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Die neue Welt · 1932-12-16 · Heft 275 (16.12.1932) · page 4

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Journal
Die neue Welt
Volume
6 (1932)
Issue
Heft 275 (16.12.1932)
Date
1932-12-16
Page
– (sequence 4)
Language
German
Belongs to
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' fefiri DIE NEUE WELT Nr. 2?5 eine umfassende inrormetiorttschrifr öfter die grosse Bewegung Im Zionismus_ Verfasst von Robert Strieder Herausgegeben von der Union der Zlonlsten-Revisionisten Oesterreichs / Preis 2o a / erhältlich t> Verlag „Neue Weit", Wien II, untere Äugartenstr. 35 in schaffen. Mitglieder der Histadruth, die in der Versammlung die Ausführungen der Redner störten, wurden gewaltsam aus dem Saal entfernt. * Die Vereinigung jüdischer Fabrikanten Palästinas beschloß, die Stadtverwaltung von Tel- Awiw und den Jerusalemer jüdischen Genieinderat auf. znfordern, unpolitische Arbeitsnachweise zu errichten, die den Fabrikanten Arbeitskräfte ohne Rücksicht auf ihre .Parteizugehörigkeit zuweisen sollen. Die Fabrikanten sollen verpflichtet werden, sich bei Bedarf nur an diese neutralen Arbeitsnachweise zu wenden. Dadurch soll dem Konflikt zwischen Histadruth und anderen Arbeiterorganisationen, der sich für die Palästina-Industrie schädlich auswirkt, der Boden entzogen werden. Die Fabrikanten-Vereinigung hielt in Jerusalem eine P r e s s e k o h fe r e n z ab, in der erklärt wurde, die Fabrikanten wünschen nicht, einzig und allein auf die Hi s ta d r u t h a ngewiesen »'« nein, sie wollen in Arbeitsfragen lieber mit. unparteiischen und unpolitischen Stellen zu tun haben. Zum zionistischen Wahlsieg Die Brünner „Jüdische Volksstimme"' schreibt:• ,yln der Stadt, wo Theodor Herzl den „Juden- Staat" veröffentlicht, wo. Oberrabbiner Z. P. Chajes gewirkt hatte, haben die Zionisten zum ersten Male eine große Majorität. in_der Kultusstube. Eine kleine Gruppe war es einst, die —• verhöhnt, verspottet —* vor 35 Jahren in Wien den Zionismus verkündete, und die Parole gab „Erobert die Kul t u s gern e i n d e n". Erst im Jahre 1912 zogen die ersten Zionisten (Robert Stricker und Dr. .Jakob» Ehrlich) in die Kultusstube ein. Am 4. Dezember 1932; ein ■ historischer Tag der Wiener Jaden, haben endlich die Zionisten eine Majorität und somit die Führung erlangt." - - '■■ '■■ 'i ■;' b •' „Diese Wahlen besagen, daß die jüdische Masse nur zu den Menschen Vertrauen haben, die eine Legitimation zur Aufstellung'.von Listen' besitzen und „Legitimation" bedeutest konstruktives Programm und offenes Bekenntnis zürn jüdischen Volk, zum Zionismus. Alle'.Gruppen, die gegen den Zionismus einst oder jetzt auftraten, haben Mandate verloren, dagegen hat jede zionistische Liste, sowohl Stimmen als auch Mandate gewonnen." ' „Die nicljtjüdische Bevölkerung, die Staatlichen Behörden werden von nun ab einen ganz anderen Judesntypus zu sehen bekommen, nicht mehr den gebückten Moschko, den kriecherischen Mauschel, sondern den aufrechten, stolzen Juden. Die Assimilanten werden nicht mdhr im Namen der Wiener Judengemeande, die Aguda nicht mehr im Namen der Orthodoxen sprechen dürfen, dies werden nun die Zionisten, die M i s r a c h i machen." „Die