Die neue Welt
- Journal
- Die neue Welt
- Volume
- 6 (1932)
- Issue
- Heft 277 (30.12.1932)
- Date
- 1932-12-30
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Seite 6 DIE NEUE WELT Nr. 2?? sehen Reiches schon früher und neuerdings wieder ausdrücklichst den gesamten Schächtakt als n i c h 11 i e rquälerisch erklärt habe, erwiderte der Regierungsvertreter, daß die thüringicshe Vertretung eben auf dem Standpunkt stände, es sei doch eine Tierquälerei. In der Plenarverhandlung von voriger Woche, in welcher von nlehreren Parteien nochmals auf die von Sachverständigen und aus der Veterinärpraxis hervorgegangenen Männern der Wissenschaft erteilten Gutachten des Reichsgesundheitsamtes hingewiesen wurde, erklärte der Sprecher der NSDAP.: „Das Reichsgesundheitsamt iät für uns nicht maßgeblich; in dieser Frage haben ausschließlich wir Bauern und die Tierärzte zu entscheiden." Als von sozialdemokratischer Seite hierauf erwidert wurde, daß literarisch zur Genüge belegt werden könne, wie „Wissenschaftlich" die „Hunderte von tierärztlichen Gutachten" gehalten seien und wie sehr auch bei diesen „Gutachten" der Antisemitismus eine Rolle spielt, erwiderte der Sprecher der Nationalsozialisten mit der Erklärung, seine Partei gebe zu, daß der Antisemitismus durchaus zu ihrem Programm gehöre, jedoch mache sie sich bei der Schächtfrage von jeglichem Antisemitismus frei und sei in dieser „völlig objektiv". Diese Erklärung gab den Auftakt zu scharfen politischen Auseinandersetzungen zwischen den radikalen Flügeln des Landtages. Nach 2%stündiger stürmischer Auseinandersetzung, in d:r mit sachlichen Argumenten von selten der Rechtsparteien nur äußerst schwach operiert wurde, kam man schließlich zur Abstimmung, zu welcher sowohl die sozialdemokratische wie auch die kommunistische Fraktion die Erklärung abgaben, gegen das Gesetz zu votieren, weil dieses ein antisemitisches Zweckgesetz sei, das jeglicher sachlichen Motivierung entbehrt, die verfassungsmäßig gewährleisteten Rechte einer Minorität durchbricht und schließlich durchaus dazu angetan sei, die thüringische Wirtschaft zu schädigen. Der Landbund gab seine Zustimmung zum Gesetz, nachdem ein Vertreter der Fraktion während der Aussprache darauf hingewiesen hatte, daß für die Innehaltung seiner im Ausschuß geforderten Bedingungen, das Gesetz nur dann in Kraft treten zu lassen, wenn auch der Nachbarstaat Preußen ein solches habe, genügend „Sicherungen" vorhanden seien. Der Gesetzentwurf wurde sodann — wie gemeldet — mit den Stimmen der Nationalsozialisten, Deutschnationalen und des Landbundes gegen die Stimmen der Sozialdemokraten und Kommunisten bei Enthaltung des V o 1 k s p a r t e i 1 e r s angenommen. Berliner Nachrichten Deleelertentae. Der Delegiertentäg der deutschen Revisionisten findet endgültig am 8. Jänner 1938 in Berlin statt. Die Tagesordnung .lautet. 1. Die politische Lage. — 2, .bonderverband und Kongreßwahlen. -3. Entlastung des alten Landesvorstiindes. — 4. Künftige Arbeit in Deutsch and. - 5. Statuten. — 6. Neuwahlen. — 7. Resolutionen. — Aktives* Wahlrecht zuni Delegiertentag hat jedes Mitglied der revisionistischen Union Deutschlands, ■welches das 18. Lebensjahr überschritten hat. Das passive Wahlrecht ist außerdem an die E n t r ich t u n g d e sl D i n a r s gebunden. — Als Grundlage für den Wahlmodus wird die Zahl der in den einzelnen Orten bei den legten Kongreßwahlen abgegebenen Stimmen genommen. (Eine besondere Liste ging.bereits an die Ortsgruppen ab.) —. Die Wähleryersammlungen müssen bis spätestens 5. Jänner 1933 abgehalten und das Ergebnis der Wahlen dem