Die neue Welt
- Journal
- Die neue Welt
- Volume
- 6 (1932)
- Issue
- Heft 275 (16.12.1932)
- Date
- 1932-12-16
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 6 DIE NEUE WELT Nr. 275 Gustav Wilder Wien IV/ Rainerg« 31, Tel« 11-42*4*84 empfiehlt: JAFFAjORANGEN pro Kiste (80 bis 150 Stück) S JAFFA* GRAPEFRUIT pro Kiste (80 bis 96 Stück) S 84*-"" Auf Wunsch auch halbe Kisten Lebhafter Beifall folgte den Ausführungen, die mit dem Absingen der „Hatikwa" beendet wurden. Den Vorsitz leitete Mef. ha-Ken Rei. Hans E g e r. Massenmeeting der Ostluden. Im großen Saal des Lehrervereinshauses fand Donnerstag, den ». d. M., eine Kundgebung de» Zentralverbandes ostjüdischer Organisationen Berlins statt, bei welcher Dir. O Kareski das Hauptreferat hielt. Konsul Fenlger eröffnete und begrüßte die Anwesenden. Dr. S i 1 b e r t erstattete einen kurzen Rechenschaftsbericht Uber die abgelaufene Periode, dem zu entnehmen Ist, daß eine Leih- und Sparkasse geschaffen, der ostjüdische Frauenverband ins Leben gerufen wurde, der eine Winterhilfe einrichtete. Etwa tausend Personen sind Im Büro Juristisch beraten worden. Er forderte aktivere Unterstützung seitens der Jüdischen Gemeinden und erinnerte an die Zeit, als Dir. K a r e s k l Vorsitzender der Gemeinde war. Dir. K a r e s k i bezeichnet es In seinem Referat als eine der ersten Aufgaben der Gemeinde, die Ostjuden in den Rahmen der Gemeinde einzuordnen. Nicht als Stimmvieh, sondern als gleichberechtigte Mitglieder. Das erscheine nicht nur im Interesse der Ostiuden notwendig, sondern im Interesse des Berliner Oesamtiudentums. Die Struktur Berlins zeige, daß das Judentum hier zugrunde gehe. 1300 jüdischen Geburten Im Jahre 1931 stehen 2400 Todesfälle und 700 Austritte Im selben Jahre gegenüber. Mit einer Zuwanderung von Juden sowohl aus der deutschen Provinz als aus dem Auslande sei durch die Verhältnisse nicht mehr zu rechnen. Deshalb betrachte er als Rettung für Klall Jisroel die Förderung der Ostjuden, zumal diese auch den Kern echten und wahren Judentums darstellen. Aber es wäre vergeblich für die Ost- Juden, zu warten, bis die anderen zu dieser Erkenntills gelangen, sondern es sei ihre Aufgabe, sofort allein an den Wiederaufbau zu schreiten. Dann Verzweiflung sei keine Lösung für Jüdische Not. Das Kernproblem liege für diesen Wiederaufbau im Kreditproblem, das der Ostiudenverband im verflossenen Jahre so vorzüglich berücksichtigt hat. Aber nicht nur diese materielle Not allein sei es. die berücksichtigt werden müsse, ebenso gefahrlich erscheine die seelische Not. die an den Fundamenten unseres Seins zu rütteln beginne. Das Jüdische Kind wird heute den Eltern und der Jüdischen Gemeinschaft entfremdet und die Jüdische Gemeinde sei in ihrer heutigen geistigen und menschlichen Struktur unfähig, dieser Gefahr zu steuern. Es sei daher schärfstens zu verurteilen, daß sich Ostiuden fänden, die eine Spaltung in die eigenen Reihen zu bringen suchen. Nur der Zusammenschluß und die Selbsthilfe sind der Weg. der zu beschreiten sei. Stürmischer Beifall folgte den Ausführungen Kareskis. Nachher spräche Dr. M. T a I z 1 n über die Sparkasse ..Esra" und Herr M: Ooldmann. der in einer begeisterten Rede alle Ostjuden zum Zusammenschluß aufforderte, tum Schluß ergriff Dir. K a r e s k i nochmals das Wort, um auf einige Zwischenrufe zu antworten. Diese Ausführungen fanden lebhafte Zustimmung. Die Mitglieder des Berliner Brlth Trumpeldor hatten um die Aufrechterhaltung der Ordnung und Ruheim Saale vorbildlich gesorgt. Menorah-Spieltruppe. Anmeldungen von Mitgliedern (auch ohne besondere Begabung) nimmt das revisionistische Büro. Berlln-Charlottenburg. Joachimsthalerstraße 3/II. Tel. J 1 Bismarck 55-90. entgegen. .labotlnskys Feuilletons. Die im Dr -R.