Zionisten-Rivisiönisten, die gemeinsam mit den Allgemeimen eine Liste aufgestellt und sehr viel zum großen Erfolg beigetragen haben, werden unter Führung Robart Strickers für die Durchführung des aufgestellten Prograrames arbeiten." „Der Erfolg der Zionisten in Wien ist keine bloße lokale Angelegenheit. Wien ist heute die einzige Großsta.dtj die eine große zionistische Mehrheit in der kultusgemeinde, der jetzt endlich werdenden Volksgemeinde, besitzt Dias Resultat dieser Wahlen wird überall dort Verständnis und Begeisterung hervorrufen, wo Zionisten im Kampfe um die Eroberung der Kuitusgemeinden stehen." „Nach Verkündung des Wahlresultates sammelten sich hunderte Juden vor dem Kultusgebäude, die Fenster dse Präsidialzimmers wurden geöffnet — die dumpfe, erstickende Luft verschwand, frische Luft drang ein und die Blau-Weiße Fahne wurde gehißt." Die Prager „Selbstwehr" bespricht die Bedingungen, unter welchen die Wahl stattfand, und schreibt dann: „Dazu kam nun die wichtige positive Tatsache, ohne welche gewiß lange nicht das erreicht worden wäre, was man erreicht hat: die Wahlvereinigung der Allgemeinen Zionisten mit den R e v i s i o n i s t e n. Dies förderte einen weiteren wichtigen Faktor: die Begeisterung, die durch Wochen die jüdischen Massen indem Willen vereinigte, als volles Judentum mit Mehrheit in die jüdische Gemeinde einzuziehen. Es war wie ein Erwachen aus langem Schlummer; Führer und Volk schüttelten die Müdigkeit ab, die schon seit langem über der zionistischen Arbeit des Wiener Judentums lag. Auf einmal war alles auf den Beinen, mit einer Freude <«id Opferwilligkeit, die wahrhaft ideal genannt werden muß. Da sie nun gerufen wurden, waren Tausende von Jugendlichen ganz bei der Sache; aber auch die Erwachsenen arbeiteten eifrig. Die Propagandaführung war erstklassig, der Besuch der Versammlungen, von denen manchen Tag ein Dutzend und mehr fast zu. wenig war, um den Zuspruch zu befriedigen, war imposant. Alles' war da anläßlich dieser Wahlbewegung, und siehe da:' auch Geld, ohne welches bekanntlich keine Schlacht zu gewinnen ist." „Gewiß war aber das Hauptmotivdes Sieges der allgemeine überaus starke Wille der selbstbewußten Judenschaft, eine . z i o n<i s ti sc h e Mehrheit in der Wiener jüdischen Geiheindfc herbeizuführen. Dieses Streben beherrschte alle . sonst getrennt marschierenden Gruppen in gleichem Maße und alle legten eine gleichmäßige Begeisterung an den Tag." „Sie ist belohnt.worden. Der Sieg ist errungen. Nun. hat die Arbeit zu. folgen. Kein geringer Aufgabenkreis erwartet die Wiener Kultusgemeinde mit zionistischer Mehrheit. Das zionistische Programm verpflichtet. Es wird nötig sein, alle Kräfte zusammenzunehmen, die Begeisterung der Wahlzeiten zu erhalten und wohl auch . die Einheit unter den Zionisten. Was für die Wahl nötig war, wird bei der realen Arbeit nicht weniger nötig sein ..." Blut-, Haut- und Nervenkranke erreichen durch den Gebrauch des natürlichen. , „Franz-Josef"-.Bitterwassers geordnete Verdauüngsyerhältnisse. In Apoth. erb. Der Wahlerfolg der „Mfl'§radn#" und da§ Fiasko der //Orthodoxen liste" Aus Kreisen der ..thoratreuen. Zionisten hat die „Neue W e 11" folgende .Zuschrift .erhalten: Die Bedeutung, ■■'.desmisraohistischen- Erfolges bei;den, Wahlen in den Wiener Kultusvorstand Liegt nicht nur der Eroberung., eines /Mandats, sondern drückt sich' ,auoJf<in d2äm.;TJiüstäl|id .tfdsV. daß-,ein. großer Teil der c h as s i,d i sc, n Jude n Wiens: für die Liste des „Misrachi" .gestimmt.'