Landesvorstand spätestens am Jänner 1933 mitgeteilt werden. - Die Delegierten und Gäste werden hiemit aufgefordert, sich rechtzeitig! anzumelden, da nur dann für billiges Quartier vorgesorgt werden kann.. Fest, der „Menorah". Für das erste Auf treten der jüdischen Spieltruppe „Menorah" zeigt sich äf^ lebhafteste Interesse. Der Kartenvorverkauf hat bereits begonnen und gleich die ersten Tage dieses Vorverkaufs deuten auf einen Massenandrang des PuDlikums hin. Es empnehlt sich daher, sich rechtzeitig um Eintrittskarten (von M. —.60 bis 1.—, Jugendliche M. r-.30) zu kümmert Karlen sind beim Brüh Trumpeidor, Berlin, Thomasiusatraße 14, und im revisionistischen Bureau, Charlottenburg;. Joachimsthalerstraße 3/II, Telephon: Bism. 55-90. erhältlich. — Es finden zwei Feiern der „Menorah". statt. Eine Samstag, den 7. Jänner 1933. im Westen Berlins (Logenhaus, Kleiststraße 10) und die andere am Sonntag, den 8. Jänner 1933. ^Zentrum der Stadt (Haverland-Festsäle, Neue Friedrich-Straße 35). Beide beginnen um halb 9 Uhr abends. — Aus dem Programm: Die Festreden halten: Direktor G. Kareski und Rabbiner .Dr. E. R Kolin. Das jüdische Kammerorchester dirigiert Leo Kopf. Hebräische Lieder singt H. Rosenblüth. Der B e t a r führt eine Revue auf: „Mit dem Auto ins Heilige Land." Es singen und spielen der Chor und das Marschorchester des Brith Trumpeidor Berlin. Der Clou der Abende: Erstes Auftreten der jüdischen Spieltruppe „Menorah" mit dem Makkabäer-Lehrspiel: „Durch Kampf zum Sieg" von Robert Schif tan* Vortrag Dr. Bloch. Am 21. Dezember Bprach der Vorsitzende der revisionistischen Union Deutschlands, Dr. Hans Bloch, im Rahmen einer Mitgliederversammlung im Restaurant Kaufmann über das Thema: „Neuer Aufschwung — neue Gefahren in Palästina!" Der Redner behandelte zunächst die Gesamtlage in Palästina und verglich die Verhältnisse von heute mit denen von 1925, wo ein ähnlicher Aufschwung — im Zeichen der IV. Alija — zu verzeichnen war.. Er behandelte die Fehler von damals. Wenn auch die Verhältnisse heute anders liegen als 1925. so ist eine Gefahr nicht zu verkennen, die bei jeder Einwanderung in diesem Ausmaß besteht. Auf die Einzelheiten des palästinensischen Lebens übergehend, befaßte sich Dr. Bloch zunächst mit der Frage der Einführung der Einkommensteuer, die eine Gefahr für den Kaufmannsstand und die junge Industrie im Lande bedeutet. Er berichtet über die Aktionen, die in diesem Zusammenhang im Jischuw und in der Galuth unternommen wurden. Referent geht nun zu den politischen Fragen über und bespricht eingehend die Schaffung eines Parlaments in Palästina und beweist die Schädlichkeit einer solchen scheindemokratischen Einrichtung im Stadium eines Staatsaufbaues. Schließlich wies er auf die Entwicklung der Kämpfe zwischen Revisionisten und der „Histadruth' hin. die ihm als rein politisches Problem erscheinen und die es daher notwendig machen, daß eine neutrale, rein gewerkschaftliche Arbeiterorganisation im Lande geschaffen werde. — In der daranschließenden Debatte ergriff Ernst Hamburger das Wort, der insbesondere die Frage Histadruth—Revisionisten eingehend ..behandelte, ferner sprach Dr. Viktor Much, der auf Grund Beiner Vorträge in der Provinz die Notwendigkeit der Aufklärung unter den Juden der deutschen Städte bewies. Ea Bprach noch Dr. Rabinowicz über die Fragen der Einkommensteuer, des Parlaments und der Arbeiterkonflikte in Palästina und gab an Hand statistischen Materials und der letzten aus Palästina eingetroffenen Nachrichten wertvolle Aufklärung in diesen Fragen. Schließlich sprach noch Julius Reiter, der die heutigen