-Färber-Verlag erschienenen Feuilletons von Vladimir Jabotinsky in deutscher Sprache sind Jetzt zu sehr ermäßigtem Preise von M. 2.10 zu haben. Beziehbar beim revisionistischen Büro. Berlin-Charlottenburg. Joachimsthalerstraße 3/11. Chanuka-Feier in Berlin Die hebräische Betarschute des Berliner Brlth Trumpeldor veranstaltet am Dienstag, den 27. Dezember. 20 Uhr. In den Musiker-Festsälen. Kaiser-Wilhelm-Straße 31, Ihre Chanuka-Feler. zu der alle Staatszionisten herzlichst eingeladen sind. Gezeigt werden u. a. zwei Theaterstücke, davon ein hebräisches, die von dem enormen Fleiß, mit dem in der Betarschule gearbeitet wird. Zeugnis ablegen sollen. Karten zum Preise von 30 Pfennig bis M. 1.50 bei den Betarim. Brith Trumpeldor Berlin Es ist dem Berliner Ken gelungen, im Zentrum Berlins ein Helm zu erhalten, das allen Anforderungen gerecht wird. Herr und Frau Julius Klausner hatten die Liebenswürdigkeit, uns in dem der Firma Schuh haus Leiser, gehörigen Hause Brunnenstraße 181 Räume, und zwar zwei Säle und zwei Zimmer, zur Verfügung zu stellen. Die Herrichtungsarbeiten haben begonnen. Wir bitten nunmehr unsere Freunde und Gesinnungsgenossen, uns Stühle. Bänke. Tische. Schränke. Beleuchtungskörper zur Verfügung zu stellen. Wir holen die Gegenstände gern ab. — Die unter Leitung von Herrn Kapellmeister Romann stehenden Proben unseres Marschorchesters der Peluga Herzl. finden, statt am Dienstag von jetzt ab an jedem Donnerstag um 8 Uhr Im Heim statt. Die diesjährigen S k i f a h r t e n des Berliner Ken beginnen am 22. Dezember Treffen mittags 14 Uhr Oörlitzer Bahnhof. Gefahren wird nach Spindeimllhle (Tschechoslowakei). Rückfahrt am 3. Jänner. Anmeldungen bei Alfred Feiler. Wilm. Holsteinische Straße 12. Exotische Juden* Im Weltverlag erschien in diesen Tagen ein neues Werk von Esriel Carlebach, „Exotische Juden". Es gibt Bücher, die ein Eigenleben führen. Der Verfasser hat sich sein Buch vom Herzen heruntergeschrieben, aus seinem Verstand geformt. Es steht in keinerlei Beziehung mehr zu ihm, will nichts mehr von ihm wissen. Es erscheint ihm selbst später vielleicht reiner Zufall, daß er sein Verfasser war. Aber es gibt Bücher, die man erst verstehen kann, wenn man den kennt, der sie verfaßt hat ... In einer deutschen Großstadt gibt es einen Rabbiner, einen Großstadtrabbiner wie viele andere, aber seine Gemeinde unterscheidet sich von anderen Gemeinden; sie zählt nicht allzu viel deutsche Juden, die gehen in die andere Synagoge, zählen zu dem anderen Teil der Gemeinde; seine Gemeinde bilden Ostjuden, und die Ostjuden haben Kinder, schicken sie in die jüdische Schule. Der Sohn des Rabbiners wächst zwischen diesen ostjüdischen Kindern auf, und er fühlt sein Judentum tiefer, als es sonst vielleicht deutsche Rabbinersöhne tun Als 16jähriger verläßt er heimlich das Haus, die Siadt, das Land, Deutschland, fährt in den Osten, dorthin, wo er das Judentum an der Quelle