahrzehnten im Brennpunkt nationalen Interesses und kritischer Analyse steht, das ist eine Aufgabe, die man nicht bei einem kalendarischen Anlaß erfüllen kann. Chaim Nachman Bialik als zentrale Figur der jüdischen Renaissance, 1 als Wegbereiter neuen und zukunftsreichen Schaffens, als kraftvollste Zeder in den Forsten des jüdischen Landes — so groß ist der Umfang dieser Persönlichkeit und sein Aktionsradius, daß man selbst erst innehalten und den Weg zurückschauen muß, der von Bialik und seinen Jüngern begangen wurde. In den Tagen, da in Erez Israel und in den Ländern der Oaluth das jüdische Volk dem Ragendsten seiner Söhne Dank und Anerkennung aussprechen wird, mag wohl die Einzigartigkeit der Persönlichkeit des Dichters, Denkers, Mahners und Politikers (im Sinne höchster Humanität) der heutigen Generation mit ungestümer Eindringlichkeit ins Bewußtsein treten. Denn — und es ist das Besondere, das ich hier anmerken will — bei aUer Distanz, die der Respekt vor der Geistigkeit Bialiks erzwingt, hat jeder einzelne, der InteUektuelle und der Mensch alltäglich beruflicher Arbeit, das Gefühl, es sei seip Bialik, es sei sein Dichter, sein Führer, sein Mahner... So steigt Bialik immer wieder von dem Thron der Berühmtheit in die Jüdische Gasse hinab, hinunter zu den Alten und zu den Jungen, zu den stlUen Gelehrten und zu den stürmischen Pionieren, Vergangenheit und Gegenwart und Zukunft in ein Harmonisches zusammenschließend. Das Zerrinnende in ein Flußbett zwingend, das Lockere zur Form prägend, Jahrhunderte hebräischen Worts in eine Sprache, in seine Sprache hämmernd — so und nur so konnte BiaUks Werk zum Symbol de» neuen jüdlsohen Volkes werden. Bialiks Sprachform — es ist der Bronzeguß eines großen Meisters, < dem es gelang, den Stoff von den Schlacken des Zufälligen, Veralteten, Verschnörkelten, Ghettohaften zu reinigen; Bialiks Sprache — eine männliche Melodie im Garten des blühenden jüdischen Landes . . . Von geschichtUcher Warte gesehen, ward solches Wunder nur im Glanz des zionistischen Gedankens möglich. Die Auferstehung der jüdischen Antike aus dem Chaos eines nationalen Zigeunertums, auch diese Auferstehung stand im Zeichen von Herzls prophetischer Zielsetzung. Daran darf man nicht vergessen, zumal in der Woche, da auf palästinensischer Erde wieder Bäume im Bialik-Wald gepflanzt werden ... o. r. Am 8. Jänner 1933 (10. Tewet) feierte das jüdische Volk den 60. Geburtstag Chaim Nachman Bialiks, des größten hebräischen Dichters der Gegenwart. In Palästina ehrt der Jischuw diesen Gedenktag durch die Verwirklichung der Lebensidee des Dichters, für die er bereits seit Jahrzehnten in Wort und Schrift unablässig in der Heimat und in der Galuth kämpft. Diese Idee ist der „Kinus", das ist die Erlösung jüdischen, geistigen Schaffens aller Generationen und in allen Sprachen für die h e b r ä 1 s c h e Literatur. Alles, was seit der Zeit der Bibel in fremden Sprachen auf jüdischem Geistesgebiet geschrieben und geschaffen worden ist, soll in das Hebräische Uber setzt werden. Dadurch soll die ganze geistige Arbeit vieler, vieler Generationen vom Zeltpunkt des Beginnes selbständigen Schaffens, jüdischen Geistes in der hebräischen Literatur eingebracht werden. Zur Verwirklichung dieser Idee wird in Palästina ein Fonds geschaffen, für den jeder Jude sein Scherflein beitragen soll. Hiedurch soll nicht nur am Geburtstage des großen Dichters diesem ein Geschenk, sondern von dem Dichter selbst auch eine unvergängliche Gabe at das jüdische Volk überreicht werden. Ueberdies beabsichtigen die Freunde des Dichters, alle seine Werke in Poesie und Prosa in einer billigen Volksausgabe einbändig herauszugeben, um ihnen den Weg in die großen jüdischen Massen zu ermöglichen. Die Histadruth Iwrith hat beschlossen, zu Ehren des bevorstehenden Geburtstages Bialiks, sich diesen beiden Aktionen anzuschließen. Den Auftakt hiezu wird die große Feier bieten, die von der Histadruth Iwrith & m 14. Jänner 1933 im großen Festsaale des Hotel Continental veranstalten werden wird. Das für diesen Zweck geschaffeno Bialik - Komitee wird sich mtt der Durchführung dieser Aufgaben befassen. Es ergeht daher der Ruf der Histadruth Iwrith an alle Juden, die an dem „Kinus" und an der volkstümlichen Ausgabe der Bialikschen Werke Interesse haben, sich an dieser Aktion zu beteiligen, für dieselbe in ihren Freundeskreisen mitzuwirken und sich zu diesem Zweck bei der Histadruth Iwrith, Wien, I., Bräunerstraße 7, Schriftlich zu melden. Dr. D. Rothblum, Präsident der Histadruth Iwrith. Dr. D. Friedmann, Präsident der israelitischen Kultusgemeinde. Prof. D. W. Aptowitzer, Adolf Böhm, Max Delfiner, Oberrabbiner Dr. D. Feuchtwang, Univ.