politischen Ereignisse in den Gesamtrahmen der orientalischen Politik einzuordnen versuchte und auf die historischen Zusammenhänge hinwies. Der Abend war anregend wie selten eine Mitglieder* Versammlung und es ist daher dringend geboten, solche Zusammenkünfte öfters zu veranstalten. Magdeburg Chanuka-Feier. Am 17. Dezember fand die Chanuka- Feier der revisionistischen Ortsgruppe statt, gleichzeitig die Feier des ersten Jahrestages der Gründung, Vor vollem Saal eröffnete der Vorsitzende der Ortsgruppe, Herr M. Hirsch, die Feier, begrüßte die Anwesenden und wies darauf hin, daß der Abend von den anderen zionistischen Organisationen in Magdeburg boykottiert worden sei. obwohl ein Uebereinkommen besteht, wonach sich Zlonlstcn untereinander nicht boykottieren werden. Hierauf hielt Herr Dr. 0. Rabinowicz (Berlin) die Festrede. Er beglückwünschte die revisionistische Ortsgruppe zu ihrem Ehrentage, der mit der Makkabäer-Feier zusammenfällt. Er kam dann auf die Lage in Palästina und der Galuth zu sprechen. Er analysierte die heutigen Assimilationstendenzen, lehnte den Kommunismus sowie die „bürgerliche" Assimilation ab. Der Zionismus, wie ihn der Revisionismus lehrt, ist der einzige Weg für die Jüdische Jugend und das jüdische Volk. Stürmischer Beifall folgte seinen Ausführungen. — Im gemütlichen Teil wurde „Der Doktor" von S c h o 1 e m Alejchem aufgeführt, der fröhliche Stimmung auslöste. Besondere Verdienste um das Zustandekommen dieses Abends hat sich die revisionistische Frauengruppe erworben, die durch sorgfältige Vorbereitung für alles vorsorgte, so daß die Magdeburger zufrieden waren, wie kaum jemals vorher. Wenn hier der unermüdlichen Frau Hirsch und den Frauen Bleiweiß, Krellbaum, Leff und Panzer besondere Erwähnung getan wird, so heißt das natürlich nicht, daß auch allen übrigen nicht ebensolcher Dank gezollt werden muß. Besonderer Dank gebührt aber in diesem Zusammenhang Fräulein Frieda Sandel, die aus Berlin kam, um ihre bewährten Kräfte in den Dienst der Veranstaltung zu stellen. Jabotinsky: Feuilletons. Die Feuilletons von Vladimir Jabotinsky in deutscher Sprache sind jetzt zu dem sehr reduzierten Preise von M. 2.10 durch das Sekretariat der Union der Zionisten-Revlsionisten, BcrHn-Charlottenburg, Joachimsthalerstraße 3/II, Telephon: J, 1. Bism. 55-00, erhältlich. Als Geschenk sehr geeignet! Der zweite Band der hebräischen Enzyklopädie erschienen Im Verlag „Eschkol", Berlin, ist vor kurzem unter der Chefredaktion von Dr. Jakob Klatzkin der zweite Band der hebräischen Enzyklopädie erschienen. Der Band umfaßt die Stichworte von Origines bis Antipas. Von den größeren Monographien dieses Bandes sind zu nennen: Italien, Inquisition, Europa, Ehe, Gott, Alchimie, Alexandrien, Alphabet, Emigration, Kunst, Emanzipation, Maranen sowie eine umfassende Amoräerliste. Wie der erste Band ist auch der vorliegende mit vielen Bildern, Noten und Karten ausgestattet. Der dritte Band des Werkes ist fast durckfertig; die übrigen Bände sind in Vorbereitung. Rudolf Hallo: Kasseler Synagogengeschichte. Der für die Erforschung jüdischer Kunst hochverdiente Autor gibt gemeinsam mit Rechtsanwalt Dalberg sowie Landesrabbiner Dr. Walter eine Geschichte der jüdischen Gemeinde Kassel heraus, deren erster Band vorliegt. Der Verfasser hat in tiefgründiger Weise aus den Gemeindeakten die Geschichte verschiedener Synagogen seiner Vaterstadt für die Zeit von 1293 bis 1839 erforscht. Von größtem Interesse ist die Feststellung, daß in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts die Zahl der jüdischen Handwerker in Kassel eine ungewöhnlich