kennenlernen kann. Seine deutschen Scbulkenntnisse reichen au«, um sich durch Unterricht in Buchhandlung ernähren zu können, und noch heute werden Buchhalter in bestimmten Gegenden Litauens nur angestellt, wenn eie ein Zeugnis Esriel Garlebachs aufweisen können. Er lernt auf der berühmtesten Jeschiwah, aber er hat unruhiges Blut, auf einer Jeschiwah duldet es ihn nicht, er muß sie alle kennenlernen, Telsch und Mir, Lublin und Brody, Warschau und Wilna, Kowno und Krakau. Je mehr er vom Judentum sieht, desto mehr verzehrt es ihn, er muß in dieses hinedndringen bis an seinen Ursprung, fährt nach Jerusalem, lernt dort einige Jahre bei Raw Kook, erhält dort das Rabbinerdiplom ... Dann plötzlich erwacht wieder in ihm das B-lut des deutschen Juden, er kehrt nach Hause zurück. Nicht stürmisch genug kann nun alles gehen. Nach kurzer Zeit hat er das Abitürientenexamen nachgeholt, in der schnellsten Frist erledigt er das juristische Studium, wird Referendar. Aber nun drängt es ihn, mitzuteilen, was er erlebt, was er gesehen, was er immer weiter erlebt, was er immer weiter sieht auf seinen Reisen zu den Juden im Osten, im Westen, im Orient. Er beginnt! zu schreiben ... Er meistert die deutsche Sprache in einer Vollendung, daß ihm die deutschen Verleger den Ehrenpreis für die beste deutsche Novelle zuerkennen, er schreibt Hebräisch, daß seine Artikel in Tel-Awiw eine Sensation bedeuten, er schreibt Jiddisch, daß der „Hajnt" in Warschau in meterhohen Plakaten das Erscheinen seiner Briefe anzeigt. Und wenn sie aus allen Gegenden, wo Juden wohnen, Beiträge von ihm verlangen, und er entschließt sich, zu schreiben, zu forschen, Material herbeizuschleppen, dann passiert es ihm, daß ihm eine kleine Stelle im Talmud Jeruschalmi auffällt und er vergißt alle Literatur und lernt, lernt. Sitzt allein, hat neben sich ein Telephon stehen, darauf führt er mitten in der Nacht Ferngespräche mit seinem Vater, dem Rabbiner, mit anderen großen Talmudisten in fernen Städten, weil er nicht einschlafen kann, ohne daß die Stelle im Jeruschalmi ganz geklärt ist. Und dieser heimliche Rabbiner und Jurist, dieser phantastisch Lernbegierige und Lernende, kennt die Welt wie kein Zweiter. Kennt, ist vielleicht zu viel gesagt, er ahnt sie, seine Intuition zeigt ihm die Menschen, wie sie sind: und wenn er sie schildert, sind sie verblüfft, ihr genaues Porträt in seinen Schilderungen zu erkennen, oft verblüfft bös zum Beleidigtsein. Und Talmud und Rambam, und Dubnow und Enkyklopädie, sie vertragen sich bei ihm mit den neuesten Errungenschaften der Technik. Mit dem Flugzeug fliegt er am Freitag Nachmittag von Konstantinopel nach Bukarest, um ja noch rechtzeitig zum Freitagabend dort zu sein. Am Steuer des Automobils ist er zu Hause und trägt seine „Leika" in der Westentasche. Er kennt die litauischen Gefängnisse ebenso gut wie die Vergnügungslokale des Berliner Westens und von St. Pauli, er korrespondiert ebenso mit Bialik wie mit dem Chofez Chajim, er sitzt ebenso oft im Romanischen Cafe wie in der verborgensten Lernstube. Oft holt man ihn zu Vorträgen, dann sieht er in die Augen seiner Hörer. Sind es Großstadtjuden, blasiert, akademisch eingestellt, dann wird es ihm nach den ersten Worten langweilig 2U reden, er zündet seine Zigarette an und erzählt einige'Witze, einige1 Anekdoten, bis die Kälte so um