-Prof. Dr. S. Frankfurter, Dr. F. Z. Finkelstein, Univ.-Prof. Dr. Siegmund Freud, Univ.-Prof. Dr. B. Geiger, Dr. O. Grünbaum (Präsident des Zionistischen Landeskomitees)» Prof. Dr. S. Kraus, Prof. V. Kellner (Chajes-Realgymnasium), Rabbiner Dr. R. Kaminka (Israelit. Allianz), Dr. J. Löwenherz („Vlzo"), Dr. Jakob Ornsteln (Vizepräsident der Wiener Kultusgemeinde) i Misrachl, Doktor L. Plaschkes (Radikale Zionisten), Prof. M. Rath, Dr. J. Rosenthal („Stimme"), M. Singer (Poale Zion), Oberbaurat Ing. R. Stricker ([Union der Zionisten- Revisionisten),. Dr. M. Schnabel (B'ne Brith), Doktor Ch. Tartakower (Hitachduth), Rabbiner Dr. J. Taglicht, Franz Werfel, Prof. J. Wolfsohn. Histadruth Iwrith, Bialik-Jubiläumsfeier Anläßlich des 60jährigen Jubiläums Ch. N. Bialik, des größten hebräischen Dichters des jüdischen Volkes, veranstaltet die Histadruth Irwith am 14. Jänner d. J., 8 Uhr abends, im Festsaale des Hotel Continental, II., Taborstraße 4, eine große Bialik-Feier mit folgendem Programm: Eröffnungsrede (Hebräisch): Präsident Dr. David Roth blum. Festrede (Deutsch): Prof. Dr. A. Sonne, ferner wirken mit: die 9jährige Klaviervirtuosin Evi Wächter, die Violinvirtuosin Ada Baumin g e r, die Konzertsängerin H. Dolitzkaja, Opernsängerin Ch. Schwarz, Komponist J. Brandmann (Violine) und Kapellmeister K. Fuchsgelb (Bratsche). Jehuda Ehrenkranz liest aus Bialik-Werken. Karten Vorverkauf: Keren Kajemeth, I., Kärntnerstraße 28, Bücherstube Rath, IL, Taborstraße 20, bei den Mitgliedern der Histadruth und an der Tageskasse. tenreise 28. Februar bis 28. März 1933 Veranstalter: Austro-palästinensischer Wirtschaftsdienst. . Preis: Von Wien bis Wien — alles inbegriffen — S 500.— und , engl. Pf. 18-—, Aegyptenarrangement engl. Pf. 8.—. : , , Aai S k ü n f t e und P r ors p e k't e kostenlös durch Austro-palästinensischen .Wirtschaftsdienst, Wien, IX., Berggasse 16 (Handelsmuseum), Montag und Donnerstag von halb 5 bis 6 Uhr nachmittags, Telephon A-17-5-40 Serie oder durch die Reiseleitung: Fraü Berta Taubes, Wien, IL, Böckllnstraße 92, Telephon B-51-705, an allen Werktagen. // // Montag, den 16. Jänner, 8 Uhr abends veranstaltet der „Austro-Palästinensische-Wirtschaftsdienst" im Festsaal des Hotel Continental einen Lichtbildervortrag „Das moderne Palästina", zu dem sich in liebenswürdigster Weise Herr Ing. Rudolf P f i s t e r zur Verfügung gestellt hat. Dieser Vortrag gewinnt besonderes Interesse durch die Persönlichkeit des Vortragenden, denn Ing. Rudolf Pf ister ist als Erbauer des Ruthenberg-Kraftwerkes sowie des Spullersee-Kraftwerkes in Oesterreich weit über den Rahmen der Fachkreise bestens bekannt. Besonders interessant wird der Vortrag durch das Urteil des Vortragenden über das jüdische Aufbauwerk in Palästina, das um so objektiver gewertet werden muß, als Ing. Pf Ister als Niohtjude während seines sechsjährigen Aufenthaltes in Palästina tiefen Einblick in die Verhältnisse hatte und auch die weiteren Entwicklungsmöglichkeiten richtig und sachlich zu beurteilen vermag. Nebst dem Vortrag selbst bringt Ing. Pfister eine Reihe ganz ausgezeichneter und Interessanter Lichtbilder zur Vorführung, die den Zuhörern den Fortschritt der Entwicklung Palästinas vor Augen führen. Es empfiehlt sich, Karten zu diesem Vortrag rechtzeitig im Vorverkauf zu sichern, da einerseits die Nachfrage sehr rege ist, andererseits die Sitzplätze numeriert zur Ausgabe gelangen. Karten zu S 2 und 1, Stehplätze zu S —.50 nur an der Abendkasse. Karten sind erhältlich: Bücherstube Prof. Moses Rath, n., Taborstraße 20 a, Telephon R-4S-1-58; Papierwarenfabrik' Josef Grubner, IX., Wasagasse 7, Telephon A-ll-0-10; Administration „Neue Welt", H., Untere Augartenstraße 38, Telephon A-46-6-3i. Histadruth wrilh-Brlth Iwrith Olamlth!•■ ■!«••• ' * * 14. Jänner 1933, 8 Uhr abends, \m großen Festsoal des Hotel Contlnen'ül, Ii, Taborstr. 4 Kröffnungsrede (hebr) Piäsicknt Dr. D, Rothblum / Festrede (deutsch) Prof. Dr. A. Sonne Ferner wirken mit' die 9 jährige Klaviervirtuosin Evl Wächter, Violinvirtuosin Ada Baumlnger. Konzeitsängerin Hilde Dulltzkaja und Opernsänger n Hannah Schwarz, Komponist J Brandmann, Kapellmeister Kurt Fuchsgelb / Rezitation: Jehuda Ehrenkranz Kartenvorveikauf: Keren Kajem* h, I. Kärntnerstraße 23, tiüeherstuoe Rath, II, Taborstraße 20, bei den Mitgliedern der Histadruth Iwrith und an der Tageskasse

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