große war; der Verfasser entstammt gleichfalls einer solchen Kasseler Handwerkerfamilie. Auch von bedeutenden Miniaturmalern wird berichtet, von Fiorino, besonders aber von der Familie Pinhas, die sich durch drei Generationen mit dieser Kunst beschäftigte usw. Für unsere Generation dürfte der Rückblick auf die Verhandlungen, die anläßlich des Neubaues der noch heute bestehenden Synagoge zwischen Gemeinde und Staatsbehörde geführt wurden, von großem Interesse sein; besonders aber das Gutachten, das der damalige Führer der Gemeinde Dr. Pinhas gegen die Pläne erstattete, die man der Gemeinde aufoktroyieren wollte. Es ist verblüffend zu hören, daß Pinhas schon damals, vor 100 Jahren, in überaus geistvoller Weise sich gegen jede Art einer orientalischen Bauweise wendete, der gleichen, die 50 Jahre später als die für Synagogenbauten geeignetste auch von jüdischer Seite angesehen wurde. Der Wert der Arbeit geht über den Rahmen lokalgeschichtlichen Interesses1'weit hinaus und kann als wertvolles Kulturdokument jüdischer Geschichte gewertet werden. ■ Prof. Alfred Grotte. Aus der zionistisch? revisionistischen Bewegung Das Londoner Büro der Union der Zionisten-Revisionisten ersucht um Veröffentlichung nachstehenden Berichtes. Die Mitglieder der Exekutive Herr A. Angel und J. Machover sind von Palästina abgereist und dürften Ende dieses Monats nach London zurückkehren. Zu Ehren der Gäste wurde von den Revisionisten inTel-Awiwein Bankett veranstaltet. * Der Vizepräsident der Union, Herr M. Großman, vereiste am 6. d. M. nach Palästina und hatte unterwegs Besprechungen mit Herrn V. Jabotinsky in Paris und Herrn R. Strickerin Wien. Am 16. d. M. traf Herr Großman in Palästina ein. Eine aus den Vertretern des Zentralkomitees, Dr. E. Waschitz, Avnieli und Dr. Z. E. Konen, dem Naziv Bethar in Palästina, Doktor Froehlich, den Vertretern des Irgun, Gurion und Giloni und den Herren A. Angel, Mitglied der Exekutive, A. Babkow und E. Kucenok bestehende revisionistische Dele» gation kam Herrn Großman in Lud entgegen. Am Tage seiner Ankunft hatte Herr Großman eine Reihe Besprechungen mit den Gesinnungsgenossen, in Palästina dürfte Herr Großman zirka sechs Wochen weilen. Auf der Rückreise wird er Syrien und Italien besuchen. Während seiner Anwesenheit in P a r i s wurde Herr M. Großman von einem J. T. A.-Vertreter über das von der zionistischen Exekutive eingeleitete Gerichtsverfahren befragt: „Wie verhält sich das revisionistische Exekutivkomitee zum Gerichtsverfahren, das die zionistische Exekutive im Zusammenhang mit dem Besuch Dr. Soskins im polnischen Außenministerium einleitete, sowie zur Erklärung Brodetzkys, derzufolge die Organisation der Petition unzulässig lei?" — Herr Großman erwiderte: „Wir halten das gegen uns eingeleitete Gerichtsverfahren für unbegründet und sind überzeugt, daß das Kongreßgericht die Ansprüche der zionistischen Exekutive zurückweisen wird. Jedenfalls kann der Ausgang dieses Gerichtsverfahrens für die politisch^ Tätig* keit der revisionistischen Union keine Folgen zettigen. Die Vertreter der Union haben sieh wiederholt, sowohl schriftlich als mündlich an die Regierungen gewandt und werden es auch weiterhin tun. Was die Petition betrifft, so ist ihre Durchführung von der Wiener Konferenz Gustav Wilder Wien IV, Rainerg» 31/ Tel« U-42.4.84 empfiehlt: JAFFA,ORANGEN pro Kiste (80 bis 150 Stück) S 32*~"" JAFFA gQW APEff RUIT pro Kiste (80 bis 96 Stück) S 34»—; Auf Wunsch auch halbe Kisten unserer Union beschlossen worden, und wir werden sie unbedingt unter genauer Einhaltung der Beschlüsse der Konferenz durchführen. Das