ihn wächst, daß man froh ist, ihn verabschieden zu können; sieht'er aber in die lebendigen Augen von Juden, richtigen Juden, die nichts anderes sein wollen, nichts anderes sein können, dann sprudelt, es aus ihm, dann reißt er seine Hörer hin, daß sie an seinen Lippen hängen, dann dreht er ihnen das Herz um und setzt es wieder an die rechte Stelle. Alle Sendboten von Jeschiwaus kennen ihn, alle Bibliothekare der Welt haben schon über ihn geflucht, denn es gibt kein verborgenes Buch in der geheimsten Bücherei zwischen Stockholm und Jerusalem, wegen dessen er sie nicht auf ihre Regale jagt. Aber sein Herz gehört den Juden, die abseits des großen Haufens wohnen, den Karäern, den Marannen, den Yemeniteri, den Sephardim. Dort zieht es ihn immer wieder hin, dort fühlt er sich heimisch. Ihre Geheimnisse, sollen offen vor ihm liegen, sie sollen durch ihn wieder angeschlossen werden an die große jüdische Welt. Das ist der Verfasser des Buches „Exotische Juden". Muß man danach über das Buch selbst auch nur ein Wort noch sagen? Ja, noch eins: Wer es in die Hand nimmt, lese erst die Bibliographie zum Schluß des Werkes, dann lese er das Bucht und hierauf lese er nochmals die Bibliographie. Und dann wird er den Kopf schütteln und sich fragen: Wie ist es möglich, trotz so vieler Wissenschaft ein so interessantes Buch zu schreiben? Es ist möglich, wenn man 6olch ein Mensch ist. Julius Lehmann (Hamburg). einer d.r b.stan Chordirigenten, Kompositionsschüler (V.°S ■ tSäStmm sncW DlrlQenfenniBten I« f riMUrir OmiciiMl« ■■■■■■■■■■■■■■■■Mi Josef Mlllet, Wien II, Bayrischer Hof, Taborstr. An die Freunde und Leser des Blattes! Wenn Sie der Ansicht sind, daß die „Neoe Weif* ein empfehlenswerte» Blatt ist, geben Sie ans freund» liehst die Adressen von Freunden and Bekannten an. Wir werden denselben die „Nene Welt*' durch mehrere Wochen zur Probe gratis zukommen lassen. Wenn wir uns bei der Werbung auf Sie berufen dürfen, bitte dies ausdrücklich zu bemerken. Aus der Zusendung erwachsen weder Ihnen noch den Empfängern irgend welche Verpflichtungen. Die Verwaltung der „Neuen Welt*. «ISQ Streng rituell Winter im Semmeringgebiet HERRENHAUS AUE S 100.- 9tägiger Aufenthalt inkl. Reise Wien—Semmering und retour Für Kinder geschultes Personal. Eigene Ski*, Rodel*, Ilalaulbahn Gruppen grolle Ermäßigung Auskunft: Schülerheim (ganzjährig) EitehbQrg Wien II, Qr. Pfarrg. 8, Tel. A-45-4-92 Rund um das »Parlament« in Palästina Jerusalemer Stimmungen. Schon seit längerer Zeit beunruhigt das Gerücht: von der Schaffung eines „Gesetzgeberischen Rates" (Parlament) in Palästina die zionistische Welt So oft davon die Rede war, daß die britische Regierung an die Installierung einer solchen Körperschaft zu schreiten im Begriffe sei, wurden von offizieller zionistischer Seite beschwichtigende Stimmen laut Die Ausführungen des palästinensischen Oberkommissärs General Wauc h o p e vor der Mandatskommission in Genf haben zwar die Tendenz Englands klar erkennen lassen, aber die zionistische Exekutive in Jerusalem und London hat nach wie vor die diesbezüglichen Befürchtungen des jüdischen Jischuvs als übertrieben und unaktuell hin-; gestellt. Mitten in die seit langem bestehende Erregung fällt eine Darstellung über die Lage im Jerusalemer „Doar Hajom", der die Erklärungen des Präsidenten, Sokolow an eine revisionistische