.hat Die chassidischen Juden haben endlich erkannt, daß die Religiosität des Misrachisten keine minderwertige ist, daß ein Zusammengehen mit Trägern eines''' großen Ideals hur empfehlenswert ist. Der Sieg des Miprachi.ist ein, Sieg des gesunden Volksinstinkts, des Verstandes und der Wahrheit. Hingegen ist die Niederlage der „Orthodoxen Liste" eine wohlverdiente. Sie ist eine Ausgeburt der Unaufrichtigkeit, das Resultat des Treibens einiger führender Agudisten, die es nicht wagten? -unter -eigener Flagge zu kämpfen, weil sie. den .Vorwurf der Inkonsequenz fürchteten. Denn wenn die Zusammenarbeit mit Nichtorthodoxen in der Kultusstube erlaubt'ist, weshalb sollte sie innerhalb der zionistischen Organisation, für Erez Israel, unstatthaft s ein? Die Urheber der „Orthodoxen Liste" hatten ursprünglich auf Unterstützung von seiten der agüdistischen „S c h i f f s c h u 1" gerechnet. Diese aber kehrte ihnen den Rücken und schloß sich der kapitalistiscnsozialistisch -freidenkerischen „Nichtnationalen Liste" an. Das Wahlkomitee der „Orthodoxen Liste" richtete hierauf an die der „Schiffschul" angehörenden Gesinnungsgenossen Schreiben, worin der Bitte um Unterstützung durch KriecBerei und Verleumdung der Nationaljuden Nachdruck verliehen wird. Allerdings mit wenig Erfolg, da die Sympathie der „Schiffschul" für einen „Polnischen" bekanntlich keine sehr große ist. . In diesem sehr verlogenen, daher sehr, unfrommen Brief heißt es u. a.: x „Sie haben sicherlich in den letzten Tagen reichj lieh Gelegenheit gehabt z.u hören, wie"—im Gegensatz, i zu den Rednern der TJp^on und .sogar der werktätigen Juden, die noch immerhin unseren Bestrebungen wenigstens Verständnis - entgegenbringen die Führer unserer ,N a t i o n a 1 i s t .e n* keine Gelegenheit vorübergehen lassen, Tins; orthodoxe, an unsere jahrtausendealte Tradition klammernde Juden auf schändlichste Art anzufallenundzubesudeln. Und das in dem Augen- ' blick, wo sie selbst die Früchte ihres ,Nur-Nationalismus*, nämlich die vollständige Demoralisation, den geistigen Niedergang der jüdischen Jugend, Abwendung vom Judentum überhaupt, sehen müssen..." Die „Orthodoxe Liste" war von vornherein zu» Mißerfolg auch aus dem Grunde verurteilt, weil ein Mann mit offenkundigen Mängeln zum Listenführer auserkoren wurde. Die agudistische Jugendgru-ppe, die in dem Wahlkampf den Parolen ihrer „Führer" mit Begeisterung folgte, hat die nutzlose und unrühmliche Verzettelung ihrer Energien dem Leichtsinn und der politischen Unklugheit der letzteren zu danken. , Spectator. * Eine Erscheinung, die in diesem Schreiben augedeutet wird, verdient festgehalten zu werden. Der Umstand, daß abgrundtiefer Haß gegen alle nationaljiidischea Bestrebungen fanatische Orthodoxe und .marxistische Freidenker in ein widernatürliches geistiges Bündnis gepreßt hat Hat doch der greise Führer der Trennungsorthodoxie, Herr Pappenheim, es gewagt, in einem offenen Schreiben .zu erklären, daß es angesichts der „zionistischen Gefahr" für Agudisten geboten erscheine, auch freidenkerische Marxisten in die Judengemeinde zu wählen! Nur keine Zionistenf Vom judfcdien Wellkongreß Das englische Komitee für den Weltkongreß . Dr. David Jochelman, Mitglied der von der Genfer Jüdischen Weltkonferenz zur Vorbereitung des Jüdischen Weltkongresses eingesetzten Exekutive, teilt der Jüdischen Telegraphenagentur mit, daß Lord Melchett eingewilligt hat, das Präs-idum des englischen Landeskomitees für den Jüdischen Weltkongreß zu übernehmen. Dem Landeskomitee, das sich demnächst konstituieren wird, gehören, wie Dr. Jochelmann weiter mitteilt, eine Anzahl angesehener Personen der jüdischen Oeffentlichkeit Englands aus allen Richtungen an. Das französische Komitee für den jüdischen Weltkongreß Inj Anschluß an den Pariser Besuch von Dr. Nahum Goldmann aus Berlin, Leiter des Organisationsbüros des Jüdischen Weltkongresses, der für das Jahr 1934 einberufen werden soll, hat sich in Paris ein französisches Komitee zur Vorbereitung des jüdischen Weltkongresses; gebildet, - das sich zinr Aufgabe gestellt hat,1 eine' ausgedehnte" "Kampagne ' zur Popularisierung der Idee' des Kongresses durchzuführen. Dem Komitee gehören an: Der bekannte Dichter Andre Spire, der Schriftsteller Pierre Paraf, General Weiller, das Mitglied der Jewish Agency Robert Bollack, Albert Cremieux (Enkel des Begründers der Älliance Israelit« Universelle Adolf Cremieux), Maitre Marcel Mirtil, das Mitglied" der Jewish Agency J. Jef roykin, der Präsident des Zionistenkongresses und des Zionistischen Aktionskomitees' Leo Motzkin, der Führer der Radikalen Zionisten' Jizchak* Grünbauin und einige andere Führer des französischen Judentums und der russisch-jüdischen Gemeinde, in Frankreich. Das Protokoll der Genfer Jüdischen Weltkonferenz erschienen Das Protokoll der Genför Jüdischen Weltkonferenz ist in deutscher Sprache soeben erschienen. Es ist 175 Seiten stark und gibt eine genaue Wiedergabe der Referate und Diskussionen der Genfer Konferenz sowie alle gefaßten Beschlüsse und Resolutionen. Das Protokoll ist vom Zentralbüro des Exekutivkomitees zur Vorbereitung des Jüdischen Weltkongresses in Berlin herausgegeben, und von dort, zum Preise von Reichsmark 1.80 per Exemplar zu. beziehen. i. Streng hjo :.-..§ | über Chanuka im Kurholel Bristol | Bad Ga§teui I Fließendes Wasser, Zentralheizung, Thermalbäder, | I Wintersport. SEHR MÄSSIÜE PREISE | JjUÜUHIIHIliimjg 'H^mJlwWwm^m Union der Zioiüsten-Revisionisten Oesterreichs Alle Mitglieder nehmen Sonntag, den 18. Dezember 1932, um Hll Uhr am Gange zum Grabe Chajes teil. Treffpunkt 1. Tor, Zentralfriedhof. An die Jugendverbände! N Alle Jugend verbände Werden aufgefordert, Sonntag, den 18. Dezember 1932, halb 10 Uhr vormittags,, sich zum Ordnerdienst beim Grabgang Chajes' am Zentralfriedhof (I. Tor) einzufinden. BRITH TRUMPELPOR | Grosse | Makkabäerfeier |H Donnerstag, den 22 Dezember 1932, 7«9 Uhr abends =E im Hotel Post, Wien, 1., Drachengasse 1 g Programmrede: Dr« Wolfgang von WcisI H§ Jehuda Ehrenkranx Dr* Oskar Teiler mit Gruppe =5 Karten von S - .80 bis S 4.— im Zentralheim, Wien, M IL, Untere Augartenstraße 38, und an der Abeadkasit

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