Exekutivkomitee hat eine Pflicht: die vollständige Durchführung der Beschlüsse der Konferenz." * Die Exekutive ist jetzt mit der Neukonstituierung des Parteirates beschäftigt. Die erste Sitzung des neugewählten Parteirates wird im Februar 1933 stattfinden. Tag und Ort der Sitzung werden demnächst bekanntgegeben werden. * Das Zentralkomitee in Warschau ließ eine 40 Seiten starke Broschüre in Jiddisch von Herrn J. Schechtmann unter dem Titel „Der Revisionismus und die Arbeiterbewegung in Palästina" erscheinen. Die Broschüre enthält sorgfältig gesammeltes; Material und stellt eine instruktive Quelle zur Frage der Arbeitskonflikte in Palästina dar. Preis: 40 Groschen. Die Broschüre ist zu beziehen beim Zentralkomitee der U. Z. R. , Polens, Graniczna 9, Warschau. Als nächste Ausgaben ■ des Zentralkomitees sind Broschüren von Dr. H. Rosenblum, B. Weinstein, M. Großman, E. Jevseroff angemeldet. Im Verlag des Irgun Ovdej Hazohar u-Betar in Palästina wird demnächst unter der Redaktion von A. Schneidermann eine drei Druckbogen starke Broschüre „Wir beschuldigen" erscheinen! Die Broschüre ist gegen die Politik der linken „Histadruth" gerichtet und wird eingehendes Material über diese Frage enthalten. Das Exekutivkomitee lenkt die Aufmerksamkeit aller revisionistischen Landeszentralen auf diese Broschüre und ladet sie ein, ihre Bestellungen direkt an das Sekretariat des Irgun (Rechov Allenby 53, Tel-Awiw, Palästina) zu richten. AUS PAUKSTINA. Jüdisches Kapital in Palästina Die palästinensischen Finanzsachverständigen schätzen die Gesamthöhe der jüdischen Depo« Sita bei palästinensischen Banken auf rund 5,000.000 Pfund, wovon 3,500.000 Pfund in rein jüdischen Banken, der Rest in Barclays Bank und in der Ottomanischen Bank deponiert sind. Keramik-Industrie in Jerusalem Vor einigen Monaten began ein in Palästina wohnender Ingenieur Reich mit Versuchen, eine Keramik-Werkstättezu errichten. Die Versuche waren von Erfolg gekrönt. Nun wurde eine kleine Keramik-Industrie geschaffen. Die Gegenstände repräsentieren jüdische Motive und werden gerne gekauft, Ingenieur Reich hofft mit der Zeit diesen neuen Industriezweig auszubauen und die Erzeugnisse auch in der Galuth zu verbreiten. Tel-Awiw und das Memorandum der Städte an den High-Commissionär Im Dezember fand in -Jerusalem eine Kon« ferenz der Vertreter aller Städte Palästinas statt, um gemeinsam ein Memorandum gegen die Städte-« Verordnung der Regierung auszuarbeiten. Die Initiative zu dieser Konferenz ergriff der arabische Bürgermeister von Jerusalem,- Naschaschibi. Die Stadt Tel-Aviv war durch ihren Bürgermeister, Herrn M. D i s e n g o f f, und den Vizebürgermeister, Herrn R o k a c h, vertreten. Herr M. Disengoff gab die Erklärung ab, daß die Stadt Tel-Aviv wohl mit dem Geiste des Memorandums einverstanden sei, sie sei aber zufolge der Stellung Tel-Avivs als Zentrum des Handels und der Industrie genötigt, ein separates Memorandum an die Regierung zu richten. Zur Lage in Rechowoth — Der feine Herr Professor Die wirtschaftliche Lage von Rechowoth, einer der ältesten Kolonien Palästinas, ist heuer äußerst günstig, Rechowoth hat in diesem Jahre 1300 Arbeiter, die alle voll beschäftigt sind. Aus der Statistig geht hervor, daß die Kolonie 80 Orangengärten mit einer Fläche von 4517 Dunam besitzt. Der Jahresertrag 1 eträgt ungefähr 314.000 Kisten. 44 Pardeßbesitzer beschäftigen heuer ausschließlich jüdische Arbeiter. 36 Kolonisten beschäftigen heiter auch arabische Arbeiter, 4 Kolonisten beschäftigen nura abische Arbeiter, Bezeichnend ist, daß einer dieser vier Parde.fyesiUsr «ta