Delegation betreffs der Einführung eines Palästina-Parlaments wiedergibt. Sokolow, so berichtet der „Doar Hajom", hat erklärt daß die Gefahr eines gesetzgeberischen Rates in Palästina sehr nahestehe und man mit der Schaffung desselben als mit einem Faktum rechnen müsse. Wie aus Palästina gemeldet wird, hat die Erklärung des Präsidenten Sokolow den ganzen Jischuv im Aufregung versetzt Die palästinensische Exekutive der Jewish Agency hat daraufhin eine Art „Berichtigung** vom Stapel gelassen, worin es hieß, daß Sokolo ws Mitteilungen unrichtig wiedergegeben worden seien. Daraufhin gab der „Doar Hajom" weitere Details aus Sokolows Erklärungen bekannt, u. a. aüch die, daß die englische Regierung von der z i 6 n i s 1 i s c h ein Exekutive das Einverständnis zur Schaffung des gesetzgeberischen Rates gefordert habe. Nach weiteren Versuchen der palästinensischem Exekutive, diese Angelegenheit zu verdunkeln und vor allem festzustellen, daß die politische Linie des Präsidenten Sokolow in der Frage des gesetzgeberischen Rates doch keine andere Richtung haben könne als die der palästinensischen Exekutive, sah sich Präsident Sokolow, wie berichtet wird, zu folgender Erklärung veranlaßt: »Wir sind entschlossen, uns mit allen Mitteln jedem Versuch, ein Parlament einzuführen, entgegenzustellen. Uebrigens hat das Aktionskomitee hierüber einen klaren Beschluß gefaßt und den werden wir ausführen . . . Ich habe in meinem Gespräch mit den palästinensischen Revisionisten bloß darauf hingewiesen» daß schon vor Jahren die englische Re« . gierung den Beschluß gefaßt hat, einen gesetzgeberischen Rat zu errichten. Man hat schon einigemal versucht, diesen Beschluß durchzuführen, aber es ist nicht gelungen. Jetzt wollen sowohl die englische Regierung als auch der Oberkommissär wiederum das Parlament schaffen. Besonders der Oberkommissär ist ein scharfer Anhänger des gesetzgeberischen Rates. Die diesbezügliche Gefahr ist jetzt sehr aktuell und der Kampf gegen sie sehr erschwert.. Man muß nicht gerade zwischen den Zeilen zu; lesen verstehen« daß die Bedenken der Opposition in Sachen der Einführung des Parlaments überaus berechtigt waren und daß die Erklärungen des Präsidenten Sokolow eine ganz andere Substanz besitzen, als die der zionistischen Exekutive, die nach wie vor die Frage des, gesetzgeberischen Rates zu bagatellisieren versucht. Zum Tode des Ministerialrats Dr. B. Fuchs Freitag, den 9. Dezember, ist in Wien der stellvertretende Leiter des amtlichen Bundespressedienstes Ministerialrat Dr. Bernhard Fuchs nach langem Leiden gestorben. Der pflichtgetreue, ausgezeichnete Beamte nahm sich sein ganzes Leben lang aller jüdischen Interessen mit Wärme an und zahllos sind die Fälle» wo ihn seine Kenntnis der jüdischen innerpolitischen und außenpolitischen Verhältnisse befähigte, durch seine Ratschläge der Zionistischen Organisation und der Wiener Judengemeinde wertvolle Dienste zu leisten. Dr. Bernhard Fuchs gehörte zu den ersten Zionisten und dem engsten Kreise um Theodor Herzl, der ihn znr Mitarbeit an dem ersten zionistischen Organ „Die Welt4* heranzog. In seinem Amt galt er bei allen seinen Kollegen und den vorgesetzten Kanzlern als ausgezeichnete, menschlich und beruflich wert« vollste Kraft. Alle, die mit ihm in nähere Berührunf kamen, werden ihm ein ehrendes Andenken bewahieo»